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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »PISA«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2020 um 18.40 Uhr verfaßt.

Wer zur Bundespolizei will, darf künftig beim Deutschtest mehr Fehler machen. (...)
Bei den Sprachfertigkeiten von Bewerbern wurde außerdem die Fehlertoleranz im Diktat für das Auswahlverfahren mittlerer Dienst "geringfügig angehoben". Zum Beispiel wurde das Wort "Chrysantheme" herausgenommen, um einem größeren Bewerberkreis auch in den nachfolgenden Tests die weitere Teilnahme zu ermöglichen.
(Tagesschau 20.1.2020)


Theodor Ickler zu »Lug und Trug«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2020 um 18.32 Uhr verfaßt.

„Regeln und Wörterverzeichnis von 1996 in der Fassung von 2004“ (im Statut des Rechtschreibrats und an hundert anderen Stellen) ist eine besonders verlogene Formel. Man tut so, als sei es immer noch dieselbe Reform. Nehmen wir ein unscheinbares Beispiel: Die Regel, wonach man Erste Hilfe groß schreiben kann, ist keine "Fassung" der Regel, wonach man es klein schreiben muß.

2006 wurde - nach zehn Jahren entsprechender Indoktrination der Schüler - verfügt, daß einzelne Vokalbuchstaben nicht mehr abgetrennt werden dürfen. Auch das ist keine andere "Fassung" der gegenteiligen Bestimmung.

In Wirklichkeit handelt es sich um eine Reihe von Rechtschreibreformen in kurzen Abständen, erkennbar an immer neuen Wörterbüchern.


Theodor Ickler zu »Weltuntergang steht bevor!«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2020 um 17.33 Uhr verfaßt.

Saxers Text (der Verfasser ist inzwischen verstorben) von 2004:

Rechtschreibreform: Die Schlacht auf dem Wörterfeld
Diskussionsstand: Anfang September 2004
SAXER, Robert: Rechtschreibreform: Die Schlacht auf dem Wörterfeld. Diskussions-stand Anfang September 2004. In: Informationen zur Deutschdidaktik. Aktuelles. www.uni-klu.ac.at/die/saxer.pdf, p. 1-5;
Das letzte Gefecht der Verhinderer
 
Das Jahr 2005 naht und die Gegner der Rechtschreibreform geraten in Torschlusspanik. Während in Schulen, Ämtern und Printmedien die neue Rechtschreibung kontinuierlich verwendet und vermittelt wird, haben die Reformgegner offensichtlich acht Jahre lang darauf gewartet, dass Kaiser Barbarossa je nach nationaler Zugehörigkeit aus dem Kyffhäuser oder aus dem Untersberg bei Salzburg rechtzeitig hervorbricht – mit seinem mittlerweile dreimal um den Tisch gewachsenen Bart - und mit seinem Kriegsschrei die gute alte Rechtschreibordnung wiederherstellt. Das Erschreckende an der gegenwärtigen Diskussion ist die Tatsache, dass sich seit 1996 nichts geändert hat - sie entspricht spiegelgleich den damaligen Auseinandersetzungen: Die Reformgegner verhalten sich emotional, aggressiv und argumentationslos. Wo sie zu argumentieren glauben, hängen sie sich – häufig in polemisch verzerrter Form - an Marginalien wie den ‚Tollpatsch’, die ‚Gämse’ oder die drei aufeinander folgenden Konsonanten; oder sie reagieren mit Kulturjammer, unüberprüften und oft falschen Behauptungen und unsachlichen Vorwürfen wie Geschäftemacherei, Beamtenunterwürfigkeit, ideologische Linkslastigkeit u.a. Die strukturellen Änderungen und Fortschritte in den Bereichen der Groß-/Kleinschreibung, der Getrennt-/Zusammenschreibung, der Zeichensetzung und der Worttrennung am Zeilenende sind fast spurlos an ihnen vorbeigegangen. Sie beklagen die Verwirrung und Verunsicherung, die sie zuvor selbst herbeigeführt haben. Ein Fortschritt in der Diskussion ist nicht in Sicht. Im Gegensatz dazu wird im Ausland im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache die Reform von Deutschlehrern und wissenschaftlichen Beurteilern durchaus sachlich gesehen und an konkreten Details analysiert, wie etwa der Beitrag eines ungarischen Germanisten zeigt (siehe Literaturverzeichnis: Csaba Földes vom Germanistischen Institut der Universität Veszprém).
 
Ungeachtet dessen wächst Barbarossas Bart weiter: Gleichzeitig mit den geplanten offiziellen Vorbereitungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, die Zwischenstaatliche Rechtschreibkommission durch einen ‚Rat für deutsche Rechtschreibung’ zu ersetzen, der in Hinkunft für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Rechtschreibung sorgen soll, wurden in verschiedenen Regionen Deutschlands (u.a. München, Hamburg, Niedersachsen) und auch in Österreich Initiativen und Organisationen mit dem erklärten Ziel der Rückkehr zur alten Rechtschreibung ins Leben gerufen - zum Teil ebenfalls unter dem Namen ‚Rat für deutsche Rechtschreibung’: offensichtlich ein Akt weiterer Verwirrungsstiftung. Die Gründungsversammlung des Münchner ‚Rates’ erklärte sinnwidrig und erwartungsgemäß ohne Argumentation, „die Rückkehr zur alten Rechtschreibung...sei der einfachste, sicherste und wirtschaftlich vernünftigste Weg zu einer zweckmäßigen und modernen (sic!) Orthographie“.
 
Die Vorarbeit der Reformer
 
Die Ursachen für diesen Zustand liegen nicht nur in einem gestörten Verhältnis der Öffentlichkeit und ihrer Vorzeige-Repräsentanten zur Rechtschreibung und ihrem gesellschaftlichen Stellenwert, sondern zu einem guten Teil bei den Experten der Zwischenstaatlichen Rechtschreibkommission selbst, die ihren Gegnern das Material für den Gegenangriff förmlich vor die Füße gelegt haben. Zum einen ist es die Halbherzigkeit und teilweise Inkonsequenz der Reform, was man den Reformern freilich nicht vorwerfen kann, da sie diesbezüglich von den Vertretern der Politik – teils aus deren konservativ-beharrender Sprachauffassung, teils aus deren Angst vor der vermuteten ‚Stimme des Volkes’, d.h. vor ihrer potenziellen Wählerschaft heraus – in ihrem Reformeifer eingebremst wurden. Zum anderen aber  sind es zwei Sachverhalte, die die Reformer zur Gänze selbst zu verantworten haben: die textuelle und sprachliche Gestaltung des amtlichen Regelwerks und die Sache mit den sogenannten ‚Einzelfestlegungen’.
 
3. Das amtliche Regelwerk
 
Im Text der amtlichen Regelung überlappen sich zwei Textsorten: der in Paragrafen  gegliederte Gesetzes- bzw. Verordnungstext und die Struktur eines wissenschaftlichen Sachtextes mit Vorbemerkungen und Zwischentiteln. Und gerade in den beiden wichtigsten Kapiteln – über die Getrennt-/Zusammenschreibung und über die Groß-/Klein-Schreibung - sind die beiden Textsorten  in verwirrender und unübersichtlicher Form ineinander verflochten, zum Teil unterbrochen durch umfangreiche und mangelhaft gegliederte Beispielkomplexe und zusätzlich durch den Dschungel des ‚Kleingedruckten’. Einfache und klare Regularitäten werden durch die komplizierte Darstellung so überlagert, dass man den Blick für die Systematik verliert. Ein klassisches Beispiel ist die an und für sich klare und eindeutige ‚ss-ß’-Regelung (Nach kurzem Vokal steht ‚ss’, nach langem Vokal und Diphthong ‚ß’): Diesen Satz findet man im Regelwerk nicht, man muss sich diese Regel aus zwei Paragrafen – u.a. aus einem kleingedruckten Verweis in Anmerkung – mühsam zusammenreimen.
 
Natürlich löst die zum Teil auch für Fachleute sehr schwierige Lesbarkeit  den frustrierenden Eindruck aus, dass die reformierte Rechtschreibung wirrer und komplizierter sei als die alte, und fordert zudem den Vorwurf heraus, die Sprache werde von amtlicher Seite von oben her dekretiert und gewissermaßen ‚verwaltigt’.
 
4. Die Einzelfestlegungen
 
Die auf die Laut-Buchstaben-Zuordnung bezogenen Einzelfestlegungen – im Wesentlichen die Neuschreibung von Wörtern, v.a. auf der Grundlage des ‚Stammprinzips’ – sind Neuerungen, die einfach nicht notwendig gewesen wären, weil sie auch dem Prinzip der klaren und vereinfachenden Strukturbildung  widersprechen. Während das ‚Lautprinzip’, das ohnehin schon komplex genug ist, als generelle Grundlage der Rechtschreibung den Sprachbenutzern einsichtig ist, wird das ‚Stammprinzip’ tröpferlweise bei einer kleinen Zahl von Wörtern aus etymologischen Gründen angewandt, zum Teil beruhend auf fragwürdigen etymologischen Auffassungen. Das erzeugt den Eindruck willkürlicher Auswahl und zeigt im Grunde die Absurdität etymologischer  Disziplinierung der schriftlichen Darstellung einer Sprache, deren Verschriftlichung primär auf der mündlichen Lautung aufgebaut ist. Das Stammprinzip bringt im Hinblick auf die Laut-Buchstaben-Zuordnung dementsprechend keine Vereinfachung, sondern schafft Verwirrung und ist eher Ausfluss eines bildungsbürgerlichen Erklärungsdranges.
 
Gerade diese unnotwendigen Einzelfestlegungen aber haben in den letzten Jahren bis heute die Diskussion weitestgehend bestimmt, sowohl in Angriff wie Verteidigung. Hätte man diese Wörter in ihrer alten Schreibweise belassen – mehr als 80% der bisherigen Diskussionen hätten nicht in der Form, wie sie abgelaufen sind, stattfinden können; man wäre vielmehr gezwungen gewesen, sich in erster Linie mit den strukturellen Änderungen bzw. Vereinfachungen der Reform auseinander zu setzen. Und das wäre ein echter Fortschritt gewesen.
 
Und wie soll es weitergehen?
 
·         Die Reform mit ihren vereinfachten Regeln muss konsequent weitergeführt werden, alles andere würde zu Verwirrung in unkontrollierbarem Ausmaß führen; nicht zuletzt deshalb, weil Ende August 2004 die neueste Auflage des Rechtschreib-Duden auf der Basis der reformierten Rechtschreibung erschienen ist. Dementsprechend will auch der geplante offizielle ‚Rat für deutsche Rechtschreibung’ die „Entwicklung des Schriftgebrauchs beobachten und das Regelwerk gegebenenfalls dort anpassen, wo es notwendig ist“. Unsicherheiten und Verwirrungen, die durch das bisherige Nebeneinander von alter und neuer Schreibung bedingt sind, werden ab 2005, dem Beginn der alleinigen Geltung der neuen Schreibung,  abklingen. 
·         Dazu wäre es freilich auch notwendig, den Text des amtlichen Regelwerks neu, d.h. klarer, übersichtlicher und strukturierter zu fassen und überdies klar zu machen, was eine bindende ‚Verordnung’ und was lediglich eine kodifizierende Darstellung der Regeln ist. Das wäre eine Aufgabe des ‚Rates für deutsche Rechtschreibung’ im Sinn der oben genannten Absichtserklärung. Da dies freilich bei dem trinationalen Unternehmen auch  größere Verfahrens-Schwierigkeiten mit sich bringen könnte, wäre eventuell  zu überlegen, ob nicht für Österreich auf der Basis des amtlichen Regelwerks ein eigenes Projekt entwickelt werden sollte: einerseits ein kurzer und prägnanter Verordnungstext, der als Rahmenverordnung die wesentlichen Grundlagen enthält, andererseits als Ergänzung dazu ein nicht-amtliches Regelwerk als Kommentar oder noch besser als eigene Publikation, die man zum Beispiel dem Österreichischen Wörterbuch anstelle des bisherigen amtlichen Textes anfügen könnte.       
·         Ein Ziel der Bildungspolitik muss es in diesem Zusammenhang sein, die Menschen an eine offene, unverkrampfte und liberale Haltung der eigenen Sprache gegenüber zu gewöhnen, getragen vom Bewusstsein, dass im Bereich produktiver Sprachgestaltung durch die Gelegenheit zur orthografischen Variantenbildung neue stilistische Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen werden und dass man im rezeptiven Bereich zumindest über Jahrzehnte hinaus - z.B. in der  Belletristik und in pragmatischen  Sachtexten - mit älteren Texten aus der Zeit vor der Reform konfrontiert sein wird, die ja aufgrund der ‚sanften Reform’ ohne Probleme auch für den Durchschnittsleser lesbar geblieben sind. Dadurch könnte auch die verhängnisvolle gesellschaftliche Rolle der Rechtschreibung als Maßstab für die Persönlichkeitsbeurteilung abgebaut und das Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass die Rechtschreibung nicht ‚die deutsche Sprache’, sondern deren unterste Ebene ist. 
 
LITERATUR:
·         Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis. Text der amtlichen Regelung. Hrsg. vom  Internationalen Arbeitskreis für Orthografie, Institut für deutsche Sprache, Mannheim. – Gunter Narr Verlag: Tübingen 1996
·         Gallmann, Peter; Sitta, Horst: Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Regeln, Kommentar und Verzeichnis wichtige Neuschreibungen. Dudenverlag: Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 1996 (Duden-Taschenbücher, Bd.26)
·         Duden. Die deutsche Rechtschreibung. 23., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Hrsg. von der Duden-Redaktion auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln (= Duden Band 1). Dudenverlag: Mannheim, Leipzig, Zürich, Wien 2004
·         Földes, Csaba: Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung im Kontext von Deutsch als Fremdsprache und Auslandsgermanistik. In: Deutsch als Fremdsprache 37 (2000) 4; S.199-209 (http:// www.vein.hu/german/reform.html)
·         Saxer, Robert: Die Rechtschreibreform – Ihre Folgen – Ihre Verfolger. In: Informationen zur Deutschdidaktik (‚ide’), Heft 1/1997, S.62-77
·         Cornelia Niedermeier: Für ein Ende der Kriminalisierung. Zwei „Räte für deutsche Rechtschreibung“. ‚Der Standard’  vom 24. August 2004, S.24.
 
Robert Saxer
Leiter des Universitätslehrgangs ‚Deutsch als Fremd- und Zweitsprache’ und des Sprachzentrums ‚Deutsch in Österreich’ an der Universität Klagenfurt
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Dieser Beitrag erscheint in Nr. 4/2004 der „Informationen zur Deutschdidaktik. Zeitschrift für den Deutschunterricht in Wissenschaft und Schule –‚ide’“  und befindet sich ab 12. September 2004 auf der Homepage:
www.uni-klu.ac.at/daf: Fachbereich Deutsch als Fremdsprache am Institut für Germanistik der Universität Klagenfurt
 
 
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Leider kann ich Saxers Beitrag von 1997 nicht im Netz finden - kann jemand helfen? ( Die Rechtschreibreform – Ihre Folgen – Ihre Verfolger. In: Informationen zur Deutschdidaktik (‚ide’), Heft 1/1997, S.62-77)

Wie gesagt, aus dem Abstand einiger Jahre liest sich alles entwas anders, aber der wüste Ton suchte schon damals seinesgleichen. Ähnlich u. a. im Standard 21./22.8.2004. Und solche Leute mahnen die Kritiker zur Sachlichkeit!

Saxer fand ja von Anfang an die neue s-Schreibung besonders gelungen und schreibt dazu:

Einfache und klare Regularitäten werden durch die komplizierte Darstellung so überlagert, dass man den Blick für die Systematik verliert. Ein klassisches Beispiel ist die an und für sich klare und eindeutige ‚ss-ß’-Regelung (Nach kurzem Vokal steht ‚ss’, nach langem Vokal und Diphthong ‚ß’): Diesen Satz findet man im Regelwerk nicht, man muss sich diese Regel aus zwei Paragrafen – u.a. aus einem kleingedruckten Verweis in Anmerkung – mühsam zusammenreimen.

Leider ganz verkehrt und durch jahrelange Wiederholung nicht richtiger geworden.




R. M. zu »Topten«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2020 um 07.12 Uhr verfaßt.

Laut Duden auch weiterhin das Déjà-vu, obwohl es doch um »das Gesehene« geht.


Ivan Panchenko zu »Topten«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 18.34 Uhr verfaßt.

„Außerdem ergibt sich aber die Merkwürdigkeit, daß das Kardinalzahlwort im Englischen offenbar ein Substantiv sein soll, im Deutschen aber nicht, denn hier heißt es ja weiterhin die besten zehn (aber die zehn Besten).“

Eine Besonderheit ist: Man kann nicht nur zu den Top 10 gehören sagen, sondern auch in den Top 10 landen. Im letzteren Fall bedeutet Top 10 nicht wörtlich ‚beste zehn‘, sondern steht für eine Liste. Bei der traditionellen Schreibweise Top ten wird die Wortgruppe ja auch als substantivisch behandelt.


Ivan Panchenko zu »„Stringent“«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 18.04 Uhr verfaßt.

Stellungnahme von Dr. Bopp (canoonet) zu Tête-à-Tête: „Die Kleinschreibung des zweiten ‚tête‘, wie sie im amtlichen Wörterverzeichnis steht, kann dadurch begründet sein, dass ‚tête à tête‘ im Französischen eine adverbiale Wendung ist und dass Substantive gemäß §55 E2 in fremdsprachigen adverbialen Wendungen kleingeschrieben werden. Die[s] gilt auch, wenn die adverbiale Wendung substantiviert ist. […] Im Gegensatz zu ‚à discrétion‘ […] ist ‚tête à tête‘ […] im Deutschen aber veraltet/unüblich. Canoonet und offenbar auch andere Wörterbücher geben deshalb die Großschreibung des zweiten ‚Tête‘ an. Es ist aber so, dass wir auch angeben sollten, welches die Schreibung in der amtlichen Wörterliste ist.“

Andererseits akzeptiert Duden neben Printing-on-Demand auch Printing-on-demand, vielleicht weil das keine Wortgruppe ist (in § 55(3) geht es um mehrteilige Fügungen und unter einer Fügung wird ja oft eine Wortgruppe verstanden, doch wenn da schon extra „mehrteilig“ steht, geht es vielleicht allgemein um Konstruktionen aus mehreren Teilen), sondern ein einzelnes Wort (man beachte die Bindestriche). Bopp lieferte eine andere Begründung: „In ‚on demand‘ ist ‚demand‘ ein Substantiv (-> Großschreibung ‚Printing-on-Demand‘). Man könnte aber auch argumentieren, dass ‚on demand‘ eine adverbiale Wendung ist (-> Kleinschreibung ‚Printing-on-demand‘), wofür wir aber nicht plädieren. Es gäbe auch Argumente für die Getrenntschreibung ‚Printing on Demand‘ und ‚Printing on demand‘.“

Ich plädiere für Getrenntschreibung, im Englischen kann man zwar print-on-demand service schreiben (attributive Verwendung), schreibt aber print on demand. Rock and Roll soll im Deutschen doch auch nicht mit Bindestrichen geschrieben werden. Printing on demand mit demand in Kleinschreibung wäre konstruierbar aus Printing als einzeln entlehntes Wort und on demand, was aber nicht so naheliegend ist, Printing ist kein so geläufiger Anglizismus. (Klarstellung zu #42505: Duden online hat Face-to-Face-Kommunikation, im Rechtschreibduden ist das Wort nicht verzeichnet.)

Bei die oberen zehntausend/Zehntausend habe ich zu kurz gedacht, man könnte durchaus von den oberen zehntausendEN reden (die paar zehntausend im oberen Bereich), wobei Nathaniel Parker Willis von the upper ten thousand statt von the upper tens of thousands sprach und die letztgenannte Variante im Englischen seltener ist. Dennoch: Wenn ich die oberen zehntausend ohne weitere Qualifikation wie paar gebrauche, dann kann zehntausend doch gar nicht für mehrere zehntausend (unbestimmtes Vielfaches von 10 000) stehen, sondern nur für 10 000, oder? Wenn das so ist (ansonsten wäre das ja mehrdeutig), steht die Schreibweise die oberen Zehntausend in reformierter Rechtschreibung auf wackeligen Füßen.


Ivan Panchenko zu »Noch Mal«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 17.59 Uhr verfaßt.

Für ein paarmal in Reformschreibung ist mir doch noch eine Begründung in den Sinn gekommen: Laut Duden wird paarmal landschaftlich auch ohne ein verwendet (etwas paarmal wiederholen). Während ein Dutzend Mal eine andere Bedeutung hat als dutzendmal, ist paarmal gleichbedeutend mit ein paar Mal, das könnte ein Grund sein, ein paarmal so zu behandeln wie ein wenig. (Na ja.)

Unter korrekturen.de findet sich paarmal zwar in der Spalte „Heutige Rechtschreibung seit 2004/2006“, aber nicht in der Spalte „Reformschreibung 1996 bis 2004/2006“, obwohl sich die Reformregelung diesbezüglich gar nicht geändert hat, nur fand sich in der 21. Auflage des Rechtschreibdudens im Eintrag zu ¹paar „ein paar Mal[e]“ ohne Hinweis auf ein paarmal als Variante und im Eintrag zu ¹Mal „ein paarmal“ ohne Hinweis auf ein paar Mal als Variante. In Zur Reform der deutschen Rechtschreibung: Ein Kompromißvorschlag findet sich „ein dutzendmal, ein Dutzend Mal(e)“ in der Spalte „Neuregelung 1996“, ein dutzendmal ist hier fehl am Platz.


