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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2023 um 15.40 Uhr verfaßt.

„In einer Welt-Kolumne kommentierte Adam 2006 einen von André Lichtschlag aufgegriffenen Vorschlag Friedrich August von Hayeks, denjenigen Gruppen, welche ihr Einkommen mehrheitlich vom Staat beziehen (Beamte, Politiker, Arbeitslose und Rentner), das Wahlrecht zu entziehen. Man könne, so Adam, angesichts der Schwierigkeiten der deutschen Politik, sich aus der Fixierung auf unproduktive Haushaltstitel wie Rente, Pflege, Schuldendienst und Arbeitslosigkeit zu befreien, mit einigem Recht bezweifeln, ob die Einführung des allgemeinen Wahlrechts ein Fortschritt gewesen sei.“ (Wikipedia über Konrad Adam)

Diesen Gedanken (Wiedereinführung des Zensuswahlrechts, gegen Schmarotzer) haben viele aufgegriffen, z. B. Markus Krall, eine Autorität für „Tichy“ und ebenfalls aus der Hayek-Gesellschaft. Manche scheinen sich nicht recht klar zu machen, was das für sie selbst bedeuten würde. Es ist ja keineswegs sicher, daß sie zu den Hayekschen Eliten zählen würden, die Politik machen dürfen.

Wer würde noch Staatsdiener werden wollen, wenn er mit der Entscheidung für diesen Arbeitgeber zugleich sein Wahlrecht aufzugeben hätte?

Arme Leute andererseits können natürlich keine Vollbürger sein. Man kann sie leider nicht beseitigen, aber wählen lassen? Gott bewahre!

Ein kleines Problem ergibt sich freilich daraus, daß gewählte Repräsentanten ihr Einkommen vom Staat beziehen, also ebenfalls ihr aktives Wahlrecht aufgeben müßten. Andererseits wählen sie z. B. den Bundeskanzler, aber dürfen sie das überhaupt, wo sie doch vom Staat alimentiert werden, also Schmarotzer sind?

(Andererseits wird in denselben Kreisen darauf bestanden, daß die Rente der wohlverdiente Ertrag des Ersparten ist usw....)

Einleuchtender wäre es, das Wahlrecht von einer gewissen (politischen) Bildung abhängig zu machen, aber auch davon wird aus gutem Grund abgesehen.


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2023 um 15.30 Uhr verfaßt.

Kompostierung von Leichen: Experte bezeichnet „Beerdigung“ als „komplett irren Vorgang“
Bisher können sich in Schleswig-Holstein Verstorbene in einem Pilotprojekt zu Humus umwandeln lassen. Nun plant Kiel eine Legalisierung des Verfahrens.
(Tagesspiegel 22.9.23)

Wir werden alle zu Humus, und so soll es laut Bibel auch sein („Aus Humus bist du gemacht, und zu Humus sollst du wieder werden“).
Die Bestattung ist ein Gegenstand von Bestimmungsleistungen im Sinne Hofstätters: Mit den Toten muß irgend etwas geschehen, es steht aber nicht fest, was. Viele Möglichkeiten scheinen gleichwertig. Folglich entwickelt jede Menschengruppe ihre eigenen Bräuche und hält die Bräuche anderer Gruppen für absonderlich, pervers oder gottlos. Die Parsen wollen das heilige Feuer nicht durch Leichenverbrennung schänden und legen ihre Toten lieber den Geiern zum Fraß aus – was wiederum die Hindus greulich finden usw.
Bestattungsbräuche sind neben Tisch- und Bekleidungssitten die besten Beispiele für diese Art von Kulturerscheinungen, und so sind sie auch seit je untersucht und verglichen worden; mit dem Mem-Begriff ist nichts gewonnen.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 24.09.2023 um 14.21 Uhr verfaßt.

Ich habe soviel Selbstrespekt, daß ich mich nur mit "Eure Heiligkeit" anrede.

Das ist übrigens jenseits von Scherz und Satire ein neues Prachtstück in der Sammlung von "Paradoxien" oder "Antinomien": Wer achtet wen im Falle von Selbstachtung, und wie weit kann man sie treiben? (Womit wir schon wieder bei Prechts Bestselletitel wären...)


Manfred Riemer zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 23.50 Uhr verfaßt.

Ich soll mich selbst duzen, aber meine innere Stimme sagt Sie zu mir?

Dazu fällt mir auch nichts mehr ein, außer ein Buchtitel, der vor einigen Jahren die Spiegel-Bestsellerliste anführte:
Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?

(Ich habe das Buch nicht gelesen.)


Wolfram Metz zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 12.45 Uhr verfaßt.

In Spiegel Online schlüpft Maren Keller in die Rolle meiner inneren Stimme und gibt mir Tips, wie ich verhindern kann, daß sie immer einen so negativen Einfluß auf mein Denken hat. Ich soll mich in Selbstgesprächen mit Du anreden, die Perspektive einer Fliege an der Wand einnehmen, die sieht, daß ich gar nicht so unfähig bin, wie ich denke, usw. usf. Darauf will ich nicht näher eingehen. Mich interessiert hier folgender Absatz:

Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber ich vermute, dass Sie erstaunlich wenig über mich wissen. Denn so geht es den meisten Menschen. Sie wissen beispielsweise vermutlich nicht, dass ich einer Messung zufolge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4000 Wörtern pro Minute zu Ihnen sprechen kann. Klingt viel? Ist es auch. Dieser gesamte Text zum Beispiel besteht inklusive der Tipps am Ende aus weniger als 1300 Wörtern, und Sie werden vermutlich zwischen fünf und sechs Minuten brauchen, um ihn zu lesen (falls Sie ihn bis zum Ende lesen).

Wie mißt man bitte die Zahl der »Wörter«, die meine innere Stimme angeblich im Gespräch mit mir äußert? Was soll überhaupt eine innere Stimme sein? Sind das die Gedanken, die sich bei mir in einer bestimmten Situation oder Stimmung von selber einstellen? Wie will man den Inhalt von Gedanken feststellen? Und wie mißt man ihre Geschwindigkeit? Wenn ich Angst habe, daß es morgen regnet, weil ich dann eine Wanderung machen möchte, schreibt dann eine/einer der in dem Artikel genannten »Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler« einen Text auf und zählt danach die Wörter? Etwa so: »Achtung, morgen könnte es regnen“« (5 Wörter). Oder so: »Wolfram, denk dran, es könnte morgen regnen, das wäre schlecht, denn du willst ja morgen wandern, und du möchtest dabei sicher nicht naß werden.« (24 Wörter). Ist das nicht alles hanebüchener Unsinn?


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 10.17 Uhr verfaßt.

Ich denke, man muß nicht unbedingt alle der eine Billion verschiedenen Gerüche durchgehen. Wenn jemand irgendwelche zwei benachbarte dieser Gerüche unterscheiden könnte, was dem gleichen Verhältnis entspräche, wie die Strecke von einem Kilometer von einer anderen Strecke zu unterscheiden, die um einen Nanometer länger ist (was gut einem Tausendstel der Wellenlänge von sichtbarem Licht entspricht), dann würde mir das als Beweis schon reichen.

Wie auch immer sie diese Empfindlichkeit der Nase festgestellt haben, es beruht nicht auf praktischen Versuchen.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 08.12 Uhr verfaßt.

Noch einmal zur Unterscheidung von Gerüchen:

„Das Riechepithel in der hinteren Nasenhöhle kann in Zusammenarbeit mit dem Gehirn mehr als eine Billion verschiedene Düfte unterscheiden“, sagt die Sozialpsychologin und Geruchsforscherin Bettina Pause. (SZ 22.9.23)

Diese Zahl steht immer noch bei Wikipedia, aber in Wirklichkeit sind es vielleicht nur 4.000 bis 5.000.

Den längst nachgewiesenen Rechenfehler muß man nicht durchschauen, aber einen gewissen Wirklichkeitssinn sollte man schon haben. Wenn man für jede Identifikation eines Geruchs 1 Sekunde brauchte, würde es rund 10.000 Jahre dauern, eine Billion durchzugehen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 06.43 Uhr verfaßt.

In einer Anzeige fordert die Landtagspräsidentin die Bürgerinnen und Bürger auf, zur Wahl zu gehen. Unsere Demokratie werde nämlich von Feinden bedroht. Die sind alle männlich, weil sie so böse sind.
(Die Erstnennung der Frauen ist übrigens ein Relikt aus der patriarchalischen Welt der Galanterie und verstößt gegen die Gleichstellung. Das hat man in den Höhen der politischen Korrektheit noch nicht erkannt.)


