zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Theodor Icklers Sprachtagebuch

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Theodor Ickler zu »Selbstlähmung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2017 um 08.31 Uhr verfaßt.

Von Eisenbergs neuem Buch sollte man nicht zuviel erwarten. Er hebt mehrmals hervor, daß er das amtliche Regelwerk inhaltlich nicht antasten, sondern nur die Formulierung verbessern wolle.


Theodor Ickler zu »Störfaktor Englisch«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2017 um 05.10 Uhr verfaßt.

Regelmäßig tritt sie – in Rezitalen oder mit renommierten Orchestern – in den bedeutenden Konzertsälen auf. (https://www.muenchenticket.de/guide/tickets/1404g/Valery+Gergiev.html)

„von einem Solisten dargebotenes oder aus den Werken nur eines Komponisten bestehendes Konzert“ (Duden)

„Auch bei einem Konzert eines Solisten, der von einem Klavier begleitet wird, spricht man von einem Rezital. So wird z. B. ein Klavierrezital von einem Pianisten dargeboten, ein Violinen- oder Flötenrezital von einem Violinisten oder Flötisten, eventuell mit Klavierbegleitung. Auch bei Gesangsdarbietungen mit oder ohne Klavierbegleitung wird die Bezeichnung Gesangsrezital verwendet, wobei auch andere Bezeichnungen nach dem Inhalt der Darbietung verwendet werden wie z. B. Liederabend.“ (Wikipedia)

Was denn nun? Brauchen wir ein solches Wort? Wie sind wir bloß ohne es ausgekommen?


Theodor Ickler zu »Die syntaktische Ruhelage«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2017 um 16.43 Uhr verfaßt.

Zur Vermeidung von Hypotaxe gehört auch, was ich hier schon angeführt habe:

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1440#20685

Es hat kein Pfarrer so lange gepredigt, einmal hat er doch aufgehört.

Es ist keine Mutter so arm, sie hält ihr Kindlein warm.


Sehr häufig auch außerhalb von Sprichwörtern:

Ein Produkt kann noch so gut sein, der Erfolg entscheidet sich letztendlich am Markt.

Zu beachten ist das kataphorische so, das einen Bezug, eine nähere Erläuterung usw. ankündigt.


Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2017 um 07.10 Uhr verfaßt.

Ob die Klagen der Mathematiker über den "kompetenzorientierten" Unterricht (http://www.tagesspiegel.de/downloads/19549926/1/offener-brief.pdf) berechtigt sind, kann ich als Fachfremder nicht beurteilen.

Schüler müssen den mathematischen Kern aus Textaufgaben erst herauspräparieren? Das war schon immer so und hat auch seinen Sinn, auch wenn es den reinen Mathematiker nicht befriedigt.

Abiturienten haben den Mittelstufenstoff vergessen? Wenn sie ihn jahrelang nicht anwenden, ist das unvermeidlich. Die Mathematik sollte eigentlich unser tägliches Brot sein, dann wird sie auch nicht vergessen. Von keinem berufstätigen Erwachsenen wird erwartet, daß er Feinheiten von zehn anderen Berufen im Kopf hat. Die mathematischen Künste junger Leute stehen meist isoliert neben allem anderen, was sie auch noch abfragbar beherrschen sollen. Diese Perspektive ist den Verfassern des Offenen Briefes anscheinend fremd.


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2017 um 18.47 Uhr verfaßt.

gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Formen:

Wieder werden Äpfel und Birnen verglichen.
Die "weibliche Form" (auf -in) bezieht sich aufs natürliche Geschlecht, die "männliche Form" jedoch zunächst nur aufs grammatische Geschlecht, welches neutral gegenüber dem natürlichen ist. Erst durch die mutwillige Umdeutung der "PC"-Anhänger wird diese "männliche Form" auch aufs natürliche Geschlecht bezogen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2017 um 04.18 Uhr verfaßt.

Tausendmal so oder ähnlich zu lesen:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Formen verzichtet, sämtliche Formen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht. (Konrad Adenauer Stiftung)

Für eine bessere Lesbarkeit kann es sein, dass nur eine Geschlechtsform verwendet wird, obwohl alle Geschlechter gemeint sind. (https://www.ausbildung.de/berufe/logopaede/gehalt/)

Man gesteht also ohne weiteres zu:

1. Das generische Maskulinum funktioniert nach wie vor.
2. Es ist besser lesbar.

Meliora probant, deteriora sequuntur. (Anderswo schon zitiert, bleibt aber ewig wahr und erklärt die Hälfte des Weltgeschehens.)


Theodor Ickler zu »Umfragen II«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2017 um 04.09 Uhr verfaßt.

Die WELT läßt uns abstimmen:

„Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht derzeit, ein vernünftiges Fundament für eine Arbeitsebene mit dem impulsiven US-Präsidenten Donald Trump zu legen. Was meinen Sie, ist das der richtige Kurs?“

Soviel Interpretation schon in der Frage! Kann ich für Unvernunft stimmen?


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 20.03.2017 um 12.01 Uhr verfaßt.

Du mit deinen ewigen Verkehrsregeln! Natürlich sind nicht die Regeln selbst ewig, sondern dein Gerede davon. Diese Verlagerung auf die äußerungskommentierende "Ebene" nennt man autoklitisch. Das autoklitische Element ist aber nicht metasprachlich gebraucht, sondern "integriert"; es ist also grammatisch nicht von einem Teil der "Proposition" zu unterscheiden, in diesem Fall: es könnte sich durchaus um ewige Verkehrsregeln handeln...
Mit "Grammatikalisierung" ist das nicht zu erfassen, das Autoklitische ist umfassender.


Theodor Ickler zu »Sternchen«
Dieser Kommentar wurde am 20.03.2017 um 09.30 Uhr verfaßt.

Aus einer neueren grammatischen Arbeit:

*Das nervt mich sowas von.

(Vgl. schon http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1512#27633)

Das ist so oft belegt, daß es nicht mehr als ungrammatisch gekennzeichnet werden kann; freilich ist es nicht hochsprachlich, aber einige tausend Belege im Netz sind mehr als nichts.

Die Wendung muß zuerst vor Substantiven aufgekommen sein und ist vergleichbar dem älteren was für ein. so etwas von Lärm, dann: so was von laut, schließlich vor Verben: daß mich das so was von nervt. Damit ist dann die Logik endgültig verdunkelt, das Ganze kann wie EIN Wort aufgefaßt und als neues Adverb auch nachgestellt werden: Das nervt sowasvon.


R. M. zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 19.03.2017 um 10.05 Uhr verfaßt.

Vielleicht fällt ihm ja etwas zum Schicksal seiner niederländischen Parteifreunde ein?


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 19.03.2017 um 09.20 Uhr verfaßt.

Wie ich gerade im Radio höre, wird mit Spannung erwartet, ob Martin Schulz heute etwas Inhaltliches sagen werde.

Erstaunlich nach all dem Jubel. Die Rhetorikforscher scheinen hier etwas versäumt zu haben.


Theodor Ickler zu »Participium praesentis«
Dieser Kommentar wurde am 19.03.2017 um 05.00 Uhr verfaßt.

die Fixierung der Klammer schließenden Position (Christa Dürscheid/Jan Georg Schneider (Hg.): Handbuch Satz, Äußerung, Schema. Berlin, Boston 2015:121)

So schreiben heute die Germanisten nach jahrelanger Beschäftigung mit deutscher Grammatik.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Übersicht | nach oben


© 2004–2017: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM