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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 20.38 Uhr verfaßt.

Die Konstruktion "CDU/CSU" (zwei Parteien, aber eine Fraktion) war immer prekär und führt gelegentlich zu Zwickmühlen. Die CDU kann ihren Vorsitzenden kaum übergehen, auch wenn sie ihn nicht für den besten Kanzlerkandidaten hält (vielleicht auch deshalb, weil schon seine Wahl zum Vorsitzenden eine Verlegenheitslösung war). Das würde bedeuten, daß nie ein CSU-Kanzler möglich wäre. Das wäre aber auch nicht gerecht.
Ich sehe nur eine Lösung: Angesichts von Umfragewerten müßte der Kandidat der CDU verzichten. Natürlich kann Söders Stern schnell sinken, aber das ist noch unwahrscheinlicher als daß Laschets Stern steigt. Ich sehe nur Verlierer. Dann müßten wohl die Grünen ran. Wer hätte das gedacht!


Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 15.00 Uhr verfaßt.

Ja, dieses "Malbuch" ist selten dämlich, finde ich auch.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 14.36 Uhr verfaßt.

Vielen Dank noch an Herrn Virch für den Hinweis auf die phantastischen Zeichnungen! Noch verbotener als der niederträchtige Inhalt ist die Zeichenkunst. So gut könnte ich auch zeichnen, nämlich gar nicht. Cacatum non est pictum.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 14.29 Uhr verfaßt.

Zuerst dachte ich; O je, das ist fein ausgedacht und könnte gefährlich werden, wie früher die Polemik gegen das "System" ("Schweinesystem"), als Sammelruf für sehr viele ganz verschiedene Unzufriedene. Aber schon bald zeigte sich, daß auch diesmal das Schlagwort seine eigene Dynamik entwickelt und schnell zur Karikatur wird - wozu natürlich beigetragen hat, was die AfD normal findet.

Ihre Frage, lieber Herr Riemer: Meine primäre Quelle ist "Tichys Einblick", wo ich aus bestimmten Gründen öfters reinschaue. Dort wird Corona teils geleugnet, teils heruntergerechnet. Es ist nicht das wüsteste rechte Medium, aber doch sehr bezeichnend. Ich widerstehe der Versuchung, hier einiges wiederzugeben, was ich dort gelernt habe...

Es hat auch komische Seiten, z. B. das Bestehen darauf, daß Merkel, die bekanntlich in wenigen Monaten aufhört, "Corona" dazu benutzt, ihre Macht zu festigen - die kommunistische Diktarorin, die von Politik nur so viel versteht, wie sie in der FDJ gelernt hat.

Daß Sie das Forsthoff-Theorem anführen, ist nicht ganz fair, denn es handelt nicht vom "Normalen" im Sinne der AfD oder Cora Stephans.


Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 13.50 Uhr verfaßt.

Und was unsere Leitmedien so für normal halten ...
Ein ARD-Reporter (Das Erste) sagte in seinem Live-Kommentar vom AfD-Parteitag in Dresden kopfschüttelnd in die Kamera:

"Sehr rückwärtsgewandt - immer wieder wird hier gesprochen von der Familie aus Mutter, Vater und Kind."


Erich Virch zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 13.12 Uhr verfaßt.

Was die AfD so für normal hält. https://virchblog.wordpress.com/2020/02/29/kannibalenmalen/


Manfred Riemer zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 12.35 Uhr verfaßt.

Andererseits wurde hier schon öfters bedauert, daß Normalos unter die Räder kommen (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1040#43190) bzw. "Die allgemeinsten Interessen haben die geringsten Durchsetzungschancen, weil sie nicht organisiert sind und keine Lobby haben (Forsthoff-Theorem)" (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=783#41495)

Sogesehen ist es vielleicht nicht verkehrt, wenn eine Partei die Normalität zum Programm erhebt.

(Wo gibt es den Slogan bei Corona-Leugnern? Habe ich nicht gefunden.)


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 09.17 Uhr verfaßt.

Es gibt wirklich schlimme Vorurteile über andere Rassen, Völker usw., aber die Scherze über Schildbürger, Ostfriesen usw. haben mit solcher "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" nichts zu tun. Das wird bei der heutigen Überempfindlichkeit der moralischen Heuchler und Denunzianten leider verkannt.

Hier in Erlangen gehören Witze über die doofen Forchheimer zum Alltag (Forchheim liegt in Sichtweite), vor allem wegen deren Unfähigkeit zum Autofahren. Die Fürther sind auch nicht weiter weg, aber genauso blöd.

Über Ostfriesen braucht man nichts zu sagen, die Österreicher auf der anderen Seite bieten auch genug Ansatzpunkte.

Dann gab es immer die lustigen Neger mit ihren großen Töpfen, in denen Missionare oder Großwildjäger (mit Tropenhelm) köchelten. Sie sind leider ebenso verschwunden wie die orientalischen Teppich-Aeronauten. Inder tragen Turbane und flöten Kobras etwas vor. Die Chinesen haben Schlitzaugen und verwechseln immer r und l, mehr braucht man nicht zu wissen.

Man glaubt doch nicht im Ernst, daß solche Klischees unser Verhältnis zu den wirklichen Menschen prägen?



Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 08.39 Uhr verfaßt.

Nach dem Tode Prinz Philips werden die alten Geschichten wiedererzählt, auch die Sache mit den "rassistischen" Schlitzaugen. Aus den vielen Richtigstellungen: https://www.scmp.com/news/world/europe/article/3128990/real-story-behind-prince-philips-infamous-slitty-eyed-remark





Theodor Ickler zu »Intentionalität und Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2021 um 08.19 Uhr verfaßt.

Noch einmal zu Thomas Nagel:

Eine Soziologie, die sich mit der Feststellung begnügt, daß alle Menschen irgendwie leben, ist noch nicht sehr weit fortgeschritten. Von dieser Art ist die vielbestaunte Formulierung, daß es sich für mich irgendwie anfühlt, ein Mensch, ein Mann, Theodor Ickler ... zu sein. Es ist, als wolle man Erika Mustermann eine Summe auf ihr Musterkonto überweisen.
Formal scheint alles in Ordnung, aber in Wirklichkeit kommt nichts voran.



Manfred Riemer zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 10.04.2021 um 20.15 Uhr verfaßt.

Ich habe mir gerade dieses Skinner-Interview angesehen:
https://www.youtube.com/watch?v=CYw9K9qtoiA
Es geht um Vorteile positiver Verstärkung, also Belohnung statt Bestrafung. Es ist interessant, Skinner mal direkt zu sehen und reden zu hören. Bei seinen Beispielen dachte ich an eine amüsante Begebenheit mit meinen eigenen Enkeln.

Die Kinder (5 und 6 Jahre) waren die Woche vor Ostern ein paar Tage bei uns zur Betreuung. Sehr gern mögen sie es, Märchentrickfilme (von Youtube) auf meinem Tablet zu sehen, was ich aber möglichst einzuschränken versuche. Vorlesen lassen sie sich auch sehr gern.

Aus dem Kindergarten bringen sie ja so allerlei Späße mit, z. B. das unheimlich witzige Wort Kacka. Kacka hier, Kacka dort, dazu können sie sich halb totlachen, Opa hat Kacka am Bein, lauter Jubel über den gelungenen Witz. So geht das ständig. Endlich sann ich einen Vormittag auf Abhilfe und sagte, ihr dürft Euch heute abend einen Märchenfilm aussuchen. Große Freude. Aber nur, wenn ihr nicht mehr Kacka sagt! Wenn ich es noch ein einziges Mal höre, gibt es keinen Film. Die Große (6) gleich: Du hast es gerade selbst gesagt! Ich, etwas verlegen, ja, aber nur damit ihr ganz genau wißt, was ich meine. Ab jetzt darf es niemand mehr sagen.
Von da an war tatsächlich Ruhe, ich habe es den ganzen Tag nicht mehr gehört bis wir beim Nachmittagstee saßen. Da sagte meine Frau beiläufig, sie würde nachher zum Essen Rührei machen. Sofort platzte die Kleine (5) voller Begeisterung schreiend heraus: "Rührei mit Ka-". Schlagartig, halb im Wort erstarrend, hielt sie sich mit beiden Händen den Mund zu und schielte aus den Pupillen nach rechts und links. Ich tat so als hätte ich nichts gehört, und natürlich durften die beiden dann vorm Schlafengehen noch den Trickfilm "Die Schöne und das Biest" sehen.
Unerwarteterweise hielt der positive Effekt sogar an den Folgetagen weiter an, auch ohne erneute ausdrückliche Filmversprechen. Skinner wäre sicher begeistert gewesen.





Manfred Riemer zu »Feinste Kommasetzung«
Dieser Kommentar wurde am 10.04.2021 um 12.57 Uhr verfaßt.

Kreml droht in Konflikt einzugreifen

KIEW/MOSKAU - Russland hat angesichts der Eskalation im Konflikt in der Ost-Ukraine mit einem militärischen Eingreifen zum Schutz seiner Staatsbürger gedroht.

(Freie Presse, 10.4.2021, Seite 5)

In dem Fall hätte man mit einem Komma nach droht in der Überschrift gleich für Klarheit sorgen können.


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