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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 02.04.2020 um 19.34 Uhr verfaßt.

Die Adjektivschreibung mit Bindestrich und großem Anfangsbuchstaben (Personen-große, Personen-hohe) empfinde ich hier auch als abwegig. Das mag in bestimmten adjektivischen Zusammensetzungen möglich sein, aber m. E. nicht in diesen einfachen Fällen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 02.04.2020 um 17.37 Uhr verfaßt.

Aktivist_innen positionieren Personen-große rote Buchstaben mit einer klaren Botschaft vor dem Gebäude. (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200312_OTS0136/einladung-tierversuchskritik-mit-personen-hohen-buchstaben)

Eigentlich sagt man im Deutschen mannshohe Buchstaben, aber das geht hier nicht, weil der Tierschützertext durchgegendert ist.


Germanist zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 02.04.2020 um 15.09 Uhr verfaßt.

Um die Verwechslung mit dem Ei zu vermeiden, schlage ich die italienische Form "-ia" vor.

Weil ein großer Teil des englischen Wortschatzes auf die altisländische Wikingersprache zurückgeht, schlage ich altisländisch "hendi" = Dativ Singular "für die Hand" vor.


Ivan Panchenko zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 02.04.2020 um 11.25 Uhr verfaßt.

„‚Aber ich habe Satz X konstruiert, bei dem sich das generische Maskulinum nicht einfach durch eine weibliche Form oder eine Beidnennung ersetzen lässt, ohne dass die Bedeutung sich verändert.‘ Tja, was machen wir da bloß… ich glaube, es gibt keine Lösung, denn Sätze lassen sich bekanntlich nicht umformulieren“, so Stefanowitsch.

Klar lassen sich Sätze umformulieren, dennoch hat man mit dem Gendern eine weitere potentielle Fehlerquelle, so stellt sich eben die Frage, ob die Befindlichkeiten von Sprachfeministen wirklich mehr Gewicht haben.

„‚In der Weihnachtsbäcker*innenrei‘? Wir haben mit Rolf Zuckowski seine Lieder umgeschrieben.“

In Bäckerei steckt kein Suffix -rei, sondern -ei. Auf der Website von bento wurde zu Weihnachtsbäcker*innenei korrigiert, allerdings ist die Pluralendung -en in der Derivationsbasis überflüssig: Weihnachtsbäcker*innei. Grimm hat es beinahe vorgemacht („aus dichter kann dichterisch, aus gärtner gärtnerei gebildet werden, aus dichterin, gärtnerin kein dichterinnisch, gärtnerinnei“).

Im Wörterbuch GESCHICKT GENDERN finden sich „gendergerechte Alternativen“ wie Bezugsperson (zu Abonnent!), Abenteuer mutige Person und Abschluss inhabende Person (richtig wäre einen Abschluss innehabende Person), das ist nicht sehr geschickt, sondern grenzt an Realsatire, wie der Anglizismen-Index, wo zum Beispiel chat’n chuck cell phone eingetragen ist (in der Online-Version eigentlich mit ASCII-Apostroph, aber mein Kommentar wird sonst womöglich nicht angenommen, daher ersetzt), obwohl ich für diesen Ausdruck nur einen Beleg gefunden habe – und zwar im Englischen, nicht im Deutschen –, und Wegwerfhändi mit ä und i als Ersatz vorgeschlagen wird, während bei handy² (irrsinnigerweise in Kleinschreibung) die Übertragung Händi kursiv gesetzt ist („Gewagte oder spöttische Übertragungen sind kursiv gesetzt“); chatter (wieder in Kleinschreibung) ist der Klasse 2 (differenzierend) zugeordnet, als Übertragungen sind (Netz-)schwatzpartner und Netzplauderer eingetragen – warum nicht Gesprächspartner?

Zurück zum Gendern: In Österreich gibt es Verordnungen mit Kurztiteln wie Kunststoffformgebung-Ausbildungsordnung und Maler/in und Beschichtungstechniker/in-Ausbildungsordnung, angebracht wäre hier eigentlich ein Gedankenstrich (mit Abständen wie bei Sanitär- und Klimatechnik - Ausbildungsordnung), bei einem echten Kompositum wäre ein Fugenelement zu erwarten, darüber hinaus fehlt beim Motionssuffix streng genommen ein Ergänzungsstrich. Mit einer Anbindung der ersten Berufsbezeichnung landen wir bei Maler-/-innen- und Beschichtungstechniker-/-innen-Ausbildungsordnung.

VerbraucherInnenschützerInnen (so gesichtet in dieStandard) suggeriert für mich Innenschützer als Bestandteil, man könnte mit dem Bindestrich nachhelfen: BürgerInnen-MeisterInnen-KandidatInnen. Sehr einfach und LeserInnen-freundlich, gell?

Wie sieht es eigentlich mit der Worttrennung am Zeilenende aus? Da manchmal ein Knacklaut gesprochen wird, könnte man so trennen:

Schüler-
*innen

Zuschauer-
Innenraum

Letzteres kann auch für Zuschauer-Innenraum stehen. Wie soll andererseits eineN neueN SchülerIn ausgesprochen werden? Man könnte natürlich eine neue SchülerIn schreiben (damit hätte man eigentlich ein generisches Femininum, aber gut, man sieht ja die Varianten Schüler und Schülerin). Begegnet ist mir diese Trennung:

Gender-Gegner_
innen

Der Gender-Gap erfüllt hier also auch die Funktion eines Bindestrichs, manchmal wird denn auch Gender_Gap geschrieben.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 02.04.2020 um 04.59 Uhr verfaßt.

In der Empörungswirtschaft (vgl. Heils Wutrede) spielt zur Zeit die Aussetzung von Mietzahlungen für Gewerbeimmobilien eine Rolle. Diese Stundung (bis 30.6.20) ist jedoch zulässig aufgrund eines Gesetzes vom 25.3.20 zur Bewältigung der Corona-Krise. Politiker, die an diesem Gesetz mitgewirkt haben, sollten sich nicht so aufspielen, wenn es angewandt wird, auch wenn die Medien noch so zetern. Um keine Marktanteile zu verlieren, entschuldigt sich Adidas in ganzseitigen Anzeigen, artig gegendert übrigens, wie es sich für Unterwerfungsgesten gehört. Peinlich zu lesen.

Ich muß es wissen, denn ich bin durch eine winzige Einlage in einem Immobilienfonds betroffen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie eine Einzelheit, die man leicht in griffige Behauptungen fassen kann, hochgespielt wird, während anderes im Schatten bleibt.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 02.04.2020 um 04.57 Uhr verfaßt.

Lieber Herr Schardt,
ich bin hier zwar auch nur Gast, aber bedenken Sie bitte, daß es sich nicht um ein kommerzielles Unternehmen mit entsprechenden Mitarbeitern handelt.

Das Problem kenne ich als Dauerbeiträger natürlich auch. Seit einiger Zeit werden Einträge mit gewissen Sonderzeichen nicht angenommen (einfache Anführungszeichen zum Beispiel, die ich in Akzentzeichen umwandele). Warum das so ist und andererseits griechische oder chinesische Zeichen keine Probleme machen, weiß ich nicht.
Den verlorenen Eintrag können Sie durch Rücktaste wiederauffinden, um dann die Änderungen vorzunehmen und es nochmals zu versuchen. Mit der Suchfunktion klappt es ja auch nicht ganz, Umlaute und ß werden nicht angenommen.

Ich habe mich daran gewöhnt und ärgere mich sowieso nicht leicht.


Christof Schardt zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 01.04.2020 um 23.47 Uhr verfaßt.

Ich habe gerade eine Antwort auf die "Feldwegepisode" geschrieben. Längerer Beitrag.
Nach Klick auf "Kommentar eintragen" war der Beitrag weg.

Das ist mir schon öfters passiert. Ich wollte es schon mehrfach melden und habe es an alle auf dieser Seite publizierten Emails gesendet. Ebenso als Forumsbeitrag. Niemals kam eine Antwort, nicht einmal eine Empfangsbestätigung.

Das ist unprofessionell, höchst ärgerlich und demotivierend und untergräbt die Lust an der Mitarbeit und dem Austausch.

GIBTS DEN NIEMANDEN HIER, DER SICH ZUSTÄNDIG FÜHLT?????



Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 01.04.2020 um 19.29 Uhr verfaßt.

Die allermeisten halten sich an die Regeln. Heute morgen kamen uns zwei Frauen entgegen, die praktisch den ganzen Feldweg einnahmen. Als meine Frau sie höflich um Abstand bat, folgte die jüngere widerstrebend, aber die ältere rief uns ein herzhaftes "Bekloppt!" nach. Die beiden sahen ganz normal aus, aber in solchen Zeiten lernt man die Menschen wirklich kennen.

Die Lesernforen habe ich ja schon oft erwähnt. Auch wenn sich da eine Negativauslese breitmacht, staunt man doch über die Aggressivität vieler Menschen.


Manfred Riemer zu »Lectio facilior«
Dieser Kommentar wurde am 01.04.2020 um 10.11 Uhr verfaßt.

Auch der angekündigte Erlass von Kinderbestreuungsgebühren für den April ist Teil des Pakets.
(Mannheimer Morgen, 1.4.2020, S. 1)

Wohl kein Aprilscherz, gemeint ist Betreuung.


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 01.04.2020 um 10.05 Uhr verfaßt.

Zu den ungelösten Fragen der Biologie gehört: Warum zwinkern wir normalerweise mit beiden Augen gleichzeitig? Die Antwort dürfte ähnlich sein wie bei der Frage nach dem Sinn von Brustwarzen beim Mann: Weil es einfacher ist und die „Natur“ sich nicht die Mühe gemacht hat, diesen Atavismus wegzuretuschieren. (Vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1240#38348)

Man denkt leicht, es müsse umgekehrt sein, also aufwendiger, das andere Auge mit dem ersten zu synchronisieren.

Möglicherweise ist es außerdem für das Gehirn leichter, den visuellen Eindruck aus beiden Augen zu integrieren, wenn beide Augen synchron arbeiten. Die Fledermaus hält sich gewissermaßen beide Ohren gleichzeitig zu, um nicht vom eigenen Schrei taub zu werden.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 01.04.2020 um 09.59 Uhr verfaßt.

„Ich hatte das Gefühl, dass es sich um eine Pandemie handelte, lange bevor sie als Pandemie bezeichnet wurde.“ (Trump)

Auch Baba Wanga hat Corona vorhergesagt, aber das ist keine Nachricht, weil es sich von selbst versteht.


Manfred Riemer zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 01.04.2020 um 09.57 Uhr verfaßt.

"Die Experten sagen uns, dass wir in der kommenden Woche eine Welle an Erkrankten in unseren Krankenhäusern erleben werden", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gestern bei der virtuellen Regierungspressekonferenz in Stuttgart.
(Mannheimer Morgen, 1.4.2020, S. 5)

Ich kann mich noch gut an die Empörung vor vier Jahren über den Ausdruck "Welle" in bezug auf Flüchtlinge erinnern.


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