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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2024 um 05.56 Uhr verfaßt.

Mehrere Unionspolitiker fordern eine Wehrpflicht nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen. "Ich glaube, dass wir zwischen den Geschlechtern keine Unterscheidung mehr machen können in der heutigen Zeit", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, im ZDF-Morgenmagazin. Das werde in anderen Bereichen auch nicht gemacht.
Das stimmt nicht ganz. In unserer Universitätsklinik z. B. kriegen nur Frauen Kinder, jedenfalls ab und zu. Aber das kann man auch noch aufgeben, schließlich wollen wir sie nicht zu Gebärmaschinen machen. (Wieso gibt es noch keine Feldwebelin? Sollen die Frauen - „mehr Frauen in Führungspositionen“ - gleich als Generalin oder Admiralin einsteigen (die gibt es schon lange, jedenfalls sprachlich)? Vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1040#44322



Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2024 um 04.47 Uhr verfaßt.

„Gendern“ ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung für den Eingriff, der ja nicht das grammatische Geschlecht betrifft. Man sollte es „Sexualisierung“ nennen, noch genauer „Hypersexualisierung“.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2024 um 04.45 Uhr verfaßt.

Ja, sehr gut. Ich bin froh, daß ich mit 16 nicht wählen durfte.

Wir haben hier verschiedentlich geltend gemacht, daß die Forderung nach Herabsetzung des Wahlalters (im Koalitionsvertrag verankert), politische Wahlen wemiger ernst zu nehmen als z. B. Immobiliengeschäfte. Ich hatte gesagt, daß besonders die Grünen die Politik als eine Fortsetzung des Sozialkundeunterrichts betrachten, pädagogisch wertvoll. Aber der Staat ist nicht die Schule ("schole" = Muße), sondern die "wahrste Tragödie" (Platon). Das haben sie nun davon, und ich kann ebenfalls eine gewisse Schadenfreude nicht unterdrücken, trotz meines grünen Herzens.

Das hat übrigens nichts damit zu tun, daß viele mit 16 und 17 mehr politischen Verstand haben als viele mit 60 oder 70.


Christof Schardt zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 13.06.2024 um 00.16 Uhr verfaßt.

prophetisch, Herr Virch.


Erich Virch zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2024 um 23.09 Uhr verfaßt.

Ich hoffe, ich habe das nicht schon einmal verlinkt: https://virchblog.wordpress.com/2021/11/30/wabernde-gefuhle/


Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2024 um 19.11 Uhr verfaßt.

Egal, was sie wählen, aber unter 18 sind sie eben noch Kinder, Schüler, noch nicht erwachsen, weder verantwortungsbewußt genug noch können sie für ihr Tun voll zur Verantwortung gezogen werden. Deshalb kann auch ich mir die Schadenfreude nicht verkneifen, daß genau die Richtigen, die die Dummheit verzapft haben, nun den Nachteil davon haben.


Wolfram Metz zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2024 um 18.50 Uhr verfaßt.

(»Linke« im weitesten Sinne.)


Wolfram Metz zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2024 um 17.18 Uhr verfaßt.

Grüne und Linke fordern seit langem die Herabsetzung des Wahlalters von 18 auf 16. Eine der Begründungen: heute sind die Jugendlichen mit 16 schon so reif, daß sie endlich das Recht bekommen müssen, über die Zusammensetzung der Parlamente mitzuentscheiden. Kritische Stimmen wurden in den Wind geschlagen, der Verdacht, man wolle die eigenen Ergebnisse ein wenig verbessern, weil junge Leute ja eher links wählen, wurde empört zurückgewiesen. Jetzt, da die 16- und 17jährigen mitwählen durften und die Erstwähler (darunter eben auch diese neue Untergruppe) massenhaft bei der AfD ihr Kreuzchen gemacht haben, ist die Aufregung groß. Nun gilt es, alles herunterzuspielen. Plötzlich können die Jugendlichen die Tragweite ihrer Entscheidung noch gar nicht richtig beurteilen usw. Das ist schon sehr peinlich. Einige entrüsten sich auch über die »verkorkste« junge Generation, statt sich mal zu fragen, woher das alles kommt und ob die Älteren vielleicht was falsch gemacht haben.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2024 um 05.21 Uhr verfaßt.

In einem Gedenkartikel der SZ für Frank Schirrmacher heißt es: "Schusterinnen und Schuster bleiben brav bei ihren Leisten." Man kann also beinahe hoffen, daß sogar Nils Minkmar sich über das Gendern lustig machen will. Aber dann geht es in der üblichen Weise weiter - auf dem Niveau, das Herr Metz gerade so treffend gekennzeichnet hat.


Theodor Ickler zu »Intentionalität und Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 12.06.2024 um 04.22 Uhr verfaßt.

„Unter Handlungen werden Segmente menschlichen (oder natürlich auch tierischen) Verhaltens verstanden, die auf ein bestimmtes Ziel hin organisiert sind und zu dessen Verwirklichung beitragen. (...) Handlungen sind also bestimmte Ausschnitte aus dem fortlaufenden Verhalten der Lebewesen – dem sogenannten Verhaltensstrom –, und sie sind ausgeschnitten und zusammengebunden nach dem Kriterium des gemeinsamen Ziels.“ (Jochen Müsseler/Gisa AschersIeben/Wolfgang Prinz in Gerhard Roth/Wolfgang Prinz, Hg.: Kopf-Arbeit. Gehirnfunktionen und kognitive Leistungen. Heidelberg u. a. 1996:309; korrigiert)
Handeln wird also als Problemlösen definiert. Da es in der Natur, wenn man sich nicht mit anthropomorphisierenden Metaphern begnügen will, keine Ziele und keine Probleme gibt, sind solche Darstellungen in neurologisch orientierten Werken nicht interpretierbar.


Manfred Riemer zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 11.06.2024 um 19.16 Uhr verfaßt.

Korrektur: wissen muß ich hier herausnehmen, denn man kann auch weder die eine Sache noch ihr Gegenteil wissen.

Für finden, glauben gilt es unter der Voraussetzung, daß es sich entweder auf den Sachverhalt A oder dessen Gegenteil bezieht.


Theodor Ickler zu »Der moderne Mensch«
Dieser Kommentar wurde am 11.06.2024 um 19.13 Uhr verfaßt.

Vorgestern habe ich mich ein wenig mit alten Filmen beschäftigt und mir auch mal "Call it murder" angesehen, fast noch ein abgefilmtes Theaterstück. Dann bin ich wieder mal auf "M" gekommen und auf Peter Lorre (László Loewenstein), dessen Leben mich dann eine Weile beschäftigte, auch der frühe Tod seiner Tochter, und ich dachte über solche Schicksale nach, und mir wurde ganz weh ums Herz...
Ein paar Stunden später schlage ich die Morgenzeitung auf und sehe ein große Foto und einen Beitrag über Peter Lorre, anläßlich einer Arte-Doku!

Aber zurück zu den frühen Tonfilmen. Manche Filme gewinnen durch die Musik (ich habe mal "High noon" erwähnt). „Bis auf das Pfeifen verzichtet M völlig auf Filmmusik; bei den frühen Tonfilmen war eigens komponierte Musik noch nicht gebräuchlich, und der minimalistische Einsatz des Leitmotivs entfaltet so noch stärker seine dramatische Wirkung." Und manche nutzen schon wieder die Möglichkeit, die Musik streckenweise auszusetzen und dadurch einen besonderen Effekt zu erzielen, z. B. Hitchcocks "North by northwest" in einer acht Minuten langen Einstellung. Aber im allgemeinen finde ich die Musik lästig, man wird im Alltag schon genug damit berieselt (im Supermarkt eine Qual, ich kaufe so selten wie möglich dort ein). Aber viele Menschen scheinen einen Horror vacui vor der Stille zu haben, auch im Wald und am Strand brauchen sie den Knopf im Ohr.


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