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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 26.07.2026 um 06.53 Uhr verfaßt.
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Homer war bekanntlich frei von rassistischen Vorurteilen und hätte bestimmt nichts gegen eine schwarze Schauspielerin gehabt. Das Sagenhaft-Unwirkliche Helenas wird dadurch gerade besonders treffend umgesetzt.
Helena, über deren nicht eben normale Zeugung und Geburt wir lieber den Mantel des Schweigens breiten, war die Halbschwester der Klytaimnestra – darum werden in Nolans Film beide von derselben Schauspielerin dargestellt.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 12.07.2026 um 16.37 Uhr verfaßt.
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Zur Kritik an „historischen Ungenauigkeiten“ in Nolans Odyssee-Verfilmung sagt der Historiker Tom Holland: „Das sind Mythen. Es gibt keine historisch korrekte Version von Odysseus’ Leben, weil er nicht existiert hat. Ich glaube ehrlich gesagt, dass ein impressionistischer Umgang mit der antiken Geschichte sehr viel besser ist als der mühsame Versuch, jedes historische Detail korrekt wiederzugeben, denn das ist unmöglich.“
Recht hat er. Historische Dokus, zu denen weder Homers Dichtung noch der Film gehören, sind sich der Schwierigkeiten bewußt, die fragmentarische Überlieferung zu einem stets unvollkommenen Gesamtbild zusammenzufügen. Dies von einem Spielfilm zu verlangen, der auf einem Stück Unterhaltungsliteratur beruht, zeugt von geistiger Beschränktheit. Man könnte schon gegen Homer einwenden, daß die Helden um Troja nicht in Hexametern sprachen, daß es keine Zyklopen gab, daß die Filmmusik nicht altgriechisch ist usw.
Meine Verteidigung hat übrigens nichts mit meiner Kritik an Werken wie Kehlmanns „Vermessung“ zu tun. Humboldt und Gauß haben wirklich gelebt. Ein Roman ist ein Roman, gewiß, aber Kehlmann profitiert davon, daß die Personen existiert haben, eine Tatsache, ohne die der ganze Roman unmöglich und gewiß unverkäuflich wäre.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2026 um 05.24 Uhr verfaßt.
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Elon Musk und andere einflußreiche Rassisten regen sich über Christopher Nolans „Odyssee“ auf, weil Helena darin von einer (sehr schönen) Schwarzen gespielt wird. Bei Fox News assistieren die Vollidioten: Das sei eine Verfälschung der historischen Wahrheit. Natürlich lassen sich die Satiriker den Hinweis nicht entgehen, daß Helena nicht nur nicht schwarz war, sondern auch nicht real. Auch ihre Zeugung und Geburt entsprach nicht den Vorstellungen der typischen amerikanischen Hausfrau.
Man erinnert sich unwillkürlich an den blondgelockten Jesus, der in vielen frommen Familien an der Wand hängt.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 23.04.2026 um 06.36 Uhr verfaßt.
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Fahrendes Volk hat in Hümme einen Saustall hinterlassen. Die HNA sprechen von Roma und ergänzen: „Wir hatten in einer ursprünglichen Version des Artikels fälschlicherweise berichtet, dass es sich bei der Gruppe um Sinti und Roma handelt. Es handelt sich aber um eine Gruppe Roma, wie uns mitgeteilt wurde. Wir bitten dies zu entschuldigen.“ Es ist nicht recht klar, bei wem sich die Zeitung entschuldigt: bei den Roma, weil ihnen fälschlich Sinti beigemischt wurden, oder bei den unschuldigen nicht beteiligten Sinti oder einfach beim Leser... (der vermutlich denkt: Zigeuner halt...)
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2026 um 05.43 Uhr verfaßt.
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„Ku-Klux-Klan: negerfeindlicher amer. Geheimbund“
Huch! Ach so, Langenscheidts Handwörterbuch ist von 1977, und damals war man noch nicht so aufgeklärt wie heute. Auch die Schwarzen wußten noch nicht, wie sehr sie durch das N-Wort beleidigt wurden und sich selbst beleidigten.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 12.01.2026 um 18.52 Uhr verfaßt.
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Zum gleichen Thema:
Wir haben schon gesehen, daß ein Text, in dem "Neger" oder so etwas vorkommt, rassistisch sein muß, auch wenn der gesamte Inhalt antirassistisch ist. "Without a song" wird der gleichen scharfsinnigen Analyse unterzogen:
“Without a Song”
It´s a pop standard that has been recorded by artists both Black and White, including Frank Sinatra, Stevie Wonder, The Supremes, and Willie Nelson, so what´s the problem? Well, for starters, the line “A darkie´s born/ But he´s no good no how/ Without a song,” which were the original lyrics written by Billy Rose and Edward Eliscu and sung by Nelson Eddy, Lawrence Tibbett, and others. That a song with such racist origins has been accepted as an integral part of our musical vernacular and the Great American Songbook illustrates how racism is built into not only American structures but its entertainment as well. Furthermore, it presciently describes a culture in which Black people are valued mostly for their entertainment value, as if excelling in science and academia are beyond their reach.
To his credit, after recording it with its original lyrics, Sinatra changed “darkie” to “man,” which is thankfully the version of the song we are most familiar with via countless cover versions today. (11 Popular Songs You Didn’t Realize Are Actually Racist
https://www.rd.com/list/popular-songs-you-didnt-realize-are-racist/)
Es kommt nicht auf den Sinn an, sondern nur auf Schlüsselreize - und schon fließt der Speichel.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 08.09 Uhr verfaßt.
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Zu http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=196#8866
Zu „darky“ („darkie“) schreibt jemand: „It goes without saying that this word, once used to refer insultingly to black people, especially those from the Southern US, is nowadays completely out of bounds. Though my country grandmother could use it fifty years ago in all innocence, not intending any slur or offence, social attitudes have, fortunately, evolved since then.“
Darin ist die ganze Paradoxie der Politischen Korrektheit enthalten. Wenn ein Wort vor 50 Jahren ohne abwertende Bedeutung gebraucht werden konnte, ist es ja kein Glücksfall, daß es heute nicht mehr gebraucht wird. Es haben sich auch nicht die Einstellungen geändert, sondern bloß die Konnotationen. Sonst müßte die Argumentation ganz anders gehen: Hat die Großmutter Schwarze verachtet und tut man das heute nicht mehr? Das wird ausdrücklich bestritten, sonst hätte die Oma „Nigger“ oder so etwas gesagt.
Die eigentliche Frage muß lauten: Warum haben einst neutrale Bezeichnungen wie „Neger“ und „Zigeuner“ ihre Unschuld verloren? Die Abwertung wird von den verachteten und schlecht behandelten Menschen auf deren Bezeichnung verschoben, eine psychologisch verständliche Reaktion, die auch dem Sprachtabu zugrunde liegt und erheblich zum ständigen Umbau des Wortschatzes beiträgt. Ein Ärgernis für den Verstand, aber so ist es nun mal.
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Theodor Ickler zu »Der Zwiebelfisch stinkt vom Kopf her«
Dieser Kommentar wurde am 02.11.2025 um 18.11 Uhr verfaßt.
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Sogar der Kosmos-Verlag hat Bastian Sick geholfen, seine öden Späße (Happy Aua) zu vermarkten: 60 Spielkarten mit Tippfehlern und Schnitzern (viele offenbar von Ausländern oder eben von Menschen, die nicht das Glück höherer Bildung hatten), auf der Rückseite Sicks „humorvolle“ Kommentare. Die Bilder wurden ihm von ebenso vielen Helfern zugeschickt, und er macht Geld damit.
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Theodor Ickler zu »„Duden war weise, die Reformer frech“«
Dieser Kommentar wurde am 01.10.2025 um 04.31 Uhr verfaßt.
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Eine der letzten Äußerungen Eisenbergs zur Rechtschreibreform war ja ungefähr: Gendern ist rechtswidrig, weil es gegen die amtliche Rechtschreibung verstößt. Darin zeigt sich die gleiche Autoritätshörigkeit wie fast 30 Jahre früher in dem Satz, die Reform sei unabwendbar und es komme jetzt darauf an, es den Lehrern so leicht wie möglich zu machen. Eisenberg hat die Reformer so scharf kritisiert wie kein anderer, aber niemals ein kritisches Wort gegen die eigentlich verantwortlichen Kultusminister gefunden. Und gerade in der DASD stieß er damit auf das Einverständnis von Kollegen, die auch niemals etwas gegen ihre Dienstherren sagen wollten. So scheiden sich die Geister.
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Theodor Ickler zu »„Duden war weise, die Reformer frech“«
Dieser Kommentar wurde am 30.09.2025 um 03.50 Uhr verfaßt.
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Peter Eisenberg hat große Verdienste, die ich auch immer (und schon sehr früh) anerkannt habe. Was die Rechtschreibreform betrifft, so hatte er die gleiche Einstellung wie ich, folgte aber leider einer anderen Praxis. Jahre vor dem Inkrafttreten stellte er die Reform als unabwendbare Tatsache dar, mit der man nun leben müsse; in eigenen Veröffentlichungen versuchte er, es den Lehrern leicht zu machen, und beteiligte sich an verschiedenen anderen einschlägigen (kommerziellen) Projekten. Auch später kritisierte er alle Versuche, die Reform zu verhindern bzw. rückgängig zu machen, was ja in den ersten Jahren ohne Schwierigkeiten möglich gewesen wäre. Für die Kollegen polemisierte er zugleich gegen die Reform mit einer Schärfe, die meine Texte noch übertraf. Eine mir vertraute Person, die ihn kannte, nannte ihn einen „falschen Fuffziger“. So drehte er leider auch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung um, deren Präsidium sich bereits einstimmig für meinen Vorschlag entschieden hatte, und brachte sie zusammen mit Hartmut von Hentig und Harald Weinrich auf den Kompromißkurs, der dann als kleineres Übel, aber eben immer noch ein Übel, viel Zustimmung fand. Für mich war die DASD damit gestorben; sie gilt denn auch noch stärker als früher als irrelevanter Preisverleihungsverein. In Rechtschreibrat hat Eisenberg neben Eichinger (der von der Sache nicht viel verstand) Zehetmair den Rücken gestärkt; ich will die ausführlich dokumentierte Geschichte nicht noch einmal aufwärmen.
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Chr. Schaefer zu »„Duden war weise, die Reformer frech“«
Dieser Kommentar wurde am 29.09.2025 um 00.58 Uhr verfaßt.
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Peter Eisenberg ist vor kurzem verstorben. Der Nachruf in der F.A.Z. (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sprachwissenschaftler-peter-eisenberg-gestorben-19905801.html) widmet erfreulich viel Text der mißratenen Rechtschreibreform.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 05.09.2025 um 07.45 Uhr verfaßt.
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Die Neuverfilmung von „Wuthering Heights“ scheint ziemlich kraß zu sein, dem Geschmack unserer Zeit entsprechend. Aus einer Vorbesprechung: „Ähnliche Debatten gab es um die Darstellung Heathcliffs, dessen Herkunft in der Literatur häufig als Romani interpretiert wird.“
Als „dark-skinned gipsy“ wird er im Roman selbst bezeichnet, aber das ist nicht im ethnographischen Sinn wörtlich zu verstehen, sondern wie damals üblich als pauschale Bezeichnung des Dunklen, Fremdartigen. Jedenfalls betrifft es den Gebrauch von gypsy, nicht von Romany, wie heute postuliert.
Die Diskussion einer Romangestalt, als ob es eine wirkliche Person gewesen wäre, deren Herkunft man erforschen könne, ist natürlich lächerlich. Heathcliff ist genau das, was Emily Brontë über ihn sagt.
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