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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Erich Virch zu »Tabu«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2019 um 10.15 Uhr verfaßt.

https://virchblog.wordpress.com/2016/02/01/gutdeutsch/


Theodor Ickler zu »Tabu«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2019 um 06.46 Uhr verfaßt.

Die Scheu, Menschen mit substantivierten Adjektiven zu bezeichnen und damit ein Attribut zur Substanz zu machen, haben wir an verschiedenen Beispielen besprochen (Jude > Mensch jüdischen Glaubens usw.).

In der Medizin und den medizinischen Hilfsberufen wird das auch diskutiert. Demente sind "Menschen mit Demenz".
Das hat allerdings unbequeme sprachliche Folgen für Ableitungen usw.

(Zum Problem s. etwa: https://malteser-blog.de/demenz-oder-dement-wie-sprache-pragt/)

Bald wird jeder Erfahrungen mit Demenz in der Verwandtschaft haben, was die Angst davor nicht verringern wird. Sprachliche Kosmetik ist ein hilfloser Versuch, mit dem Entsetzlichen umzugehen, verdient aber Anerkennung, wenn dahinter das Bemühen steht, die Würde der kranken Person so lange wie möglich zu wahren. Aus meiner eigenen Erfahrung denke ich, daß die Kranken sehr viel mehr mitbekommen (und darunter leiden), als man bequemerweise meinen möchte. Aber für die pflegenden Angehörigen ist es um so anstrengender.

Früher stellten Taubstumme (wie ich immer noch sage) einen Teil der Dorfidioten. Heute verdienen sie als Informatiker usw. ihr Brot. Ein erfreulicher Wandel der Einstellung, den man auch auf anderen Gebieten beobachtet.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2019 um 06.29 Uhr verfaßt.

Man hat vorgeschlagen, die Beschimpfungen, die Künast hinzunehmen habe, auf die Richter des LG Berlin anzuwenden und abzuwarten, was geschieht.
Der Ergebnis ist voraussagbar: Die Richter (ein Mann, zwei Frauen) werden juristisch einwandfrei und logisch messerscharf beweisen, daß die Fälle nicht vergleichbar sind.


Theodor Ickler zu »Überflüssige Wörter«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2019 um 06.24 Uhr verfaßt.

Welchen Sinn sollte es auch haben, den Wortschatz eines Menschen (Wortbesitz) mit dem Wortschatz einer Sprache (Thesaurus) zu vergleichen? Letzterer ist eine abstrakte Größe, eine von außen (von Lexikographen) zusammengezählte Menge ohne reale (wirksame) Existenz.
Goethe mit seinem außerdordentlich großen Wortschatz ist (wie jeder) ein armer Wicht angesichts der Millionen thesaurierbarer Wörter der deutschen Sprache; das ist völlig uninteressant.
Es zeigt die oberflächliche Sicht, die vielleicht gut genug für Interviews und Presseerklärungen zum "Reichtum" und zur "Verarmung" des Deutschen ist.

Das Goethe-Wörterbuch hat ja auch nicht die triviale Aufgabe, sämtliche Wörter aufzulisten, die Goethe gebraucht hat, sondern ihre Bedeutung in verschiedenen Umgebungen darzustellen. Das ist der eigentliche "Reichtum" einer Sprache.


R. M. zu »Überflüssige Wörter«
Dieser Kommentar wurde am 21.09.2019 um 16.35 Uhr verfaßt.

Hoberg scheint nicht zu wissen, daß es ein vielbändiges Göthe-Wörterbuch gibt.


Theodor Ickler zu »Überflüssige Wörter«
Dieser Kommentar wurde am 21.09.2019 um 04.36 Uhr verfaßt.

Ich würde behaupten, es gab noch nie einen so grossen Wortschatz wie heute. Goethe wäre froh gewesen, wenn er unseren heutigen Wortschatz gehabt hätte. (Rudolf Hoberg im Tagesanzeiger 29.7.10)

Gibt es eigentlich Zeugnisse, wonach Goethe mit seinem Wortschatz unzufrieden gewesen wäre? Dagegen spricht, daß er mehrere Fremdsprachen beherrschte, aber kaum Wörter daraus entlehnte. Die meisten heutigen Deutschen haben einen viel kleineren aktiven Wortschatz als Goethe. Passiv kennen sie viele Wörter aus Fachsprachen, aber das nützt ihnen nichts, weil sie damit noch nicht die Fachkenntnis besitzen.
An welcher Stelle hätte Goethe von modernen deutschen Wortschatz Gebrauch machen sollen? Er hatte ja nicht das Bedürfnis, molekulargenetische Sachverhalte usw. darzustellen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.09.2019 um 04.00 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1040#17903

Gerade haben wir wieder Anlaß, uns über das Autoritäre, Wissenschaftsfeindliche der Universitätsverwaltungen zu beschweren, wie es in den Verlautbarungen einer enthemmten Gender-Bürokratie zum Ausdruck kommt. Der zitierte Text fuhr schon damals fort:

Gleichstellungspolitik ist eine zentrale Querschnittsaufgabe an der Universität Erlangen-Nürnberg, die sich in einer Vielfalt von Aktivitäten und  Perspektiven widerspiegelt. Ein umfassendes, modernes Gleichstellungskonzept soll alle gleichstellungspolitischen Aktivitäten bündeln und deren strukturelle Einbindung sowie die strategische Ausrichtung der Gleichstellungspolitik als bedeutsamen Bestandteil des Leitbildes der Universität Erlangen-Nürnberg aufzeigen.
Das Gleichstellungskonzept dient sowohl der internen wie externen Kommunikation bestehender und geplanter Gleichstellungsmaßnahmen als auch der Sichtbarmachung  des Standortvorteils unserer Universität.
Das Gleichstellungskonzept der Universität Erlangen-Nürnberg wird derzeit in Kooperation von Universitätsleitung, Frauenbeauftragten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Büros der Frauenbeauftragten ausgearbeitet. Die Fertigstellung ist für April 2010 geplant.
Ansprechpartnerinnen sind:
Prof. Dr. Johanna Haberer
Dr. Sabina Enzelberger


Die einzigen, die nicht mitreden dürfen, sind die Fachleute.

(Für Außentehende: Die Uni Erlangen leistet sich einen Lehrstuhl für Christliche Publizistik. S. a. "Universitätsprediger".)


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.09.2019 um 03.13 Uhr verfaßt.

Die Wikipedia möchte lesbar bleiben, gendert also nicht. Diskussionen gab es natürlich:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Geschlechtergerechte_Sprache

Ein Beiträger schrieb: Wikipedia ist keine Umkleide.


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 20.09.2019 um 22.39 Uhr verfaßt.

Auf die Mathematik bezogen, hätte er recht. Selbst wenn 97% aller Mathematiker an eine Vermutung glauben, ein einziges Gegenbeispiel reicht, sie zu einer bloßen Randnotiz aller zukünftigen Lehrbücher zu machen.
Aber so eindeutige Ergebnisse liefert die Klimaforschung nicht. Jedes Gegenbeispiel dort ist auch wieder mit Unsicherheit behaftet.

Vielleicht ist das Klima ja wirklich noch ungenügend erforscht. Verringern wir unter großen Anstrengungen den CO2-Ausstoß, könnte die Mühe umsonst gewesen sein, aber wir überleben. Machen wir sorglos weiter wie bisher, könnte es dazu bald zu spät sein.

Selbst wenn es also stimmte, daß die Ursache der Klimaänderung nicht sicher erforscht ist, kann es nicht heißen, Kopf in den Sand und weiter so, sondern Vorsicht und zumindest solange Zurückhaltung, bis wir eben sicher sind.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 20.09.2019 um 18.29 Uhr verfaßt.

Zu den Klimabeschlüssen erscheinen bei welt.de sofort an die 2000 Leserzuschriften, die meisten auf Weidels Linie. Einer schreibt:

„Es ist vollkommen irrelevant, ob 97 Prozent der Wissenschaftler davon überzeugt sind, oder nicht. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht in demokratischen Abstimmungen gewonnen. Bereits ein relevantes, abweichendes, reproduzierbares Forschungsergebnis reicht, um ein Theoriegebäude einstürzen zu lassen.“

Da hat jemand Wissenschaftstheorie gelesen, aber nicht genug. Wenn die Relativitätstheorie hundertmal bewiesen und einmal widerlegt worden ist, wird man nicht die hundert Beweise verwerfen, sondern nach einer Erklärung der entgegenstehenden Befunde suchen. Das hat nichts mit demokratischer Abstimmung zu tun.
In diesem Fall kommt noch hinzu, daß die Klimaforschung größtenteils nicht experimentell, sondern historisch ist, daß es also um die Interpretation von Befunden geht, deren Zustandekommen man kaum manipulieren kann.


Manfred Riemer zu »hin und mit«
Dieser Kommentar wurde am 20.09.2019 um 16.33 Uhr verfaßt.

Eigentlich sollte die Antwort sein:
Auf meinen Speicherchip.


Theodor Ickler zu »hin und mit«
Dieser Kommentar wurde am 20.09.2019 um 07.54 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1368#25346

Gerade kocht die Debatte um "Upskirting" wieder hoch. Das Fotografieren in den Schritt (FAZ) wird unter „sexualisierte Gewalt“ subsumiert, anders geht es ja nach heutigen Vorgaben nicht.

Mit solchen Untaten überspannter Geschlechtsgenossen nicht vertraut, geniere ich mich ein wenig für sie. Wenn ich allerdings in der FAZ lese, daß man auf einigen Fotos nicht nur den "Schritt", sondern auch das Gesicht der fotografierten Frauen erkenne, bewundere ich die Fototechnik.

Aber eigentlich geht es mir ja um die Verbrektion: Wohin fotografieren Sie?


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