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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 09.00 Uhr verfaßt.

Hartmut Rosa meint, ohne Kirche sei die Gesellschaft erledigt. Dann werden wir eben in einer erledigten Gesellschaft weiterleben, ohne daß sich sonst viel geändert hätte.

(Es gibt Meister in der Kunst der Schlagwortproduktion. Ein Bestseller jagt den nächsten. Besonders beliebt ist immer noch die nichtempirische Sozialforschung.)


Theodor Ickler zu »Festung Europa«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 05.53 Uhr verfaßt.

„Im Jahr 2024 hatten 29 Prozent der Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Das teilte das Statistische Bundesamt anläßlich des Internationalen Tageses der Bildung mit. Damit war bereits fast jeder dritte Schüler Migrant oder Nachkomme von Migranten. (...) Nach der Definition von Destatis gelten Personen als Migranten, wenn sie selbst oder deren beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Weitere zwölf Prozent der Schüler hatten einen ausländisch geborenen Elternteil. Damit gehörten nur noch 59 Prozent der Schülerschaft vollständig zur einheimischen Bevölkerung.“ (JF)

So gerechnet, geht unsere Umvolkung ihrer Vollendung entgegen. Was zu beweisen war. Jetzt wurde ausgerechnet in Erfurt auch noch eine kleine Moschee eröffnet! Ob Björn Höcke wenigstens mit einem Grußwort dabei war?


Theodor Ickler zu »Festung Europa«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 05.32 Uhr verfaßt.

Der „Internationale Tag der Muttersprache“ (UNESCO) dient eigentlich dem Schutz der sprachlichen Minderheiten und der Sprachenviefalt. Von den Rechten wird er umgedeutet zum Auftrumpfen mit der Mehrheitssprache gegen Migranten und zur puristischen Abwehr von „Anglizismen“. Weisgerber, ick hör dir trapsen! Vgl. den Phrasendrusch, den der Lehrerfunktionär Josef Kraus vor genau 20 Jahren dazu veröffentlichte.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 04.42 Uhr verfaßt.

„Auch Naturliebhaber kommen nicht an dem 79-Jährigen vorbei. So prangert auf dem diesjährigen Jahrespass der US-Nationalparks (NPS) neben dem Porträt von George Washington auch ein Bild von Donald Trump.“ (Berliner Morgenpost 15.2.26)

KI-Schnitzer oder Freudsche Fehlleistung?

Als ich geboren wurde, hatte jedes Kaff seine Adolf-Hitler-Straße, auch meine spätere Schule hieß nach dem Führer. Als ich lesen lernte, war alles schon wieder vorbei; das Gymnasium war nach Albert Schweitzer benannt und tat auch sonst so, als sei nichts gewesen.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 04.18 Uhr verfaßt.

„Cognitive science is the study of intelligence and intelligent systems, with particular reference to intelligent behavior as computation. (…) We say that people are behaving intelligently when they choose courses of action that are relevant to achieving their goals, when they reply coherently and appropriately to questions that are put to them, when they solve problems of lesser or greater difficulty, or when they create or design something useful or beautiful or novel.” (Herbert A. Simon/Craig A. Kaplan: „Foundations of cognitive science“. In Michael I. Posner, Hg.: Foundations of cognitive science. MIT Press 1989:1–47, S. 1)

Die Begrifflichkeit ist die intentionale oder folkpsychologische der gebildeten westlichen Alltagssprache. Es fehlt an einer objektiven Beschreibung des „intelligenten Verhaltens“, die Verhaltensebene wird von vorherein verfehlt zugunsten einer populären Interpretation. - Wie kann man auf eine so windige Grundlage bauen? Die Verfasser sind bekanntlich nicht irgendwer. Der Sammelband ist vielleicht der wichtigste überhaupt; er stellt den Flickenteppich „Kognitionswissenschaft“ angemessen dar und ist in diesem Sinn auch kritisiert worden.


Theodor Ickler zu »Bilder«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 04.05 Uhr verfaßt.

„Ein kleines, idyllisches Alpen-Dorf mit mehreren Skipisten – doch der Schnee fehlt zunehmend.“

Eigentlich abnehmend.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 04.01 Uhr verfaßt.

Wahlrechtsreformen sollten immer erst für die übernächste Wahl gelten, damit alle die gleiche Chance bzw. das gleiche Risiko haben, davon betroffen zu werden. Es ähnelt dem Prinzip, nach dem unsere Kinder einen Kuchen aufteilen: Der eine teilt, der andere wählt. So ist es fair. Ganz anders Trump: Er will notfalls per Dekret (verfassungswidrig) das Wahlrecht so ändern, daß bei den Zwischenwahlen im Herbst eine Mehrheit der Republikaner herauskommt. Die MAGA-Leute arbeiten heftig daran, Millionen an der Stimmabgabe zu hindern, ICE wird sicher helfen. Das dürfte jetzt die entscheidende Krise der amerikanischen Demokratie sein.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 03.55 Uhr verfaßt.

Gavin Newsom leidet bekanntlich an Dyslexie. Ich finde es immer wieder interessant, daß Menschen anscheinend solche Behinderungen, die sie für normale Schulen zu Versagern machen, durch besondere Leistungen kompensieren – als ob sie ihre schlechte Prognose Lügen strafen wollten. Ich hatte schon mal erfolgreiche Sprachwissenschaftler mit einer Sprachstörung erwähnt.
Das Gegenbild sind verwöhnte Kinder, die sich kein einziges Mal im Leben anstrengen müssen und Taugenichtse werden. Newsom erzählt, schon als Achtjähriger sei er von gleichaltrigen Mitschülern als „new scum“ gehänselt worden. Damit ist das Niveau des gegenwärtigen Präsidenten treffend bezeichnet.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 15.02.2026 um 03.20 Uhr verfaßt.

„Wo steht Deutschland psychologisch?“ Kein seriöser Wissenschaftler würde sich auf eine so törichte Frage einlassen. In einem ganzseitigen Gespräch im Wirtschaftsteil der SZ werden vier „Experten“ gefragt, warum die Deutschen nichts auf die Reihe kriegen. In diesem Fall ist es Stefan Grünewald ("Rheingold"), Berater von Kanzler Merz (wie zuvor des Kandidaten Laschet), der eine Antwort gibt und auch weiß, was zu tun ist: „Den Verdrängungsvorhang zerreißen!“ Das Ganze ist so unsäglich blöd, daß es keiner Erwähnung wert wäre, wenn es nicht wieder mal ein Licht auf das beklagenswerte Niveau unserer Medien und unserer Allgemeinbildung würfe.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 14.02.2026 um 08.45 Uhr verfaßt.

Der BILD gelingt es, Trump zum Klimaretter zu erklären. Da der Autor Axel Bojanowski ist, werden erwartungsgemäß alle Hoffungen auf die vielen kleinen Atomreaktoren gesetzt, die man nun in den USA bauen wird. Allerdings will Trump das Klima gar nicht retten (Drill, baby, mine!). Und die schönen kleinen Reaktoren werden ihre eigenen Probleme bringen.

"Gouverneure, egal ob von Republikanern oder Demokraten, wetteifern bereits darum, als Erste neue Reaktoren einzusetzen. Gelingt diese Kernkraft-Offensive, könnten die USA Emissionen langfristig stärker senken, als es die Deregulierung vermuten lässt – während Deutschland nach dem Atomausstieg weiter auf teure Förderung sowie Erdgas und teils Kohle angewiesen ist."

Goldenes Zeitalter!


Manfred Riemer zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 14.02.2026 um 07.56 Uhr verfaßt.

Wenn es Ihnen nicht um Existenz geht, was meinen Sie dann damit, daß die eigene Innenwelt ungewisser wird?
Ich verstehe es so, daß immer unklarer wird, ob sie ein real existierender Gegenstand ist. Es geht also doch um Existenz!

Sie sagen, die Innenwelt, nennen wir sie einmal "meine Innenwelt", um den subjektiven Charakter zu betonen, sei kein realer Gegenstand wie das Gehirn. Ich sage, doch, sie ist exakt so real wie das Gehirn!

Dabei müssen wir aber beachten, was Realität ist, und daß das Gehirn im speziellen ein Gegenstand der objektiven Realität ist. So einer ist "meine Innenwelt" natürlich nicht.

Die Realität erschöpft sich nicht im Objektiven. Sie haben doch gerade zugegeben, daß Schmerz "ist"!
(http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1540#57172)
Das heißt, er ist real, er existiert real. Dann gibt es also eine subjektive Realität, "meine Innenwelt".

"Meine Innenwelt" ist nicht objektiv (wie das Gehirn),
sie ist subjektiv (wie der Schmerz, nicht wie das Gehirn),
und sie ist trotzdem real (wie das Gehirn).


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 14.02.2026 um 06.41 Uhr verfaßt.

Ich kann sozusagen gedankenlos, wie von Leibniz postuliert, mit den Grundrechenarten hantieren, aber außerdem habe ich auch eine gewisse Vorstellung von den ganzen Zahlen, was immer das sein mag. In dieser unbeschreibbar flüchtigen Welt stehen die ersten paar irgendwie weiter auseinander als die späteren, also 1 und 2 weiter als 71 und 72. Können Sie mir folgen? Von großen Mathematikern wie Ramanujan sagt man, daß sie sich im Zahlenraum ganz anders umsehen konnten als unsereiner. (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1103#32914)
Ob nicht auch vieles andere von dieser evasiven Art ist und sich der Sprache entzieht?


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