zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Kommentare zu den Thorheiten

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Theodor Ickler zu »Haben Sie heute schon gehunken?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2017 um 14.09 Uhr verfaßt.

Ja, danke für die Ergänzung!


Germanist zu »Haben Sie heute schon gehunken?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2017 um 12.10 Uhr verfaßt.

Den Genitiv des Substantivs könnte man auch durch ein Adjektiv ersetzen (wie in den slawischen Sprachen): die Beethovenschen Sonaten.
(Vgl. russ. Zarskoje Selo, das zaristische Dorf, statt Zara Selo, das Dorf des Zaren.)


Theodor Ickler zu »Haben Sie heute schon gehunken?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2017 um 05.09 Uhr verfaßt.

Statt des Genitivs stehen zwei Ersatzkonstruktionen zur Wahl:

dem Genitiv sein Tod/der Tod vom Genitiv

Beim Abwägen, welche sich durchsetzen könnte, muß man bedenken, daß sie bisher nicht dasselbe bedeuten.

Die Sonaten von Beethoven, das ist nicht dasselbe wie Beethoven seine Sonaten.

Die Leichte Sprache ersetzt dogmatisch jeden Genitiv durch die von-Konstruktion. Andererseits ist Dativ+Possessivum stigmatisiert und bisher auf die Umgangssprache beschränkt.


Theodor Ickler zu »Endlich wieder Meldungen aus Österreich!«
Dieser Kommentar wurde am 01.08.2017 um 17.49 Uhr verfaßt.

(Zur Vernachlässigung der Orthographie:)
In diesen Punkten stimme ich mit Stefan Winterstein überein. Er sieht allerdings in der Rechtschreibreform den Hauptschuldigen. Die Reformer seien zu liberal gewesen, strenge Regeln seien besser als Variantenschreibungen.
Dem kann ich nicht folgen. Es war das erklärte Ziel der Reformer, die Regeln zu vereinfachen und Unstimmigkeiten auszubügeln. Warum brauchen wir die Sonderregel "etwas anderes ist anders". Es heißt "etwas Schönes" und "etwas Besonderes". Warum nicht auch "etwas Anderes"? Heute kann man beides schreiben: "etwas anderes" und "etwas Anderes". Das ist doch vernünftig, oder?
Das System einer Sprache sollte im Idealfall in sich logisch sein. In vielen Bereichen ist es unlogisch genug. Und das ewige Herumdoktern bei einzelnen Wörtern und Wendungen - Stichwort: Reform der Reform - hat zweifellos Verwirrung gestiftet.
Aber wer möglichst komplizierte Rechtschreibregeln haben will, müsste sich auch extrem komplizierte Verkehrsregeln, Lohnsteuergesetze etc. wünschen. Damit sie ja keiner versteht.

(Sedlacek, Wiener Zeitung 1.8.17)

Er weiß es wohl wirklich nicht besser. Dazu paßt der oberflächliche Schluß.


Theodor Ickler zu »Haben Sie heute schon gehunken?«
Dieser Kommentar wurde am 01.08.2017 um 15.24 Uhr verfaßt.

Am häufigsten kommt das Genitivattribut als besitzanzeigende Beifügung vor (Genitivus possessivus): der Hut meines Vaters, die Tiere des Waldes. Eine Dativ-Possessiv-Konstruktion ist gelegentlich zu hören, bedeutet aber eine grausame Verballhornung der Grammatik: "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". (Schmachthagen)

Dazu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1641#29532

Und "besitzanzeigend" ist der possessive Genitiv eigentlich nicht, sondern besitzeranzeigend. Ähnlich bezeichnet ja der Genitivus partitivus nicht den Teil, sondern das geteilte Ganze.


Theodor Ickler zu »Endlich wieder Meldungen aus Österreich!«
Dieser Kommentar wurde am 07.07.2017 um 15.33 Uhr verfaßt.

In der Wiener Zeitung kritisiert Sedlacek jemanden, der rein schauen geschrieben hat.

Der eine hat den Duden vor sich, der andere nicht, und nun belehrt der mit dem Duden den ohne den Duden, was er im Duden gefunden hat.


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2017 um 20.58 Uhr verfaßt.

Es gibt noch einige wenige Sprachwissenschaftler, die Wörter als graphische Gebilde definieren, aber sie müssen sich natürlich fragen lassen, ob schriftlose Sprachen keine Wörter haben usw., das kann ja wohl nicht sein. Einige Ihrer Beispiele sind inzwischen auch in der Reformorthographie wieder zugelassen. Es ändert an ihrem Wortstatus nichts, und "verboten" sind normwidrige Schreibweisen ohnhin nur in dem engen Sinn der schulischen Bewertung. Ihre starke These kann sich daher auch nur auf die Schulrechtschreibung und Notengebung beziehen.


Germanist zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2017 um 20.41 Uhr verfaßt.

Nach meinem Verständnis wird ein Wort durch zwei Zwischenräume begrenzt, und sind demzufolge z.B. sogenannt, wieviel, kennenlernen, spazierengehen keine zugelassenen Wörter. Amtlich verordnete Getrenntschreibung bedeutet Wörterverbot.


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2017 um 15.49 Uhr verfaßt.

Wachsende Ratlosigkeit. Bitte bilden Sie ein solches Wort und schreiben Sie es hin, dann wollen wir herauszufinden versuchen, inwiefern es "verboten" ist.

Vielleicht meinen Sie, daß die Lehrer wegen der Schulorthographie nicht alles gelten lassen dürfen?

Aber ich spekuliere, bitte klären Sie mich auf!


Germanist zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2017 um 12.16 Uhr verfaßt.

Nur ein paar Beispiele: Aus zwei Verben durch Zusammenschreibung ein neues Verb zu bilden, ist verboten. Mit den Präfixen "so-" oder "wie-" und Partizipien oder Adverbien neue Adjektive oder Adverbien zu bilden, ist in den meisten Fällen verboten. Das Volk ist hier entmündigt. (Das hat garnichts mit "trennbaren" Verben zu tun.) Ich betrachte die deutsche Sprache als Baukastensystem, in welchem aus Wortwurzeln jederzeit neue Wörter zusammengefügt werden könn(t)en.


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2017 um 09.15 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=195#1314

Wo Marx allerdings wieder falschlag, war sein Bild des Unternehmers. (FAZ 30.6.17)

Gefällt mir nun mal nicht.


Theodor Ickler zu »Besser weder falschliegen noch falsch liegen«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2017 um 04.26 Uhr verfaßt.

"Durch Zusammenschreibung entstehen neue Wörter."
Nur wenn man einen graphischen Wortbegriff verwendet. Davon würde ich abraten.

Den Vorwurf der Wörtervernichtung haben wir seinerzeit gegen die Rechtschreibreform erhoben, weil Aufsehen erregend implizit die Behauptung enthielt, das Wort aufsehenerregend gebe es nicht, und wir nachweisen konnten, daß diese Behauptung falsch ist. Aber das Wort "entsteht" nicht durch Zusammenschreibung.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Startseite | nach oben


© 2004–2017: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM