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Theodor Ickler zu »Schulhof-Appell«
Dieser Kommentar wurde am 05.09.2018 um 15.39 Uhr verfaßt.

Laut Statistischem Bundesamt wird in den meisten Familien, in denen mindestens eine Person Migrationshintergrund hat, hauptsächlich Deutsch gesprochen. (welt.de 5.9.18) - Die Leserbriefschreiber, typisch für diesen Publikationsort, glauben es nicht, aber das Problem ist nicht die Unglaubwürdigkeit, sondern die Trivialität. Türkische Ehepaare sprechen miteinander türkisch, türkisch-deutsche höchstwahrscheinlich deutsch, meistens auch russisch-ungarische usw. Das muß man nicht erklären.


Pt zu »Recht schreiben, so wie es euch gefällt?«
Dieser Kommentar wurde am 04.09.2018 um 14.31 Uhr verfaßt.

Jedes Kind muss lesen lernen! - Hamburger Erklärung

https://www.change.org/p/jedes-kind-muss-lesen-lernen

Wenn auch viele hier nicht daran glauben, daß Petitionen etwas ändern können, so sollten wir doch die Möglichkeit zur Kommentierung nutzen, um unsere Sicht zum Thema Lesen und Rechtschreibung zu verbreiten. Vielleicht können wir so wenigstens ein Umdenken bei einigen Unterstützern erreichen.




Theodor Ickler zu »Recht schreiben, so wie es euch gefällt?«
Dieser Kommentar wurde am 03.09.2018 um 16.00 Uhr verfaßt.

Rainer Moritz über 20 Jahre Rechtschreibreform - erstaunlich gedankenlos:

https://www.boersenblatt.net/artikel-rainer_moritz_ueber_20_jahre_rechtschreibreform.1511825.html


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 17.08.2018 um 03.16 Uhr verfaßt.

Im Lateinunterricht lernten wir:

„Nach si, nisi, ne und num
fällt der Ali um.“

(Es gibt noch vollständigere Fassungen.)

Politisch korrekt war das nicht.


Theodor Ickler zu »Wieso sind Sprachen schwierig?«
Dieser Kommentar wurde am 16.08.2018 um 16.20 Uhr verfaßt.

Jeder bemerkt es, wenn die Standardsprache Dialektwörter aufnimmt. Weniger auffällig, aber vielleicht bedeutsamer ist die Vereinfachung der Standardsprache dadurch, daß Erwachsene sie lernen, seien es Fremdsprachige oder eben Dialektsprecher – der Grundvorgang der Kreolisierung (vgl. McWhorter). Das „zerrüttete“ Tempussystem der deutschen Hochsprache, das zur Zeit keine konsistente grammatische Beschreibung erlaubt, hängt vielleicht damit zusammen, daß sowohl Nord- wie Süddeutsche ein jeweils verschiedenes System und keine Intuition für das hochsprachliche haben, das auch nie in der Volkssprache verankert war.


Theodor Ickler zu »Wieso sind Sprachen schwierig?«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2018 um 17.29 Uhr verfaßt.

The reason languages with fewer speakers are more complicated is not because the complexity befits their speakers in some way, but because for a language to be spoken by massive numbers of  people tends to mean that it was imposed on nonnative speakers at some point, and therefore beaten up by the mundane fact that it´s tough to really learn a language after adolescence.

In other words, the complex kind of language is a norm—it´s the way almost every language on earth has become over countless millennia of stepwise accretions of “mess.” First a feminine gender marker, then a subjunctive mood, next some evidentials, later a language becomes tonal—one never knows just what will happen, but something will, and then something else, and then something else. After a while you have the awesome mess that is a language. The only thing that interferes with this norm is the odd circumstance of people learning a language as adults rather than as children— something that has happened mostly in recent millennia as technology has allowed vast and rapid population movements. (John McWhorter: The language hoax. Oxford 2016:67)

https://de.scribd.com/doc/283737739/MCWHORTER-John-H-The-Language-Hoax

In größeren Sprachgemeinschaften könnte auch das Lernen der Hochsprache durch Dialektsprecher vereinfachend wirken.

McWhorter meint, daß alle Sprachen, wenn auch in verschiedenem Maß, unnötig kompliziert sind. Zu diesem Ergebnis kommt er nicht zufällig als Kreolsprecher und -forscher. Vgl. "Most languages are much, much more complicated than they need to be. They take on needless baggage over the millennia simply because they can." (http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=180#162)

Zur ganzen Diskussion s. hier: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=719#22963


Theodor Ickler zu »Einstieg in den Ausstieg?«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2018 um 04.00 Uhr verfaßt.

Wie sich damals die Journalisten ihre Unterwerfung erträglich schrieben:

Wer jetzt also zu den alten Regeln zurückkehrt, handelt genau so unterwürfig wie jener, der die unbedingte Einhaltung der neuen verlangt. (Claudius Seidl SZ 29.7.2000)

Das ist das Fazit eines pseudophilosophischen Beitrags. Noch eine Textprobe:

Insofern hat der neu aufgeflammte Widerstand gegen die Reform wohl auch etwas zu tun mit der Aufregung um die Entschlüsselung des Genoms. Das Leben selbst scheint einer Schrift aus den Buchstaben A, C, G und T zu gleichen – und wenn die Welt ein Text ist, dann sind es nicht die deutschen Kultusminister, die Kommata und Punkte setzen. Und genau so ist es ja auch gekommen: Die Reform war erfolgreich, weil die Reformer gescheitert sind.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2018 um 16.03 Uhr verfaßt.

Nie?


Germanst zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2018 um 13.43 Uhr verfaßt.

Merkwürdigerweise wurde "Jugoslawien" nie in "Südslawien" übersetzt. (Jug = Süd)


R. M. zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 09.08.2018 um 09.53 Uhr verfaßt.

Nachdem FYROM nun in Nordmazedonien umbenannt werden soll, könnte man auch erwägen, Armenien in Nordostarmenien oder Österreich in Südostdeutschland umzutaufen.


Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 07.08.2018 um 13.24 Uhr verfaßt.

Während meiner aktiven Zeit hatte ich immer wieder Studentinnen (zufällig alle weiblich), die mich für ihre nationale Sache zu begeistern versuchten, und zwar mit einem Feuer, das mich befremdete und amüsierte. Der Konflikt Griechenlands mit Mazdonien drehte sich irgendwie um die Frage, wem Alexander der Große gehöre. Dazu wurden mir auch Bücher überreicht, heftig im Ton, aber voller Informationen.

Dann Albanien. Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich noch nie etwas von Skanderbeg gehört hatte ("Germanist" hat ihn hier mal erwähnt), aber nach Lektüre eines entsprechenden Buches wußte ich alles über ihn und noch einiges mehr.

Über die außerordentliche und verständliche Empfindsamkeit koreanischer Studentinnen habe ich schon gesprochen.

Solche Themen kommen in den platten Anleitungen zur interkulturellen Kommunikation nicht vor.


Theodor Ickler zu »„Duden war weise, die Reformer frech“«
Dieser Kommentar wurde am 04.08.2018 um 12.01 Uhr verfaßt.

Der Deutsche Lehrerverband gratuliert seinem Ehrenpräsidenten Josef Kraus zum Deutschen Sprachpreis. Dessen Kritik an der Rechtschreibreform erwähnt er nicht.


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