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Theodor Ickler zu »Schwarzrotgold«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2026 um 16.25 Uhr verfaßt.
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"Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott."
Der Bundeskanzler spricht von Fußballspielern, nicht etwa von Soldaten.
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Theodor Ickler zu »Plastikknöpfe«
Dieser Kommentar wurde am 30.06.2026 um 04.44 Uhr verfaßt.
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Im Feuilleton wird manchmal die Literaturinstitutsliteratur kritisiert. Naturgemäß haben die Absolventen von Literaturinstituten die besten Chancen, Literaturpreise zu gewinnen, weil die Jury die gleichen Maßstäbe anlegt wie die Institute, vielleicht sogar in Personalunion. (Hat nicht Kathrin Passig es vor Jahren demonstriert?) Jedenfalls ist die Herstellung von Unterhaltungsliteratur kein Geheimnis mehr. Damit läßt sich aber die Frage nicht länger aufschieben, wie die KI das Geschäft verändert. Wer hätte gedacht, daß "Kunst" der Bereich ist, der sich am leichtesten automatisieren läßt?
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Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 18.29 Uhr verfaßt.
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„Sexualisierter Kontakt zu Männern“ – das kannte ich bisher nicht, es regt die Phantasie an.
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Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 17.44 Uhr verfaßt.
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Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=897#54542
Der "spielzeugfreie Kindergarten", den auch Donata Elschenbroich als Projekt der letzten Jahre vorstellt, ist wohl nicht so neu, wie denn auch die Kritik des Spielzeugs nicht erst mit Walter Benjamin aufkam. Ich bin der Sache aber nicht nachgegangen, Helmholtz war meine früheste Quelle.
In unserem Dorf gibt es einen sparsam ausgestatteten, schön am Waldrand gelegenen Spielplatz mit Schaukeln, Rutsche und was zum Klettern, dazu ein Sandkasten, der aber erstens nicht vor Hundehaltern sicher ist, die ihre Hunde nachts übers Gelände führen, und zweitens immer mehr mit Plastikspielsachen angefüllt wird, die den Besuchern so wenig wert sind, daß sie sie einfach liegenlassen.
Viel reizvoller ist der angrenzende Wald. Die Kinder dürfen ihn aber meistens nicht nutzen, weil sie vom Baum fallen oder sich sonstwie verletzen könnten. Man erkennt darin den Zeitgeist.
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Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 16.56 Uhr verfaßt.
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Ich kenne mich damit ja nicht wirklich aus, habe nur wenig gelesen. Auch wir verhalten uns so, als ob wir Vorstellungen hätten...
Habe ich welche? Je genauer ich der Sache nachgehe, desto zweifelhafter wird es mir. Das ist eigentlich mein Punkt, nicht die beiläufig erwähnten Aphantastiker.
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Ivan Panchenko zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 15.38 Uhr verfaßt.
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Beim Thema Aphantasie ist es doch so, daß es offenbar ETWAS gibt, was da vor sich geht (vielleicht auch mehrere Dinge, die wir nicht klar trennen), es aber schwer ist, das objektiv zu messen und überhaupt präzise zu fassen (was genau bedeutet es, «sich etwas vorzustellen»?). So bleibt uns übrig, das Thema mit Selbstauskünften zu untersuchen. Sie meinen: «Ich bestreite, daß Vorstellungen mehr als eben diese Redeweise sind. Menschen, die mit der Redeweise nichts anfangen können, gelten als ‹Aphantasten›, mit dem Krankheitsbild der ‹Aphantasie›.» Aber kann das wirklich auf die Beherrschung einer Redeweise reduziert werden? Es gibt doch Tagträumer, die vor sich hinphantasieren, auch wenn sie das anderen nicht mitteilen. Und Aphantasiker sind doch in der Regel dazu fähig (nehme ich mal an), sich zu verstellen und so zu reden, als hätten sie Vorstellungen; und doch ist ETWAS anders, nicht?
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Theodor Ickler zu »Was macht eigentlich ...«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 14.27 Uhr verfaßt.
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Wie ich zufällig sehe, ist Peter Schmachthagen (Meyer) voriges Jahr verstorben. Wir haben ihn hier hauptsächlich unter "Blüthen der Thorheit" kennengelernt. Vor vielen Jahren habe ich gehört, daß er nicht nur durch seine Verspottung der Kritiker zur Verteidigung der Rechtschreibreform beigetragen, sondern auch durch seinen Einfluß im Springer-Verlag ihre Durchsetzung gefördert hat.
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Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 12.04 Uhr verfaßt.
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So vertraut mir die Rede von Vorstellungen ist – man kann darauf doch keine ernsthafte wissenschaftliche Psychologie aufbauen! Also etwa eine Verhaltensepisode mit einer „Vorstellung“ beginnen lassen, als sei das etwas Reales. Von dieser naiven Art sind aber die meisten „Spracherzeugungs“-Modelle, etwa das einflußreiche von Levelt, dem sich auch Theo Herrmann wider besseres Wissen angeschlossen hatte, und heute findet man so etwas in allen Lehrbüchern, mit unwesentlichen terminologischen Variationen („concept“ statt „Vorstellung“, und es wimmelt von „Repräsentationen“).
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Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 11.05 Uhr verfaßt.
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Bei „ich sehe es genau vor mir“ ist die Illusion einer inneren Schau noch am plausibelsten, obwohl die Annahme eines inneren Bildes, einer „Repräsentation“ sich nicht halten läßt. Aber wie ist es mit „ich höre die Symphonie genau“ („vor mir“ sagt man hier nicht, weil das Gehör kein gerichteter Sinn ist)? Rieche ich innerlich nicht auch ganz genau den Duft der Pfefferminze oder des frisch gemahlenen Kaffees? Soll man annehmen, daß irgendwo wenigstens die gleichen komplexen Muster von Nervenzellen erregt sind wie bei einer wirklichen Wahrnehmung? Dafür gibt es keine physiologischen Hinweise.
Übrigens: So genau ich auch die ersten Takte von Beethovens Neunter zu hören glaube – detaillierte Nachfragen zur Instrumentierung usw. könnte ich so wenig beantworten wie jene Fragen nach Einzelheiten des Straßenbildes, das ich „genau vor mir sehe“. Dafür kann ich aber die Stimmung „nacherleben“, in der ich als Schüler war, wenn ich die kostenlose Generalprobe der Neunten zu besuchen pflegte (eigentlich keine Probe, sondern eine ganze normale Aufführung zum Jahresende, nur eben für mittellose Schlucker wie mich). Wie ist die Stimmung „repräsentiert“? Leeres Gerede der Kognitivisten.
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Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 10.51 Uhr verfaßt.
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„Man muss, wie es scheint, daran erinnern, dass ein Satz ebensowenig aufhört, wahr zu sein, wenn ich nicht mehr an ihn denke, wie die Sonne vernichtet wird, wenn ich die Augen schliesse.“ (Gottlob Frege: Die Grundlagen der Arithmetik. Breslau 1984:VI)
Das ist eine Mystifizierung von „Satz“, „Wahrheit“ und „Denken“. Eine wahre Aussage ist ein gelungenes Sprachverhalten. Das Gelingen kann man erst feststellen, wenn das Verhalten stattfindet, es existiert nicht unabhängig davon. Wie die Mathematiker ihre Tätigkeit und deren Gegenstände auffassen, ist eine andere Frage, aber auf die Sprache bezogen wie in Freges Logik hat das Ganze keinen Sinn. Die Analogie zur Wahrnehmung eines Gegenstandes ist irreführend.
Man abstrahiert aus verschiedenen Formulierungen und Übersetzungsäquivalenten die „Aussage“ oder „Proposition“, als existiere sie unabhängig davon, sogar unabhängig von den Menschen, die solches Sprachverhalten ausführen. Dazu muß man eine Welt der idealen Gegenstände oder eben eine ideale Welt konstruieren.
Zur Beherrschung der deutschen Sprache gehört die Redeweise, daß ich mir etwas vorstellen kann und daß ich mit meinen Worten Gedanken usw. ausdrücke. Ich bestreite, daß Vorstellungen mehr als eben diese Redeweise sind. Menschen, die mit der Redeweise nichts anfangen können, gelten als „Aphantasten“, mit dem Krankheitsbild der „Aphantasie“. Warum sie sich im Zuge ihres Spracherwerbs diesen Teil nicht zu eigen gemacht haben, ist eine ungelöste Frage.
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 29.06.2026 um 10.50 Uhr verfaßt.
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Der Zermürbungskrieg der Rechtschreibreformer gegen die Reformkritiker war letzten Endes erfolgreich. Es gab auch Journalisten, die zwar die Reform nicht gut fanden, aber ihre Genugtuung äußerten, weil der Staat endlich einmal etwas gegen die ewigen Nörgler durchgesetzt hatte. Daß dabei auch die Reform inhaltlich erodierte, ist nicht so wichtig wie die grundsätzliche Unterwerfung. Der äußerlich auffälligste, aber linguistisch unwesentlichste Teil, die Heysesche s-Schreibung (die mal als überholt galt), wird ausnahmlos befolgt, hinzu kommen einige unsichere Großschreibungen. Das genügt als Signal. In sehr weiter Ferne liegt die Frage, was es gebracht hat, ob also das Schreiben leichter geworden ist und die Schüler weniger Fehler machen. Es gilt fast als unfein oder banausisch, daran zu erinnern.
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Ivan Panchenko zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 28.06.2026 um 15.28 Uhr verfaßt.
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Zu #46564: Mich hat «Demisexualität» erst stutzig gemacht, aber gemeint ist hier keine Verhaltensweise oder Haltung (Ablehnung von Gelegenheitssex), sondern eine Orientierung, bei der sexuelle Anziehung zu fremden Personen gar nicht erst verspürt wird. Wir können aber nicht nur von homosexueller Orientierung, sondern auch von homosexuellem Verhalten sprechen, und in Bezug auf das Verhalten würde «demi» komisch wirken, so als wäre das nur die halbe Portion.
In Niger sind jetzt (Juni 2026) LGBTQIA-Praktiken kriminalisiert: «Toute personne qui commet ou tente de commettre un acte impudique ou contre nature ou pratiques Lesbiennes, Gays, Bisexuelles, Transgenres, Queers, Intersexes, Asexuelles (LGBTQIA+), entretient ou tente d’entretenir des relations sexuelles avec une personne de même sexe, est punie d’un emprisonnement de cinq (5) ans à moins de dix (10) ans et d’une amende de dix millions (10.000.000) à cent millions (100.000.000) de francs CFA.»
Was sind asexuelle Praktiken, geschweige denn Intersex-Praktiken? Das ist ja sehr dehnbar – müssen Menschen schon mit Inhaftierungen rechnen, wenn sie sich selbst als asexuell bezeichnen, oder ist das noch in Ordnung, solange keine entsprechende Pride-Flagge verwendet wird? Das Gesetz ist zu vage formuliert.
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