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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 24.10.2020 um 20.26 Uhr verfaßt.

Lieber Herr Wrase, damit kein falscher Eindruck entsteht, möchte ich vorausschicken, daß auch ich immer brav meine Maske trage, Abstand halte usw., denn auch, wenn ich manches für nicht notwendig oder sogar für falsch halte, erkenne ich natürlich die Entscheidungen der repräsentativen Mehrheit an.

Richtig handeln fängt meiner Meinung nach schon mit einer korrekten Faktenanalyse an, und diese Fakten sollten dann nicht propagandistisch oder sensationslüstern, sondern seriös und neutral veröffentlicht werden.

Wenn ich aber die täglichen Nachrichten in den Hauptmedien verfolge, das tägliche Rennen um neue Rekorde bei den Infektions- und Todeszahlen, die beängstigenden Überschriften in der Zeitung, und das alles beruhend auf Vergleichen von Äpfel mit Birnen, ich habe ja hier schon genügend Beispiele gebracht, dann verliere ich leider an Zutrauen in die Politik.

Mein Hauptpunkt ist also, wahrheitsgetreu und ehrlich mit den Fakten umzugehen. Es hat nichts mit Wahrheit zu tun, wenn absolute Infektionszahlen von Afrika und Deutschland nebeneinander gestellt werden, ohne Berücksichtigung der Bevölkerungszahl, und damit angedeutet wird, oh, seht mal, wie schlecht geht es Afrika und wie gut stehen wir mit unseren tollen Maßnahmen da. Das ist nicht glaubwürdig.

Was einzelne, konkrete Maßnahmen betrifft, so habe ich ja schon geschrieben, daß ich es sinnvoll finde, Krankenhäuser und Pflegeheime besser auszustatten und zu schützen. Ich habe mich schon immer darüber gewundert, wie in deutschen Krankenhäusern jeder x-beliebige Mensch ohne Prüfung und Registrierung einfach herein- und überall herumspazieren kann. Eigentlich ein Unding. Die Patienten und Bewohner dürfen aber andererseits auch nicht völlig von Besuchen abgeriegelt werden. Das ist nicht leicht.

Die Maskenpflicht, wie sie zur Zeit besteht, halte ich für nicht notwendig. Masken in der Schule sogar für schädlich. Ich verstehe auch nicht, was sie in Schulen eigentlich bewirken soll, denn wenn ein einziger Coronafall auftritt, wird meines Wissens sowieso die ganze Klasse in Quarantäne geschickt.

Maskenpflicht bei Kultur- und Sportveranstaltungen, da bin ich unsicher. Kann sein, daß es ab einer bestimmten Ansteckungsquote sinnvoll wäre. Bis jetzt aber sicher nicht.
Reisebeschränkungen, Gaststättenschließungen und "Beherbergungsverbote" sind für mich Unwörter.

Sie schreiben, lieber Herr Wrase, ich rücke die Zahlen zurecht. Damit verwenden Sie zwar meine eigenen Worte, ich habe geschrieben, ich rücke sie ins rechte Licht, aber stimmt mein Eindruck, daß ein leicht spöttischer Unterton in der Übernahme meiner Worte steckt? Es klingt für mich so, als meinten Sie, ich lege mir die Zahlen so zurecht, daß sie zu meiner Argumentation passen. Ich finde aber, als relative Zahlen lassen sie überhaupt erst objektive Vergleiche zu.
Ich würde Sie deshalb auch gern fragen, sind Sie denn nicht der Meinung, daß man die Zahlen erst auf einen gemeinsamen Nenner bringen muß, bevor man sie vergleichen kann, und daß solche Vergleiche unbedingt notwendig sind, um sie überhaupt zu beurteilen? Wie sehen Sie denn den Vergleich mit den 25000 Grippetoten 2018?



Wolfgang Wrase zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 24.10.2020 um 07.03 Uhr verfaßt.

Lieber Herr Riemer, Sie rücken die Zahlen zurecht und kommen zu dem Schluß, daß es doch gar nicht so viele Tote sind, Corona würde maßlos überbewertet. Das brauchen Sie nicht mit immer neuen Rechnungen immer noch einmal darzulegen.

Sie wurden gefragt: Was folgt daraus? Sie sprechen in Ihrer Antwort pauschal von falschen politischen Entscheidungen. Man müsse stattdessen angesichts der Tatsache, daß wir alle sowieso sterben werden, "im richtigen Verhältnis handeln".

Das ist im Vergleich zu Ihren konkreten Zahlenrechnungen extrem vage. Was bedeutet es denn, richtig zu handeln? Sie sollten konkreter werden. Inwiefern waren die Entscheidungen der Politiker bisher falsch? Und wie müßten sie demnächst aussehen, wenn die Infektionszahlen weiter steil ansteigen?

Ich tippe mal, Sie wollen: kein Lockdown mehr, auch nicht regional. Auch nicht in einzelnen Schulen. Wollen Sie zum Beispiel, daß mehr Zuschauer in die Konzerte gehen können, mit weniger Abstand, damit die Kulturszene wieder mehr in Gang kommt? Also Abschaffung der Abstandsregeln in Konzerten? Sind Sie gegen Sperrstunden in jeglicher Form? Man weiß es nicht.


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 23.10.2020 um 16.14 Uhr verfaßt.

Ich würde natürlich niemanden auf der Welt dafür kritisieren, daß er sich sorgt. Kritisieren muß man aber falsche politische Entscheidungen. Reine Sorgen sind nicht immer der beste Ratgeber.

Ich wiederhole unermüdlich meine absoluten Zahlen?
Wir werden doch von den Medien täglich mit neuen absoluten Zahlen überschüttet. Ich versuche lediglich, ab und zu diese Zahlen ins rechte Verhältnis, d.h. ins rechte Licht zu rücken.

11000 Neuinfizierte heute, und wenn Merkel eine Luftnummer geschossen hat, was ich auch glaube, dann vielleicht 20000 schon Ende Oktober und 80000 täglich zum Jahresende? Das halte ich für realistischer. Das klingt wirklich furchterregend. Sollen die täglichen Nachrichtenmeldungen so klingen?

Aber wir sind nun mal ein Land von 83 Mio. Einwohnern. Selbst bei diesem "Schreckensszenario" würde sich Ende des Jahres täglich nur einer von tausend infizieren. Für einen von zwanzigtausend würde dann die Krankheit gefährlich werden und ungefähr einer von hunderttausend würde dann daran sterben.

Wenn dies jetzt harmlos klingt, kann ich nur sagen, das sind aber die Fakten!

Ich möchte nichts verharmlosen, aber ich möchte schon gern wissen, warum 25000 Grippe-Tote im Jahr 2018 niemanden hinterm Ofen vorgelockt haben, während 10000 Corona-Tote (die man eigentlich ab jetzt schon auf zwei Kältesaisons verteilen muß) zu einer Gefahr für die gesamte Volkswirtschaft werden und das gesamte gesellschaftliche Leben lähmen. Ist der Grippetod irgendwie leichter als der Coronatod, zählt er weniger?

Covid-19 kann schlimm sein, wie andere schlimme Krankheiten auch. Wir haben gelernt, daß besonders ältere Menschen gefährdet sind. Darum ist es richtig, Pflegeheime, Krankenhäuser, alte Menschen besonders zu schützen.
Den Pflegenotstand in Krankenhäusern und Heimen gibt es nicht erst seit Corona!

Jüngere sind auch unter den Toten, aber auch unter den 2500, die täglich ohne Corona sterben, sind einige jüngere. Um jedes einzelne Leben wollen wir kämpfen, aber der Mensch ist nun einmal sterblich. Damit müssen wir uns auch abfinden und müssen, wenn es um das gesamte gesellschaftliche Leben geht, im richtigen Verhältnis handeln. Darum meine Prozentangaben.


Theodor Ickler zu »Redensarten«
Dieser Kommentar wurde am 23.10.2020 um 06.10 Uhr verfaßt.

Bidens Versicherung, er habe keinen Penny aus dem Ausland angenommen, erinnert uns daran, wie lange alte Währungen sprachlich überleben. Im Deutschen der Pfennig und die müde Mark, aber auch noch der Heller und der Taler bzw. Thaler.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 23.10.2020 um 06.05 Uhr verfaßt.

Und – was folgt daraus?

Sie wiederholen unermüdlich Ihre absoluten Zahlen und Prozentangaben, als wüßten Sie nicht, warum die ganze übrige Welt so besorgt ist. Spinnen die alle (mich eingeschlossen)?

Wenn aus der Verdoppelung innerhalb von Wochen eine Verhundertfachung der Infizierten wird, kann man schon nachdenklich werden. Söder hat das Seerosenbeispiel aufgegriffen, im übrigen eine gewisse Ratlosigkeit eingestanden. Die anfängliche Bereitschaft der Bevölkerung zu einer großen solidarischen Aktion wird durch die "Merchants of doubt" unterminiert.

Die Sterberaten sind mit großer Anstrengung gedrückt worden, aber es gibt noch andere Folgen. Durch meine familiären Beziehungen zum Klinikbetrieb weiß ich von Personalengpässen wg. Quarantäne, das ist ein täglich wachsendes Problem. Dagegen immer wieder die Sterbepromille ins Spiel zu bringen scheint mir nur ein rhetorischer Trick zu sein, den ich leider nicht harmlos finden kann.

