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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Sternchen«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2019 um 03.41 Uhr verfaßt.

Von vielen Adjektiven behaupten Schulgrammatik und Wörterbücher, sie seien ohne Steigerungsformen. Fast immer lassen sich Belege finden, die wären dann "falsches Deutsch". So einfach ist es aber nicht.

Dass männliche Jugendliche häufiger (vollendeten) Suizid begehen als weibliche Jugendliche, wird oft vor allem auf die Wahl letalerer Methoden bei Männern zurückgeführt. (https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/028-031l_S2k_Suizidalitaet_KiJu_2016-07_01.pdf)

Tödlichere Methoden sind solche, die eher zum Tode führen.



Theodor Ickler zu »Kreativ und innovativ«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2019 um 03.36 Uhr verfaßt.

Verspätete Antwort:

"büffeln, laborare et sudare, angestrengt, wie ein büffel arbeiten, ochsen (...)" (Deutsches Wörterbuch)


Christof Schardt zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 23.13 Uhr verfaßt.

Auch schön: Unwucht.


R. M. zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 19.27 Uhr verfaßt.

»Reine« Negation liegt beispielsweise vor in Unsterblichkeit, aber nicht in Unmensch. Dem Unmenschen wird seine Menschlichkeit abgesprochen, aber nicht sein Menschsein.

Wenn in Unmenge etwas negiert wird, dann vielleicht die Bestimmbarkeit dieser Größe. Aber Menge selbst ist ja auch schon unbestimmt.

Wer entscheidet darüber, was ein Präfix »in Wirklichkeit« bedeutet?


Manfred Riemer zu »Apostroph«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 16.19 Uhr verfaßt.

Duden online ist doch wirklich das letzte.
Gerade las ich dort unter dem Stichwort "tun":

- tus doch! (mach deine Drohung doch wahr!)
- was tuts? (umgangssprachlich: na und?; was solls?)
das Auto tuts noch einigermaßen, tuts nicht mehr so recht


Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 12.09 Uhr verfaßt.

Meiner Ansicht nach geht es bei der Vorsilbe Un- auch bei den Wikipedia-Beispielen Unzahl, Unsumme, Unmenge, Untier nur scheinbar um ein Augmentativ. In Wirklichkeit handelt es sich immer um eine Negation.

Natürlich ist auch das Untier eigentlich ein Tier, und auch der Unmensch ist eigentlich ein Mensch. Aber darum geht es überhaupt nicht. Wenn man Untier, Unmensch sagt, dann meint man, es sei so schrecklich, abwegig usw., daß es eben irgendwie kein Tier oder Mensch ist. Man sagt das ja auch ganz wörtlich, z. B. so: "Das sind keine Menschen mehr, die so etwas tun." Also Nichtmenschen, Unmenschen, wie Nichttiere, Untiere. Das hat nichts mit der Größe zu tun, es ist reine Negation.

Genauso ist das mit unvorstellbaren, erschreckenden Zahlen, Summen, Mengen, keine, mit denen man gewohnt ist umzugehen, also eigentlich gar keine richtigen Zahlen, Summen, Mengen.
Die einzige Eigenschaft, mit der eine Zahl, Summe, Menge erschrecken kann, ist eben ihre Größe. Deshalb wirkt das Un- hier zufälligerweise wie ein Augmentativ. Aber bei den anderen, gleichgelagerten Beispielen (Untier, Ungeheuer, Ungeziefer, Unmensch, Unhold, Unkraut, Untat, ...) kommt es gar nicht auf die Größe an.



Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 10.22 Uhr verfaßt.

Manche "erfinden sich neu" (= verändern oder korrigieren sich), andere werden "zerlegt", vor allem Fußballmannschaften wie unser Nürnberger Club; aber gerade "zerlegt" (= kritisiert) ein Youtuber auch die Regierung Merkel. Journalisten finden solche Redeweisen offenbar unwiderstehlich.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 04.24 Uhr verfaßt.

Auch vor der Europawahl 2019 wird wieder der hohe Anteil der Briefwähler kritisiert. Ich bleibe bei meiner Ansicht http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1024#36296.

Manche überhöhen auch den Gang zum Wahllokal, als sei es eine kultische Handlung, von der sich niemand ausschließen dürfe. (Früher mußte man ein Bußgeld zahlen, wenn man sonntags nicht zur Kirche ging. Von Shakespeares Mutter ist es schriftlich belegt.)


Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2019 um 01.41 Uhr verfaßt.

"Negation und negative Konnotation sind nicht dasselbe."

Dasselbe nicht, aber ist nicht eine negative Konnotation auch eine Negation?


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2019 um 20.45 Uhr verfaßt.

Nee, es ist eher eine Lücke. Immerhin gibt es
Un...[art usw.].
Aber Unkosten gibt es natürlich. Und mein Wörterbuch ist deskriptiv.
Vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1225#23021
und weitere Einträge dort.


Germanist zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2019 um 19.20 Uhr verfaßt.

Im Icklerschen Rechtschreibwörterbuch gibt es die "Unkosten" nicht. Zu recht, denn die gibt es gar nicht. Weder als Verneinung noch als Vergrößerung.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2019 um 15.51 Uhr verfaßt.

Die Regenfälle dieser Tage lassen bei welt.de mehr als 1000 Klima-Experten in die Tasten greifen. „Erst verbrennen, nun ersaufen. Was denn nun Greta?“ „Wo bleibt Greta und die Klimaerwärmung?“ „Unsere Klimahysteriker haben nun ein Problem.“ Usw.


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