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Beiträge zum Thema

»Wenn der Duden Not tut
Auch eine Art Nachhilfe«

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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 11.05.2017 um 20.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#11604


Der deutschsprachige Online-Duden kennt als Haupteintrag nur verschrien [Forts. folgt]
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2015 um 23.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#11122


Der Online-Rechtschreibduden gibt als Synonyme zu „ziel­füh­rend“ an:

Erfolg versprechend, erfolgreich, gut gehend, heiß, vielversprechend

(Da fehlen mir die Worte – bzw. weiß ich jetzt, was ich vom Online-Duden zu halten habe.)
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Dieser Beitrag wurde am 11.12.2011 um 23.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#8393


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 11.12.2011 um 22.53 Uhr

Lieber Herr Wrase,

warum in aller Welt echauffieren Sie sich so? Meinen Sie nicht, daß Sie hier aus einer Mücke einen Elefanten machen?

Ihrem ursprünglichen Beitrag habe ich doch gar nicht widersprochen. Vielmehr habe ich ausdrücklich gesagt, daß ich ebenfalls die Icklersche Behandlung von "Masora/Massora" für besser halte.

Ihr Beitrag hat mich zum erstenmal mit diesem Wort bekanntgemacht. Vielen Dank dafür. Er hat mich auch dazu angeregt, über die Ursache dieser Schreibvarianten nachzudenken. Ebenfalls vielen Dank für Ihren sachdienlichen Hinweis, daß auch unter Hebraisten die Aussprache mit stimmhaften s verbreitet ist. Allerdings werden wohl diejenigen Hebraisten, die "Massora" schreiben, das Wort auch mit stimmlosem s aussprechen. Das macht die Sache aber nur noch rätselhafter. Könnte es etwa sein, daß es in den verschieden Varianten des Hebräischen (darunter nicht nur antikes, sondern auch heutiges Hebräisch) ebenfalls unterschiedliche Aussprachen gibt? Darauf habe ich aber bisher keine Hinweise finden können.

Was hat denn das Thema "Rechtschreibreform produziert Analphabeten" mit der Frage "Masora/Massora" zu tun?

[Nichts. Und deshalb wurde die unpassende Diskussion verschoben. – Red.]

Ihre Vermutung, daß ich mich über meine eigene Aussprache irren könnte, hat mich allerdings tatsächlich zum Widerspruch gereizt.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 11.12.2011 um 01.42 Uhr

Lieber Herr Achenbach,

wie erwartet, haben Sie wieder reichlich Gelegenheit gefunden, mir zu widersprechen. Zuerst hatten Sie erklärt: "Da ich des Englischen mächtig bin, spreche ich live ja auch mit stimmhaftem f aus und nicht, wie der Duden mir weismachen will, [stimmlos]." Mit dieser Formulierung haben Sie unrealistischerweise unterstellt, daß jeder, der des Englischen mächtig ist, auch im Deutschen den Auslaut stimmhaft spricht, und damit zum Widerspruch herausgefordert. Jetzt geben Sie zu, daß Ihr Sprechverhalten im Deutschen, diesen Auslaut betreffend, eine exotische Ausnahme ist. Warum behelligen Sie uns zuerst mit einer Behauptung, bei der Sie Ihre höchsteigene Marotte als allgemeingültiges Bedürfnis darstellen? Ein ähnliches exotisches Bedürfnis ist Ihre vorangehende Bekanntmachung, daß Sie in einem deutschen Wörterbuch einen Hinweis darauf finden möchten, ob der s-Laut in Mas[s]ora in der hebräischen Ursprungssprache stimmhaft oder stimmlos ausgesprochen wird, um sich dann danach richten zu können. Wer außer Ihnen hat ein solches Anliegen, Fremdwörter auch im Deutschen möglichst original aussprechen zu wollen, egal wie die eigene Umwelt spricht – und auch dann, wenn es sich um eine antike Ausgangssprache handelt? Wohl kaum jemand, und deshalb werden Sie in einem normalen deutschen Wörterbuch diesen Hinweis nicht finden. Die Redaktionen verfassen ja nicht Wörterbücher für Klaus Achenbach, sondern für die Allgemeinheit.

Ausgangspunkt dieser Diskussion war meine Mitteilung darüber, daß der Duden es bis heute versäumt hat, bei diesem hebräischen Wort die Hauptvariante zu verzeichnen. Das hätten Sie einfach interessiert zur Kenntnis nehmen und so stehen lassen können. Zudem hatte ich darauf hingewiesen, daß das Ickler-Wörterbuch diesen Fehler bereinigt hat. Daran gibt es ebenfalls nichts zu rütteln. Sie hätten auf diese Verbesserung einfach mit Anerkennung reagieren können. Stattdessen mäkeln Sie mit der genannten exotischen Begründung herum, auch dieses Wörterbuch stelle Sie nicht zufrieden. Könnten Sie nicht einfach mal mit diesen krampfhaften Kritteleien aufhören?

Ich brauche auch nicht Ihre Aufforderung, mir die verschiedenen Lautwerte des Phonems /l/ anhand von deutsch wohl und englisch well zu vergegenwärtigen. Meinen Sie denn, nur Sie hätten genug Englisch gelernt, um den Unterschied zu bemerken? Ich hatte mich bei live (englisch) und live (Fremdwort im Deutschen) sogar gefragt, ob ich schreiben soll, daß sich die beiden Sprachen im Anlaut "einigermaßen einig" seien – oder ob "einig" die bessere Darstellung ist. Ich kam zu dem Ergebnis, daß es albern und argumentativ nicht sinnvoll wäre, feinste Schwankungen bei diesem [l] mit den deutlich verschiedenen Auslauten [v] vs. [f] in einen Topf zu werfen. Ich ließ also bewußt fünfe gerade sein. Für Sie natürlich wieder der zwingende Anlaß, mich mit einer Gegenrede zu belehren. Das ist nicht nur unnötig, sondern in bezug auf eine potentiell fruchtbare Unterhaltung einfach nur destruktiv.

Es gibt gute Gründe, für den Auslaut von live (Fremdwort im Deutschen) die Aussprache stimmlos [f] anzugeben. Es gibt gute Gründe, stimmhaft [v] anzugeben. Aber das ist eine Diskussion, die nicht in den Strang "Rechtschreibreform produziert Analphabeten" gehört.


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 11.12.2011 um 00.08 Uhr

Lieber Herr Wrase,

auf die Frage Wort oder Schreibvariante will ich jetzt nicht eingehen, um Sie nicht unnötig zu agassieren.

In einem muß ich Ihnen aber wirklich einmal ernsthaft widersprechen:

Ich irre mich keineswegs. Ich spreche live tatsächlich auch im Deutschen immer mit stimmhaftem Schlußvokal aus. Das gilt auch für alle anderen in Frage kommenden englischen Wörter. Der Primitivfehler, die deutsche Auslautverhärtung auf englische Wörter anzuwenden, ist mir ein Greuel. Das gilt für live ganz besonders, wohl wegen des Sinnunterschieds zu life.

Ich gebe zu, daß ich insofern ein Exot bin. Denn ich höre in Deutschland nur die Aussprache [laif], die mir aber völlig zuwider ist. Das mag daran liegen, daß ich in meinen frühesten Kindertagen mit (amerikanischem) Englisch aufgewachsen bin. Deutsch habe ich erst im fünften Lebensjahr gelernt.

Ansonsten spreche ich englische Wörter im Deutschen möglichst in einer den deutschen Aussprachegewohnheiten angepassten Weise aus. Das gilt für live mit Ausnahme des Auslauts wohl auch. Was nun die Diphtonge anbetrifft, so ist die Aussprache im Angloamerikanischen regional und individuell so unterschiedlich, daß von einer Aussprachenorm kaum eine Rede sein kann.

Was nun die Aussprache des anlautenden l anbetrifft, muß ich Ihnen leider erneut widersprechen. Da sind sich "beide Sprachen" keineswegs einig. Im Englischen und wohl noch mehr im Amerikanischen wird das l etwas "dunkler" ausgesprochen als im Deutschen. Im Anlaut ist das vielleicht etwas weniger deutlich als im Auslaut. Vergleichen Sie doch mal die Aussprache von wohl und von well.

Übrigens gibt das Icklersche Wörterbuch für live die Aussprache [laiv] an.

Die im Duden häufig angegebenen Primitivaussprachen englischer Wörter sind hier ja wiederholt zur Sprache gekommen. Dabei ist der Duden aber wiederum keineswegs konsequent. So meint der Duden, unbedingt das Wort Handout aufführen zu müssen, und gibt dafür in etwa die Aussprache ['hentaut] an. Auf Duden.de findet sich aus unerfindlichen Gründen auch noch das Wort Hangover, dessen Aussprache aber annähernd als ['hä:ngouve] angegeben wird. In der Tonausgabe ist der Unterschied noch deutlicher. Außerdem meint der Duden in beiden Fällen noch eine (im Englischen völlig unübliche) Alternativaussprache mit Betonung auf der zweiten Silbe angeben zu müssen.

Mir scheint, es wäre überfällig, daß der Duden sich mit einem englischen Wörterbuch zusammentut und ein gemeinsames, wirklich deutsch-englisches Wörterbuch herausgibt. Anscheinend gehören ja inzwischen alle englischen Wörter zum deutschen Wortschatz.
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Dieser Beitrag wurde am 11.12.2011 um 23.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#8392


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.12.2011 um 11.34 Uhr

Es gibt hier zwei wohlbekannte Probleme, die man aber doch auseinanderhalten muß: erstens variierende Schreibweisen, die als "korrekt" gelten (z. B. mehr oder weniger fachsprachlich normiert usw.), zweitens die Fehlschreibungen, unter denen jemand nachschlagen könnte, der nicht Bescheid weiß. Manche Wörterbücher (Bertelsmann) haben immerhin ansatzweise auch Fehlschreibungen aufgenommen, um den Ratsuchenden auf den richtigen Eintrag zu lenken. Aber das hat natürlich seine Grenzen, denn während die Zahl der korrekten Schreibungen auf eine oder zwei beschränkt ist, gibt es der Fehlschreibungen naturgemäß unendlich viele.

Das hat übrigens grundsätzliche Bedeutung, und wir haben es schon öfter diskutiert: Soll ein Rechtschreibwörterbuch nur die erlaubten Schreibweisen anführen oder auch die verbotenen? Ich habe damals das Strafrecht herangezogen: Was nicht verboten ist, ist erlaubt (nulla poena sine lege). Die Rechtschreibnorm kann nur andersherum verfahren, s. o. und auch meinen Kritischen Kommentar.

Was übrigens die Bedeutungsangaben in meinem Wörterbuch betrifft, so darf ich an die Vorgeschichte erinnern: Ich hatte zuerst überhaupt keine Bedeutungen angegeben, außer wo es zur Disambiguierung von Homonymen notwendig war. Dann sind aber gerade aus dem Freundeskreis so viele Bitten an mich herangetragen worden, mein Wörterbuch doch dudenähnlicher zu machen, daß ich in ungefähr 1000 Arbeitsstunden die jetzigen Bedeutungsangaben hinzugefügt habe. (Es gibt auch ein Dutzend kleinerer Fehler, die aber mangels Neuauflage nicht mehr korrigiert werden konnten.) Es ist aber trotzdem kein Bedeutungswörterbuch, man darf da nicht zuviel erwarten. Jeder weiß ja,daß und wie er zu Mas(s)ora noch Näheres erfahren kann. Für den allerersten Anfang genügt aber meine Angabe ("Sammlung von Erklärungen zum AT"), nicht wahr?

Herr Wrase hat recht, auch die Fachleute verwenden im allgemeinen nicht durchweg die richtige Aussprache, weil sie dann nämlich von Laien kaum noch verstanden werden. Das betrifft nicht nur die Semitisten, sondern auch die Sinologen und sogar die Indogermanisten. Ich weiß zum Beispiel sehr gut, wie die allbekannten Namen der indischen Literaturdenkmäler ausgesprochen werden, aber ich käme mir affig vor, wenn ich sie in einem deutschen Kontext verwenden würde, und viele Leute würden auch nicht gleich mitkriegen, wovon ich überhaupt rede. Im Chinesischen kann man sich inzwischen eine halbkorrekte Aussprache (z. B. "mau" für den Großen Führer) leisten, aber selbstverständlilch lassen sogar Sinologen dabei die Töne weg, was aus chinesischer Sicht eigentlich absurd ist.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 10.12.2011 um 09.56 Uhr

Interessant an dem Duden-Eintrag ist doch nur folgendes: Meistens verzeichnet der Duden die üblichen Schreibungen, teilweise aber überhaupt nicht. Hätte der Duden sich aufmerksamer und konsequenter nach den realen Schreibungen gerichtet, dann hätte sich der Ruf nach einer Reform erübrigt.

Für das Versagen des Duden ist Masoret ein Paradebeispiel, auch wenn es nicht von den Reformern thematisiert wurde. Außerdem zeigt das Beispiel, daß von der Duden-Norm abweichende Schreibungen keineswegs daher rühren müssen, daß die Anwender mit der richtigen Schreibung überfordert sind. Wer sich mit den Masoreten beschäftigt, ist ein Schriftgelehrter. Da konnte der Duden noch so lange bei seinem Eintrag bleiben – die Gemeinde der Schreiber hat eine neue Norm geschaffen. Nur die Dudenredaktion hat es nicht bemerkt.

Übrigens: Ja, ich habe einen Hebräisch-Kurs hinter mir. Da war von den Masoreten ständig die Rede. Mit stimmhaftem s.
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Dieser Beitrag wurde am 11.12.2011 um 23.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#8391


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 10.12.2011 um 07.13 Uhr

Lieber Herr Achenbach,

Sie werden immer etwas finden, mit dem Sie mir widersprechen können, auch wenn es noch so weit hergeholt ist. Nur zwei Hinweise: Masora und Massora sind nicht zwei Wörter, sondern zwei Schreibungen eines Wortes; dieses Wort steht im Duden. Und wenn Sie im deutschen Kontext live am Ende mit demselben Laut aussprechen, mit dem Sie den Anfang von wie oder Vase aussprechen, dann sind Sie ein Exot. Das macht Ihnen im Deutschen so schnell keiner nach. Sehr wahrscheinlich irren Sie sich, und Sie werden das Wort verschieden aussprechen, je nachem ob Sie Deutsch oder Englisch reden. Bei mir ist da jedenfalls so. Das gilt übrigens auch für den Diphthong in der Mitte. Nur über den Anlaut sind sich die beiden Sprachen einig.


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 10.12.2011 um 01.58 Uhr

Lieber Herr Wrase,

das Wort Masora steht nicht "zu Recht im Duden", es steht überhaupt nicht im Duden. Falls der Laie über das Wort Masora stolpert, wird er sich wohl kaum fragen, wie es geschrieben wird. Er wird sich allerdings fragen, was es bedeutet. Dann sollte er aber eher in einem Wörterbuch, besser noch in einem Lexikon, und nicht in einem Rechtschreibbuch nachschlagen. Im Duden wird er ohnehin nicht fündig werden, denn er wird kaum auf die Idee kommen, unter Massora nachzuschlagen.

Da ist der Ickler unzweifelhaft besser. Dort kann man das Wort sowohl unter Mas- als auch unter Mass- finden. Allerdings wird die sehr knappe Bedeutungsangabe dem Laien nicht besonders weiterhelfen. Immerhin wird er merken, daß es verschiedene Schreibungen gibt, aber nicht, welche die vorherrschende Schreibung ist.

Haben Sie Insider-Informationen darüber, wie Hebraisten Masora aussprechen? Ich würde eher vermuten, daß die Hebraisten genau wissen, wie das Wort im Hebräischen ausgesprochen wird und ihre Aussprache danach ausrichten. Da ich des Englischen mächtig bin, spreche ich live ja auch mit stimmhaftem f aus und nicht, wie der Duden mir weismachen will, mit stimmlosem aus.

In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß der Duden noch 1991 die Schreibung Massör (die übrigens auch "nicht aus den deutschen Regeln hergeleitet werden" kann) aufführt, die als "eindeutschend" (synonym: reine Erfindung des Duden) bezeichnet wird. Dabei ist Massör laut Google noch viel seltener als Massora.

Soviel zum Duden.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 09.12.2011 um 21.31 Uhr

Wikipedia schreibt durchgehend Masoreten usw. und erwähnt nicht einmal die Variante mit ss, obwohl diese Quelle bei anderen Stichwörtern sehr ausgiebig und zuverlässig über Schreibvarianten Auskunft gibt. Das dürfte der Tatsache geschuldet sein, daß die ss-Variante nun einmal sehr selten ist.

Es handelt sich um einen fachsprachlichen Begriff, natürlich. Deshalb kann man nicht argumentieren, die fachsprachliche Verwendung habe zu einer bestimmten Schreibung geführt. Wenn, dann war es die Aussprache: Die deutschen Hebraisten haben bemerkt, daß sie den s-Laut stimmhaft sprechen, und danach richtet sich die Schreibung.

Im Rechtschreibduden stehen jede Menge Fremdwörter. Zu Recht, denn gerade bei fremden Wörtern kommt gehäuft die Frage auf, wie sie geschrieben werden oder was sie bedeuten. Was Masora bedeutet und wie das Wort geschrieben wird, haben sich schon viele Leute gefragt. Das Wort steht zu Recht im Duden.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 09.12.2011 um 13.35 Uhr

Die Verfasser der "Septuaginta Deutsch" von 2009 schreiben in ihren Vorworten nur "masoretisch".
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Dieser Beitrag wurde am 11.12.2011 um 22.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#8390


Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 09.12.2011 um 11.56 Uhr

Das Doppel-s kann nicht aus den deutschen Regeln hergeleitet werden, da die erste Silbe nicht betont ist. Meine eigene Behandlung im Rechtschreibwörterbuch ist wie alles andere aus den Texten ermittelt, daher kann die Frage nur sein, ob ich den Befund richtig wiedergegeben habe.


Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 09.12.2011 um 00.50 Uhr

Lieber Herr Wrase,

ich habe keine Ahnung von Hebräisch. Nach etwas Herumsuchen im Internet komme ich allerdings zu dem Ergebnis, daß „Mas(s)ora“ im Hebräischen mit stimmlosem s ausgesprochen wird.

Demnach wäre die Dudenschreibung „Massora“ die korrekte, zumindest eine vertretbare Transkription. Die Schreibung „Masora“ entstspräche dagegen eher einer Transliteration, wie sie in Fachkreisen üblich ist. Daß die Schreibung „Masora“ vorherrschend ist, ist demnach eine Folge davon, daß es sich um einen Fachbegriff handelt.

Ob solche Fachbegriffe überhaupt in ein Rechtschreibwörterbuch gehören, das sich an Nichtfachleute richtet, mag man bezweifeln. Wenn es aber schon aufgeführt ist, sollte man schon auf abweichende Schreibungen aufmerksam machen. Insofern stimme ich Ihnen zu, daß die Icklersche Behandlung besser ist. Andererseits befriedigt sie mich auch nicht ganz. Was ich dabei vermisse, ist ein Hinweis auf die Aussprache in der Ursprungssprache. Im Zweifelsfall möchte ich eben meine Schreibung danach richten.


Kommentar von Germanist, verfaßt am 08.12.2011 um 18.52 Uhr

Im Englischen wird mehr "Massorah" geschrieben.


Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 08.12.2011 um 05.20 Uhr

Wie sieht es eigentlich mit der Rechtschreibkompetenz in der Dudenredaktion aus? Von Ausgabe zu Ausgabe werden dort die Einträge Massora und Massoret fortgeschrieben. Google weiß es besser:

Massoreten -Masoreten Hebräisch: 716
Masoreten -Massoreten Hebräisch: 63.800

Der Duden gibt mit Massoret nicht nur eine seltene Nebenvariante vor, sondern auch (ohne dies zu notieren) die stimmlose Aussprache des s-Lauts, die angesichts der großen Dominanz der Schreibweise Masoret wohl kaum der Wirklichkeit entspricht.

Im Ickler (2004) ist es richtig dargestellt: Ma[s]sora, Ma[s]soret.
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Dieser Beitrag wurde am 06.10.2008 um 19.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#4008


Kommentar von Kurt Albert, verfaßt am 24.09.2008 um 19.08 Uhr

Ach ja, der Duden

Warum nur enthält er nach wie vor (d. h. in der Ausgabe von 2006 wie im Nachdruck aus diesem Jahr) den Eintrag "morgen früh", "auch morgen Früh", unkommentiert? Gleichfalls so der Wahrig. Die österreichische Nebenvariante (à la "heut in der Früh") ist nicht einmal in der amtlichen Wörterliste vermerkt.

Und wie sollte man "sich schlau machen" schreiben? Am besten getrennt, wie "sich kundig machen" etc., so wie es auch dem "Ickler" zu entnehmen ist.
Hier buchen Duden und Wahrig gleichfalls nur die Zusammenschreibung. Warum nur? Nach der amtlichen Wörterliste (hier ist sie ja zugrundezulegen) sind nur Fälle wie "sich kranklachen", die idiomatisierten Wendungen eben, zusammenzuschreiben.

Gab es womöglich Separattreffen der Wörterbuchredaktionen mit der Geschäftsführung des Rechtschreibrats?
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Thomas Paulwitz
Erlangen

Dieser Beitrag wurde am 13.09.2006 um 08.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#928


Hier der verzweifelte Bericht eines Buchhändlers über das "Duden-Desaster" im Zusammenhang mit Umtauschaktion und Lieferengpässen:

http://aci.blogg.de/eintrag.php?id=214

Auch die Kommentare dazu sind amüsant zu lesen.
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Thomas Paulwitz
Erlangen

Dieser Beitrag wurde am 11.09.2006 um 10.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#926


Auf den Vorwurf von jms, daß nicht korrekt zitiert wurde (http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=604#5506), möchte ich an dieser Stelle antworten, weil derzeit keine Kommentare im Rechtschreibtagebuch von Herrn Ickler möglich sind:

Duden zitiert media control, und es gibt keinen Zweifel, daß diese Angaben richtig sind. Die "Sachbuchcharts" werden auch in anderen Medien zitiert, zum Beispiel hier: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10777384/63419/

Mit ots oder dpa hat das nichts zu tun. Die nehmen keinen Einfluß auf die Texte von Pressemitteilungen.
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 09.09.2006 um 02.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#925


Noch eine Eintauschaktion: Zum Jubiläum bietet Langenscheidt 3 Euro Nachlaß auf ein neues Wörterbuch, wenn man irgend ein altes (auch von einem anderen Verlag) beim Kauf abgibt. Motto: „Her mit Ihrem Alten!“ – Also, das geht dann ja doch zu weit.
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rr bth
Bayreuth

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2006 um 10.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#677


Gerade habe ich folgende Werbung erhalten:

die gesamte Rechtschreibung und Zeichensetzung können wir Ihnen völlig neu
überarbeitet anbieten. Und zwar dreifach:
- mit den neuen Regeln - und da hat sich viel geändert!
- in der neuen Rechtschreibung und Zeichensetzung!
- in völlig neuer Formatierung!
Lassen Sie sich nicht einreden, es hätte sich kaum etwas geändert (da will
mancher nur erst noch seine Lager verkaufen). Alleine bei der
Zeichensetzung ist es ca. ein Drittel, die Zusammen- und
Getrenntschreibung ist völlig neu
usw. usf.
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Gabriele Ahrens
Elsfleth

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2006 um 10.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#676


Rechtschreibreform ist abgeschlossen /
WAHRIG-Rechtschreibung als erstes Rechtschreibwörterbuch bereits Mitte Juni auf dem Markt

18.05.2006 - 10:30 Uhr, Wissen Media Verlag Bertelsmann

München (ots) - Der Streit um die Rechtschreibreform ist
beigelegt. Laut Beschluss der Kultusministerkonferenz tritt ab August
2006 das neue, überarbeitete amtliche Regelwerk in Kraft. Rechtzeitig
zum neuen Schuljahr, bereits am 12. Juni 2006, bringt das Bertelsmann
Lexikon Institut gemeinsam mit dem Cornelsen Verlag die Neuausgabe
von "WAHRIG Die deutsche Rechtschreibung" heraus. Das Standardwerk
ist das erste Rechtschreibwörterbuch im Handel, das die ab 1. August
2006 geltenden neuen Regeln in vollem Umfang dokumentiert und
umsetzt.

"WAHRIG Die deutsche Rechtschreibung" gibt den Wörterbuchbenutzern
umfassende Hilfestellung zu den neuen Schreibweisen. Zur schnellen
Orientierung und besseren Verständlichkeit sind alle Neuschreibungen
farbig hervorgehoben. Mehr als 700 Infokästen informieren über die
wichtigsten Änderungen, Zweifelsfälle und sprachlichen Stolpersteine.
Darüber hinaus enthält das Rechtschreibwörterbuch neben dem amtlichen
Regelwerk eine nützliche Gegenüberstellung der wichtigsten Änderungen
von 2006 im Vergleich zu den Schreibungen von 2004.

Für Beate Varnhorn, Verlagsleiterin Bertelsmann Lexikon Institut
im Wissen Media Verlag, ist dies ein historisches Datum: "Nach zehn
Jahren Rechtschreibdiskussion wurde endlich ein Konsens erzielt. Die
Neuausgabe der WAHRIG-Rechtschreibung gibt die neuen Schreibweisen
und Rechtschreibregeln vollständig und leicht verständlich wieder."
Auch Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer bei Cornelsen ist
zufrieden: "Endlich Klarheit! Die vielen Zusatzerläuterungen machen
den WAHRIG zum idealen Ratgeber in allen Rechtschreibfragen."

"WAHRIG Die deutsche Rechtschreibung" wird zum Preis von 14,95
Euro durch beide Verlage vertrieben. Cornelsen ist dabei
Ansprechpartner für Schul- und Lehrerbestellungen, das Bertelsmann
Lexikon Institut im Wissen Media Verlag betreut den Handel.

WAHRIG Die deutsche Rechtschreibung
EUR (D) 14,95, ca. 1.200 Seiten, Festeinband
ISBN für Schulbestellungen 3-06-060668-4; Cornelsen Verlag
ISBN für Privatbestellungen 3-577-10177-6; Bertelsmann Lexikon Institut

(www.presseportal.de)
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 23.09.2005 um 12.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#281


Das Börsenblatt zitiert den Berliner Bildungssenator Böger: "Seit August 2005 sind die neuen Regeln verbindliche Praxis. Noch zu erwartende Änderungen werden eher marginal sein."

Hoffen wir, daß ihn die weitere Entwicklung Lügen strafen wird.
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Walter Lachenmann
Waakirchen

Dieser Beitrag wurde am 23.09.2005 um 11.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=46#280


Das Börsenblatt freut sich immer, wenn die Sache der Rechtschreibreform tatkräftig unterstützt wird.
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