Immer mehr Unternehmer meinen inzwischen, ein kurzer harter Lockdown von zwei bis drei Wochen mit anschließendem beherztem Wiederaufbau sei besser als ein monate- und jahrelanges Durchwurschteln mit lähmender Ungewißheit. Zwischen harter Seuchenbekämpfung und wirtschaftlicher "Öffnung" besteht kein Gegensatz.


Germanist zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 23.10.2020 um 00.33 Uhr verfaßt.

Bisher hatte Deutschland etwa 80 Millionen Einwohner. Nach neuer Sprachregelung sind es 40 Millionen Einwohner und 40 Milionen Einwohnerinnen.


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 20.36 Uhr verfaßt.

Zur Zeit infiziert sich in Deutschland jeden Tag einer von ca. 8000 Menschen an Corona.
Jeden Tag stirbt einer von 2 Mio. Deutschen an oder mit Corona.
Die Todesrate (an oder mit Corona) liegt z. Z. bei etwa 0,4 Prozent der Infizierten.


Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 19.12 Uhr verfaßt.

Noch etwas zum Stichwort "Aus-dem-Kontext-Reißen“. Wenn Denise und Max häufig Besuch von Freunden bekommen, sind das vermutlich Menschen beiderlei Geschlechts. Wenn ein Max häufig Besuch von Freunden bekommt, dürfte es sich um Männer handeln, und wenn eine Denise häufig Besuch von Freunden bekommt, liegt der Verdacht nahe, daß die Männer dafür bezahlen. Ein schlichtes Beispiel; in der Realität kann der Kontext generischer Maskulina weitaus umfänglicher und komplexer sein (wenn es nicht gerade um einen Polizeibericht oder einen Arzneiwaschzettel geht). Was deutlich macht, wie hanebüchen der Genderismus an die Sprache herangeht.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 13.27 Uhr verfaßt.

Von Tellkamp bis Kaube stellen sich die Intellektuellen schützend vor Monika Maron, sehen die Meinungsfreiheit usw. in Gefahr – nur weil Maron ihr 20. Buch nicht auch noch bei Fischer herausbringen kann.

Auf andere Weise lächerlich ist ein Skandälchen, von dem die Süddeutsche Zeitung zur Zeit zehrt, nachdem sie es selbst erzeugt hat. Sie ließ ihren Musikkritiker den Pianisten Igor Levit schmähen, weil der zwar nicht besonders gut Beethoven spiele, dafür aber politische Statements formuliere oder so. Erst kamen Leserbriefe zuhauf, dann ein Artikel von Carolin Emcke, und ein Ende ist nicht abzusehen.


Theodor Ickler zu »PISA«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 13.20 Uhr verfaßt.

PISA fragt nun auch die "globale Kompetenz" ab. Wer den nochmals gesteigerten Unsinn besichtigen möchte, wird hier bedient:
https://www.spiegel.de/panorama/bildung/pisa-studie-zu-globaler-kompetenz-wie-gut-sind-deutschlands-schueler-als-weltbuerger-a-643f23a6-0260-4320-bd97-d31fe03effd3


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 11.18 Uhr verfaßt.

In einem Antragsformular lese ich: »Name der Ansprechpartner*in«. Das Beispiel zeigt anschaulich, daß die Sternchenlösung im Singular grundsätzlich nicht funktionieren kann. »Name des/der Ansprechpartner(s)*in« würde das Problem nur scheinbar lösen, denn es würde Menschen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität »ausgrenzen«, da zu ihnen weder der männliche noch der weibliche Artikel paßt. Analog zur Pluralvariante der Sternchenlösung könnte man eventuell »des*r« schreiben: »Name des*r Ansprechpartner(s)*in«. Aber wie soll hier das erste Sternchen beim Vorlesen artikuliert werden, damit sich auch wirklich alle angesprochen fühlen? Denkbar wäre ein Pfiff, ein Räuspern oder auch ein Bäuerchen. Auch für die Klammer müßte man noch was finden, aber mir fällt gerade nichts Passendes ein.


Theodor Ickler zu »Suchmaschinenrätsel«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2020 um 08.38 Uhr verfaßt.

Ich bin ja nur ein Zaungast in der digitalen Welt und kann nicht gut artikulieren, was die "Natives" empfinden. Ob der Vorstoß der US-Regierung gegen die Internetkonzerne wirklich einen Zulauf von Trumpwählern bringen wird, weiß ich noch weniger.

Ich lese natürlich auch, daß ich von Google usw. ausspioniert werde (in "sozialen Medien" bin ich nicht angemeldet), aber ich kann ehrlicherweise nicht sagen, daß es mich beunruhigt. Google würde mir fehlen, Wikipedia benutze ich trotz allem mehrmals am Tag.

In der Mail finde ich Angebote, weil ich mal irgend etwas gekauft habe, außerdem offensichtlich betrügerische Anfragen und Aufforderungen, die ich ignoriere, und daran läßt sich wenig ändern.

Bin ich ein Träumer, allzu blauäugig?


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