Theodor Ickler zu »Hübsch ausgedacht!«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 16.28 Uhr verfaßt.

Wie ich gerade sehe, scheint der folgende Text, der sich teilweise mit Krimms Schreiben an Martin Valeske deckt, hier noch nicht eingetragen zu sein und auch nirgendwo im Internet zu stehen:

(Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Frühjahr 2006, Internet)
 
Reform der deutschen Rechtschreibung

Seit dem Inkrafttreten der bis 1996 gültigen Regelungen zur deutschen Rechtschreibung von 1901/02 war – vor allem auf dem Hintergrund der Entscheidung von Einzelfällen – ein Dickicht von Sonderregelungen entstanden, das im Interesse der Schreibenden der Vereinfachung bedurfte. Das Erlernen der Rechtschreibung in den Schulen war zu kompliziert geworden. Diese Einschätzung wurde auch durch die Redaktion des Duden geteilt, die an den Beratungen zur Neuregelung teilnahm.

Ab Beginn des Schuljahres 1996/97 wurden die Neuregelungen in den Schulen ohne nennenswerte Probleme umgesetzt. Zur Beseitigung einzelner Unstimmigkeiten sowie zur Verbesserung der Akzeptanz bei den erwachsenen Schreibern bedurften jedoch einzelne Bereiche des Regelwerks – vor allem die Getrennt- und Zusammenschreibung – einer Überprüfung.

Die Kultusministerkonferenz beschloss dementsprechend im Juni 2004, einen Rat für deutsche Rechtschreibung einzusetzen; im Oktober 2004 erklärte die Kultusministerkonferenz, dass sie von dem einzurichtenden Rat entsprechend einer Beschlussfassung der Ministerpräsidentenkonferenz ggf. Änderungen in den Bereichen „Getrennt- und Zusammenschreibung, Fremdwörter, Interpunktion und Trennung“ erwarte.

Nach der Abstimmung mit den internationalen Partnern trat der Rat für deutsche Rechtschreibung am 17.12.2004 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen; den Vorsitz übernahm Staatsminister a.D. Zehetmair. Laut Statut vom 17.06.2005 i.d.F. vom 16.01.2006 gehören zu den Aufgaben des Rats (vgl. Ziff. 1 des Statuts) insbesondere


die ständige Beobachtung der Schreibentwicklung,
die Klärung von Zweifelsfällen (der Rechtschreibung),
die Erarbeitung und wissenschaftliche Begründung von Vorschlägen zur Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache.

Der seit Einführung der Rechtschreibreform zum Schuljahr 1996/97 bestehende Übergangszeitraum für die Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung und Interpunktion sowie für den Überschneidungsbereich von Getrennt- und Zusammenschreibung und Groß- und Kleinschreibung wurde in Bayern bis auf weiteres verlängert, um dem Rat Gelegenheit zu geben, Vorschläge hierzu vorzulegen. In diesem Übergangszeitraum wurden in den Schulen frühere Schreibungen nicht als Fehler gewertet, sondern als „überholt“ gekennzeichnet.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat in acht Sitzungen über die Bereiche der Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung und Interpunktion beraten und sich nach Durchführung eines Anhörungsverfahrens auf die Änderungsvorschläge verständigt, die den staatlichen Stellen nun zur Beschlussfassung vorliegen. Dazu gehören außerdem Änderungsvorschläge zur Groß- und Kleinschreibung (Einzelheiten: vgl. die als Anlage beigefügte Übersicht).

Bei den Vorschlägen des Rats handelt es sich um begrenzte Modifizierungen, insbesondere im besonders nachhaltig kritisierten Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung. Auf die wesentlichen vorgebrachten Kritikpunkte wurde eingegangen, das bisherige System der Regelung einschließlich der Zahl der Paragraphen wurde gewahrt. Der Bayerische Ministerpräsident hat bereits im letzten Jahr erklärt, den Vorschlägen des Rats folgen zu wollen; der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus hat bei den Beratungen der KMK den Vorschlägen des Rats für deutsche Rechtschreibung zugestimmt.

Der Beschluss der KMK lautet wie folgt:

1. Die Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung bilden eine gute und tragfähige Grundlage für die Fortentwicklung der Rechtschreibung. Die Kultusministerkonferenz stimmt ihnen (vorbehaltlich der Zustimmung der Ministerpräsidentenkonferenz) zu und dankt dem Rat und seinem Vorsitzenden für die geleistete Arbeit.

2. Die Kultusministerkonferenz wird der Bundesregierung und den internationalen Partnern - den Unterzeichnern der Wiener Absichtserklärung - die gemeinsame Übernahme dieser Empfehlungen vorschlagen. Sie ermächtigt die Präsidentin, entsprechende Vereinbarungen zu unterzeichnen.

3. Die Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung und das Institut für deutsche Sprache werden gebeten,

1.Regeln und Wörterverzeichnis entsprechend den Empfehlungen des Rats im Netz zugänglich zu machen und
2.die vorgelegte synoptische Übersicht in Form einer Sonderausgabe des "Sprachreports" zu veröffentlichen und als Informationsmittel insbesondere auch für die Schulen zur Verfügung zu stellen.

4. Für den Umgang mit der deutschen Rechtschreibung gelten mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 - also ab dem 01.08. 2006 – die folgenden Bestimmungen:

(1) Die Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung in der Fassung von 2006 ist die verbindliche Grundlage des Unterrichts an allen Schulen.
(2) Die gültige Fassung von Regeln und Wörterverzeichnis (Stand 2006) ist im Internet zugänglich.
(3) Bis zum 31.07.2007 werden Schreibweisen, die durch die Amtliche Regelung (Stand 2006) überholt sind, nicht als Fehler markiert und bewertet.
(4) In Zweifelsfällen werden Wörterbücher zugrunde gelegt, die nach den Erklärungen des Verlages der Amtlichen Regelung (Stand 2006) vollständig entsprechen.


5. Schulbücher können weiter benutzt werden; sie werden im üblichen Erneuerungsturnus ausgetauscht.

6. Die Kultusministerkonferenz hofft, dass auch die bisher kritisch eingestellten Teile der Öffentlichkeit die Umsetzung der Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung als Konsensangebot verstehen und die jetzt gültigen Regeln und Schreibweisen übernehmen. Insbesondere appelliert die Kultusministerkonferenz an alle Verlage und Publikationsorgane, sich dem im Interesse der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung anzuschließen.

Die bayerischen Schulen werden nach Zustimmung der Ministerpräsidentenkonferenz, der Bundesregierung und der internationalen Partner rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahrs die notwendigen Informationen und Hilfen für eine reibungslose Umstellung des Rechtschreibunterrichts erhalten.

Nähere Informationen sind dem Internet-Auftritt des Rats für deutsche Rechtschreibung zu entnehmen; die Adresse lautet: www.rechtschreibrat.com




Anmerkungen:

Es fällt auf, daß die Existenz und Tätigkeit der Zwischenstaatlichen Kommission völlig verschwiegen wird; damit aber auch die im Jahre 2004 wirksam gewordene erste amtliche Revision der Neuregelung.

„Im Oktober 2004 erklärte die Kultusministerkonferenz, dass sie von dem einzurichtenden Rat entsprechend einer Beschlussfassung der Ministerpräsidentenkonferenz ggf. Änderungen in den Bereichen „Getrennt- und Zusammenschreibung, Fremdwörter, Interpunktion und Trennung“ erwarte.“

Es wird verschwiegen, daß der Rat nicht an einen Themenplan gebunden war; die Nennung der Bereiche war allenfalls eine Wunschliste ohne Verbindlichkeit. Die KMK-Präsidentin ließ im Sommer 2005 auf Anfragen brieflich mitteilen:
„Sie bitten darum, dem Rat für deutsche Rechtschreibung Freiheit und Zeit zu geben. Freiheit hat er in der Tat, da er keine Vorgabe bekommen hat hinsichtlich seiner Themenwahl. Auch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz und der Kultusministerkonferenz aus dem vergangenen Jahr sind nicht als thematische Einengung anzusehen, sondern als thematische Prioritätensetzung. In diesem Zusammenhang hat der Rat auch Zeit, denn er ist nicht gebunden, zu einem bestimmten Termin Vorschläge zu unterbreiten.“

„Der seit Einführung der Rechtschreibreform zum Schuljahr 1996/97 bestehende Übergangszeitraum für die Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung und Interpunktion sowie für den Überschneidungsbereich von Getrennt- und Zusammenschreibung und Groß- und Kleinschreibung wurde in Bayern bis auf weiteres verlängert, um dem Rat Gelegenheit zu geben, Vorschläge hierzu vorzulegen.“

Auch diese Darstellung ist irreführend. Der Übergangszeitraum galt für die gesamte Reform, nicht nur für die genannten Bereiche. Erst im Sommer 2005 wurde für die dreieinhalb Bereiche, mit deren Bearbeitung der Rat gerade beschäftigt war, eine Fristverlängerung verordnet, während die KMK zugleich jene Bereiche, die aus Termingründen noch nicht bearbeitet waren, durch Beendigung der Übergangsfrist einer weiteren Veränderung zu entziehen versuchte.

Das Verfahren läuft darauf hinaus, daß die Rechtschreibreform an den Schulen zwar „problemlos umgesetzt“ wurde, aber leider so fehlerhaft ist, daß sie mehrmals korrigiert werden mußte. Man hat also jahrelang etwas Falsches unterrichtet, dies aber „mit gutem Erfolg“ und „ohne nennenswerte Probleme“ ...




Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 11.21 Uhr verfaßt.

Gutmenschen sind weder gute noch böse Menschen, es sind vor allem einfältige Menschen, die glauben, gut zu sein.

Darüber, wie Flüchtlinge besser behandelt werden könnten, gehen die Meinungen sehr auseinander. Viele, die das wollen, sind in meinen Augen sehr vernünftig, Gutmenschen sind allerdings auch darunter.
Organspende hat für mich erstmal nichts mit Gutmenschen zu tun, obwohl es natürlich u.a. auch Gutmenschen tun.


Germanist zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 10.08 Uhr verfaßt.

Nach meinem Verständnis gibt es nun zwei Arten von "Gutmenschen": Den bösen, der die Flüchtlinge besser behandelt haben möchte, und den guten, der seine Organe zur Verfügung stellt.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 06.56 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#42747

Kaesers Hilflosigkeit offenbarte sich in dem plumpen Angebot eines Aufsichtsratspostens für die junge Frau. Diese freihändige Vergabe von Kontrollämtern brachte nicht nur Aktionäre auf die Palme. Kaeser blitzte auch bei der Umworbenen ab. (Sven Astheimer, FAZ 18.1.20)

Das greife ich nur wegen seiner exemplarischen Bedeutung noch einmal auf. Man kann sich über den taktischen Fehler wundern, aber er scheint weniger verwunderlich, wenn man annimmt, daß in gewissen Kreisen alles nur für eine Frage des Preise gehalten wird. Jeder ist käuflich, man muß ihm nur genug bieten. Schon immer hat ein Diogenes ("Geh mir aus der Sonne!") die Mächtigen irritiert.

Die Einladung an mich, bei der Reparatur der Rechtschreibreform mitzumachen, mußte ich mir auch gut überlegen, und tatsächlich haben manche hinterher behauptet, ich hätte die Beschlüsse des Rates (als er noch etwas bewirken konnte), "mitgetragen". Das habe ich aber, wie ich glaube, erfolgreich zurückweisen können, allerdings nur durch meinen theatralischen Austritt nebst doppelseitiger Enthüllungsstory in der FAZ: "Aus dem Leben eines Rechtschreibrates".

Ich will mich aber nicht mit den Klimaaktivistinnen vergleichen, für mich gab es ja kein Risiko.


Theodor Ickler zu »Das große Lamento«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2020 um 05.15 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=880#9817

Elf Jahre nach der flächendeckenden Einführung der Reform sagen deren Propagandisten: "Ein Jahr nach Einführung...", um dann weiterzulügen von der fabelhaften Akzeptanz usw.

Daß die Schüler "schon nach der Reform lernen", war das Hauptargument gegen die Rücknahmeforderung sofort nach dem 1. August 1996.

Daß im Jahre 2017 die Unsicherheit beseitigt sei, erfindet Eckinger mit derselben Bedenkenlosigkeit, wie die Regenbogenpresse ungestraft ihre Prominenten-Stories erfindet, weil niemand etwas anderes erwartet. Die Schulministerien haben es von Anfang an vermieden, ihr gigantisches Unternehmen von einer Erfolgskontrolle überprüfen zu lassen - es gab überhaupt keinen Plan zu einer wissenschaftlichen Begleitung. Nur Reformkritiker wie Uwe Grund haben sich überhauüpt die Mühe gemacht, und sie werden geflissentlich ignoriert.


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