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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 13.05 Uhr verfaßt.
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Brief an „Nina Workin“ – US-Gesundheitsminister kritisiert Deutschland wegen Corona-Verfahren (WELT 11.1.26)
Der Inhalt des Briefs entspricht der Sorgfalt in der Anrede. Der sogenannte Gesundheitsminister Kennedy stützt sich anscheinend auf Quellen wie jene junge Frau, die schon Musk und Vance über die schrecklichen deutschen Verhältnisse auf dem laufenden hielt. Die Wahrheit spielt keine Rolle, wenn man die Macht hat, sei es auch nur eine vom Zentralgestirn geliehene. Man fragt sich natürlich, was den Herrn die deutsche Gesundheitspolitik angeht. Greift er der Annexion vor?
Übrigens ist das Fälschen von Attesten und anderen Urkunden in allen Rechtsstaaten strafbar.
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 06.32 Uhr verfaßt.
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Wenn schon bei minus 10 Grad ein großes Zetern anhebt, scheint der letzte wirklich kalte Winter weit zurückzuliegen. 1962/63 gab es in Bayern Temperaturen unter minus 30, die Ostsee war zugefroren, und auch bei uns in Hessen war es wirklich kalt, wie auch zuvor schon ziemlich oft. Gerade lese ich, daß die Holländer seit 29 Jahren vergeblich darauf warten, ihre große Städtetour auf dem Eis machen zu können.
Wir denken selten daran, daß Glasfenster bis in die Neuzeit nicht bekannt oder nur an kirchlichen oder fürstlichen Bauwerken zu finden waren. So verschieben sich die Maßstäbe, aber es ist schwer, der jungen Generation ein nicht bloß theoretisches Wissen davon zu vermitteln. Ernst wird es, wenn wir die Luxusproblemchen unserer Zeit für weltbewegend halten und gar nicht verstehen, daß andere Völker andere Sorgen haben.
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Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 06.21 Uhr verfaßt.
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"Die Sonne heizt die Erde."
Das kommt uns nicht metaphorisch vor, ist es aber. "Heizen" ist ein intentionales Verb (wie "ölen", "schälen"), "aufheizen" wäre in dieser Hinsicht neutral.
"Der Ofen heizt das Zimmer." Die Agentivität ist hier auf das Instrument verschoben, wie beim Schlüssel, der die Tür "offnet". So auch bei der Sonne als Heizer oder als Ofen. Ein sehr üblicher Vorgang, aber nicht selbstverständlich und wohl nicht universal in allen Sprachen möglich. Man darf es aber auch nicht im Sinne einer Weltansicht überinterpretieren.
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Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 06.08 Uhr verfaßt.
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„Brutstätte“ wird im DUW als „abwertend“ bezeichnet: „ eine B. des Verbrechens“.
Was ist hier abwertend? Doch wohl Verbrechen. Richtig ist aber, daß „Brutstätte“ vorwiegend in solchen abwertenden Verbindungen gebraucht wird. Wenn ich also das Institut für deutsche Sprache als „Brutstätte der Rechtschreibreform“ (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=572) bezeichne, deute ich damit an, wie ich die Rechtschreibreform beurteile. Auch „Brut“ allein oder „Ausgeburt“ werden überwiegend in abwertendem Zusammenhang gebraucht und nehmen daher diese Färbung an. Ebenso wenn ich boshafterweise sage, jemand sei durch das Verfassen von Schulbüchern „auffällig geworden“. Man kann das zu den indirekten Metaphern rechnen. Daneben bleibt oft die Möglichkeit eines neutralen Gebrauchs erhalten: „Das PLATZprojekt gilt bundesweit als Brutstätte für unkonventionelle Ideen und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.“ (https://punkt-linden.de/news/platzprojekt-brutstaette-unkonventionelle-ideen/)
So bleibt natürlich auch „Brut“ im zoologischen Sinn unberührt. Außerdem können Schimpfwörter bekanntlich zärtlich gebraucht werden, vgl. „Halten Sie mir bloß Ihre Brut vom Leibe!“ vs. „Darf ich Ihnen meine Brut vorstellen?“
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Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 05.31 Uhr verfaßt.
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„Kein Kontext“ ist auch ein Kontext, und zwar ein unterscheidender. Wenn man zwei oder mehr Ausdrücke ohne Einbettung in einen Text nebeneinanderstellt, sei es gesprochen oder geschrieben, kann die kontextbedingte Neutralisierung der Oppositionen nicht eintreten; eine solche Konstellation wird automatisch als unterscheidend wahrgenommen. Es ist die Situation, in der sich der Wörterbuchmacher üblicherweise befindet, und die Ursache des größten Mangels unserer wenigen distinktiven Synonymiken: Sie enthalten kaum Hinweise auf die unterscheidungslose Austauschbarkeit der behandelten Wörter.
Philologen machen oft den Fehler, einen Bedeutungsunterschied zwischen A und B, den sie einmal erkannt haben, in alle Vorkommen von A und B hineinzudeuten. Wir haben an den Beispielen nichtunterscheidender Kontexte gesehen, wie falsch das ist. Mit den heutigen technischen Mitteln ist es zwar leichter, große Textmassen nach unterscheidenden und nichtunterscheidenden Stellen abzusuchen, aber die Aufgabe bleibt schwierig, weil selbst bei Nichtunterscheidung in der Sache (Selbstmord – Freitod) eine Abschattung in den Konnotationen beabsichtigt sein kann. Aber das ist für den Philologen nichts Neues.
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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 05.11 Uhr verfaßt.
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Die amerikanischen Ölkonzerne können sich über das erbeutete Öl nicht recht freuen. Es muß ja die Preise verderben, so daß die Investitionen sich nicht lohnen, daher Trumps Subventionsversprechen. Noch steigt der Bedarf, aber nicht mehr so schnell und bald gar nicht mehr. Die Welt von gestern mit ihrem zuverlässig steigenden Ölhunger ist vorbei. Die Unternehmen können rechnen.
Gedanken beim Betrachten meines Bücherregal, wo noch einiges aus den sechziger und siebziger Jahren steht, als man den Klimawandel erst zu ahnen begann, sich die Energiewende aber noch nicht vorstellen konnte. So ist es ja auch mit der damaligen Angst vor Übervölkerung der Erde, während uns heute die niedrige Geburtenrate die allergrößte Sorge machen sollte.
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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 04.47 Uhr verfaßt.
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Jedes Jahr genügen ein paar kühle Nächte in Deutschland, um die Mär von der Erderwärmung („staatlicher Irrsinn“) zu widerlegen. Die Rechten triumphieren. Haben Sie gewußt, daß die Erde sich sogar abkühlt? Allerdings: „Zwischen 1992 und 2020 haben die Eischilde Grönlands und der Antarktis insgesamt 7,56 Billionen Tonnen Eis verloren. Der jährliche Eisverlust liegt inzwischen bei rund 372 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr.“ Das werden wir aber auch noch irgendwie erklären, wahrscheinlich ist es sowieso fake und woke.
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Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 04.46 Uhr verfaßt.
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Der Behaviorist sollte sagen: Was die traditionelle Psychologie mit "Denken" usw. zu erfassen oder zu erklären versucht, sind verschiedene Verhaltensweisen, die nicht in einer hypothetischen mentalen Welt stattfinden, sondern in der beobachtbaren Wirklichkeit. Das wird dann, auch von Skinner gelegentlich, verkürzt zu "Denken ist Verhalten". Skinner sagt ja mehrmals, daß wir im Alltag und in populären Texten nicht die Sprache der strengen Verhaltensanalyse reden (und schon gar nicht die Sprache der Neurologie, wie die Churchlands es mit ihrem "eliminativen" Materialismus wollten). Auf dieser Ebene ist es natürlich leicht, Widersprüche zu entdecken. In der Sache ist es aber klar genug.
Die Projektion in eine (metaphorische, trasgressive) "innere Welt" ist ein relativ junges Unternehmen, das seinerseits erklärt werden muß. Wir können richtig zusehen, welche Rolle die Erfahrung mit dem stummen Sprechen dabei spielte. Man hat die Verhaltensforschung als "Psychologie ohne Seele" bezeichnet´. Das ist im Grunde auch die Psychologie des Aristoteles, der unter "Seele" einfach die Belebtheit versteht. Die substantielle Seele der Religion war verabschiedet, die transgressive "innere Welt" der Erlebnispsychologie noch nicht weit ausgebildet.
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Manfred Riemer zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2026 um 01.23 Uhr verfaßt.
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#56976:
"Denken ist Verhalten" [Skinner] ist also meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen.
#56966:
Übrigens: Warum soll das [Denken] nicht zum Behaviorismus passen?
Diesen Widerspruch hatte ich (u. a.) gemeint.
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Theodor Ickler zu »Sprache und Erinnerung«
Dieser Kommentar wurde am 10.01.2026 um 16.59 Uhr verfaßt.
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Eigentlich eine Sonderform des "fliegenden Starts". Bei Galois schadet es mir eher, weil ich mit Galton schon auf der Spur war (sogar mit einer gewissen sachlichen Nähe). Ich erlebe es so, daß sich der Galton unentwegt vordrängt und den Galois blockiert. Ich muß erst von Galton wegdenken.
Dazu paßt auch, daß man oft ein Weilchen später oder am nächsten Morgen keine Schwierigkeiten mehr hat und nicht einmal versteht, wieso man überhaupt welche haben konnte. Bekannt ist auch, daß die abgebrochene Suche "unbewußt" weitergehen kann, so daß man morgens mit dem gestern gesuchten Wort auf den Lippen aus dem Bett springt.
Schon erwähnt hatte ich die Methode, sämtliche Einfälle zu notieren, meistens ist dann einer dabei, der den fliegenden Start erleichtert.
Die "Memory disorders" haben eine Unmasse Theorie hervorgebracht, wie im gleichnamigen Band von Baddeley.
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Wolfram Metz zu »Sprache und Erinnerung«
Dieser Kommentar wurde am 10.01.2026 um 14.43 Uhr verfaßt.
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Wenn mir der Vor- und/oder Nachname einer Person partout nicht einfallen will, gehe ich in Gedanken das Alphabet durch. Ich bleibe dann fast immer am passenden Anfangsbuchstaben hängen und komme so zum richtigen Ergebnis. Ich habe darüber keine Statistik geführt, aber ich schätze die Erfolgsquote auf 80 bis 90 Prozent. Manchmal klappt es nicht auf Anhieb, sondern auf einem Umweg über den Anfangsbuchstaben einer der folgenden Silben oder den Anfangsbuchstaben des Zweitnamens. Beispiel: Bei Frank-Walter Steinmeier könnte es sein, daß ich beim F oder beim W oder beim S oder M hängenbleibe.
Ich habe es mir nach Lektüre all der Beiträge hier zum Thema Kognition, Verhalten und Speicherung abgewöhnt, nach Erklärungen zu suchen, sondern mache mir diesen Trick, ganz unwissenschaftlich, im Alltag zunutze.
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Theodor Ickler zu »Sprache und Erinnerung«
Dieser Kommentar wurde am 10.01.2026 um 06.16 Uhr verfaßt.
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Besonders Eigennamen sind von der "blockierten Erinnerung" betroffen, wahrscheinlich weil sie nicht so in Wortfeldern verwurzelt sind wie normale Wörter. Jeder kennt das Phänomen, aber jeder hat seine eigenen "Lieblinge". Mir zum Beispiel fällt nie auf Anhieb der Name des genialen Mathematikers ein, der sich mit 20 in einem Duell totschießen ließ (dummer Bengel!). Ich weiß, daß er weder Galton noch Dalton hieß. Erst nach einer Weile oder nach einem Spaziergang komme ich auf Galois. Manchmal hilft die Erinnerung, daß er Franzose war.
Freud würde mich auf die Couch legen und so lange assoziieren lassen, bis er herausfindet, mit welcher unangenehmen und daher verdrängten Problematik der Name Galois verbunden ist. Das kann aber nicht stimmen, weil ich sonst überhaupt kein Problem mit unangenehmen Erinnerungen habe, im Gegenteil, ich vergesse gerade so etwas nie.
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