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Kommentare zu den Thorheiten

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Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 28.11.2018 um 17.14 Uhr verfaßt.

„Früher sagten wir: Eine Apposition steht in Kommas. Dummerweise muss die Apposition heute kein schließendes Komma mehr haben. Sie sollten das Weglassen von Kommas, die den Satz eindeutig gliedern und leichter lesbar machen, allerdings ganz souverän missachten.“ (Schmachthagen 20.11.18)

Kein schließendes Komma mehr? Woher stammt denn das?

„Folgt der Eigenname einem Titel, einer Berufsbezeichnung und dergleichen, so kann man nach § 78(4) das Komma weglassen:
Der Erfinder der Buchdruckerkunst(,) Johannes Gutenberg(,) wurde in Mainz geboren.“ (§ 77 E1)

Dazu:
„§ 78 (4) Eigennamen, die einem Titel, einer Berufsbezeichnung und dergleichen folgen (siehe auch § 77(2)):
Der Erfinder der Buchdruckerkunst(,) Johannes Gutenberg(,) wurde in Mainz geboren. Der Direktor der Kinderklinik(,) Professor Dr. med. Max Müller(,) war der Gesprächspartner. Der Angeklagte(,) Franz Meier(,) verweigerte die Aussage. Die Hebamme des Dorfes(,) Gertrud Patzke(,) wurde 60 Jahre alt.“
-
Das ist offensichtlich von Grund auf verkehrt. Der Erfinder der Buchdruckerkunst, Johannes Gutenberg,... ist grammatisch zweideutig. Erstens kann es als appositive Konstruktion verstanden werden. Dann wird die Person schon durch den ersten Nominalausdruck identifiziert und durch den zweiten erläutert. Oder als etwas, was ich in Ermangelung anderer Begriff „Applikation“ nenne, genau wie der Erfinder Gutenberg. Hier wird durch den ersten Nominalausdruck nichts identifiziert, weshalb auch kein nämlich eingefügt werden kann. Vielmehr rubriziert der erste den zweiten Ausdruck (bzw. dessen Gegenstand) wie Gattung und Art bzw. hier Klasse und Exemplar: der Schädling Borkenkäfer, der Planet Mars; übrigens auch mein Onkel Hans usw. („enge Apoosition“, wie fast alle Grammatiken es fälschlich nennen).

Ich sehe gerade, daß ich mein Kapitel über die Apposition noch nicht eingefügt habe; es folgt in Kürze unter "Grammatische Exerzitien 14".


R. M. zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 21.11.2018 um 19.10 Uhr verfaßt.

Das & hat auch einen Namen – kein Wunder, daß Meyer ihn nicht kennt.


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 21.11.2018 um 18.12 Uhr verfaßt.

In seiner gestrigen Deutschstunde beschäftigt sich Schmachthagen wieder mal mit den sogenannten trennbaren Verben, wozu er auch kopfstehen, leidtun usw. zählt. Er spricht dann von "Tmesis", weil er eben Rechtschreibung und Wortbildung nicht auseinanderhalten kann. Leider sagt er kein Wort zu den seinerzeit verordneten Groß- und Getrenntschreibungen, obwohl ihm die Reform von 1996 doch so lieb und teuer ist.- Ich will auf den ganzen Unsinn nicht noch einmal eingehen.


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 20.11.2018 um 06.03 Uhr verfaßt.

Das Zeichen für das kaufmännische Et (&) darf nur in Firmennamen verwendet werden. Eine Überschrift wie „Sonne, Strand & goldener Sommer“ wäre typografisch ein Fauxpas. (Schmachthagen 13.11.18)

Es wird nach amerikanischem Vorbild immer öfter auch in bibliographischen Angaben mehrerer Verfasser verwendet. Überschriften sind aber sowieso kein gutes Beispiel.


ppc zu »Saure Gurken und ein überflüssiges Jubiläum«
Dieser Kommentar wurde am 13.11.2018 um 15.44 Uhr verfaßt.

„Eine pensionierte Kollegin schaffte immerhin acht Richtige.”

Gemeint sind natürlich „acht richtige”, was mal wieder ein Indiz dafür ist, wie dämlich die Propagandisten der Reform sind.



Wolfram Metz zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 10.11.2018 um 01.13 Uhr verfaßt.

Diesmal muss ich die Beantwortung der Fehlermeldungen fortsetzen […]
Der Mann hat wirklich schwer zu tragen. Als Fehlermelder die Fehler anderer Fehlermelder korrigieren zu müssen ist ein hartes Brot. Aber was tut man nicht alles im Namen der guten Sache!

Ein alter Herr schrieb […]
Er kann es nicht lassen (s. #2004).


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 07.11.2018 um 03.58 Uhr verfaßt.

A propos Schoebe: Sofort nach Bekanntwerden der Rechtschreibreform 1996 stellten die Schulbuchverlage ihre Produktion um, Fristen hin oder her. So auch Schoebes "Verstehen und Gestalten"; "In neuer Rechtschreibung". Ab 1997 war dann nichts anderes mehr auf dem Markt. So wurden Tatsachen geschaffen, wie es die Reformer ja aus intimer Kenntnis des Schulwesens auch beabsichtigt hatten.

Man kann heute noch für einige Cent diese hastig umgestellten Bücher erwerben. Erst kürzlich habe ich ein paar Regalmeter Schulbücher aus meiner Referendarszeit weggeworfen, auch "Verstehen und Gestalten", natürlich noch unreformiert. Damals sagte mir ein Verlagsvertreter, die Zulassung eines Schulbuchs sei eine Lizenz zum Gelddrucken. Sie erfolgt auf Grund von Gutachten anderer Lehrer, denen man dann auch wieder gefällig ist usw. Auch von einer "rechtlichen Grauzone" war damals oft die Rede. Andererseits galt es als fortschrittlich, gerade nicht mit dem Buch zu arbeiten. Nur angeschafft mußten sie werden.




Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 06.11.2018 um 18.22 Uhr verfaßt.

Diesmal muss ich die Beantwortung der Fehlermeldungen fortsetzen, die von den Lesern eifrig, manchmal ein wenig zu eifrig aufgesammelt werden, die aber gar keine Fehler sind. Ein alter Herr schrieb, ein Wort werde nicht „großgeschrieben“, sondern „groß geschrieben“. Der Herr irrt – oder sagen wir besser: Er hat die orthografischen Zeitläufte nicht mitbekommen. (6.11.18)

Warum wirkt Schmachthagen so kleingeistig? Gerade weil er die „orthografischen Zeitläufte mitbekommen“ hat und dies immer wieder herausstreicht. Die Einfälle der Kultusminister sind ihm oberstes Gebot. Zwar kennt er sie nur unvollkommen (das Original gar nicht, er hält sich immer an den Duden), aber er ist fest entschlossen, ihnen zu gehorchen, und das seit zwei Jahrzehnten, mit allen Windungen. Mich erinnert das an einen anderen Hamburger Rechtschreibkünstler: „Ich werde der Norm gehorchen, weil sie die Norm ist.“


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 06.11.2018 um 08.22 Uhr verfaßt.

Schmachthagen 6.11.18:
Jetzt lautet die Regel: Die Wortgruppen Adjektiv (oder Partizip) und Verb werden zusammengeschrieben, wenn das Adjektiv in einer Verbindung weder steigerbar noch erweiterbar ist.
(Daher großschreiben)
Einige Zeilen später:
getrennt schreiben (als Gegenteil von zusammenschreiben)
Aber hier kann man doch auch nicht erweitern oder steigern? Macht nichts!


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 31.10.2018 um 15.43 Uhr verfaßt.

Schmachthagen 29.10.18:

Schreibt man „70jähriges Jubiläum“ bzw. „70-jähriges Jubiläum“ mit oder ohne Bindestrich?, wollte eine Leserin wissen. Im Prinzip mit Bindestrich, doch der Ausdruck ist falsch. „-jährig“ bedeutet eine ununterbrochene Zeitspanne, „-jährlich“ dagegen ein in bestimmtem Abstand wiederkehrendes Ereignis. Also: die jährliche (zu Johanni wiederkehrende) Pachtzahlung, aber die dreijährige (ununterbrochene) Pachtdauer. Ein „70-jähriges Jubiläum“ müsste demnach als 70 Jahre ohne Pause dauerndes Fest gefeiert werden, was ebenso unwahrscheinlich wie finanziell unerschwinglich wäre. Gefeiert wird das „70-jährige Bestehen“.
Man kann von einem „60-jährigen Mann“ schreiben, denn er lebt von der Geburt bis heute ununterbrochen, aber nicht von einem „60-jährigen Oberstudienrat“, sondern nur von einem „60 Jahre alten Oberstudienrat“, denn es ist kaum anzunehmen, dass ein 60-Jähriger bereits seit 60 Jahren Oberstudienrat ist. Doch man weiß ja nie. Die Hamburger Bildungspolitik wird es noch schaffen, dass die Abiturienten beim Schulabgang gleich das Staatsexamen mitgeliefert bekommen.


Ein 70jährliches Jubiläum wäre also ein Jubiläum, das alle 70 Jahre wiederkehrt. Das ist aber normalerweise nicht gemeint. Belegt ist praktisch nur „50jähriges Jubiläum“, nicht „50jährliches Jubiläum“ (neuerdings alles mit Bindestrich, das ändert aber nichts). Welcher Priester feiert alle 50 Jahre sein 50jährliches Priesterjubiläum? Ihr 50jähriges haben schon tausende gefeiert.
Ein 60jähriger Mann wäre nach Schmachthagen jemand, der seit 60 Jahren ein Mann ist. Biologisch trifft das meistens zu, insofern auch ein Junge von zwei Jahren männlich ist...
Schmachthagen hat sich mal wieder vergaloppiert, weil er glaubte, eine schulmeisterliche Logik anwenden zu müssen, ohne sich mit der Semantik der Adjektivbildungen zu beschäftigen.


Theodor Ickler zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2018 um 10.48 Uhr verfaßt.

Ich würde mich zwar eher als Germanist bezeichnen (...) (Schmachthagen 16.10.18)

O weh! Damit verstößt er gegen seine eigene normative Grammatik, die hier den „Germanisten“ verlangt. In der nächsten Deutschstunde wird er auf entsprechende Zuschriften eingehen müssen.


Tobias Bluhme zu »Nicht alles ist falsch, was wie falsch aussieht«
Dieser Kommentar wurde am 05.10.2018 um 21.32 Uhr verfaßt.

"Wahrheiten, die uns nur durch Kunst bewußt werden"

(faz.net, 5.10.2018, http://www.faz.net/-gwz-9era7)


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