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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 13.22 Uhr verfaßt.

Sport ist auch politisch, aber muß man das noch forcieren? Was würden die Deutschen sagen, wenn bei einem Fußballspiel im Ausland der dortige "Gastgeber" die Gelegenheit nutzte, gegen die deutsche Innenpolitik zu polemisieren?

Wenn man ein bißchen in der Welt herumgekommen ist, muß man doch wissen: Viele sind gern bereit, ihr eigenes Land zu kritisieren, aber aus dem Mund von Ausländern hören sie das gleiche nicht so gern. Gilt übrigens auch von Witzen.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 13.08 Uhr verfaßt.

Und noch etwas gibt derselbe Mann zum besten:

Ohne Einsatz von Glyphosat würde es in den großen Anbaugebieten in den USA und Asiens düster aussehen. Die Ernteergebnisse würden wieder auf frühere Quoten zurückfallen. Hungersnöte wären die Folge. (Holger Douglas bei Tichy 21.6.21)

Auch davon versteht er also nichts.



Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 13.03 Uhr verfaßt.

Nicht zu vergessen die erotischen Reize der Amazonen usw., denen schon Kleist erlag. Im Internet werde ich ständig zu Spielen eingeladen, bei denen es hauptsächlich um schlanke bräunliche Frauen mit Pfeil und Bogen, aber sonst wenig Bekleidung zu gehen scheint.


Erich Virch zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 11.41 Uhr verfaßt.

Warum sollten Anthropologen nicht auch auf der Welle zu surfen versuchen?

„Die frühe Jagd war nahezu genderneutral“

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.geschlechterrollen-und-klischees-schon-in-der-steinzeit-gingen-frauen-auf-die-jagd.4bbe7930-e5ac-4046-b2c4-491ba26f3359.html

"In den letzten Jahren zeigte sich auch bei anderen Funden, dass die männlich dominierte Wissenschaft lange Zeit alle Beweise für irgendwie kriegerische Frauen nach Kräften unterdrückt hatte."

https://www.stern.de/digital/technik/ende-eines-patriarchalen-mythos–-frauen-waren-in-der-steinzeit-jaegerinnen-9516676.html


Stephan Fleischhauer zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 09.11 Uhr verfaßt.

arte möchte uns mitteilen, daß vor 25.000 Jahren in Europa gemischtrassige Familien ganz normal waren.
https://youtube.com/watch?&v=v74TKAhJ9W0

12:30
15:20
17:17
19:27

Auch waren Frauen so stark wie Männer

15:55 Sinngemäß: Die europäischen Steinzeitfrauen hätten - nach Skelettanalyse - eine ähnlich stark entwickelte Oberarmmuskulatur gehabt wie Männer und sich deshalb auch an der Jagd beteiligt. (Bisher glaubte man, soweit ich weiß, daß Männer eine etwa doppelt so starke Oberkörpermuskulatur haben wie Frauen, Männer besonders im Werfen Frauen überlegen, Männerhände deutlich größer und stärker als Frauenhände seien. Daß Frauen auch bei professionellem Hochleistungstraining nicht die Muskelmenge aufbauen können wie Männer.)

Der folgende Satz faßt die allgemeine Qualität der Sendung gut zusammen.

16:27 "Vor allem aber kann man feststellen, daß es kein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern dieser Jäger und Sammler gab, allerdings sind das alles Hypothesen."

Es wird sehr viel spekuliert, z.B.

23:22 Unterschiedlicher Aufwand beim Grabschmuck hätte nichts mit Status zu tun, sondern sei durch ungleich verteilte Liebe der Mitmenschen zu erklären, vielleicht jedenfalls. Aber immerhin: Die nordamerikanischen Sioux sehen es auch so.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 07.23 Uhr verfaßt.

Den Jugendlichen ("Kids") wird eingeredet, sie seien die eigentlichen Leidtragenden der Pandemie und ihnen sei bei deren Bekämpfung ein großes Unrecht geschehen. Deshalb hätten sie jetzt aber wirklich ein "Recht auf Party" (FAZ).

Man kann es auch anders sehen.


Theodor Ickler zu »Nichts lernen aus Metaphern«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 07.18 Uhr verfaßt.

Gerade die unzähligen beiläufigen Äußerungen ansonsten ganz verschiedener Autoren illustrieren das als selbstverständlich hingenommene „Menschenbild“ (ich lasse daher die Quellenangaben weg):

Absolut sicher (...) ist die Existenz unserer bewußten Erlebnisse; der Empfindungen, Wahrnehmungen, Erinnerungen, der Gedanken und Gefühle, Triebe und Willenserlebnisse.
-
Zu den Ereignissen in der Welt, von denen wir ein Wissen haben, gehören auch die Gedanken, Wahrnehmungen, Empfindungen, Gefühle, Absichten usw. von anderen Menschen.
-
Menschliches Erleben umfasst Gefühle, Denken, Aufmerksamkeit und Gedächtnis.
-
Unter animus oder anima versteht Augustinus (weitgehend austauschbar) dasjenige im Menschen, was dessen kognitive, perzeptive, affektive, volitionale, appetitive, memoriale und imaginative Leistungen ermöglicht.
-
Wir Menschen sind seelisch-geistige Wesen, wir nehmen Dinge wahr, fühlen und empfinden etwas, denken über Dinge nach, wünschen uns Dinge, sind von etwas überzeugt und dergleichen mehr. In der Analytischen Philosophie des Geistes hat sich für Wahrnehmungen, Empfindungen, Gefühle, Gedanken, Überzeugungen, Wünsche, Absichten und so weiter die zusammenfassende Bezeichnung "mentale Zustände" eingebürgert. An diese Terminologie werde ich mich im folgenden halten.


Dieses Menschenbild beruht auf Vorgaben der heutigen Bildungssprache und ist geschichtlich noch sehr jung. Alle Einzelgrößen sind undefinierbar und nicht wissenschaftsfähig. Die herkömmliche Psychologie fußt aber darauf, und ihre Lehrbücher sind bis heute mehr oder weniger danach gegliedert, wie man bei Durchsicht der Inhaltsverzeichnisse feststellt. Sogar die meisten Werke der „biologischen Psychologie“ fallen nach einer physiologischen Einleitung in das alte Schema zurück. Nur die behavioristische Verhaltensanalyse nicht.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 04.47 Uhr verfaßt.

Wenn wir kleine Insekten beobachten, wie sie navigieren usw., staunen wir vielleicht über die Miniaturisierung. Aber das gleiche findet in unseren vergleichsweise klobigen Körpern statt. Die Erbsubstanz, das Nervengeflecht mit seinen Billionen Synapsen... Kurze Strecken und entsprechend kurze Reaktionszeiten. Daraus resultierend ein schwindelerregend komplexes Zusammenspiel, zu dessen mechanischer Simulation eine Maschine von der Größe des Weltalls nicht ausreichen dürfte. (Notiert beim Betrachten des Nachtgeziefers, das durch die offene Terrassentür hereinfliegt. Ich weiß übrigens, daß die Nacktschnecken gerade unseren Vorgarten kahlfressen, rege mich aber nicht mehr darüber auf. Es ist eben so. „Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein.“)


Theodor Ickler zu »Korpuslinguistik«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 04.35 Uhr verfaßt.

Akzeptabilität Definition 1.3
Jede sprachliche Einheit (z. B. jeder Satz), die von einem kompetenten Sprachbenutzer als konform zur eigenen Grammatik eingestuft wird, ist akzeptabel.
(Roland Schäfer)
(https://library.oapen.org/bitstream/id/1dcc15b6-2c3a-4006-8882-05b5b10677a2/620310.pdf)

Aber der Sprachbenutzer als solcher weiß nichts von der „eigenen Grammatik“ (die ihm vom Linguisten unterstellt wird). Er hat auch keinen Überblick über seinen Sprachgebrauch. Auf Befragen macht er bekanntlich oft falsche Aussagen über sein wirkliches Sprachverhalten.
Bei toten Sprachen, reinen Korpussprachen ist ohnehin keine Sprecherbefragung möglich, und doch sind zu solchen Sprachen die gründlichsten Grammatiken geschrieben worden.
Daß sich Linguisten immer noch mit „Akzeptabilität“ herumschlagen, gehört zum verhängnisvollen Erbe Chomskys.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 23.06.2021 um 03.48 Uhr verfaßt.

Bei diesen Unternehmungen experimentieren die Orang-Utans in der Regel nicht, sondern finden sofort eine geeignete Möglichkeit. Offenbar besteht ein hoher Selektionsdruck darauf, solche Situationen zu begreifen und rasch, sicher und flexibel zu meistern, denn stereotype Verhaltens- und Bewegungsmuster würden wohl sehr oft versagen.

Es fehlt die jahrelange Vorgeschichte, die bei Freilandbeobachtungen schwer zu dokumentieren ist. Nur gelegentlich läßt der Verfasser Jürgen Lethmate erkennen, daß die Affen sehr viel mit Gegenständen gespielt und dabei unzählige Erfahrungen durch Versuch und Irrtum gesammelt haben. Auch das Verhalten im Spiegeltest wird nicht genau untersucht: Wie lernen die Tiere, den Spiegel zur Kontrolle eigener Bewegungen zu nutzen? Spekulationen über „Selbstbewußtsein“ sind wegen der undefinierbaren Begriffe nicht zu gebrauchen..

Westafrikanische Schimpansen (...) knacken mit dicken Aststücken und Steinen, die ihnen als Hammer dienen, sechs verschiedene Sorten harter Nüsse, wobei sie das Werkzeug passend zur Härte der Frucht wählen – oft nehmen sie sogar gleich den richtigen Hammer mit. Übrigens unterweisen die Weibchen ihren Nachwuchs in diesem Gebrauch.>

Wie geschieht die Unterweisung? Werden sie nur nachgeahmt, oder machen sie auch vor? Warum dauert es Jahre, bis ein junger Schimpanse das Nüsseknacken beherrscht, das seine Mutter ihm "vormacht" (nicht wirklich, sie macht es einfach, kümmert sich aber nicht darum, wie gut der Nachwuchs es schon kann).


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 22.06.2021 um 14.44 Uhr verfaßt.

Auf der Website des Rechtschreibrates prangt jetzt das Motto:

Die Sprache verändere sich ständig, aber die geschriebene Sprache vor allem in Schule, Verwaltung und Rechtspflege müsse eindeutig sein.

Dr. Josef Lange


Darüber könnte man lange nachsinnen, vor allem über das "aber". Und war nicht die Veränderlichkeit der Sprache gerade zur Rechtfertigung der Reform angeführt worden?


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.06.2021 um 14.20 Uhr verfaßt.

Die Ablehnung des Genderns wäre wohl noch deutlicher, wenn die Leute wüßten, wie ein wirklich konsequent gegenderter Text aussieht. Bisher haben sie ja fast immer nur halb oder noch weniger gegenderte zu Gesicht bzw. zu Gehör bekommen.
Im übrigens trifft leider zu, was Herr Virch sagt: Nur auf der extremen Rechten gibt es einen einigermaßen geschlossenen und programmatischen Widerstand, das ist wirklich schade. Aber es gilt eben auch hier: Das allgemeinste Interesse ist am schwersten zu organisieren und gerät leicht unter die Räder.


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