TheodorIckler zu »Kreter«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 05.12 Uhr verfaßt.

Noch einmal zu "Moores Paradox":

Aristoteles war Grieche, aber ich glaube es nicht.

Ich formuliere um:

Aristoteles war Grieche. Das ist nicht wahr.

Wo ist das Problem?

Ich vertrete mit Skinner die Meinung, daß die sogenannten Antinomien, über die so viel geschrieben worden ist, sich nicht einmal sauber formulieren lassen. Schon darum stellen sie keine interessante Aufgabe. Das gilt vom "Epimenides" bis zu Grelling-Nelson.

(Nebenbei: In der formalen Logik hat das "aber" des Beispiels keinen Platz. Solche dialogbezogenen Elemente fallen in Logik und Mathematik weg. Ich habe meine Umformulierung entsprechend abgespeckt.)


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 23.09.2023 um 03.30 Uhr verfaßt.

Die Aufarbeitung des Staatsverbrechens hat noch gar nicht richtig begonnen, da wird schon das nächste vorbereitet: eine Impfempfehlung des Gesundheitsministeriums. („Corona- und Impfpflicht-Protagonisten schon wieder in Hochform“) Eine Impfpflicht, von den Rechten unentwegt beschworen, hat es nicht gegeben und wird es nicht geben. Lauterbach hat ja im Gegenteil auf die bereits vorhandene breite Immunität hingewiesen, die keine besonderen Maßnahmen erforderlich mache. Aber er lügt natürlich, in Wirklichkeit hat die Regierung kein anderes Ziel, als uns der Grundrechte zu berauben. Schon Merkel hat versucht, die von ihr erfundene Pandemie zur Verewigung ihrer Diktatur zu nutzen. Zum Schein hat sie sich dann zurückgezogen, zieht aber wahrscheilich immer noch – zusammen mit Bill Gates – die Fäden des „Systems Merkel“, des „Merkelismus“.
Hoch zu loben sind Ärzte, die gefälschte Impfbescheinigungen ausstellen, denn sie retten viele Menschenleben. Impfen tötet bekanntlich, da bleibt dem verantwortungsbewußten Arzt nur diese Notwehr. („Wie kann Heinrich Habig, der niemanden verletzt, sondern wahrscheinlich sogar viele Leben gerettet hat, so hart bestraft werden, während migrantische Straftäter selbst nach Vergewaltigungen nur Bewährungsstrafen erhalten?“ Report 24) Unser links-grün versifftes Regime ist allerdings der Meinung, daß Urkundenfälschung auch dann strafbar sei, wenn niemand verletzt wird.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2023 um 08.16 Uhr verfaßt.

Heribert Prantl lobt Carlo Schmid, der zur Unterscheidung von dem furchtbaren Juristen Carl Schmitt ein o an seinen Namen hängte, und nennt ihn dann in seinem unbezähmbaren Hang zum Geistreicheln „Marquis von O“. Außerdem bringt er in einem Nebensatz seine bekannte Forderung unter, den „Corona-Ausnahmezustand aufzuarbeiten“ - was ihm ja bei „Tichys Einblick“ den Rang eines Kronzeugen eingebracht hatte. Nun distanziert er sich deutlich von den Rechtsradikalen. (SZ 22.9.23)


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2023 um 07.52 Uhr verfaßt.

Aserbaidschans Präsident erklärt Sieg über Armenier:innen in Bergkarabach
Aserbaidschans Präsident Aliyev hat im Konflikt um Bergkarabach den Sieg über die Separatist:innen erklärt.
(tagesschau.de 22.9.23)

Bisher war das taz-Brauch, aber es greift immer mehr auf die Zwangsfinanzierten über, wo man auf Kundschaft keine Rücksicht zu nehmen braucht. Sind die Krimis, die dort mehrmals wöchentlich verabreicht werden (wohl als Beitrag zur demokratischen Bildung im Sinne Paul Kirchhofs), eigentlich auch gegendert? Und wenn nicht – warum nicht?

Ebenfalls "sittenwidrig" ist nun amtlich geurteilt auch die üppige Bezahlung von Mitarbeitern der Öffentlich-Rechtlichen. Hier wie dort fehlt jeder Sinn für Verantwortung.



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