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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2019 um 16.16 Uhr verfaßt.

Mit Gleichschaltung hat der neue JU-Vorsitzende nicht Merkels Politik mit derjenigen Hitlers verglichen, sondern einfach den täglichen Sprachgebrauch der AfD übernommen, was bei regelmäßiger Lektüre einschlägiger Texte leicht passieren kann.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2019 um 16.09 Uhr verfaßt.

Auch die FAZ läßt ausgewachsene Wirtschaftswissenschaftler auf die sechzehnjährige Greta los, weil sie in ihrem blauäugigen Idealismus keine vollständig durchgerechnete Lösung des Klimaproblems parat hat.


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2019 um 16.01 Uhr verfaßt.

Wie doof muß man sein, um das Rad nicht zu erfinden?
In Amerika vor Kolumbus (und Australien) hat man es nicht erfunden, bei sonst erstaunlichen Kulturleistungen, z. B. Schrift. Das ist ein ziemlich großes Rätsel. Warum wurde das Rad nicht überall erfunden und nicht schneller? Jonnie Hughes meint, aus Mangel an Vorstellungskraft im Sinne Poppers: "We must, in fact, possess an imagination, because without one, we couldn´t have a Popperian intelligence." Das ist allerdings eine Petitio principii, denn die Popperschen Wesen sind gerade dadurch definiert, daß sie Problemlösungen an inneren Modellen durchspielen (mentales Probehandeln), was ich bereits mit Skinner als Pseudoerklärung durch einen Homunkulus mit der Folge des unendlichen Regresses zurückgewiesen habe.

Erfindungen brauchen eher wegen des Konservatismus der Gesellschaft so lange. Die lebenswichtigen Fertigkeiten wurden an die nächste Generation weitergegeben und waren viel zu wichtig, als daß man irgendwelche Neuerungen, also Abweichungen, hätte zulassen können. Aus diesem Grund blieben Faustkeile Hunderttausende von Jahren unverändert.

"A Plains Indian upon first sighting a French trapper sitting atop his wheeled wagon may well have thought, just as the eminent Victorian biologist Thomas Henry Huxley thought upon hearing Darwin´s theory of natural selection, ´How extremely stupid not to have thought of that!´" (On the origin of tepees. New York 2011:188)


Theodor Ickler zu »Nichts lernen aus Metaphern«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2019 um 08.23 Uhr verfaßt.

Zu "Hedges" (s. Haupteintrag):

Manche machten sie zu einer Art neuen Zeitrechnung. (Zeit 21.11.12)

Das führt zu einer Art neuer Berliner Mauer. (Spiegel 13.12.99)

Man kann das so deuten, daß sowohl die schwache als auch die starke Adjektivdeklination möglich sind. Allerdings ist im zweiten Fall auch die Deutung als Genitivattribut möglich, vgl.: eine Art neuer Berliner Mauer entstand. Eindeutiger bei Maskulina und Neutra:

Das Smartphone ist vielen Jugendlichen zu einer Art zweitem Gehirn geworden. (Spiegel 5.1.18)



Theodor Ickler zu »Nichts lernen aus Metaphern«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2019 um 18.23 Uhr verfaßt.

Wikipedia "Osterparadoxon" gibt die ausführlichste Erklärung, für die man sich aber etwas Zeit nehmen muß. Am einfachsten macht es die Augsburger Allgemeine auf der Kinderseite. Irgendwie ist tatsächlich der Papst schuld, da haben Sie recht!


Manfred Riemer zu »Nichts lernen aus Metaphern«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2019 um 17.35 Uhr verfaßt.

Noch mal was zum Mond. Auf den Kerl ist leider auch kein Verlaß mehr. Gestern war ja Vollmond, der erste in diesem Frühling. Also sollte eigentlich kommenden Sonntag Ostern sein. Aber darauf müssen wir noch 4 Wochen länger warten, diesmal bis nach dem zweiten Frühlingsvollmond!

Vielleicht ist aber auch der Papst dran schuld, weil der leider irgendwie nach dem Mond rechnet.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2019 um 14.36 Uhr verfaßt.

Im Weltglücksreport der UN ist Deutschland von Platz 15 auf Platz 17 "abgerutscht".

Die Gallup-Umfrage zeigt exemplarisch, wie man es nicht machen soll. Das Ergebnis kann nicht valide sein.


Theodor Ickler zu »Mund voll«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2019 um 08.05 Uhr verfaßt.

Sehr gut dargestellt! Manche Reformer wollten Hand analog wie Faß usw. als Maßeinheit rechtfertigen, aber das geht wegen des hinzugefügten Adjektivs nicht; man sagt ja nicht zwei Hand Stoff. Umgekehrt kommt zwei Faß voll vor, wohl als Kontamination zweier Konstruktionen zu deuten.


Theodor Ickler zu »Der moderne Mensch«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2019 um 06.38 Uhr verfaßt.

Der automatisch steigende Indexpreis für den Rundfunk wird also kommen.

Die Rundfunkanstalten üben eine quasi-hoheitliche Funktion über das ganze Volk aus. Man erlebt es ja auch im Alltag: Wenn das Fernsehen kommt, hat alles andere zurückzustehen. Wie konnte es soweit kommen?


Manfred Riemer zu »Mund voll«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2019 um 10.31 Uhr verfaßt.

Ich versuche mal eine Gegenüberstellung. Ich würde schreiben:

Die Tür steht eine Handbreit offen.
Die Öffnung ist eine Hand breit.

*Die Öffnung ist eine Handbreit.

Wie man sieht, ist beides nicht dasselbe, das darf man nicht einfach unterschlagen. Allenfalls könnte man diskutieren über

?Die Tür steht eine Hand breit offen.

Das schreibt auseinander, wer auch sagen würde:

Die Tür steht zwei Hände breit offen.
?Die Tür steht zwei Händebreit offen.

Letzteres widerstrebt mir, wäre aber evtl. auch möglich, oder?
Wer aber sagen würde

Die Tür steht zwei Handbreit offen.

Der muß auch die Einzahl zusammen schreiben, nicht:

*Die Tür steht zwei Hand breit offen.






Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2019 um 05.59 Uhr verfaßt.

Die panische Angst des SPD-Vorstands vor Atheisten oder auch christlichen Säkularisten (http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=196#11001) ist schwer zu verstehen.

Übrigens gab es im vorigen Kabinett Merkel keine Konfessionslosen. Im gegenwärtigen machen immerhin 4 Minister keine Angaben, aber 9 von 16 sind katholisch und 3 evangelisch. Das spiegelt natürlich nicht die Bevölkerung wider, aber es scheint niemanden zu stören. Oder man redet einfach nicht gern darüber, was ja gute alte deutsche Tradition wäre. Als gottlos möchte man nicht gelten, auch wenn man es ist.


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2019 um 05.16 Uhr verfaßt.

„Religionsfreiheit heißt nicht nur Freiheit von Religion, sondern auch Freiheit zu Religion, d.h. der Staat fördert auch, dass es Kirchen und Religionsgemeinschaften gibt.“ (Kerstin Griese, Religionsbeauftragte der SPD)

Aber das Grundrecht auf Religionsfreiheit kommt wie alle Grundrechte nicht dem Staat zu, sondern dem einzelnen Bürger. Sonst wäre der Staat frei, sich für eine Konfession zu entscheiden usw. - was offensichtlich nicht im Sinne des GG und der allgemeinen Menschenrechte wäre.

Wir sind schon als Schüler mit dem Spruch traktiert worden, Freiheit sei nicht nur „von“, sondern auch „zu“, was harmlos klingt, uns aber doch auch gleich wieder vereinnahmen sollte. Das war damals so der Zeitgeist.


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