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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 16.26 Uhr verfaßt.

Zur Familientragödie in Königs Wusterhausen (Mann erschießt Familie und sich selbst aus Angst vor Aufdeckung seiner Fälschung einer Corona-Testbescheinigung) sind sich die Leser der WEL einig:

Ob all die Lauterbachs und Spahns bei ihrer Panikmache und dem Einprügeln auf Ungeimpfte wohl mit solchen Ergebnissen gerechnet haben. Verantwortlich sind sie trotzdem. Usw.

Daraus folgt, daß man die Motive des Fälschens beseitigen muß. Nieder mit allen Verboten!


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 09.55 Uhr verfaßt.

Dummerweise heißt Ampel auf niederländisch stoplicht. Deshalb lesen und hören die Holländer jetzt überall, daß Deutschland ab heute von einer stoplicht-coalitie regiert wird. Da das so gar nicht nach Aufbruch klingt, zog der FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke es im niederländischen Radio soeben vor, von einer rijlicht-coalitie zu sprechen. Das wird aber am hiesigen Sprachgebrauch nichts ändern. Außerdem wirkt die Umschreibung einer Ampel als »Fahrlicht« unpassend. Die Ampel ist eben keine geeignete Aufbruchsmetapher. Sie könnte eher für Ordnungspolitik, die Organisation eines geordneten Zusammenlebens oder ähnliches stehen, aber so wird das Bild ja nicht verwendet. Es geht schlicht um die Farben der beteiligten Parteien, wie auch bei »Kenia« usw. Das »Fahrlicht« könnten allenfalls die Grünen für sich reklamieren ...


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 08.31 Uhr verfaßt.

Protagonisten und Protagonistinnen (Nils Minkmar in der SZ 8.12.21)

Je komplexer die Wörter, um so lästiger das Gendern, was man besonders beim Vorlesen merkt. Auch der im Küchenradio voreingestellte DLF bereitet Verdruß durch die widrige Sprache. Überall soll es barrierefrei zugehen, nur hier nicht. Volksfeinde.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 07.20 Uhr verfaßt.


Vor einigen Tagen hatte ich notiert:

Kann Viagra der Alzheimer-Demenz vorbeugen? Wirkstoff Sildenafil senkte in großer Studie das Alzheimer-Risiko um 69 Prozent.

Natürlich nicht. Es handelte sich um eine bloße Korrelation, die ganz andere Ursachen haben kann. Das wissen die Autoren der Studie auch, nur in den Medien geht es unter. So geht das Tag für Tag und trägt zur Verdummung der Bevölkerung bei.

Am 8.12.21 nun übt Werner Bartens in der SZ die gleiche Kritik, nur ausführlicher, und prangert auch mit Nobelpreisträger Schekman die „Luxus-Journale“ Nature, Science, Cell an, weil sie immer wieder solchen unausgegorenen Quark veröffentlichen, als „Viagra für die erschlaffte Leserschaft“.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 06.16 Uhr verfaßt.

Drosten hat gestern bestätigt, was wir auch denken: Boostern ist wichtig, aber noch wichtiger ist das Schließen der Impflücke, die bei uns größer ist als in vergleichbaren Ländern. Damit hängt zusammen, daß wir für das noch nicht hinreichend erforschte Omikron schlechter gerüstet sind. (Ich empfehle Nachhören des Podcasts.)

In der SZ wird Spanien genauer besprochen, wo man nach dem Schock des Anfangs zu einer sehr weitgehenden Durchimpfung gefunden hat, ohne nennenswerte Querdenkerei.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 06.06 Uhr verfaßt.

Einige „Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen“ (Selbstbezeichnung) kritisieren ein bekanntes Schmutzblatt wegen seiner diffamierenden Berichterstattung. Das ist naiv. Wer Pech anfaßt, besudelt sich. Man kann den Schmutz nicht verbieten, also muß man mit ihm leben. Der richtige Adressat wäre die Bevölkerung, der man nahelegen könnte, den Schmutz zu meiden und seine Urheber zu ächten. Die waschen genüßlich ihre Hände in Unschuld und geben sich noch als Verteidiger der Freiheit aus; dafür werden sie von Rechtsradikalen gefeiert, die es ebenso machen. (Döpfners Ansehen hat aber schon gelitten – ein Anfang ist gemacht.)
Die WELT gibt vor, für ihr Forum nicht verantwortlich zu sein, hat aber in Wirklichkeit nichts dagegen einzuwenden, den Querdenkern ein Spielfeld zu bieten, auf dem nahezu alles erlaubt ist.
Vorige Woche wurde gezeigt, wie die BILD heute Politiker wegen etwas niedermacht, was sie gestern selbst gefordert hatte. Aber die absolute Skrupellosigkeit dieser Journalisten, immer am Rande der Strafbarkeit entlang und manchmal darüber hinaus, ist ja nichts Neues. „Skandale“? Die Existenz solcher Zeitungen ist selbst der Skandal. Solange die Texte nur die ebenso vulgäre Prominenz der Unterhaltungsbranche betreffen, nimmt man es hin, aber in nationalen Notlagen kann es gefährlich werden. Selten genug wackelt der Presserat mit dem Zeigefinger. Die Branche wird sich ja nicht selbst schaden.

Die wackeren, zum Teil noch jugendlichen Kämpfer gegen die Virologen und Gesundheitspolitiker verhöhnen im Grunde auch das Klinikpersonal und die Toten und ihre Angehörigen. Das macht sie besonders widerlich.

(Als ich kürzlich hier die Zahl 400 verwendete, war das nicht so genau zu nehmen; die letzten Tage haben es ohnehin überholt, aber das war ja aus den Inzidenzen vorauszuberechnen. Heute werden über 500 Tote gemeldet. Die meisten könnten noch leben... Es wird noch schlimmer werden, bevor es wieder etwas besser wird.)


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 08.12.2021 um 05.58 Uhr verfaßt.

Ich sehe nicht fern, und vielleicht haben Sie recht. Aber die These, daß die Fernsehleute absichtlich einen falschen Eindruck erwecken wollen, müßte natürlich belegt werden. Gerade heute, wo überall Verschwörungen vermutet werden, scheint mir das wichtig zu sein.

(Wenn ich in den letzten Monaten doch einmal eine Dokumentation gesehen habe, wurden jüngere Intensivpatienten gezeigt, die es "geschafft haben", aber auch ältere, und auch Sterbende, wobei aber mehr die trauernden Hinterbliebenen ins Bild kamen. Das sind aber nur anekdotische Erinnerungen.)


Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 07.12.2021 um 21.20 Uhr verfaßt.

Meldungen wie diese über 1 bis 3 Corona-Todesfälle liest man jetzt täglich im MM. Hier zwei typische aus der heutigen Zeitung (7.12.21):

Seite 9:
Die Stadt [Mannheim] hat am Montagabend drei neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Zwei über 80 Jahre alte Männer sowie eine über 80 Jahre alte Frau verstarben in Mannheimer Krankenhäusern. Nachgetragen wurde ein weiteres Todesopfer vom Wochenende, eine über 80-Jährige verstarb in einer Pflegeeinrichtung.

Neckar-Bergstraße (MM-Regionalnachrichten, Seite 19):
Ein Mann im Alter zwischen 80 und 90 Jahren sowie eine Frau über 90 Jahre sind am Wochenende in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Fast immer sind es Meldungen über 80- oder 90jährige, sehr selten 60- bis 70jährige. Ich kann mich aber nicht erinnern, wann ich zuletzt eine solche Meldung im MM über Jüngere gelesen habe. Das stimmt mit den RKI-Statistiken gut überein.

Ganz anders im Fernsehen, Das Erste und ZDF. Es werden fast täglich Beiträge aus Intensivstationen gesendet, aber seltsamerweise zeigen sie dort fast immer Patienten um die 30. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Na ja, die Zeitung berichtet aus einer relativ kleinen Region, und bei 1 bis 3 Todesfällen pro Tag müßten sie halt nehmen, was kommt.

Das Fernsehen berichtet aber über ganz Deutschland, da fällt es nicht schwer, irgendwo immer einen 30jährigen zu finden. Nur mit ausgewogener, ehrlicher Information hat das nichts zu tun. Die jüngeren Fälle werden gezielt herausgesucht, um einen falschen Eindruck zu erzeugen.


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 07.12.2021 um 13.59 Uhr verfaßt.

Haben Sie Verständnis für Menschen, die sich nicht impfen lassen? (Umfrage beim STERN)

Die Antworten sind nicht zu verwerten, weil das Wort Verständnis zweideutig ist.

Ich habe dafür Verständnis, wenn er Angst vor der Spritze hat, aber ich finde es nicht gut.


Stephan Fleischhauer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 07.12.2021 um 13.06 Uhr verfaßt.

Mehr Fortschritt wagen heißt für mich, meinen Beitrag für einen Aufbruch in eine offenere und tolerantere Gesellschaft zu leisten. Das fängt bei Gleichstellung an und hört bei Migration auf. Ich freue mich darauf, unserem Land dienen zu dürfen.
https://mobile.twitter.com/NancyFaeser/status/1467834925118332932

Die neue Innenministerin ist zwar bislang wenig bekannt, hat aber ihren Aufgabenbereich klar umrissen.


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 07.12.2021 um 09.20 Uhr verfaßt.

8 Frauen und 8 Männer hat Scholz in seinem Ministerkabinett. Das sei aber nur dann paritätisch, wenn man ihn selbst als Kanzler nicht mitzähle, melden verschiedene Medien.

Mein Gott, was ist nur aus uns geworden, daß jetzt schon eine halbe Person moniert wird, um die das weibliche Geschlecht angeblich im Nachteil ist.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 06.12.2021 um 20.10 Uhr verfaßt.

Ich habe mich gefragt, ob die Auffassung von »Königinmutter« als »Königin« mit nachgestellter Apposition nicht zwingend voraussetzt, daß die betreffende Mutter zugleich Königin ist. Keine regierende vielleicht, denn der Fall, daß eine Königinmutter ihrem Sohn oder ihrer Tochter auf dem Thron folgt, dürfte kaum vorkommen, aber zumindest doch Königin im Sinne des entsprechenden Titels. Beatrix ist aber – eine Besonderheit der niederländischen Monarchie – seit ihrer Abdankung 2013 nicht mehr Königin, sondern wieder Prinzessin, und sie wird auch nicht mehr mit »Majestät« angeredet, sondern mit »Königliche Hoheit«. Niemand spricht mehr von ihr als der Königin (Máxima würde sich bedanken), sie ist Prinzessin Beatrix, in den Medien, im privaten Gespräch (nach anfänglicher Umgewöhnung). Das war etwa bei Queen Mum anders.

Nun lese ich aber im Grimm unter dem Stichwort »Königin«:

die mutter des königs heiszt, mit bei uns seltener anwendung der apposition, kurz königin mutter (SCHILLER 248b, der königin mutter in Denemark ELIS. CH. V. ORL. 232 Holl.), die verwitwete königin königin witwe, franz. reine mère und reine douairière, denen jenes nachgebildet scheint. denn die alte wendung für das erste war wol einfach die alte königin, wie noch das volk sagt. königin bedeutete nämlich bis ins 16. jh. oder länger königliche princessin

Die Duden-Definition »Mutter eines Königs, einer Königin« erscheint mir übrigens zu kurz gegriffen. Auch hier scheint mir die Erklärung im DWDS zumindest besser: »Mutter eines regierenden Königs, einer regierenden Königin«. Oder würde man die Mutter von Königin Máxima als »Königinmutter« bezeichnen? Wohl kaum.


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