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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Stilistische Pracht«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2024 um 06.31 Uhr verfaßt.

„Canettis Deutung (...) war getragen von passionierter Empathie.“ (Sigrid Löffler, SZ 22.2.24)
Wie kann man so häßliches Deutsch schreiben? Was ist denn an „leidenschaftliches Mitgefühl“ so schlimm? Vielleicht würde die Verfasserin sagen: Das ist nicht das gleiche. - Darüber haben sich schon Lessing und Engel lustig gemacht.


Theodor Ickler zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2024 um 05.48 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1370#51042 (Chomsky als Psychologe):

„Chomsky discards the verb know and substitutes cognize. This is a verb of his own invention, which he is free to define as he sees fit.“ (Roy Harris 2010 https://royharrisonline.com/INP27.html) - „According to Chomsky, someone who cognizes cannot tell one what he cognizes, cannot display the object of his cognizing, does not recognize what he cognizes when told, never forgets what he cognizes (but never remembers it either), has never learnt it and could not teach it. Apart from that, cognizing is just like knowing! Does this commend itself as a model for an intelligible extension of a term?“ (Maxwell R. Bennett/Peter M. S. Hacker: History of cognitive neuroscience. Chichester 2013:247).


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2024 um 05.07 Uhr verfaßt.

Muß alles, was einen Mann attraktiv macht, einen versteckten Nutzen haben, den die Frau verfolgt, ohne es zu wissen?
Der vieldiskutierte problematische (und eigentlich neue) Teil von Zahavis Theorie wird bei Mithen und anderen weggelassen: die Berechnung von Kosten und Glaubwürdigkeit. Anders gesagt: Läßt sich das an Pfauenschleppen entwickelte Prinzip auf den Menschen übertragen? Treiben die Männer mit ihrem Tanz einen zusätzlichen Aufwand, der sich lohnen muß? Würden sie am liebsten in der Ecke sitzen und zuschauen? Würden sie auch tanzen, wenn keine Frauen zuschauen?
Das Balzverhalten schreiben wir den Männern zu, die um Frauen werben, aber warum machen sich Frauen schön, wenn es nicht Werbung um Männer ist? Pfauenhennen sind unscheinbare Eierlegmaschinen, aber Frauen sind kein unscheinbaren Gebärmaschinen (außer in ganz bestimmten Gesellschaften).
Bei Papuas singen die Frauen selbsterfundene Toten- oder Klagelieder. Werden sie dadurch für Männer attraktiver, verbürgen sie tüchtigen Nachwuchs? Das schiene mir weit hergeholt.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2024 um 04.58 Uhr verfaßt.

Zum Thema Tanz und zur "Musilanguage"-Theorie:

Nach meiner Beobachtung können Kinder im zweiten Lebenjahr viel früher mit den Armen und Händen den Takt einer Musik schlagen als ihre Beine im Tanz entsprechend bewegen. Das bleibt im wesentlichen auch beim Erwachsenen so. Ob es stammesgeschichtlich etwas zu bedeuten hat (wenn es stimmt)?


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2024 um 04.53 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1040#34966


Man erkennt das methodische Problem der nachträglichen Deutung historischer und stammesgeschichtlicher Tatsachen: Auf die Frauen wirkt angeblich der pompöse rhetorisch-histrionische Auftritt der Männer sexuell attraktiv, andererseits aber auch die unterkühlte Sachlichkeit, also die Zurücknahme der Modulation gegenüber dem Stimmumfang bei Kindern und Frauen. Je nachdem, wie es gerade paßt. Ich will damit einen möglichen wahren Kern nicht bestreiten, aber man muß vorsichtig sein.

Die Frauen hatten bekanntlich Orpheus und Elvis zum Fressen gern. Alphamänner eben, von denen sie sich unbewußt guten Nachwuchs versprachen. Andererseits finden sie intelligente Männer attraktiv, die sie und den Nachwuchs gut versorgen würden. Steht übrigens alles schon bei Schopenhauer ("Metaphysik der Geschlechtsliebe").


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.02.2024 um 04.42 Uhr verfaßt.

Schönes Beispiel! Man würde, wenn der Name auch noch gegendert wäre, das pedantische Geleier sehr unanngenehm finden, durch den Verzicht auf die gefälligen Trochäen. Aber natürlich dementiert man praktisch die Behauptung, das generische Maskulinum sei überholt oder funktioniere nicht mehr. Das gleiche wiederholt sich täglich tausendfach.


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2024 um 23.31 Uhr verfaßt.

Spender*innen (2×)
Unterstützer*innen (2x)
Mitarbeiter*innen
Patient*innen (3×)
Entscheidungsträger*innen
Helfer*innen

Ärzte ohne Grenzen (29×) - Hier keine *innen!

Das alles auf einer einzigen Seite von
www.aerzte-ohne-grenzen.de
("über uns" -> "Ärzte ohne Grenzen Deutschland")


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2024 um 17.00 Uhr verfaßt.

„...the interpretation of behavioral and cognitive development... brain, mind, and behavior...“

So schreiben sie fast alle und machen es sich leicht mit dem „koordinativen Dualismus“. Man hat nichts versäumt – und alles verdorben.


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2024 um 16.54 Uhr verfaßt.

Ein Mädchen (5;5) fragt beim Ankleiden: "Wie ist es nun richtig? Kommt das Baby aus dem Popo oder aus dem Bauch?"

So richtig vorstellen kann man sich ja beides nicht.

Es aber bestimmt am besten, man beantwortet die Fragen, wenn sie gestellt werden und die Kinder auch die richtigen Worte dafür haben, statt es ihnen vorzeitig aufzudrängen.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2024 um 14.28 Uhr verfaßt.

„There is empirical evidence that, when responding to alarm calls, primates not only attend to the peripheral acoustic features of calls but also maintain specific mental representations associated with these calls.“ (Klaus Zuberbühler in Maggie Tallerman/Kathleen R. Gibson, Hg.: The Oxford Handbook of Language Evolution. Oxford 2012:74)

Das ist begrifflich nicht möglich. „Mentale Repräsentationen“ (traditionell: „Vorstellungen“) sind keine empirischen Daten, sondern gehören zu einer bestimmten Interpretation. Der Beobachter entscheidet sich dafür, die Daten (die „empirical evidence“) mit Hilfe solcher mentalistischen Modelle zu deuten. In einer reinen Verhaltensanalyse haben „Vorstellungen“ - wie das „Mentale“ überhaupt - keinen Platz. Was es heißt, sie seien mit den Rufen „assoziiert“, ist ebenso unklar.



Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2024 um 08.11 Uhr verfaßt.

Noch ein Beispiel für die bequeme Anwendung dess Handicap-Prinzips:
"In many societies today dancing is used as a form of display for attracting mate," Mithen points ut. "Dancing is a means to show off one’s physical fitness and co-ordination, qualities that would have been useful for survival in prehistoric hunter-gatherer societies."
(https://www.livescience.com/619-survival-dance-humans-waltzed-ice-age.html)
Wenn man nicht weiter weiß, kann man immer sagen: Das zeigt Fitness an und wirkt daher sexuell attraktiv.
(Der Archäologe Steven Mithen gehört zu den bekanntesten Forschern auf dem Gebiet der Anthropologie von Musik und Sprache, mit starker Neigung zu neurologischer Spekulation. . http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1106#30915)


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2024 um 07.41 Uhr verfaßt.

Es gibt auch erheiternde Nachrichten.

Unter dem Motto "Pferdehaltung muss bezahlbar bleiben" sind am Samstag Pferdehalter mit rund 60 Pferden durch die Kasseler Innenstadt geritten. Dazu haben 200 Menschen zu Fuß demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 100 Pferden und 250 Teilnehmenden. (18.2.24)


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