zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Theodor Icklers Sprachtagebuch

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Germanist zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 10.59 Uhr verfaßt.

Ohne dauernde Einwanderung würden in Europa noch die Neandertaler die einzigen Menschen sein.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 09.29 Uhr verfaßt.

Lieber Herr Wrase, wenn ich Sie recht verstehe, beklagen Sie, daß wir nicht den Bedürftigsten helfen, sondern denen, die sich die teuren Schlepper leisten können. Lassen wir das Asylrecht beiseite, wo es um Verfolgung und nicht um Bedürftigkeit geht, so bleibt die Einwanderung. Kein Einwanderungsland lädt die Bedürftigen ein; warum sollten wir das tun? Armutsflüchtlinge wollen wir doch gerade nicht haben!
Die vergleichsweise Wohlhabenden und Gesunden (wie Sie sagen) und doch wohl besser Ausgebildeten werden sich anders als die Bedürftigen hier keineswegs mit der Grundsicherung zufrieden geben. Manche überschätzen die Möglichkeiten, sogleich ordentlich Geld zu verdienen, und gehen zurück; das hat es schon oft gegeben.

Übrigens hat die Zuwanderung hier eine große Menge Arbeitsplätze geschaffen - vielleicht unproduktive, aber wer kann das ohne weiteres sagen? Ist Deutschunterricht unproduktiver als das Betreiben einer Schokoladenfabrik?

Es sagt sich auch leicht, was man mit dem vielen Geld in den Herkunftsländern alles machen könnte. Dabei vergißt man, daß es sich um fremde Staaten handelt und daß es gar nicht leicht ist, dort etwas an den Raffhänden korrupter Regierungen vorbei zu bewirken.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 08.44 Uhr verfaßt.

Das ist sie wieder, die "vornehmste Bürgerpflicht", diesmal die Teilnahme an der Bundestagswahl, verkündet von Steinmeier. Was unterscheidet eigentlich eine Bürgerpflicht von einer einfachen Pflicht? Wahrscheinlich daß sie keine Pflicht ist.

Wir sollen also einen von euch wählen müssen? Das könnte euch so passen.

Man könnte zu unserem Schutz die Wahlpflicht einführen, dann könnten aus meiner Teilnahme oder Nichtteilnahme keine Schlüsse gezogen werden, und dann würde auch das Gefasel von der Bürgerpflicht entfallen.


Wolfgang Wrase zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 07.39 Uhr verfaßt.

Zu #36293:
Wie hindert man Menschen am Wandern?

Indem man ihnen beibringt, daß es sich nicht lohnt zu wandern. Dazu gehört, Regeln zur Einwanderung aufzustellen, und wer sich nicht daran hält, wird abgewiesen bzw. abgeschoben. Dafür braucht man nicht einmal Zäune. Wenn zu viele Migranten immer nochmals einreisen, wird die Regel hinzugefügt: Wer illegal einreist, verwirkt dauerhaft sein Recht zum Aufenthalt in Deutschland.

Anders geht es früher oder später sowieso nicht. In Deutschland läuft das so: In den ersten ein, zwei Jahren der Migrationskrise sagen sehr viele Politiker allen Ernstes, es sei sowieso unmöglich, Einwanderer aufzuhalten, Zäune bringen nichts usw. Rationale Politik auf der Grundlage der geltenden Gesetze wird verabscheut, sie könnte ja wie Ausländerfeindlichkeit aussehen. Man läßt erst, inklusive Familiennachzug, einige Millionen Zuwanderer ins Land, bis die Ausgaben ins Astronomische steigen und auch sonstige Probleme sich auftürmen (zum Beispiel immer mehr Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt in den Städten). Dann, wenn fast alle nur noch mit den Händen ringen und die Gesellschaft in haßerfüllten Dauerstreit gestürzt worden ist, kommen die Politiker allmählich auf die Idee, daß es so nun wirklich nicht weitergehen kann. Erst dann werden sie die Zuwanderung wirksam begrenzen. Beziehungsweise die Möglichkeit der Zuwanderung wird hierzulande nur scheibchenweise eingeschränkt statt von vornherein mit Augenmaß begrenzt. Auf diese Weise kostet das Ganze auf Dauer eben ein paar hundert Milliarden Euro mehr. Diese gigantischen Gelder gibt man letztlich nur für politische Korrektheit aus. Dann kann man immerhin die Nachbarn in Europa, die da nicht im selben Maß mitmachen wollen, so schön vom hohen Roß herunter beleidigen, sie verhielten sich "unsolidarisch", sie träten die europäischen "Werte" mit Füßen. Die anderen mit Verachtung und Belehrungen behandeln, das tun deutsche und Brüsseler Politiker mit Vorliebe. Wie die Europäische Union diesen Konflikt überstehen wird, bleibt abzuwarten.

Von all den Armseligen auf der Welt, die gern nach Deutschland einwandern würden, wenn sie könnten, wird man nicht einmal jeden hundertsten aufgenommen haben, bis man sich am Ende doch gezwungen sieht, die Notbremse immer weiter anzuziehen. Man hat dann auch nicht eine Auswahl der Bedürftigsten aufgenommen, sondern gesunde und vergleichsweise wohlhabende Einwanderer, die ihre Schlepper bezahlen konnten. Dennoch werden die meisten von ihnen von den staatlichen Sozialsystemen leben. Eine gute Lösung ist das ganz bestimmt nicht. Vor allem, wie gesagt, weil man sehr viel mehr Menschen in all den Notstandsgebieten hätte helfen können, wenn man dieselben gewaltigen Gelder konsequent in Hilfsprogramme in den betroffenen Regionen investiert hätte.


Theodor Ickler zu »Bildung«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 06.17 Uhr verfaßt.

Le Nôtre revenu. So beschreibt Volker Zastrow (FAS 24.9.17) die Architektur des Kanzleramtes. Vor lauter Bewunderung seiner Bildung kommt man gar nicht dazu, die Stichhaltigkeit des Vergleichs zu bedenken.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 05.45 Uhr verfaßt.

Merkel soll sich mal verplaudert haben: Walderdbeere sei ihr Lieblingseis. Der "Stern" dazu: Wo bitte gibt es Walderdbeereis? Das serviert man im Elysee-Palast.
Auch bei Lidl. Der Würselner Mann aus dem Volk hätte es ihm sagen können.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 05.14 Uhr verfaßt.

"Martin Schulz überrascht das Publikum mit einer intimen Geste" (Stern 24.9.17) Er holt seine Ehefrau auf die Bühne.

So muß man es machen, steht so ähnlich schon bei Cicero. Warum kommt Merkel nicht darauf, Herrn Sauer zu nutzen?


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 04.55 Uhr verfaßt.

Nicht repräsentativ, natürlich, aber doch ganz interessant: Wir haben mehrere Bekannte in den USA, die Trump gewählt haben, nur um Clinton zu verhindern. Auch um das Establishment mal ein bißchen aufzumischen. Nach und nach gestehen sie, daß es ein Fehler war. (Manche wären gar nicht erst in Versuchung gekommen, hätten die Demokraten nicht Sanders weggebissen.)
Das findet größtenteils als Getwitter statt, an dem ich nicht direkt teilnehme, schiele nur ab und zu zu meiner Frau rüber.
Bei uns gibt es ja auch eine Anzahl Mitbürger, die nicht aus Überzeugung, sondern aus ähnlichen Gründen diesmal AfD wählen. Auch eine Belebung der Bundestagsdebatten fänden sie recht unterhaltsam.

Vielleicht gibt es auch Parallelen unter den Brexiteers. Nach den Wahlen hat man dann ein paar Jahre Zeit, sich mit den Folgen zu beschäftigen.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 04.47 Uhr verfaßt.

In der SPD gibt man zu, Schulz vor seiner hundertprozentigen Ernennung kaum gekannt zu haben, er war „unser Mann mit Bart“ im fernen Straßburg oder Brüssel. Also galt der Jubel einem Phantasma, einer Wunschprojektion. Das war für mich das Interessanteste an diesem Wahlkampf, der ja als langweilig gilt, weil die wählbaren Parteien sich programmatisch kaum unterscheiden.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 04.42 Uhr verfaßt.

Der Rechtschreibrat hat es nicht nötig gefunden, sich mit einem weiteren Stückchen zu beschäftigen, das die Reform bis heute herumschleppt: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=537#4554

Der Duden empfiehlt Waggon. (In meinem Wörterbuch weiterhin die einzige Schreibweise.) Vielleicht wird Wagon in sechs Jahren gestrichen oder in zwölf...


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 04.28 Uhr verfaßt.

Im ersten Halbjahr ist in Bayern die Zahl der sexuellen Übergriffe, die Migranten zugeschrieben werden, um 91 Prozent gestiegen. Darum AfD!

(Von 9 auf 17.)


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2017 um 04.25 Uhr verfaßt.

Auch Peter Carstens meint in der FAS vom 24.9.17, die Briefwahl solle nur zur Not ausgeübt werden: „Demokratie und Wahlkampf gehören seit je zusammen wie Salz und Suppe. Die fulminante Aufholjagd eines Herausforderers, die überzeugende Begegnung mit einer Wahlkreiskandidatin am Wahlstand auf dem Wochenmarkt, all das spielt für viele Briefwähler keine Rolle, dabei gehört es doch zur Wahlentscheidung dazu.“

Das ist Unsinn. Es steht auch nirgendwo geschrieben, daß der Bürger sich diesem Infotainment aussetzen müsse. Man kann im Gegenteil sagen: Das Unterhaltungsmoment, die Rhetorik des Wahlkampfes interessieren den besonnenen Wähler nicht, weil er sich an die wirkliche Politik hält, die hauptsächlich zwischen den Wahlterminen stattfindet. In zweiter Linie auch für das Parteiprogramm. Alles zusammen das Gegenteil von „fulminant“.
Carstens Argumentation liegt ganz nahe bei jenen, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen für einen unentbehrlichen Teil der Demokratie halten und damit den steuerähnlichen Rundfunkbeitrag für jedermann begründen. Der moderne Mensch sieht fern und setzt sich den Schaukämpfen der Parteikandidaten aus – oder?


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Übersicht | nach oben


© 2004–2017: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM