zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Theodor Icklers Sprachtagebuch

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Manfred Riemer zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 17.02 Uhr verfaßt.

Gehört Marien eigentlich zu Marie oder zu Maria oder ist es ein alter deutscher Genitiv von beiden?
Spielt es im Christentum eine Rolle, ob die Mutter Gottes (Muttergottes) Maria oder Marie heißt? Ich habe nie anders als von Maria reden hören, aber andererseits gibt es die Marienverehrung usw.
Eigenartig auch, daß manchmal dieser alte deutsche Genitiv verwendet wird und manchmal der lateinische (Mariä Himmelfahrt usw.).


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 14.59 Uhr verfaßt.

Gerade war wieder der "Steuerzahler-Gedenktag", sogar die Stunde war genau ausgerechnet. Wir haben schon gesehen, daß diese Rechnung des Bundes der Steuerzahler falsch ist, weil er entgegen seinem Namen auch die Sozialbeiträge einbezieht. (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1103#34868) Der Deutsche arbeitet keineswegs bis Mitte Juli für fremde Taschen. Das wird auch jedes Jahr eingewandt, aber ohne Erfolg. Fake news.


Theodor Ickler zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 13.24 Uhr verfaßt.

Ja, das hatten Sie vor sieben Jahren mit Recht erwähnt (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1268#15796)
und ich hatte eine ebenfalls volksetymologische Anekdote hinzugefügt:
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1373#17492


Germanist zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 12.06 Uhr verfaßt.

Als die Frauenkirchen gebaut wurden, war dieser Genitiv Singular noch üblich. Heute wundern sich Kinder, warum es nicht auch Männerkirchen gibt.


R. M. zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 10.49 Uhr verfaßt.

Der einstige Genitiv scheint in Marienhospital, Luisenstraße usw. zu einem bloßen Fugenlaut verkümmert zu sein, vgl. Amalienborg im Dänischen.


Manfred Riemer zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 09.04 Uhr verfaßt.

Richtig ist: Ich brachte meine Frau ins Krankenhaus.

Ich brachte meine Frau in der Kranken Haus
könnte ich als recht altmodisch klingende Redeweise zumindest noch akzeptieren, auch wenn ich selbst nicht so schreibe oder rede.

Ich brachte meine Frau ins Kranken Haus.
Hier kann man den Fehler zwar nicht hören, wenn ich das aber geschrieben sehe, muß auch dort bleiben.


Theodor Ickler zu »Schwarmintelligenz«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 08.51 Uhr verfaßt.

"Netzgemeinden" sind nicht im selben Raum beeinander und kommunizieren "sequentiell". Es ist möglich, daß ihre oft ziemlich ungehemmten Meinungsäußerungen sich unter dem Eindruck der anderen allmählich ändern.

Die Medien führen ihre Nutzer manchmal zu einer Gruppe des ersten Typs zusammen durch die Umfragen, deren Unsinnigkeit wir zwar schon einsehen mußten, aber immerhin: Wie die anderen abgestimmt haben, kann ich erst sehen, wenn ich selbst abgestimmt habe.


Theodor Ickler zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 06.10 Uhr verfaßt.

Germanist hat noch den Artikel hinzugefügt, zum Attribut wohlgemerkt. Aber dann ergibt sich: Ich brachte meine Frau in der Kranken Haus usw. Ist das die Meinung? Ich will natürlich niemandem das Recht streitig machen, althochdeutsch zu reden. (Wir bilden ja auch nicht mehr den Genitiv sg. Marien.)

Herr Riemer hat auch recht: Marien-Hospital-Herne wäre erst recht verkehrt gewesen.


Theodor Ickler zu »Schwarmintelligenz«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 05.42 Uhr verfaßt.

Das klassische Experiment der Gruppendynamik, dargestellt beispielsweise von Peter R. Hofstätter, geht so:

Wenn 30 Teilnehmer eines Seminars jeder für sich aufschreiben, wie lang sie einen gezeigten Strich schätzen, und man die Schätzungen anschließend addiert und durch 30 dividiert, liegt der Durchschnitt oft näher an der Wahrheit als jede einzelne Schätzung. Das ist trivial: Fehlerausgleich durch die große Zahl.
Ganz anders, wenn die Gruppe miteinander kommuniziert und ein Meinungsführer die Richtung vorgibt. Dann kann die ganze Gruppe in die eine oder andere Richtung abdriften.

Das ist in verschiedener Richtung ausbaufähig. Die These von der "Schweigespirale" gehört auch hierher. Interessante Frage: Ist die Gruppe der "Blogger" vom ersten oder zweiten Typ?


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 04.03 Uhr verfaßt.

Ich meine eigentlich dasselbe, habe es bloß ein bißchen anders ausgedrückt. Zu "Strohfeuer" s.
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1024#34900
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#35079

Rhetorisch-massenpsychologisch unglaublich interessant.


Wolfgang Wrase zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.07.2017 um 01.50 Uhr verfaßt.

Wieso einzigartiger Absturz von Martin Schulz? Da ist doch nur das Strohfeuer abgebrannt, das bei seinem Antritt von den Medien angefacht worden war. Jetzt sind Martin Schulz und die SPD da, wo sie ohne das Strohfeuer gewesen wären.

Was könnte viele Deutsche am ehesten an Merkel und der CDU stören? Zu viel Geld und Macht für Europa, zu wenig Barrieren gegen Migranten. Die SPD will eher noch mehr mehr Geld und Macht für Europa und noch weniger Barrieren gegen Flüchtlinge. Entsprechende Äußerungen von Martin Schulz sind kein Mißgriff, sondern SPD-Politik. Also finden die Leute die SPD noch schlechter als die CDU.

Was sollte man jetzt Martin Schulz vorwerfen? Ob er sich in dem einen oder anderen Interview ungeschickt äußert, halte ich für belanglos. Er ist nicht in der Lage, die Politik der SPD zu verkörpern und gleichzeitig die CDU/CSU zu überflügeln. Wer hat etwas anderes erwartet? Ich sehe nicht, welchem SPD-Politiker es hätte besser gelingen können.

Hinzu kommt die Situation, daß die SPD in der Großen Koalition mitregiert, so daß ein feuriger Wahlkampf der Sorte "Merkel und die Union haben Deutschland vor die Wand gefahren, wir werden alles besser machen!" gar nicht möglich ist. Wenn Schulz jetzt ständig mit verheißungsvollen Zukunftsplänen in den Medien ankäme, würde man fragen, wieso der SPD das alles jetzt erst einfällt.


Manfred Riemer zu »Bindestrichschwund«
Dieser Kommentar wurde am 21.07.2017 um 20.24 Uhr verfaßt.

Ich verstehe Germanist so, daß er selbstverständlich das Krankenhaus schreiben würde, aber wenn schon jemand auf die seltsame Idee käme, Kranken Haus getrennt zu schreiben, dann würde dieser "Name" durch den Genitiv wenigstens einigermaßen legitimiert. In diesem Sinne jedenfalls würde ich das auch so sehen.

Was mich aber wirklich wundert, ist, daß der Journalist meint, es läge eine Zusammensetzung mit dem Namen der Stadt Herne vor. Also seiner Meinung nach liegt eine Zusammensetzung mit der Stadtherne vor, oder sowas in der Art? Das finde ich nun wirklich Unfug.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Übersicht | nach oben


© 2004–2017: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM