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»Rechtschreibung und -reform«


Beiträge zum Thema

»GKS in der Praxis
Was Zeitungen, Zeitschriften etc. groß oder klein schreiben«

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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 07.01.2017 um 11.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11577


Lieber Herr Riemer,
statt "leichte Sprache" fände ich "seichte Sprache" besser.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.01.2017 um 16.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11576


Ja, alles richtig zu haben ist natürlich schwer. Dagegen gehen falsche Thesen und verkorkste Rechtschreibung ganz gut miteinander. Beides liegt an unserem verhängnisvollen Gutmenschentum.

Ich habe noch von der Leyen im Ohr, wie sie als Familienministerin wie eine Amme ihre Schulkinderchen vor der drohenden Rücknahme der Rechtschreibreform bewahren half. Nicht das Richtige sollten die Kinder fürs Leben lernen, sondern ohne Rücksicht auf Verluste das vermeintlich Leichtere, Schonendere.

Dem gleichen idiotischen Gutmenschentum begegnen wir überall, egal ob es um sprachliche "politische Korrektheit" (den Genderwahn), um den Größenwahn der dauerhaften Aufnahme ("Integration") von Millionen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen aus aller Welt, um das Recht, daß geistig weniger Leistungsfähige trotzdem auch aufs Gymnasium gehen dürfen müssen ("Inklusion") oder um den laschen Umgang mit Kriminellen, insbesondere jugendlichen, geht.

Ich sehe schon den Tag kommen, von dem an die Tagesschau um 20.00 Uhr nur noch in "Leichter Sprache" verlesen wird.

Wer sich dieser allgemeinen Verblödung der Gesellschaft nicht unterordnet, wird als Rassist, Frauenfeind, Kinder- und Ausländerhasser, als ein gefährlicher Menschenfeind schlechthin diffamiert.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 30.12.2016 um 22.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11575


Man kann wohl nicht beides haben, richtige Thesen und richtige Rechtschreibung.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 30.12.2016 um 15.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11574


Assad: Europa selbst Schuld an Terror und Flüchtlingskrise

Aufmacher heute im Tagesspiegel.
Es ist immer dasselbe.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2016 um 14.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11570


Jede Form von Ausdauerbewegung hilft - etwa schnelles Gehen, Joggen, Fahrrad fahren oder Schwimmen.

(MM-Beilage, 19.10.2016, S. 20)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.11.2016 um 00.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11556


"Tanklaster explodiert - dutzende Menschen tot [/] Bei der Explosion eines Tanklastzuges in Mosambik sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen." (faz.net, 17.11.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2016 um 15.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11548


«Die Bundeskanzlerin wörtlich: "Man kann Vieles nachgucken, man kann heute über das Internet natürlich an nahezu alle Informationen herankommen."» (www.dernewsticker.de/, 12.11.) - Das *Viele gibt es eben nicht. Wär's auf einmal anders, müßten doch gerade die Nachrichtendienste davon erstmal eingehend berichten und nicht von einer Allerweltsweisheit der Bundeskanzlerin. - Ebensowenig gibt es das *Weite: «Aber angesichts von über drei Millionen türkeistämmigen Menschen in Deutschland seien 50.000 Demonstranten in Köln "bei Weitem nicht die Mehrheit", betont Özoguz.»
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.11.2016 um 12.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11543


Mal so, mal so: "Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu den Kinderehen war Anfang September ins Leben gerufen worden und hat seitdem vier Mal getagt." (dts Nachrichtenagentur, 2.11.), "Die Software wurde nach Angaben des finnischen Herstellers allein bis November 2013 über 100 Millionen mal heruntergeladen und installiert." (dpa, 01.11.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.10.2016 um 23.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11526


faz.net-Feuilleton (17.10.): "[...] doch mit Jonas Lüschers „Frühling der Barbaren“ stand 2013 schon einmal eine dezidiert als Novelle klassifiziertes Buch auf der Longlist. [...] Sein Buch ist das Beste unter den letzten Sechs gewesen."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.09.2016 um 16.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11511


"Die Grammatik hat für GZS und GKS Vorrang. Betonung hat einen anderen Zweck." - Sie haben recht, lieber Herr Riemer. Aber im Zweifel klein hat auch noch keinem geschadet. Dann war's halt eine Zwei minus bis statt einer glatten Zwei minus.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.09.2016 um 16.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11510


Lieber Herr Ludwig, Sie argumentieren oft und gern mit der Betonung. Ich will ihr auch nicht jegliche Bedeutung beim Schreiben absprechen, aber ich finde, daß die Betonung insgesamt doch ein sehr unsicheres Kriterium ist. Betont wird immer, was man hervorheben will, oft hat das mit der Schreibweise nichts zu tun. Insbesondere kann man Wortarten im allgemeinen nicht an der Betonung erkennen. Sowohl zweimal als auch zwei Mal kann je nach den Umständen auf dem ersten oder auf dem zweiten Teil betont sein. Das hat aber keinen Einfluß auf die Wortart. Was diese betrifft, muß der Satz einfach grammatisch stimmen.

Wenn zweimal ein klein geschriebenes Substantiv wäre, also eine Desubstantivierung von das Zweimal, wie z. B. auch ein bißchen oder ein andermal, dann könnte davor kein die stehen.

Da, wo nach der Struktur des Satzes aus grammatischen Gründen nur ein Substantiv stehen kann, muß zwei Mal stehen. Da, wo ein Adverb angebracht ist, schreibt man zweimal, z. B.:

Die[se] zwei Mal, an die ich mich gut erinnern kann, war er brav.
Zweimal war er brav, daran kann ich mich gut erinnern.

Ich glaube, nur wenn man unter Beachtung der Grammatik beim Satzaufbau wirklich mehrere Möglichkeiten hätte, könnte auch die Betonung berücksichtigt werden. Die Grammatik hat für GZS und GKS Vorrang. Betonung hat einen anderen Zweck.

Wir hatten doch schon eine ganz ähnliche Diskussion bzgl. eine Million Mal. Adverbien sind nicht zählbar, eine Million mal gibt es einfach logischerweise nicht, höchstens ggf. noch einemillionmal.
(Formelsprache ist natürlich etwas anderes: 1 Million mal 1 Milliarde usw., darin ist mal auch kein Adverb, sondern steht ungefähr in der Funktion eines Verbs.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.09.2016 um 16.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11507


Ich gebe Ihrem Gedankengang recht, lieber Herr Riemer. Trotzdem würde ich - der Aussprache wegen - dieses "mal" (in *zwei Mal) nicht dem "Mal" in "das zweite Mal" gleichsetzen. Und irgendwo hier in den Diskussionen stand auch mal was davon, daß nicht alle Substantive groß geschrieben werden müßten (ich erinnere mich aber nicht wo, aber teile diese Ansicht). Ich selbst würde jedenfalls hier nicht mal den Drang verspüren, "doch besser umzuformen", sondern folgte einfach meiner guten allgemeinen Einsicht, "im Zweifel klein", - selbst wenn ich jetzt nachschlagend in meinem alten Duden finde: "ein Mal über das and[e]re". Aber solchen Stil hätte ich wohl sowieso nicht über mich gebracht; daher kannte ich diesen Fall nicht. Und ich glaube auch nicht, daß überhaupt wer das "Mal" in diesem Beispiel separat und betont, also natürlich als Substantiv aussprechen würde. Aber wenn Jörg Thomann es in seiner Sprechart tut, - o.k., geschenkt.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 22.09.2016 um 22.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11506


Lassen wir den Relativsatz weg:
Die zwei Mal war er brav.
*Die zweimal war er brav. Adverbien haben keine Artikel!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.09.2016 um 22.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11505


Ich selbst hätte wohl eher "Die zweimal, wo" geschrieben. Heute, wo wir weniger präskriptiv eingestellt sind, ist eben "wo wir weniger präskriptiv eingestellt sind" eben auch ein Relativsatz und *wo* dann halt ein Relativadverb. Mit "die" wollte ich nur dem FAS-Schreiber etwas helfen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 22.09.2016 um 20.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11504


Kann man sich denn mit einem Artikel oder einem Relativpronomen auf ein Adverb (zweimal) beziehen?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.09.2016 um 09.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11503


"Berlin (dpa [heute]). [...] Wie die Funke-Zeitungen weiter schreiben, schossen Polizisten im vergangenen Jahr 40 mal gezielt auf Menschen: 34 mal aus Notwehr, 4 mal, um Verbrechen zu verhindern, und 2 mal, um einen flüchtigen Verdächtigen zu stoppen." - Wenn ich diese Zusammensetzungen mit "mal" spreche, mache ich nie eine Pause zwischen dem Zahlwort und "mal". sondern spreche sie ganz natürlich als ein Wort. Ich würde deshalb sogar "Die zwei Mal, die" (#11500, #11502) eher als "Die zweimal, die" schreiben. - Zu "und *öfter Mal* geht überhaupt nicht": Eben. Denn hier ist "mal" das umgangssprachlich verkürzte Adverb "einmal".
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2016 um 14.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11502


zu #11500:

Jedes Mal, wenn ist natürlich sehr unschön, und öfter Mal geht überhaupt nicht, und in dem Zusammenhang darf man sich schon wundern, daß dann Die zwei Mal, die sogar richtig geschrieben ist. Aber letzteres geht nun mal aus grammatischen Gründen nicht anders (egal ob nach bewährter oder verdorbener RS).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2016 um 00.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11501


Weiterhin Unklares bei den Jährigen: "Ibbenbüren (dpa).[...] Der 17-jährige wurde stationär im Krankenhaus behandelt. Was genau die Jungs vorhatten und wie es zu dem Unfall kam, war für die Ermittler noch unklar."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2016 um 00.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11500


"Mal" bei Jörg Thomann, Redakteur im Ressort "Leben" der *FAS*, am 18.9.16 im faz.net: "Angelique Kerber sollte vielleicht öfter Mal ein Tennisturnier verlieren".
Sowas kommt natürlich zustande, wenn man später im Text schreibt: „Die zwei Mal, die ich Prinz Alexander kennengelernt habe, war er ganz brav und behaglich“ und „Jedes Mal, wenn Sylvie ihren aktuellen Liebsten aus der ,härtesten Tür Hamburgs‘ führt, ist kurz darauf Schluss mit der Beziehung.“
Aber dann, zum Schluß hin, doch mal, ja, sogar zweimal: "Sollte sie jedenfalls das schlechte Omen überlisten wollen, dann müsste sie mit ihrem Liebsten vielleicht mal das Haus durchs Fenster verlassen" und "Also öfter mal verlieren, dann klappt’s auch mit der Liebe."
Woanders "nichts neues" im faz.net: "Arte Ricca? [/] New York steht Schlange vor goldener Toilette [/] Dass Künstler ihre Exkremente verkaufen, ist nichts neues."
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 09.09.2016 um 12.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11494


»Wo genießt Ihr den Rheingau am Liebsten? Vote hier für Deinen Ort! Gerne kannst Du als Kommentar auch schreiben, warum Du so abstimmst und Deinen Geheimtipp anpreisen. Wir sind gespannt wie es ausgehen wird.«

rheingau.net
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.09.2016 um 22.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11483


... ein Klassiker übrigens, das Ehe-Aus des britischen Thronfolgers wurde an selber Stelle schon ein Dutzend mal verkündet.
(Süddeutsche Z., 2.9.16, S. 43, über die Zeitschrift Bunte)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.09.2016 um 13.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11482


Glauben und Religion ist Jedermanns Privatsache. (DLF)

Stimmt, aber es ist nicht nur seine, sondern jedermanns Privatsache.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2016 um 10.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11473


Recht nach sueddeutsche.de (18.8.): "Ikea hat gerade die lebenslange Umtausch-Frist abgeschafft. Zurecht, denn Rückgabe ist meistens reine Kulanz - und der Verkäufer der Boss. Ein Überblick über die Rechte des Kunden."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.08.2016 um 16.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11464


Alles, was recht/Recht ist:
Im faz.net zurechtgemachte Hausschreibung? "Ein Ärgernis, erst Recht nun vor Olympia." (3.8., Anreißer. Schlußatz im Text [über US-Frauenfußball]: "Die T-Shirts, die sie auf Fotos tragen, kündigten bereits das Motto an, unter dem es nach Olympia weitergeht: #equalplay #equalpay. Gleiches Spiel. Gleiches Glück.")
dpa-Rechthaberei bei der Gewaltenteilung: "Ansbach (dpa [heute]). [... D]as Verwaltungsgericht in Ansbach [...] gab damit zwei Anträgen des Gesamtpersonalrates beziehungsweise des örtlichen Personalrats Recht."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.08.2016 um 00.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11460


welt.de gestern: "Öl gibt es viel in Venezuela, zu Essen nicht mehr genug. Der Ölpreis sinkt, die Wirtschaft liegt am Boden, die Lebensmittelregale sind leer. Schulkinder haben gemalt, was sie noch zu essen bekommen."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.07.2016 um 17.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11453


faz.net, heute ("Ich werde sicher nie irgendwo Stadtschreiber sein"): "Also geht es Ihnen um Gerechtigkeit, nicht um den Gedanken, dass sie nicht Stadtschreiber in Bergen-Enkheim oder Inselschreiber auf Sylt sein wollen?"
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.07.2016 um 09.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11446


Na sowas! "New York (dpa [heute]). Popstar Lady Gaga und ihr Verlobter Taylor Kinney legen eine Beziehungspause ein. [...] «Bitte feuert uns an», schrieb Lady Gaga weiter. Das Paar sei wie alle Anderen auch und liebe einander wirklich." Diese Sorgen Anderer!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.07.2016 um 09.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11438


welt.de-Titel (heute): "Wenn Edmund Stoiber Sahra Wagenknecht Recht gibt" in einem Anreißer. Zwar im Artikel selbst "sogenannt" vernünftig ("wenn Kommentatoren und sogenannte Experten Vergleiche mit Shakespeare, Machiavelli und bekannten amerikanischen Quality-TV Serien bemühen"), aber danach die Frage: "Und wer ist Schuld, wenn es der Austritt schief geht", mit schlechtem Korrekturlesen sowieso. Danach wird aber Stoiber auch so zitiert: "Nicht nur die Demagogen sind schuld." Dann aber auch wieder so: "Wir müssen den jungen Menschen klar machen, dass Sie in einem tollen Kontinent leben." Es lohnt sich nicht, auf die weiteren Schreibschlampereien hinzuweisen; viel besser wird es in diesem langen Bericht nicht mehr. Als ob eine Maschine gesprochenen Text in Schrift gesetzt hätte. Aber der Autor hat ihn wohl selbst getippt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.07.2016 um 03.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11437


GKS, GZS, Kommasetzung, was auch immer, die dts Nachrichtenagentur [= Deutsche Textservice], die sich m. E. besonders beflissen reformiert gibt, heute: "Die Behörden riefen die Menschen auf, Zuhause zu bleiben und sprachen von einem Attentat."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.07.2016 um 10.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11435


«Am 15. Juli des vergangenen Jahres hatte Reem bei einer Diskussion mit Merkel zu Weinen begonnen, als sie über die ungeklärte Situation ihrer Familie sprach.» Und zur Kommasetzung da: «"Ich würde sagen wir haben jetzt eine zweite Heimat dazu bekommen", sagte sie der Zeitung.» (DTS [= Deutsche Textservice]-Meldung heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2016 um 15.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11422


Was regt hier eigentlich zur Großschreibung eines Adjektivs an: "Am frühen Samstagmorgen hat ein 30-jähriger Mann im Nordrhein-westfälischen Kleve seine ehemalige Lebensgefährtin mit einem Messer getötet." (DTS-Meldung, heute)

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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2016 um 15.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11421


Ein anderes mal bei welt.de: "Heute, wo sich jede vertrocknete Zimmerpflanze mit Facebook-Account 50-mal am Tag bis zur Gluttemperatur aufregt, ist es ja [...]"
www.welt.de/kultur/article156748054/Juncker-spricht-die-deutsche-Jugendsprache-von-1830.html
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 01.07.2016 um 00.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11418


Am 22. Juni ging zudem ein Brief mit Morddrohungen und dem Ausspruch "Allahu akbar" (Gott ist der größte) in der Redaktion [Charlie Hebdo] ein, ...
(Süddeutsche Z. 30.6.2016, S. 7)

Wie war das noch mal, nach einem Artikel wird immer groß geschrieben? Nach dieser vermeintlichen neuen Regel, an der die Reformer natürlich nicht unschuldig sind, schreibt die SZ jetzt alles mögliche groß (alles "Mögliche", nicht wahr? Oder wie in der gleichen Zeitung, S. 8: Das liegt im Wesentlichen an einer Esskultur ...),
nur wenn es sich, wie hier, tatsächlich mal um eine Substantivierung handelt, dann besinnt sich die SZ plötzlich darauf, daß groß eigentlich ein Adjektiv ist.

Der größte was? Das Adjektiv hängt einfach in der Luft. Gott ist der größte Gott wäre unlogisch. Was dann? Man kann es nur groß schreiben: Gott ist der Größte!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 30.06.2016 um 17.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11416


Etwas Beliebiges und etwas besseres bei welt.de gleich nebeneinander: "Der menschliche Körper ist nicht grundsätzlich darauf ausgelegt, häufig und regelmäßig zu Essen. [...] Hunger könne man in dem Bewusstsein, sich später etwas besseres zu gönnen, durchaus mal aushalten, statt etwas Beliebiges zu snacken." - Doch bei dpa kann heute wer noch schreiben (recht geben, sogenannt): "Augsburg (dpa [heute]). [...] Das Gericht gab einer muslimischen Jura-Studentin recht, die seit 2014 im sogenannten Vorbereitungsdienst bei der Justiz ist und dabei eine Auflage erhalten hatte, wonach sie bei Auftritten mit Außenwirkung kein Kopftuch tragen dürfe."

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Theodor Ickler
Spardorf

Dieser Beitrag wurde am 23.06.2016 um 12.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11400


Marcel Reich-Ranicki: Meine Geschichte der deutschen Literatur. Hg. von Thomas Anz. 3. Aufl. München 2014: DVA

Dieses „erste Buch, das nach seinem Tode erschienen ist“ (Einleitung), hat Herausgeber Anz auf Reformschreibung umgestellt, die Reich-Ranicki bekanntlich ablehnte. Thomas Anz hatte auch die Erklärung der Professoren gegen die Rechtschreibreform unterschrieben. Seine eigenen Bücher erscheinen z. B. bei Beck unreformiert.

„Die Fassungen aus den Druckvorlagen wurden, mit Ausnahme von Zitaten, gegenwärtig geltenden Regeln der Rechtschreibung angeglichen.“ (556)
Anz erwähnt nicht, daß es sich um eine Schulorthographie handelt.

nach den Erlebnissen, die unserer Generation zuteilwurden (437)

Bei R-R ursprünglich getrennt! Die Zusammenschreibung wurde erst durch Eisenberg eingeführt.

war er sich sehr wohl darüber im Klaren (297)
(In anderen Abdrucken kleingeschrieben, so noch in „Sieben Wegbereiter“ 2013)

Er warb um sie aufs Leidenschaftlichste, ohne je zu vergessen, sie aufs Nachdrücklichste zu warnen. (274) (Beides klein in FAZ 15.3.1975)

Usw.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.06.2016 um 02.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11399


Faz müßte schon wissen, wann "Recht/recht" ein Substantiv ist und wann ein Adjektiv: "Der Protest der Kleinaktionäre auf der Hauptversammlung von Volkswagen ist heftiger als erwartet. Zu recht! Die Versammlung erinnert an die Überheblichkeit früherer Tage." (faz.net, 22.6., Autor: Carsten Germis, Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.)
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 21.06.2016 um 18.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11396


Bramble Cay heißt die Insel, der Lebensraum dieses Tieres. Der Name beschreibt den Ort treffend: cay meint eine flache kleine Insel (die Florida Keys sind eigentlich Florida Cays), bramble nicht bloß Brombeerbusch, sondern auch allgemein dichtes, dorniges Gestrüpp.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 21.06.2016 um 16.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11395


Brombeerteeratte?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.06.2016 um 23.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11393


Die seltene Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte (Melomys rubicola) ist ausgestorben - und Schuld ist nach Überzeugung von Wissenschaftlern der Mensch.

(Süddeutsche Z., 16.6.16, S.16)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.06.2016 um 11.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11391


Was der spell-check nicht findet, fällt der Redaktion auch nicht auf, - auch nicht bei faz: "Kopfläuse sind nicht die besten Freunde des Menschen – doch richten Sie auch Schaden an und schützt die Behandlung vor neuen Infektionen?" (faz.net, 13.6.)
Auch nicht bei dernewsticker.de: "Bei einem Verkehrsunfall auf einer Bundesstraße ist am Mittwoch in der Nähe des Baden-württembergischen Dornstadt ein 47-jähriger Lkw-Fahrer ums Leben gekommen." (DTS-Meldung, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 29.05.2016 um 23.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11376


Woher Ernst nehmen, wenn nicht stehlen: «Die Linken-Politikerin räumte ein, dass ihre Partei die soziale Frage zuletzt nicht ausreichend betont habe: Viele Menschen hätten dadurch das Gefühl, "wir nehmen ihre sozialen Sorgen nicht mehr Ernst, oder wir sind nicht mehr wirklich für sie da, auch als Stimme ihrer Empörung, auch als Stimme ihres Protests", so Wagenknecht.» (der Newsticker.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.05.2016 um 11.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11373


«Turin (dts Nachrichtenagentur [heute]) - "Wir wollen Europameister werden, klar", sagte [der Fußball-Nationalspieler Sami Khedira]. "Als Weltmeister musst Du quasi Europameister werden.» - Wieso? Ich doch nicht. a. bin ich viel zu alt dazu, und b. war ich auch noch nie Weltmeister.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.05.2016 um 03.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11369


derNewsticker.de von Deutsche Textservice bemüht sich besonders, nach den Regeln der Rechtschreibreform zu schreiben. Aber sonst hat er schon seine Schwierigkeiten, z. B. hier bei der Sie-Form: «Zu den Wechselgerüchten fügte der Bundestrainer hinzu: "Ganz allgemein sage ich: Manchmal kann ein Wechsel weitere Kräfte frei setzen, ein neues Umfeld, neue Herausforderungen, neue Reize. Schauen sie mal auf die Entwicklung von Toni Kroos. Auch bei den Bayern war er top, in Madrid hat er dennoch noch einmal einen Sprung gemacht."» (DTS-Meldung, gestern)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.05.2016 um 16.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11359


derNewsticker.de (heute): «"Das wissen die Wenigsten. Deshalb muss das stärker herausgestellt werden", meinte Stegner.» Also *ein Wenigster, zwei Wenigste.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2016 um 15.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11349


Großschreibung ohne Ende bei Focus Online (23.04.2016):
"Dieses Bier trinken die Deutschen am Liebsten".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.04.2016 um 23.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11347


Ankündigung bei der *SZ*: "Sein Recht zu Schweigen [//] 71 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz steht der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning in Detmold vor Gericht." (www.sueddeutsche.de/, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2016 um 15.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11339


"Offenbach (dpa [heute]). Den Regenschirm sollte man an den Osterfeiertagen zumindest in Teilen Deutschlands in Reichweite haben: Schon Morgen ziehen laut Deutschem Wetterdienst von Westen her Wolken und Regen über Deutschland herein."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.03.2016 um 22.59 Uhr eingetragen.
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faz.net heute: "Denn sie wissen genau, was sie tun [//] Ihre Hits werden Millionenfach im Netz geklickt, ihre Konzerte sind ausverkauft. AnnenMayKantereit sind die Band der Stunde." (Aus dem Anreißer zu einem Artikel von "Autor: Jörg Thomann, Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.03.2016 um 09.53 Uhr eingetragen.
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"Griesheim (dpa [heute]). [...] Zu Fuß setzten der 17-Jährige und seine 14 und 21 Jahre alten Begleiter die Flucht fort. Dabei griff einer der Drei die Uniformierten mit einem Messer an."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.02.2016 um 15.00 Uhr eingetragen.
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Der angeblich entdeckte neunte Planet in unserem Sonnensystem ... soll etwa zehnmal so schwer sein wie die Erde.
...
Der sei 5000 mal schwerer als Pluto.


Nach 5000mal, 5000-mal, 5000 Mal nun also noch eine vierte Variante. Den Reformern ist wirklich ein Chaos gelungen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 12.02.2016 um 23.10 Uhr eingetragen.
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Vor einhundert Jahren erdachte Albert Einstein die Allgemeine Relativitätstheorie. Seit Donnerstag wissen Physiker, dass er rundum recht hatte.
(SZ, 12.2.2016, Seite 1)

Ich glaube, er hat Recht.
(SZ Magazin, 12.2.2016, Seite 15)

Wenigstens ist im SZ Magazin (laut Titelseite "Ein Heft über die Liebe") nicht Einstein gemeint.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 01.01.2016 um 23.12 Uhr eingetragen.
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Jeder Zweite scheitert
··· die alte Erkenntnis, dass nicht einmal jede zweite Übernahme die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt.
... Es scheitern daher vor allem jene, die selten ein Unternehmen kaufen.

(FAZ, 28.12.15, S. 15)

Was für ein "Zweiter"? Übernahme ist weiblich, gemeint sein könnte also nur jeder zweite Übernahmeversuch, Übernehmer, Käufer oder so ähnlich, der genaue Bezug bleibt offen, genau wie er bei "jene, die" offen bleibt. Wieso scheitern nicht gleich auch "Jene"? Da würden sogar Reformblinde sehen, daß das zuviel des Guten wäre. Es scheitert also nicht jeder/jede/jedes Zweite, sondern in der Überschrift könnte z. B. einfach "Jeder zweite scheitert" stehen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.12.2015 um 20.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11264


"Die Fähigkeit, Loslassen zu können, habe seinem Leben eine neue Qualität verschafft, äußerte der Gladbacher Chefcoach abschließend." (DTS-Meldun, heute)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.12.2015 um 15.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11263


Experten streiten sich darüber, ob der Duft eines anderen Marders, der zuvor einmal den Motorraum besucht hat, Schuld ist - oder die Lust, an Gummi zu knabbern.
(MM, 19.12.15, Beilage Auto, S. 2)

"Gibt nicht die eine Person, die Schuld ist"
Und damit der Leser das in der Überschrift nicht etwa für einen Druckfehler hält, steht im Text darunter:
"... Es gibt nicht die eine Person, die Schuld daran ist, was derzeit passiert", sagt Fowler. (MM, 22.12.15, S. 12)

"Man kann nicht erwarten, dass alle Spalier stehen und der Chef gleich mit einem Essen geht." (MM, 19.12.15, Sozialredaktion, S. 7)
Wir können wohl Spalier stehen oder mal mit dem Hündchen Gassi gehen, aber nicht Essen, wir gehn immer noch essen.

Das hat leider alles Methode, früher gab es ja auch nicht so viele so dumme Fehler. Im Bemühen, unterwürfigst der Reform zu folgen, riskiert man lieber, über das Ziel hinaus zu schießen, als daß womöglich der, wenn auch unbegründete, Verdacht aufkäme, "alt" zu schreiben.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.12.2015 um 00.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11258


welt.de [13.12.] zu allem, was denen recht/Recht ist: "Viel Zufriedenheit gibt es über den Ausgang des Klimagipfels in Paris. Zurecht."
"Die Terroristen haben Paris als "Hauptstadt der Perversion" bezeichnet. Sie hatten Recht, und hoffentlich bleibt das auch so".
Aber andererseits zur GKS, Chapeau: "Bezirke – auf französisch: Arrondissements" und "auch wenn letzteres dort nicht zu kurz kam."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.12.2015 um 21.58 Uhr eingetragen.
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Unterscheidungsschreibung zu etwas Halt gibt's manchmal halt auch: «"Die Ehe kann die Hölle sein, das ist richtig, sie kann aber auch halt geben", sagte Jolie der Zeitung». (derNewsticker.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2015 um 23.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11236


Ist vernünftige Kleinschreibung bei dpa wieder im Zurückkommen?
«Rom (dpa [gestern]). Die italienischen Behörden haben in einer gemeinsamen Operation mit dem Kosovo vier terrorverdächtige Kosovaren festgenommen. Drei von ihnen seien in Italien gefasst worden und ein vierter im Kosovo, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Bei letzterem handele es sich um den Anführer der Gruppe, er habe zuvor einige Zeit in Italien gelebt.»
"Bei letzterem"?, "ein vierter"?, – gar nicht so Übel, – ich meine natürlich, gar nicht so übel.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.11.2015 um 10.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11228


Jähriges mal ganz anders: "Jung sein 2015 – wie geht das? [...] Eine 14-Jährige und ein 15-jähriger informieren." (welt.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.11.2015 um 10.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11225


«(dts Nachrichtenagentur [heute]): [...] "Wenn Freundschaft daraus besteht, Fehlverhalten zu decken und die Öffentlichkeit zu täuschen, dann ist sie nichts Wert", sagte Zwanziger.»
Diese Nachrichtenagentur bemüht sich, wie ich sehe, besonders, den Reformregeln zu folgen (s. auch «Die Abgeordneten Andrej Hunko und Wolfgang Gehrcke hatten die so genannte Volksrepublik Donezk besucht» [heute]).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.11.2015 um 22.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11220


Andauernde Schwierigkeiten mit den Jährigen: "Paris (dpa [heute]). [...] Der bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis getötete Mann sei eindeutig als der 28-Jährige Belgier identifiziert worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit.[...]" Vgl. auch #11021.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.11.2015 um 07.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11215


Wie die beim DTS mit der Rechtschreibung nicht so ganz zurechtkommen:
"Bisher hab ich noch keinen einzigen hilfreichen Vorschlag von SPD-Seite gehört", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß vom konservativen Berliner Kreis der Union dem "Handelsblatt". "Wolfgang Schäuble beschreibt zurecht die ernsthafte Lage und den dringenden Handlungsbedarf." (DTS-Meldung, 12.11.2015)
Recht haben sie ja. Groß, klein, getrennt, zusammen, - ist ja auch für gelernte Journalisten nicht so einfach.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 28.10.2015 um 05.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11195


Wenn man »der ist Schuld« konsequent weiterdenkt, landet man direkt bei »der ist Mitschuld«. Ob die Redakteure den Fehler überhaupt erkennen würden, wenn man sie damit konfrontierte?
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2015 um 09.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11194


Wer schreibt von wem ab? Bei Focus online steht zweimal:
AfD-Politikerin von Storch: "Wer sich nicht distanziert, der ist Mitschuld"
Ganz offensichtlich haben Welt und Focus das Original übernommen, denn auf der Facebook-Seite von Beatrix von Storch liest man: "Wer die Hetze gegen die AfD mitgemacht hat und sich jetzt nicht davon scharf distanziert, der ist Mitschuld." Mit "copy and paste" geht das ja schnell.

Das erinnert mich ein wenig an das Schwäbische Tagblatt, das jeden Rechtschreibfehler (völlig unabhängig von irgendeiner der Reformen) in Leserbriefen übernimmt. Aber wehe, man verwendet ein "daß". Dieses wird gnadenlos zu "dass" "korrigiert".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.10.2015 um 20.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11193


"Polen rückt nach Rechts - Konservative können allein regieren [/] Warschau (dpa)" [heute]
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 26.10.2015 um 16.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11191


Eine neue "Variante" heute (26.10.2015) auf Welt.de:
"und sich jetzt nicht davon scharf distanziert, der ist Mitschuld."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2015 um 10.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11189


"Trotzdem gibt es Vieles zu entdecken - auch auf der Nebenmesse „Officielle“." (faz.net zur "Kunstmesse „fiac“ in Paris")
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.10.2015 um 00.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11181


"Berlin (dpa [heute, zu Swetlana Alexijewitsch]). [...] Die 67-jährige erzählte, wie der umstrittene weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ihr nach der Verkündung in Stockholm persönlich gratuliert habe." Da könnte dpa ja auch gleich den Bindestrich weglassen, und dann wär's richtig.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 10.10.2015 um 21.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11180


Heute bei FAZ.NET:

"Die Regierung vermutet ganz Andere hinter dem Attentat."
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2015 um 01.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11179


"Tür öffnet nach Außen"

(Bahnhof Jena West, am Ausgang des Empfangsgebäudes zu Gleis 1)

Danke, Herr Gallmann!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.09.2015 um 00.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11144


"Die Firma forderte "sehr gute Englischkenntnisse". Eine Russin, die schlecht englisch kann, bewarb sich – und scheiterte. Diskriminierung, fand sie, und klagte. Doch die Richter sahen das anders." (welt.de, 1.9., 21:54, "Frau scheitert mit kurioser Klage gegen Jobanzeige") Um 17:29: "Was Pressefreiheit auf Türkisch bedeutet". Und 12:22 auch: "Franziskus sagte auf Englisch zu ihr, er würde sich freuen, sie singen zu hören. "Darf ich dich bitten, ein Lied für mich zu singen", fragte er." Im Zweifel jedenfalls klein. So halte ich's jedenfalls, auch nach "auf". (Und nach Fragesätzen im Zitat natürlich ein Fragezeichen, und dann ist das Komma zur Intonations- und Pausenandeutung ja nicht mehr nötig.)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 25.07.2015 um 01.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11114


»„Die Luftangriffe diesen Morgen und die Maßnahmen gegen heimische terroristische Gruppen sind präventive Maßnahmen gegen Angriffe auf die Türkei von Innen oder von Außen“, hieß es von Seiten der Regierung.«
(Tiroler Tageszeitung online, 24. Juli 2015; http://www.tt.com/home/10306422-91/ankaras-kehrtwende-t%C3%BCrkei-erkl%C3%A4rt-is-den-krieg.csp)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.07.2015 um 10.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11097


«Die SPD hat Warnungen vor einem Sicherheitsrisiko durch die NSA-Debatte in Deutschland entschieden widersprochen. "Die Haltung, entweder wir dürfen Spionieren oder es gibt keine Anti-Terror-Aufklärung mehr, ist nicht hinnehmbar", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Torsten Schäfer-Gümbel der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe).» (dernewsticker.de)
Dazu auch: Interessant ist eigentlich gar nicht, ob das wer als nicht hinnehmbar empfindet. Interessant ist doch nur, ob es wahr ist. Für mich ist auch interessant, daß die Amerikaner den Deutschen nicht vorwerfen, daß sie die Amerikaner ausspionieren. Aber manche wissen eben nicht, was sich gehört.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.06.2015 um 09.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11081


"(dpa [16.6.]). Jahrelang hat Achim Heukemes für diesen Moment trainiert - heute startet der 63-Jährige Franke bei einem der härtesten Radrennen der Welt."
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 10.06.2015 um 21.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11079


Heute bei der Mobilversion von welt.de:
"Ihren eigentlichen Namen dürften nur die Wenigsten kennen."
und einige Absätze weiter:
"Und nicht Wenige meinen sogar, dass ..."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.06.2015 um 22.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11077


"Umfrage: Hilfe der Großeltern im Familienleben für Viele unverzichtbar" (DTS-Meldung vom 09.06.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.06.2015 um 18.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11074


Ein Recht haben, recht zu haben, - schon klar. Aber kann die Gerichtsbarkeit Recht geben? Das tut doch nur die gesetzgebende Gewalt, in einer anständigen Demokratie jedenfalls: "Das Gericht gab dem Bezirksamt Recht, das eine helle Arbeitskleidung verlangt hatte." (dpa heute ["Gericht verbietet dunkle Hemden und Schürzen an Fleischtheke"])
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.04.2015 um 23.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11047


Wortart wechselhaft: "Von Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein kann es Aufklaren, dann sind dort Tiefstwerte um 2 Grad und lokal Bodenfrost möglich." (DTS-Wetterbericht vom 26.04.2015, 18:30 Uhr)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 04.04.2015 um 12.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11038


Was ist ein Dritt? MM, 4.4.15, S. 24:

Ein Nest, sechs Eier und Liebe zu Dritt
...
Die Wanderfalken im Turm der Konkordienkirche führen nun schon im dritten Jahr eine "Menage a trois" und setzen mit ihrer Dreiecksbeziehung die ornithologische Fachwelt in Erstaunen. ... Zu Dritt teilt man sich das Brutgeschäft, ...
Nach dem Gehacke im ersten Jahr, arrangierten sich die Drei jetzt von Jahr zu Jahr besser, ...


In der Nebenüberschrift steht Menage a Trois. Ganz schönes GKS- und Komma-Gehacke.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2015 um 21.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11029


Und als sie fast schon fertig waren, hörte einer von ihnen das Schreien, ganz dumpf nur. Du musst dich täuschen, sagte der Andere.
(SZ, 25.3.15, S. 10)

Was soll man zu solchem Schwachsinn sagen?
Warum schreiben sie nicht auch hörte Einer von Ihnen?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.03.2015 um 08.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11021


dpa zu den Jährigen: "21-jährige aus Deutschland in Südengland ermordet [/] London (dpa [gestern])". Vgl. #10754.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2015 um 00.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11018


»Dass die versprochenen Intercitys einige Städte erst in mehreren Jahren anfahren werden, liegt auch am Regionalverkehr. Die Trassen seien heute mit Regionalexpress-Zügen ausgelastet, meint Homburg. Die Strecke Trier-Koblenz steht für 2030 im Plan. Als Vorletzte.«

spiegel.de, 18.03.2015
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.03.2015 um 23.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11017


DTS-Meldung vom 15.03.2015, 09:57 Uhr: "Aber das Meiste, das die SPD bisher vorgeschlagen hat, haben wir teilweise entschärft und verbessert."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.03.2015 um 22.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#11001


Zu #10990 der Deutsche Textservice-Meldung heute: "Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass die Machtkonzentration in den Händen einiger Weniger immer größer wird." - Ja, wenn die vom Weniger-Clan einig sind, dann konzentriert sich in ihren Händen schon eine Menge Macht. - Vorher, in der Einleitung, schon: "Russische Oppositionelle wie Alexej Nawalny, Michail Kasjanow und Gari Kapsarow sind akut bedroht". Mit letzterem gemeint ist Garri Kasparow, der frühere Schachweltmeister und jetzige Oppositionsaktivist.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.02.2015 um 12.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10991


Rechthaberei: "Mit seiner Warnung, der Glaube dürfe nicht allein zu einer "Kulturangelegenheit" werden, habe Papst Franziskus "sehr Recht", sagte Merkel." (derNewsticker.de, heute)
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 13.02.2015 um 00.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10990


Einigung einiger Einiger

»EU-Diplomaten zufolge zog der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis in der Nacht seine Zustimmung unter eine bereits vereinbarte Erklärung zurück […]. Laut einem Textvorschlag, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, sollte darin von einer möglichen „Verlängerung“ des Hilfsprogramms die Rede sein. Dijsselbloem sagte, darüber sei diskutiert worden. Für Einige sei das die bevorzugte Option gewesen. Varoufakis sagte, Ziel des Treffens am Mittwoch sei niemals gewesen, eine Einigung zu erzielen.«

faz.net, 12.02.2015 (Hervorhebung von mir)
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 12.02.2015 um 20.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10989


Was ist ein Mancher ? Den Namen Manchen oder Manschen kennne ich ja.
Sogar bei der Polizei lässt Mancher den Wagen stehen.
focus.de
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.02.2015 um 22.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10983


"Die Welt steht Kopf", heißt es auf den Straßen von Athen.
(SZ, 31.1.15, S. 3)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.01.2015 um 21.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10982


Daß sich die "Rechtschreibreformer" nicht in Grund und Boden schämen, ein solches Chaos angerichtet zu haben! Alles aus dem heutigen MM:

Eine Gemeinde steht Kopf
(S. 11; Kopf stehen war sogar in der 21. bis 23. Auflage des Duden enthalten)

Die Beiden hätten heiraten wollen ...
Die beiden wussten offenbar doch nichts

(S. 16, ein und derselbe Artikel)

Ausgestellte Fotos, von denen jedes Einzelne mehr als tausend Worte mitteilt.
(S. 33)

Schau Mal, da war ich tatsächlich im Urlaub oder auf Geschäftsreise.
(Beilage Wochenende, S. 2)

Statt still auf dem Sofa zu sitzen, kann man sich auch einen Hüpfball schnappen und auf diesem Hin und Her wippen.
(Beilage Wochenende, S. 9, Kinderseite!)

Als Faustregel gilt: 30 Mal auf den Brustkorb drücken, 2 Mal beatmen - und wieder von vorn. ... Dann senkrecht mit durchgestreckten Armen vier bis fünf Zentimeter tief und ungefähr zweimal pro Sekunde drücken.
(Beilage Automarkt, S. 4, beide Stellen im gleichen Absatz eines Artikels)

Der Mann klagte und behielt in erster und zweiter Instanz Recht.
(Beilage Sozialredaktion, S. 7; Duden läßt den Unsinn immer noch zu, empfiehlt aber seit 24. Auflage recht behalten)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 11.01.2015 um 09.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10952


»Sie sind doch Schuld!« Das sieht seltsam aus, denn der Nachname schreibt sich gewöhnlich Schuldt.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.01.2015 um 01.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10951


Ja, sogar Udo Ulfkotte, der "Gekaufte Journalisten" und gelenkte Massenmedien so schön bloßstellt, hat in dieser Hinsicht noch nichts dazugelernt:

"Vielleicht war jedoch auch sein Arbeitgeber, der öffentlich-rechtliche und politisch immer korrekte Norddeutsche Rundfunk, Schuld an seinem Jawort, ..."
(Kopp Verlag 2014, S. 273, leider in Reformschrieb und mit mehreren solchen Schnitzern)
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Gunther Chmela
Raubling

Dieser Beitrag wurde am 10.01.2015 um 22.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10950


"Sie sind doch Schuld!"
Zitat einer wörtlichen Rede aus: Robert Seethaler, Der Trafikant (Roman).
Ich lese automatisch: Sie sind doch die Schuld.
Diese Rechtschreibreform ist ja nun schon einige Jahre im Umlauf und man hat sich, wohl oder übel und oft kopfschüttelnd, beim Lesen so an einiges gewöhnt. Doch dann fliegt einem immer wieder einmal so ein richtig dicker Brocken an den Kopf, und man fragt sich: Kann es denn wirklich wahr sein?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2014 um 11.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10863


Was heute nicht alles substantiviert wird: "Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur [heute]) - Dass die derzeit im Mittelpunkt stehenden Gewerkschaften GDL (Gewerkschaft der Lokführer) oder die Pilotenvereinigung Cockpit bei der Lufthansa keine Mitglieder des DGB seien und ihre Interessen ohne Absprachen mit anderen Gewerkschaften vertreten, wüssten die Wenigsten." Und zu irgendwas benannt wird: "'Aber diese Zustimmung kippt dann, wenn man dem Bahnfahrer zu viel zumutet', nennt Kailing beispielhaft die Streiks bei der Bahn." Und gesteigert zu kein, keiner, am keinsten: "Das Arbeitskampfrecht ist für uns ein ganz hohes Gut, das darf aus unserer Sicht in keinster Weise beschnitten werden." - Naja, man liest's halt nochmal und bekommt wohl schon mit, was sicher gemeint ist.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2014 um 10.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10856


Heute (06.09.2014) in der Südwestpresse: "Wir werden alles tun, die Straftaten von Einzelnen oder Mehreren zu ahnden."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.08.2014 um 10.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10834


Heute bietet das Wetter von Allem etwas: Sonne, Wolken, Schauer.

(MM, Sonntag Aktuell, 24.8.14, S. 14)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2014 um 17.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10829


"Polizei stoppt Raser - Baby-Alarm im Auto [/] Wien (dpa [heute]) – [...] Mit den Worten «Hilfe, Hilfe meine Frau bekommt ein Baby, bitte helfen sie mir!» sprang er laut Behörden aus dem Auto. [...] Die Beamten stoppten einen vorbeifahrenden Rettungswagen samt Ärztin. Die Geburt im Auto ging dann für Mutter und Kind reibungslos über die Bühne." Bei all der nötigen Eile beim Berichteten hier hätte sich aber dpa dann doch Zeit lassen und "Sie" im Bericht richtig schreiben können. Und ein Komma nach dem zweiten "Hilfe" täte dem Text und der dpa auch gut.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.08.2014 um 17.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10812


"Berlin (dpa) –[...] Im Verhältnis zu den USA sei Einiges an Vertrauen beschädigt worden. [...] 02.08.2014". Bei vielen Fehlern dieser Art scheint kein Gefuehl dafuer zu bestehen, was alles ein Pronomen ist.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 27.07.2014 um 12.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10788


Neues aus dem Hause Springer:
Die "Costa Concordia" ist Zuhause angekommen.
welt.de
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.07.2014 um 23.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10779


faz.de heute im Zwiespalt: "Putin im Zwiespalt [...] Noch ist Ungewiss, ob er den Forderungen des Westens folgt und die Aufständischen von Nachschub abschneidet und fallen lässt."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.07.2014 um 09.17 Uhr eingetragen.
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MM, 11.7.14, S. 37:
Eine Bildunterschrift lautet:
Viele Wespen stehen unter Naturschutz, ihre Nester dürfen auch im Haus nicht ohne Weiteres entfernt werden.
Ich würde es mit einem Spray versuchen.

Im Text:
Die Nester dürfen nicht ohne weiteres entfernt werden.
Ach so.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.07.2014 um 19.31 Uhr eingetragen.
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Lassen wir auch den unnötigen Bindestrich weg, dann ist alles wieder richtig: "Im baden-württembergischen Ammerbuch ist am späten Samstagabend ein 20-jähriger von einem Zug erfasst und getötet worden." (*DTS-Meldung heute)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 06.07.2014 um 19.31 Uhr eingetragen.
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DER SPIEGEL, Nr. 27 / 30.6.2014, Seite 10,
bringt einen Leserbrief, darin wird Wilhelm Busch zitiert:

Zum Zweiten denken sich die Leut, der Mann ist lauter Redlichkeit.

Wilhelm Busch hat aber nicht gemeint, daß sich die Leut zu einem gewissen "Zweiten" (z. B. dem ZDF) etwas denken, sondern er schrieb Zum zweiten, meinte also einfach zweitens.
Aber da DER SPIEGEL ggf. auch gern die Schreibung von Leserbriefen ändert, geht dieses falsche Zitat wohl eher auf die Redaktion als auf den Leser. (Falsch zitiert sind außerdem Satzzeichen und zweimal "dass".)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.07.2014 um 16.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10749


Die dpa dagegen heute dazu: "Sie seien gegen zehn Uhr am abend ganz nahe dran an einer Vereinbarung gewesen, die dann doch nicht gehalten habe, um die entscheidenden Schritte nach vorne zu machen."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.06.2014 um 14.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10748


Da war der MM (28.6.14, S. 21) wohl beim Neuschrieb der vermeintlichen Tageszeit ein bißchen übereifrig (Hervorhebung von mir):

Über 100 Alphornbläser aus ganz Baden-Württemberg
bevölkern heute und Morgen Ladenburg.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.06.2014 um 13.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10745


Nach bei FAZ.de zurechtgemachter Hausorthographie: "In jeder freien Minute wird versucht, dem Kurzeitgedächtnis noch so viel Stoff wie möglich einzuhämmern. Die Eltern schimpfen. Zu recht?" (24.6.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 22.06.2014 um 16.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10743


"Dieses Truppen sammeln, Strippenziehen - das ist mir keine Freude." ...
Also macht sie eben doch, was alle machen: Truppen sammeln, Strippenziehen.

(FAS, 22.6.14, S. 3, Hervorhebung von mir)

Nach Dieses sollten Substantivierungen stehen:
Truppensammeln, Strippenziehen.

Dagegen wird, was jemand macht, normalerweise mit Verben ausgedrückt:
Truppen sammeln, Strippen ziehen, evtl. auch strippenziehen
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.06.2014 um 18.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10737


Ja, richtig, lieber Herr Riemer. Nur sei ihr eben bei der "Verwechslung [...] in Los Angeles" nicht "schon drei Mal" so etwas wie Butter oder Zement "passiert". Und selbst auf dem handgeschriebenen Einkaufszettel, - hätten wir da wirklich gemeint sowas wie *ein Mal Butter und drei Mal Fleischsalat? Nein, wir meinen da "Stück" und "Portionen", und niemand macht sich da ein x zwischen die Zahl und die Warenbezeichnung. "Mal" als attributive Maßeinheit oder derartiges überzeugt auch nicht. Das sieht doch jedes Kind.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.06.2014 um 17.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10736


Mit dem Singular von Mal kann man die Zusammenschreibung nicht begründen. Maßeinheiten stehen oft in der Einzahl: zehn Sack Zement, zwei Stück usw.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.06.2014 um 15.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10735


Zu "Die Verwechslung sei ihr in Los Angeles schon drei Mal passiert": Womit wird eigentlich die Reformschreibung von "-mal" hier begründet? Die Pluralform von "Mal" ist doch "Male", und die verwendet hier kein Mensch. Die vielmalige Wiederholung einer Schreibung, die gegen jeden Sinn verstößt, macht's den Schulkindern auch nicht leichter, richtig schreiben zu lernen. Das war einmal doch etwas einfacher, - bis eben die Kultusminister was zu tun haben wollten und deshalb vorgaben, daß sie in ihrem Bereich auf jeden Fall ja auch was tun.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.06.2014 um 15.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10734


derNewsticker.de (der sich in so vielem schon nahezu krampfhaft um Kultusministerechtschreibetreue bemüht), heute: "Nicht Wenigen sei in der Geschichte der Sinn für Verhältnismäßigkeit und die Achtung vor Rechtsprinzipien abhanden gekommen." - Nicht wahr, ja.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.06.2014 um 15.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10722


Frieden wollen sie ja auch: "Istanbul (dpa [heute]) - [...] Beide Männer betonten, man wolle wieder enger Zusammenarbeiten."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.06.2014 um 03.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10710


"Für Viele ist es ein Teil der menschlichen Natur, sich die bürgerlichen Freiheiten abkaufen zu lassen". (DTS-Meldung, 2.6.)
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Sigmar Salzburg
Mohrkirch

Dieser Beitrag wurde am 25.05.2014 um 12.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10698


Focus: Verstümmelt worden sei das Grundgesetz, kritisiert Kermani. "Nicht nur sprachlich am Schwersten wiegt die Entstellung des Artikels 16." Einst habe es dort schlicht geheißen. "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht." (focus.de 25.5.2014)

Im originalen Text Kermanis auf der Bundestagsseite (in traditioneller Rechtschreibung) gab es diesen Fehler nicht, auch nicht in der jetzigen „verbesserten“ Reform-Version (mit eingefügtem Beifall). Willy Brandt darf dort aber noch daß-Deutsch reden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.05.2014 um 11.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10697


"Jan Ullrich entschuldigt sich bei Unfallgeschädigten [//] Zürich (dpa [gestern]) - [...] Er sei mit einem Strauß Blumen zu Ihnen gefahren und habe um Verzeihung gebeten."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 21.05.2014 um 10.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10694


"Leipzig (dpa) - [...] Wenn die Klimaziele noch erreicht werden sollen, müsse etwas drastisches passieren, sagte Viegas vor Beginn des Weltverkehrsforums in Leipzig. [...] 21.05.2014". Auf einmal mehr Kleinschreibung als angebracht. Alles deutet auf mangelndes Mitdenken bei der Arbeit mit dem eigenen Handwerkszeug hin.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.05.2014 um 22.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10693


Süddeutsche Zeitung, 20.5.2014 (Hervorhebungen von mir), Seite 29:

- Seine Biografie - aus heutiger Sicht ein Beispiel für Zeiten, in denen Vieles anders war: ...
- Wer sich mit einem bedeutungslosen Auftritt verabschiedet, kann vorher nicht Vieles richtig gemacht haben, ...
- Cortina hat Einiges richtig gemacht, ...
- ... sagt Pat Cortina, der Bundestrainer, womit er Recht hat, ...

So konsequent, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist die Zeitung dann aber doch nicht, z. B. Seite 30:

- Es gibt ja diesen bayerischen Spruch: Wenn einer alles vergisst, ist er arm dran, wenn einer nichts vergessen kann, ist er viel ärmer dran.
- Im Erfolgsfall hoffen die Rekonstruktions-Freunde auf hohe Spenden, wohl zurecht.

Und auf Seite 4: Sie hatten recht, wieder einmal.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.05.2014 um 08.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10689


Anerkennungswerte Haltbarkeit vernünftiger Kleinschreibung auch bei dpa mal: "EU-Staaten wollen Haltbarkeitsdatum für Nudeln abschaffen [/] Berlin (dpa) - [...] Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace fordern solche Maßnahmen seit längerem." (17.5.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.05.2014 um 22.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10688


Focus ist Rechtschreibung wurscht, und dpa kann sie nicht: "Zürich (dpa [heute]) - FIFA-Präsident Joseph Blatter[:] «Natürlich war es ein Fehler. Aber wissen sie, man macht viele Fehler im Leben.»"
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Karsten Bolz
Hofheim

Dieser Beitrag wurde am 16.05.2014 um 10.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10686


Ich habe schon seit längerem festgestellt, daß dem Focus Online (ketzerisch die "Online-BILD für Intellektuelle") die Rechtschreibung ziemlich wurscht ist. Ich habe es aufgegeben, diese im einzelnen zu kritisieren.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 14.05.2014 um 17.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10684


Heute bei FOCUS online:
"Im deutschen Radio ist es Gang und Gäbe".

http://www.focus.de/auto/news/frau-musste-hohe-geldstrafe-zahlen-blitzerwarnung-auf-facebook-kann-teuer-werden_id_3842866.html
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 08.05.2014 um 18.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10678


Die Fernsehserie "Um Himmels Willen" hinterläßt ihre Kinder.
Heute im Aufmacher des Schwäbischen Tagblatts: "Der Tübinger Sascha Schmidt tritt nur um der Sache Willen an." Und auf der nächsten Seite geht es weiter mit "muss deshalb körperlich sehr fitt sein". Im gleichen Beitrag aber - oh Wunder - "die sogenannten Weltraum-Spaziergänge".
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.04.2014 um 09.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10667


Meinen Sie den Konjunktiv II im Plusquamperfekt für Uli Hoeneß?
Die muß er doch machen!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2014 um 20.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10666


Genauso, wie man ein Tor macht.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2014 um 19.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10665


Und wie, um Himmels Willen, macht man eine Steuererklärung?

(FAZ, 26./27.4.2014, Seite C1)
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2014 um 20.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10656


Diese seien Schuld an der derzeitigen „Zerstörung“ des Landes.
focus.de zur Ukraine.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2014 um 21.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10653


Für manche halt schwer, wenn Hunderttausende hunderttausend und mehr sind: "Rom (dts Nachrichtenagentur [heute]) - "[...]", sagte der Papst am Ostersonntag und erinnerte vor mehr als Hunderttausend Menschen auf dem Petersplatz unter anderem an die Konflikte in der Ukraine, Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und in Nigeria."
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 05.04.2014 um 13.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10641


GKS und GZS:
Budapest. Viktor Orbán liebt es, wenn ihn sein ungarisches Volk hoch Leben lässt.
handelsblatt.com

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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 02.04.2014 um 15.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10639


Diese ist unter Anderem für die Vermarktung aller Produkte der Mozilla Stiftung zuständig.

faz.net, 2. April 14
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.03.2014 um 14.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10609


"Berlin (dts Nachrichtenagentur [heute]) - "Natürlich nehme ich das Welk werden wahr [...]", sagte die 75-Jährige, die 40 Jahre Star des Wiener Burgtheaters war, im Gespräch mit der Zeitschrift "Meins".
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 06.02.2014 um 20.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10590


Um Gottes Willen, so wichtig bin ich nicht.
(MM, 6.2.14, S. 16)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.02.2014 um 22.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10580


Nichts, würde ich sagen.
Eigentlich müßte ja nach "Mensch" auch ein Komma stehen, aber das fehlende Komma läßt sich vielleicht mit einer Vereinfachung wegen der Funktion als Name (Titel) rechtfertigen.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 02.02.2014 um 14.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10579


Die Tage las ich in der Zeitung von einem Jubiläum des Spiels "Mensch ärgere Dich nicht".

Was rechtfertigt hier eigentlich die Großschreibung?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.01.2014 um 22.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10568


Träumen ohne Substanz für Substantivisches: "Die Lehrerin Martha Fugua behauptet, ihr sei ein Glück widerfahren, wovon viele Träumen: Sie habe einen Renoir auf dem Trödel entdeckt. [...] Jetzt kam raus: Das Bild ist geklaut." (faz.net, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.01.2014 um 22.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10564


"19-Jähriger aus Bayern möglicherweise in Syrien getötet [//] Berlin (dpa [heute]) - In Syrien ist möglicherweise ein 19 Jahre alter deutscher ums Leben gekommen. [...] Nach einem Bericht der «Welt» könnte es sich um David G. handeln, einen Neunzehnjährigen aus Bayern."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.01.2014 um 16.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10560


Vater unser vorbildlich: "DTS-Meldung vom 13.01.2014 [.../] Jesse Williams findet Vater sein 'unglaublich'."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2014 um 19.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10557


Zu #10548: Die Einordnung von Wörtern in die Klasse der Substantive ist nicht für jeden so einfach. Präpositionen regieren doch Fälle, und Fälle hätten nur usw., führt zum ZDF-Krimi "Ein Fall für Zwei" (bild.de, 10.1.) Auch zur Unterscheidung zwischen Pronomen und Substantiven ("weniger", "vieler") gehört offenbar mehr als mancher zum Artikelschreiben mitbringt. — Jedoch: "Er hat bis zu 60 000 Euro Steuern hinterzogen und flog auf – jetzt verklagt Unternehmer Lutz S. den Deutschen Staat!" (bild.de, 10.1.) hätte ich wohl anders formuliert, einfach um über die Groß- oder Kleinschreibung von "deutsch" hier nicht zu lange nachdenken zu müssen.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 09.01.2014 um 12.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10553


Alles in Einem und gar nicht mal teuer

faz.net, 2. Januar 2014
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Gunther Chmela
Raubling

Dieser Beitrag wurde am 07.01.2014 um 22.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10551


Aus einem Forum:
"...aber hier Zulande jedoch..."
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 01.01.2014 um 16.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10548


Die unreflektierten Großschreibungen bei Focus online sind mir schon lange ein Dorn im Auge. Ich weiß nicht, ob dies auf eine eigene Hausorthographie zurückgeht oder ob der jeweilige Journalist dies selbst verantwortet. Jedenfalls fand ich heute im Zusammenhang mit der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin folgendes Zitat bei Focus.de "Europa wurde aus einem Traum Weniger durch die Anstrengung Vieler...". Das scheint mir nicht Duden-konform zu sein (25. Auflage), falls sich das Magazin am Duden orientieren sollte. FAZ.net hingegen schreibt in beiden Fällen klein: "weniger" bzw. "vieler".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2013 um 00.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10541


"Wir Ukrainer müssen jetzt erst Recht die Massen mobilisieren, um den Präsidenten endlich zum Rücktritt zu zwingen!" (derNewsticker.de [18.12.])
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 08.12.2013 um 23.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10535


Zu Herrn Küsels Beitrag (#10534): Was bedeutet eigentlich und sonst nichts?

- und sonst (gibt es) nichts oder
- und (die) sonst nichts (hören)?

Im ersten Fall muß es niemanden statt nichts heißen, und im zweiten Fall ist das Komma vor und falsch.

Ein Blick in den Originalkontext zeigt, daß es ums zweite geht, also neben GKS auch ein Kommafehler.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 04.12.2013 um 09.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10534


Und es gibt Diejenigen, die einfach nur Radio hören, und sonst nichts.

sueddeutsche.de, 20. Dezember 2012
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 29.11.2013 um 17.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10532


GKS bei dpa (heute): "Düsseldorf (dpa) - Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft hat eine Kanzlerkandidatur für sich endgültig ausgeschlossen[:] «Ich bleibe in Nordrhein-Westfalen. Darauf könnt ihr Euch verlassen.»"
Zwar nicht ähnlich, aber wesentlich unterhaltsamer der Straßenbahnschaffner zu Karlchen: "Bist du noch unter 14, oder sind Sie schon über 14? — Karlchen: "Das können Sie halten, wie du willst."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 25.11.2013 um 01.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10516


zu 105#10409ff:

So beträgt die Zahl regelkonform erreichbarer Stellungen etwa 10 hoch 40 - das ist eine gute Trillion mal mehr, als es Sterne im beobachtbaren Universum gibt.
(FAS, 24.11.13, S. 73)

Ich bin gut 59jährig. Ist das Universum gut 13 Milliarden jährig?

Es kann ja nur dreizehnmilliardenjährig oder 13000000000jährig oder vielleicht dann doch eher 13-Milliarden-jährig sein, aber niemals 13 Milliarden jährig. Also auch niemals "eine gute Trillion mal mehr", sondern nur "eine gute Trillion Mal mehr" oder "gut einetrillionmal mehr".
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 21.11.2013 um 14.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10513


Selbst wenn diese nicht gesondert im Vertrag aufgeführt sind, bestehen Gewährleistungsansprüche Kraft Gesetzes.

Aus eRecht24.de
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 21.11.2013 um 10.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10512


Doch die Wenigsten wissen, was Bitcoins überhaupt sind

sueddeutsche.de, 20. November 2013
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 08.11.2013 um 19.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10500


"Trotzdem frage ich mich öfters, ob das [bei Verben] eigentlich immer unbedingt so sein muß." Die Frage ist berechtigt. Denn "zu" ist ja auch eine Präposition, aber danach hat sicher keiner die Absicht, den Infinitiv groß *zu schreiben*. Zögern könnte man jedoch schon bei der einfachen *Absicht zu rechnen*. Unser Infinitiv geht ja auf eine substantivierte Form des Verbs, und zwar einen Akkusativ davon, zurück, habe ich vor langem in einer Vorlesung mal mitbekommen. (Und zu "am Essen sein" hatten wir hier in der Diskussion auch schon einiges, meine ich mich zu erinnern.)

Aber zur unbegründeten "Substantivierung" gerade wieder dies: "Dies betraf unter Anderem die Gründung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart 1978 mit der Inbetriebnahme der ersten S-Bahn-Strecken sowie die Entscheidung des Gemeinderates, die alte Straßenbahn durch ein Stadtbahnnetz zu ersetzen." (derNewsticker.de, 7.11.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 08.11.2013 um 11.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10499


Die vermeintliche Regel, nach Präpositionen müsse man immer groß schreiben, ist sicher "eine neue Unart", die durch die RSR aufkam. Natürlich wäre das nicht haltbar, wie man an Beispielen wie von oben nach unten, von gestern, mit ihr usw. sieht.

Aber wenn man sich auf Verben beschränkt, könnte so eine Regel vielleicht zutreffen. Verben werden anscheinend durch eine Präposition immer substantiviert:

Ich bin noch am Arbeiten. Es war noch nicht die Rede von Gehen. Mit Faulenzen ist jetzt Schluß!

Und so weiter. Ich glaube, das war auch vor der Reform so üblich. Trotzdem frage ich mich öfters, ob das eigentlich immer unbedingt so sein muß.

Es besteht ein Unterschied zwischen Lesen und Schreiben / zwischen lesen und schreiben?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.11.2013 um 00.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10498


Mit Bindestrich und klein stellt dpa hier "mal" neben "jährig": "Ramallah (dpa) [...] Gewebeproben Arafats hätten 18-mal mehr Polonium 210 enthalten als normal." (06.11.2013 20:25)

Zu "eine neue Unart" (#10497): Viele Großschreibungen nach Präpositionen gehen darauf zurück, daß, was sie bezeichnen, nicht wahr, doch Objekte von Präpositionen sind, und Präpositionen regieren doch Fälle, nicht wahr, und Fälle haben doch Substantive, nicht aber Wörter oder Strukturen, die keine Fälle haben, demnach sicher die artig gängige Haltung.
Bei einer Menge weiterer unerwarteter Großschreibungen jetzt erkennt die neue Art Pronomen und Adjektiven ihren eigentlichen Status ab, daher also groß. Auch wenn Manche sagen, das ginge doch nicht, haben die Anderen jetzt Recht.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 06.11.2013 um 09.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10497


Daß man außen groß schreibt, scheint eine neue Unart zu werden, ist mir jetzt schon wieder aufgefallen:
Hostel im Bau: Der Bunker muss zunächst von Außen abgedichtet werden.

http://www.spiegel.de/reise/europa/hostelprojekt-in-albanien-studenten-bauen-bunker-zur-unterkunft-um-a-855204.html#js-article-comments-box-Pager

Bildunterschrift im selben Artikel:
In den Bunkern spiegelt sich die beispiellose Paranoia des früheren Diktators Enver Hodscha wieder.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2013 um 08.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10495


Groß und klein durcheinander bei der FAZ: "Deutlich höhere Kapitalpuffer für schweizer Banken". Dann geht's aber doch weiter mit: "Die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf erwägt, die Kapitalpuffer für Banken des Landes deutlich zu verschärfen." (04.11.2013)
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2013 um 09.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10474


Vor einigen Jahren begannen erste Winzer- und Bauernhöfe [...] solche Hofcafés einzurichten. Zu den Ersten gehörte ...

Aus dem hiesigen Wochenblatt.

Und faz.net ist auch dabei:
Hinter Fensterscheiben, die von Außen nicht erkennbar sind, sitzen Abhörspezialisten mit ihren Antennen.

Vielleicht findet man demnächst die Schreibweise "Am Ersten November...".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2013 um 08.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10472


Vernünftige Kleinschreibung heute bei der Deutsche Textservice Nachrichtenagentur, die sonst äußerst reformhörig schreibt: "Nach Informationen der "Welt am Sonntag" verfügte das Gerät, das sie bis vor kurzem benutzte, über keine spezielle Verschlüsselungstechnik", "Wenn letzteres der Fall sei, dann wolle er auch wissen, in welchem Umfang Informationen, die durch das Abhören von Partnern und Freunden gewonnen wurden, in die US-Außenpolitik eingeflossen seien."
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2013 um 19.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10470


Ich, die Erste – oder?

„Ich weiß, dass meine Kollegen die Nase voll davon haben, von den Frauen im Senat zu hören“, sagte Collins. Sie machte eine Pause, lächelte sanft: „ Aber es waren nun einmal Frauen, die mich als Erste angerufen haben“ – nämlich ihre Pateikolleginnen Lisa Murkowsky und Kelly Ayotte, die dem zustimmten, was Collins zuvor gesagt hatte: . . .

(Der Spiegel Nr. 43 vom 21.10.2013, Seite 94)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2013 um 18.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10469


Obama soll von Nichts gewusst haben

Schlagzeile auf Welt.de, 25. Okt. 2013
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 23.10.2013 um 14.18 Uhr eingetragen.
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Demnach hat jeder Dritte Tabletbesitzer bereits eine Spiele-App gekauft. ...
Jeder Achte hat mit dem Tablet schon Hörbücher heruntergeladen, jeder Neunte Filme und Serien.
(MM, 23.10.13, S. 9)

Die GKS ist seit der Reform eine Katastrophe. Den Achten und Neunten (aus diesem Beispiel) hat die Reform verzapft, kein Wunder, daß der Unsinn um sich greift und nun auch schon (nicht von der Reform gedeckt) das Adjektiv direkt vor dem Substantiv davon betroffen ist.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 19.10.2013 um 17.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10461


Quotenfrauen will wohl Niemand und doch ist nicht auszuschließen, dass Quotenregelungen Ebensolche generieren.

Wirtschaftswoche online, 04.09.2012
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 16.09.2013 um 22.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10445


»Herzlich Willkommen auf den Webseiten der Abteilung Deutsch als Fremdsprache!« (TU Braunschweig)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2013 um 12.48 Uhr eingetragen.
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Dessentwegen dürfte er [Steven Hawking] sogar dann in die Wissenschaftsgeschichte eingehen, wenn er am Ende den Kürzeren ziehen sollte
(FAS, 15.9.13, S. 69)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.09.2013 um 23.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10429


Der Artikel, aus dem die folgenden Zitate entnommen sind, gehört zu einer Ganzseite zum Thema Kerwe-Straßenfest in Schriesheim (MM, 9.9.13, S. 21):

Eröffnungsrundgang: Für die Ehrengäste Stunden "harter Anstrengung"
Dies ist die nicht ganz so groß gedruckte erste (Vor-)Überschrift, sie enthält allein im ganzen Artikel das Bezugswort: Ehrengäste.

Schon nach der ersten Station gehen Einige verloren (Hauptüberschrift)

Im Text des Artikels: Der weitere Weg führt durch die Heidelberger Straße, in deren Trubel die Ersten bereits den Anschluss verlieren.

Die Großschreibung Einige sticht dermaßen ins Auge, noch viel mehr als die Ersten, ich verstehe nicht, wie denkende Journalisten sowas machen können. Sind es etwa die Einigen oder was, die da verlorengehen?

Auf der gleichen Seite auch noch:
Den Andrang so vieler Besucher nutzt der Bund der Selbstständigen (BdS) für seinen Verkaufsoffenen Sonntag.

Es ist schon langsam penetrant, wie der MM immer wieder den Bund der Selbständigen (BdS) beim falschen Namen nennt, und das, obwohl selbständig nach wie vor eine erlaubte Variante ist (siehe hier).
Seltsam wirkt es auf mich auch, den verkaufsoffenen Sonntag als Nominationsstereotyp zu behandeln.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 07.09.2013 um 00.29 Uhr eingetragen.
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Na ja, damit haben wir wohl alle Argumente ausgetauscht und sollten es dann auch dabei belassen. Nur ein kleines Mißverständnis möchte ich noch ausräumen: Sie zitieren mich und fragen: " 'wenn man ein Substantiv adverbial benutzt, wird es zum Adverb, und man muß es klein schreiben': Man muß?"

Natürlich muß man das nicht, ein Substantiv, das in einem Adverbial vorkommt, wird ja auch nicht automatisch zum Adverb. War es nicht klar genug ausgedrückt, daß ich mit diesem Satz Ihre Meinung wiederzugeben glaubte? Stimmt, ich hätte noch den Konjunktiv benutzen sollen. Anschließend habe ich diesen Satz ja dann widerlegt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2013 um 18.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10425


Zu "wenn man ein Substantiv adverbial benutzt, wird es zum Adverb, und man muß es klein schreiben": Man muß? Die Genitivform "sonntags" schreibt man klein, die Akkusativform "Sonntag" schreibt man groß.
"Aber beides zugleich, desubstantivieren und zählen, alles auf einmal, das geht nicht." Aber vielleicht doch. Denn einmal ist ja einmal keinmal, und ein Mal hier ist kein Mal in dieser Hinsicht, sage ich. Was haben wir denn in "zehnmal" anderes als genau das, desubstantiviertes Gezähltes! Aber gerade um solche langen Diskussionen wie unsere hier zu vermeiden, schreibt gesunde Schreibtradition ganz vernünftig Adverbiale wie "zehnmal" schon seit langem in einem Wort. Bei der Handvoll haben wir Zusammenschreibung gleicher Art, bei millionenfach/-mal auch. Aber auch wenn die Millionen hier genauer gezählt werden, verwandelt sich für meine Schreibung nicht "mal" groß in ein in diesem Falle schon lange ungebräuchliches Mal zurück. Beim zweimillionsten Mal zwingt nur die Grammatik zur Großschreibung, aber nicht weil jeder genau weiß, was für ein Ding oder Sachverhalt ein "Mal" hier wäre oder je war. Beim eine Million mal besteht dieser Zwang für mich nicht, und im Zweifel schreibe ich ja sowieso klein. — Aber wegen unserer Diskussion hier könnten jetzt wem Zweifel aufkommen, das gebe ich zu, — ja, und was raten wir ihm dann? Unsere Diskussion hier noch einmal von vorne an durchzulesen? Umzuformen? Uns beide zu belächeln? Wir raten ihm auf jeden Fall nicht, mal beim Duden anzurufen.

Zu "(Sonntag kann kein Adverb sein, da man erweitern kann nächsten Sonntag bzw. fragen Er kommt Sonntag. Welchen?)" und zu den "2 heute": "Vergiß das Unverständliche, das war: Das Gestern lügt und nur das Heut ist wahr!" Unser "heute" könnte also kein Adverb sein, da man es ja mit "unser" erweitern und "welches Heute" fragen kann. Natürlich weiß ich, daß wir es hier mit "Substantivierung" zu tun haben. Aber ich weiß auch, daß das "t" in heute" dasselbe wie in "Tag" ist! Ich löse jedenfalls zur Wortartbestimmung von "Sonntag" in "Er kommt Sonntag" das Wort nicht einfach heraus und arbeite dann damit, sondern bleibe im Satz und sichte es redlich, in richtiger Sprache also, sonst müßte ich ja tatsächlich reformiert *ein Bisschen/Bissel wenig/viel* schreiben. Aber wer Kleinkinder füttert, kann durchaus liebevoll von "zwei Bißchen/Bissel Mus" nach dem ersten glücklich geschluckten Bißchen/Bissel Mus reden, um dem kleinen Hungerleider sein lebenswichtiges Müsli liebevoll und erfolgreich einzuschieben. Dieses Bissel/Bißchen kann jedes Kind sich vorstellen und wird dabei vielleicht sogar aufs Löffelchen einbeißen; die Bedeutung des zählbaren "Mal" jedoch geht ihm sicher und auch mir heute noch ab.

Wortartbestimmung ist gar nicht immer so einfach, und die Methoden dazu sind auch nicht immer bis ins letzte fraglos. "Substantiv" sagt mir von sich aus schon eine ganze Menge, aber das deutsche "Hauptwort" dafür auch. Und danach ist "mal" in "eine Million mal" in keiner Hinsicht eins, und ich meine besonders nach dem, wie es hier wirkt. Um zusammenfassend zu sagen, wie ich unser beider Einstellung hier sehe, lieber Herr Riemer: Sie wissen von vornherein, daß "Mal" ein Substantiv ist und daß man Substantive ausnahmslos groß schreibt. Und ich bin nun mal bei beidem nicht so sicher. (Vgl. dazu auch http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1578#23992. Die FAZ scheint zu meinen, daß das "Hundert" da in "ein paar Hundert [...]-Opfer" ein etwas indefinit gezählter Plural von "das Hundert" ist. Und ich würde es auch nicht groß schreiben wollen.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 05.09.2013 um 00.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10422


Ich verstehe schon, worauf Sie hinauswollen, lieber Herr Ludwig, wenn man ein Substantiv adverbial benutzt, wird es zum Adverb, und man muß es klein schreiben.

Aber da steht nun leider noch diese Zahl davor. Wie in aller Welt kann ich etwas zählen, das kein Substantiv ist? Wo gibt es 2 heute, 3 da, 4 sehr, 5 wandern, 6 auf? Noch nicht mal Pronomen lassen sich zählen, es sei denn, sie werden substantiviert (mein zweites/meine beiden Ich).

Das einzige, was mir in dieser Richtung einfällt, wäre ein bißchen, ein wenig. Man schreibt aber nie 1 bißchen, 1 wenig, und es gibt auch keine zwei bißchen, zwei wenig. Das sind eben feste Wendungen mit dem unbestimmten Artikel. Tatsächlich abzählen kann man nur Dinge oder Sachverhalte, also Substantive.

Ein Substantiv kann zum Adverb werden, wie der Genitiv von Sonntag zu sonntags oder Nacht zu nacht. Oder man kann das Substantiv zählen. Aber beides zugleich, desubstantivieren und zählen, alles auf einmal, das geht nicht.

Also schreibt man entweder wie üblich zehnmal (Adverb) oder in bestimmten Sonderfällen zehn Mal (Zahladjektiv + Substantiv), aber ich wüßte nicht, wie ich zehn mal begründen sollte, und eine Million mal wäre im Prinzip dasselbe. Ein gezähltes Adverb ist einfach nicht möglich.

Und bei einem Adverbial muß man unterscheiden, ob es aus einem Adverb (heute, einmal), aus einem Substantiv (Sonntag) oder aus einer Wortgruppe (jeden Tag, eine Million Mal) besteht. (Sonntag kann kein Adverb sein, da man erweitern kann nächsten Sonntag bzw. fragen Er kommt Sonntag. Welchen?)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.09.2013 um 18.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10421


Nur dazu, was nicht alles Relativsätze sein können: «Auch jetzt, wo Sie das gesagt haben, ist nichts anders»!
Ich habe zwar auch Tage auf Wanderschaft verbracht, aber nicht "Mal" oder "Male". Und auch wenn ich mehrmals wanderte, kam mir eine Wiederbelebung irgendeines Mals nie im Sinn (wie ich ja auch bei "vielfach" nicht an viele Fächer denke [und nicht mal so sehr an "vielerlei", was ich sogar eigentlich wohl sollte, sondern weit eher an "vielmals"!], und bei "behende" denke ich dementsprechend auch nicht an die Nähe zu einer Hand). In «Das eine Mal, wo/daß das nicht ging, ... / Das eine Mal, das ich näher besprechen möchte, ...» kann man wohl "Mal" noch als substantivisches Einzelteil herausnehmen und mit einem Relativsatz näher kennzeichnen; beim nicht weiter erweiterten adverbialen "eine Million mal" des zitierten Beispiels kann ich das jedenfalls nicht. Wenn ich davon sprechen wollte, würde ich geschrieben wohl Anführungsstriche setzen und das gesprochen durch Ton und kleine Pausen kennzeichnen: «Ich werde jetzt dieses "eine Million mal" näher besprechen.» Dabei würden aber *diese Million Mal und *die nächste Million Mal sicher nicht zur Sprache kommen. Was nämlich damit ausgedrückt werden wollte, müßte wohl anders formuliert werden. Ich erweitere nicht: «Inzwischen hat sich das Buch mehr als eine Million mal verkauft, die mich sehr interessieren», sondern «Inzwischen hat sich das Buch mehr als eine Million mal verkauft, was mich (wegen der hohen Zahl) sehr interessiert.»

Aber wenn wir uns hier überhaupt streiten, lieber Herr Riemer, streiten wir uns darum, ob was halt noch Substantiv ist oder halt nicht mehr. Ist "times" in "one times one" der Plural von "time", oder muß ich "sonntags" groß schreiben, weil es doch die Genitivform von "Sonntag" ist? Als Schüler war ich mal sehr erstaunt, daß "Sonntag" in "Er kommt Sonntag" groß geschrieben werden mußte. Denn hier sei es doch klar ein Adverb (wie "heute" und "dann")! Aber mein hochverehrter Deutschlehrer sagte mir damals, er verstünde meinen Gedankengang, doch schreiben wir auch hier Sonntag groß. Und ich habe seitdem also auch das unerweiterte Adverb "Sonntag" (als Akkusativ der präzisen Zeit, wie ich es später zu lehren verstand) immer groß geschrieben, — denke aber jedesmal, wenn ich das tue, an die fein formulierte Antwort meines Deutschlehrers damals zurück.

Ja, und weil schreibende Journalisten ohne eigene Gedanken zu ihrer Kunst und charaktervolle Deutschlehrer früher sich auf gekauftes Korrekturprogramm verlassen, das halt auch in einfachen Fällen nicht zwischen Adverb und Substantiv unterscheiden kann, heute dies: "Eines morgens bin ich aufgewacht und fühlte gar nichts." (Berlin [dts Nachrichtenagentur], heute)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.08.2013 um 21.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10414


Auch wenn ich zwei Tage wanderte, hätte der ganze Ausdruck zwei Tage adverbialen Charakter, und trotzdem schriebe man Tage dann nicht klein. Ebenso kann ich ein Buch nicht eine Million mal verkaufen, sondern nur eine Million Mal, falls mir einemillionmal nicht so zusagt.

So, wie millionenfach kann man natürlich auch millionenmal schreiben. -fach kommt von Fach und -mal kommt von Mal, wo ist der Unterschied?

Die 19 Mal, die ich bisher in einem Flugzeug gesessen habe, kann ich unmöglich klein oder zusammen schreiben, denn mit einem Relativpronomen kann man sich nicht auf ein Adverb beziehen, das wäre ungrammatisch. Und ich muß hier auch nicht unbedingt 19 Male sagen, nur damit ich's groß schreiben darf.

Die Grammatik setzt halt bestimmte Zwänge, "im Zweifel klein" kann da auch schon mal in die Irre führen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 30.08.2013 um 18.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10413


Sie haben recht, auch "achtmillionenmal hat eine innere Flexion", und obwohl ich das von mir aus wohl auch nicht schreiben würde (wo hätte ich denn auch mal einen Anlaß dazu?), stoße ich mich nicht so sehr an dieser Schreibung. Ob mir die zweifache innere Flektion bei "eine Million" (Pluralendung = Null!) ein besonderes Gefühl eingibt, weiß ich nicht. Aber ich spüre, daß der adverbiale oder adjektivische Charakter des ganzen Ausdrucks eine weit größere Rolle spielt als die Benennung (Nomen) von irgendwas hier.

Zum "drei Sack Zement, zwei Glas Bier" passen m. E. nicht "auch diese zwei Mal" für das zitierte "Inzwischen hat sich das Buch mehr als eine Million mal verkauft". Ich sehe das kleine "mal" eher neben dem "-fach" in "millionenfach", — welches allerdings nie mit einem selbständigen Substantiv verwechselt werden könnte (etwa mit "s Fach, (e)s, "er), denn es leitet sich von einem Adjektiv ab (s. das Einfache/einfache, ein Vielfaches/vielfaches [ich füge hier die Kleinschreibungen mal hinzu, einfach weil ich als normaler Mensch, Nicht-Mathematiker, diese Wörter eher pronominal und gar nicht unbedingt substantivisch gebrauche]).

Wenn ich wie heute morgen die Newsticker-Nachricht vorgesetzt bekomme, "In einem Flugzeug sitzen die Deutschen in ihrem Leben rund 19 Mal", dann sage ich, man muß als Journalist nicht für alles gleich Skrupel wie ich hier mitbringen, — die gute alte Einsicht "Im Zweifel klein" reicht völlig. Welches Substantiv parallel zu "zwei *Sack* Zement" hat der Ober im Sinn, wenn er mir vorrechnet "zweimal Eintopf, fünf Glas Bier"? Interessant: Er sagt auch nicht "zwei mal/Mal Eintopf", das kann man deutlich hören. Ich kann das mit Sicherheit sagen, ich habe da schon neunzehnmal gegessen und jedesmal das gleiche bestellt. Oder geht geschrieben nur "das Gleiche"? Der Ober jedenfalls ist keine Hilfe, er fragt mich anfangs nur: "Dasselbe wie gestern?" — und hat aber mit seiner natürlichen Aussprache auch die richtige Schreibung dafür für mich weg.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.08.2013 um 14.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10412


zu einemillionmal:
Im bewährten Duden steht achtmillionenmal, und ich meinte daraus die mögliche Zusammenschreibung auch für eine Million Mal ableiten zu dürfen.

Mit der Flexion innerhalb eines Wortes ist es so eine Sache. Auch achtmillionenmal hat eine innere Flexion. Ich glaube, schon öfters aus/vor Langerweile gelesen zu haben. Prof. Ickler führt unter "Was ist ein Wort? Was ist EIN Wort?" das Beispiel unterderhand an, allerhand fällt mir gerade noch ein. Andererseits schrieb Prof. Ickler im gleichen Tagebucheintrag erst kürzlich: "Solche Wortgruppen, die nur am Ende flektiert werden, könnten auch zusammengeschrieben werden: des einoderanderen." Ist das nun eine notwendige Bedingung: "nur am Ende"? Ich denke nicht, siehe diese Beispiele.

Auch Singulariatantum, Pluraliatantum; letztesmal, das letztemal, zum letztenmal; weitgehend, weitergehend; der-, die-, dasjenige, die-, der-, des-, dem-, denjenigen usw. sind innen flektiert.

Was die Pluralform Male betrifft, denke ich, auch der Singular Mal spricht nicht dagegen, daß es sich um ein Substantiv handeln muß. Nach Zahlen kommt ja oft der Singular: drei Sack Zement, zwei Glas Bier, ... , also auch diese zwei Mal usw.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 30.08.2013 um 11.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10411


Lieber Herr Riemer, ich weiß nicht, ob wir hier vielleicht sogar etwas Neuland betreten. Aber als Substantiv müßte "s Mal, (e)s, e" hier in der Pluralform auftreten, wie in "zu verschiedenen/wiederholten Malen". Was Sie mit Rechenoperator bezeichnen, führt mein *Großer Pons Collins* als Adverb auf (engl. "times" [one times one equals one]). — Die ganz natürliche Zusammenschreibung wie bei zehnmal, hundertmal, tausendmal ist bei eine Million nicht möglich, weil hier eben eine flektierte Form das verhindert. (So ist auch die Zusammenschreibung von "zuviel" und "wieviel" natürlich, aber bei "zu viele / wie viele" haben wir an der Flektion erkennbar ein separates Wort.) Mit solchen Gedanken komme ich also ohne weiteres Nachschlagen hier zum natürlich kleinen "mal" und finde "einemillionmal" eine unmögliche Schreibung.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.08.2013 um 23.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10410


Lieber Herr Ludwig,
ich glaube, hier irren Sie sich, "eine Million mal" ist noch nie richtig gewesen.
Durch die "Reform" ist natürlich viel Unsicherheit entstanden. Zu welcher Wortart sollte denn hier "mal" gehören? Wenn ein Zahlwort davor steht, kann es doch nur ein Substantiv sein, mußte also schon immer groß geschrieben werden. Man kann und konnte "mal" nur klein schreiben, wenn es es als Rechenoperator ("zwei mal zwei") oder als umgangssprachliche Verkürzung von "einmal" verwendet wird. Sonst immer groß! Also 1000000mal (reformiert 1000000-mal) oder einemillionmal (gibt es reformiert nicht mehr) oder eine Million Mal (bewährt und reformiert). Bei Zusammenschreibung fällt es natürlich nicht auf, daß sie mit dem großen "Mal" gebildet ist, da man mitten im Wort nicht groß schreibt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.08.2013 um 16.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10409


dpa-"mal" mal anders und zufällig mal richtig: "Berlin (dpa) - [...] Inzwischen hat sich das Buch mehr als eine Million mal verkauft".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2013 um 00.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10398


faz.net (21.8.): "Kunstfälscher-Skandal in New York [/] Beltracchi auf Amerikanisch". Amerikanisch ist denen nach also ein Substantiv, auch wenn es klar nicht um die Sprachbezeichnung geht. Da sieht man also, wohin die den Schulkindern vorgeschriebene Falschschreibung des Adverbials "auf deutsch" führt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2013 um 19.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10383


Bei solcher Medienvorschreibe fragt man mit Recht, wie sich die Schulkinder noch zurechtfinden sollen:
«Berlin (dts Nachrichtenagentur [heute]): "Johannes Kahrs [...] sagte der Zeitung, er schätze Müntefering sehr, aber über die Themen, die er zu recht anschneide, "sollten wir nach dem 22. September um 18 Uhr reden".»
Doch im Zweifel klein ist wenigstens schon etwas.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2013 um 10.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10379


Am 8. August zieht Serdal E. vor dem Mainzer Club „50 Grad“ bei einer Auseinandersetzung den Kürzeren.
AZ Mainz 10.8.2013
Na, so was!
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2013 um 08.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10377


In der NSA-Spähaffäre sitzen Rot-Grün und Schwarz-Geld möglicherweise im selben Boot. Erstere hatten die Zusammenarbeit mit dem NSA unter dem Eindruck des 11. September 2001 vereinbart, Letztere ab 2005 praktiziert.
n-tv.de

Kursiv und fett von mir.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2013 um 11.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10371


Zweimal Großschreibung im Schwäbischen Tagblatt vom 3.08.2013:

"Die Mühe sei es aber einfach nicht Wert."

"Der in die Jahre gekommenen Spülbürste im Redaktions-Kaffee-Kabuff überdrüssig geworden, stürzte er sich höchstselbst in Unkosten und investierte in eine Neue."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 01.08.2013 um 22.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10366


Bestanden – Gott sei dank

Viermal so hoch wie der übrige Text ist diese dicke Überschrift im MM vom 19.6.13 auf S. 40, trotzdem hat das keiner gemerkt?
Allmächtig, barmherzig, unergründlich und noch vieles mehr ist er schon, und natürlich auch lieb. Aber nun soll er auch noch dank werden – Gott bewahre!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2013 um 19.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10352


SZ-Recht: "So ganz sollte sie nicht Recht behalten." (sueddeutsche.de [Europameister im Frauenfußball], heute)
Und dpa [heute]) zu den "Jährigen": "Der 25-Jährige Fahrer habe die fünf Jahre jüngere Wiesbadenerin auf einer kleinen Straße überfahren. "
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 26.07.2013 um 09.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10349


Kirch ging Pleite

faz.net, 25. Juli 13
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.07.2013 um 16.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10347


Man lese in "Wenn wir aussterben, weil wir kein Weltraumprogramm haben, geschieht uns das Recht!" trotzdem mal "das" als Artikel — und schmunzele über die plötzlich hochkarätige philosophische Aussage.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 25.07.2013 um 11.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10346


"Die Dinosaurier sind ausgestorben, weil sie kein Weltraumprogramm hatten. Wenn wir aussterben, weil wir kein Weltraumprogramm haben, geschieht uns das Recht!" Diese Sätze hat der US-amerikanische Science-Fiction-Autor Larry Niven gesagt.
(MM, 25.7.13, S. 3)

Aber auf englisch. Im Deutschen ist das kein Artikel zu Recht, sondern Relativpronomen zu wenn wir aussterben, und recht heißt soviel wie gerecht.

Interessanterweise kann man tatsächlich sagen, jemandem sei (ein) Unrecht geschehen. Aber jemandem geschieht ein Recht oder das Recht, das gibt es nicht.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2013 um 18.01 Uhr eingetragen.
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Wozu Unterscheidungsschreibung gut ist: "80 Prozent der Deutschen meinen: Im Fußball sind wir die Stärksten" (DTS-Meldung, heute). — Wenn man "Stärksten" wie hier groß schreibt, sagt das (eigentlich) gar nichts über die Qualität unserer Fußballspieler aus; es gibt (eher) nur den Namen irgendwelcher Gruppe an, zu der sich auch der Sprecher zählt. So empfinde ich es jedenfalls.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.07.2013 um 17.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10325


Amazon: "Urknall, Weltall und das Leben - vom Nichts bis heute morgen"
Kobobooks.com: "Urknall, Weltall und das Leben: Vom Nichts bis heute Morgen"
mdr Figaro: "Urknall, Weltall und das Leben - Vom Nichts bis Heute morgen"
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.07.2013 um 22.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10323


Die Retter von Morgen zeigen großen Einsatz
Auch die Helfer von Morgen haben sich beim Tag der Hilfsorganisationen ...

(Mannheimer Morgen, 2.7.13, S. 19 über "Jugend-Feuerwehr und Jugend-THW")

Dafür muss die Rennstrecke zwei Mal gefahren werden.
Neues Angebot 365 mal genutzt

(Mannheimer Morgen, 4.7.13, S. 27, 28)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 10.07.2013 um 20.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10320


Es nimmt nicht Wunder, dass ausgerechnet Peer Steinbrück hundert französische Glühbirnen in seinem Keller hat, wie er jetzt in Karlsruhe erzählte.
(SZ, 10.7.13, Seite 1)

Weder herkömmlich noch nach irgendeiner der Reformen bis heute war das groß zu schreiben. Da sieht man wieder mal, wie die Reformen verunsichert haben.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2013 um 21.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10312


Jeder gegen Jeden

sueddeutsche.de, 2. Juli 2013
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Gunther Chmela
Raubling

Dieser Beitrag wurde am 29.06.2013 um 11.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10305


"Am Allerpeinlichsten ist es, dass es wie in der Grundschule an der Schwanthalerstraße ausgerechnet ausländische Kinder [...] sind, die..."
SZ vom 29.6.13, München-Teil
Ein bemerkenswerter Neufund: Der Superlativ als Substantiv!
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 28.06.2013 um 15.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10302


Focus online, 10. Mai 2013:

Zu wenig Aufmerksamkeit geben, den Willen aufzuzwingen, zu viel Freiheit einräumen – es gibt so Vieles, das Eltern falsch machen können.

(www.focus.de)
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 26.06.2013 um 00.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10293


Obama will Ernst machen beim Klimaschutz
SZ online
Haben die das immer noch nicht kapiert?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.06.2013 um 10.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10288


Mal so, mal so: »"Tatort"-Star Sebastian Bezzel zum zweiten mal Vater [/] Nach der Geburt von Sohn Hans Ferdinand vor zwei Jahren sind Tatort-Schauspieler Sebastian Bezzel, 42, und seine Frau vor vier Monaten zum zweiten Mal Eltern geworden.« (DTS-Meldung vom 23.06.2013, 03:00)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 21.06.2013 um 22.14 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10287


Dann liefen die Fünf davon.

sueddeutsche.de, 21. Juni 2013
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.06.2013 um 00.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10276


Durcheinander bei GKS und GZS plus Fremdwörterei führt dann eben zu sowas: "Franziskus, der ein ähnlich instinktives Mediengenie wie Johannes Paul II. sein soll, wird auch nicht unbekannt sein, dass kaum ein Begriffspaar so Schlagzeilenkompatibel ist wie die Kombination "Sex" und "Vatikan"." (welt.de, gestern)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2013 um 17.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10274


Es geht doch – weil es nicht anders geht:

"Wohnungsnot auf eidgenössisch"

(Artikelüberschrift in der "Welt" vom 8. Juni 2013)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.06.2013 um 09.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10267


welt.de (11.6.) «Schindlers Sekretär Itzak Stern gab zu Bedenken: "[...]"» — Naja, unser Infinitiv geht ja wohl tatsächlich auf den Akkusativ einer substantivierten Verbform zurück. Aber das war vor Tausenden von Jahren, und da gab's noch keine Groß- und Kleinschreibung. Hier funkt einem jetzt der Rechner korrigierend dazwischen, weil ihm eingegeben ist, Präpositionen regierten doch Fälle, und Fälle haben wir ja zuallererst bei Substantiven; und wenn das Objekt der Präposition keins der ja an Zahl beschränkten Pronomenformen ist, kommt's halt groß raus.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2013 um 16.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10262


"Nur ein deutlicher Wahlerfolg kann Angela Merkels Kurs Recht geben." Naja, nur kulturministerlich durcheindander Recht machen kann den ja doch irgendwie auch Schreibbeflissenen da bei welt.de recht geben.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2013 um 15.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10261


Medienschreibe, mal so, mal so: "Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal Urlaub hatte", so Radcliffe, der sich nun aktiv bemühe, neben der Schauspielerei auch andere Interessen zu entwickeln. (DTS-Meldung 07.06.2013, 08:01) — Aber grundsätzlich, ich könnte mit der Kleinschreibung hier im adverbialen Ausdruck schon leben. Nur begrüßte ich bei den Druckmedien eben allgemein etwas Nachdenken dazu.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.06.2013 um 23.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10254


welt.de-Rechthaberei: "Hitler hat Recht behalten – jedenfalls mit manchen seiner Voraussagen." (4.6.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.06.2013 um 08.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10250


«"Endlich konnte ich mich wieder mit Jemandem auf Englisch unterhalten", so Jennrich.» (dernewsticker.de. 1.6.13) Und "hochmodern" ist auch schon mal leichter zu lesen geschrieben worden als hier: «Es sei [...] von Anfang an nicht um ihn, sondern um das hoch moderne Lager seiner Firma für Kunstwerke gegangen».
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.05.2013 um 00.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10243


Man muß sich das mal vorstellen.
Ausdrücke wie die beiden; er ist es wert, es ist seiner wert, etwas preisgeben, er gibt es preis (siehe 225#10241) wurden noch nie, aufgrund keiner dieser "Reformen" anders geschrieben. Trotzdem trifft man die unsinnige Großschreibung jetzt so oft an, weil alle glauben, die "neue Rechtschreibung" verlange es.
Woran könnte man deutlicher sehen, was damit für ein Schaden angerichtet wurde?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.05.2013 um 21.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10242


dpa-GKS: "(dpa) - [...] Die Beiden hatten sich am Mittag in der Wohnung ihrer Eltern gestritten. [...] Worüber die Beiden gestritten haben, ist noch unklar." Es gibt halt keinen Beiden; und auch "die zwei Beiden" gibt's bloß, wenn wer witzig sein will.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.05.2013 um 09.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10230


welt.de (16.5.) Mal so, mal so
Einführung: "Der Torwart stieg fünf Mal ab – Rekord!"
Im Text selbst: "Die Welt: Hat der Abstiegskampf Sie mehr gelehrt fürs Leben, als wenn Sie fünfmal Meister geworden wären?"
Der Text (offenbar eines vom Band übernommenen Interviews) ist bestimmt nur von einer Maschine in Schrift gesetzt worden; da hat kein menchlicher Geist Korrektur gelesen ("Ich habe eine Job, den ich gern mache und habe eine tolle Familie", "Wenn ich [...] die Kontakte zu Geschäftsleute nicht gehabt hätte", "Den traue ich in Hannover nur einen Sieg zu, wenn sie [...]".) Schlampige welt.de, wirklich.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2013 um 20.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10217


"Paris Hilton glaubt, dass Lindsay Lohans Familie Schuld an deren rechtlichen Problemen ist" (der newsticker.de, heute).
Während man bei der Großschreibung von "recht" in "recht haben" vielleicht noch einiges Verständnis für die durch die Reformiererei Fehlgeleiteten aufbringen kann, denn immerhin kann man "ein Recht haben", kann niemand so recht "eine Schuld sein". Denken beim Schreiben muß man halt schon, vor allem, wenn man beruflich schreibt.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2013 um 10.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10208


Falsch parallel geleitet bei faz.de (heute): "Haben Betreuer wirklich viel Macht? Und haben Angehörige immer Recht?"
Aber auch sonst ist der Autor da nicht gerade vorbildlich: "Das Betreuungsrecht wie wir es erleben weist erhebliche strukturelle Mängel auf und muss daher dringend grundlegend reformiert werden – das Problem ist aber weniger die vermeintliche Machtfülle der Betreuer, sondern dass das gegenwärtige Recht den Betreuten nicht hilft, ihre vorhandenen Ressourcen so gut es geht zu nutzen und auszubauen, sondern dass es befördert, dass schnell und effizient über ihre Köpfe hinweg von anderen entschieden wird." Wenigstens statt des Gedankenstrichs in diesem Schlußsatz hätte er einen Punkt setzen können.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2013 um 15.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10206


So vorteilhaft, wie die bewährte Großschreibung für das Lesen ist, indem sie das Wesentliche, wovon die Rede ist, hervorhebt, so störend wirkt sich diese übertriebene Großschreibung auf den Lesefluß aus. An diesem Beispiel von Herrn Ludwig sieht man es besonders gut. Es ist, als müsse man beim Lesen ständig über Hürden springen, und das Wesentliche, was eigentlich hervorgehoben werden sollte, sieht man nicht mehr, es geht in der zunehmenden allgemeinen Großschreibung unter.

Darin unterscheidet sich der Text bald nicht mehr von allgemeiner Kleinschreibung. Über diesen Umweg wollen die "Reformer" zur eigentlich von ihnen angestrebten allgemeinen Kleinschreibung kommen. Der Zusatz "gemäßigt", den sie dabei gebrauchen, weil Namen und Satzanfänge ausgenommen werden sollen, ist nur Beschönigung und Beschwichtigung, womit sie die Kultusminister und das Volk genauso übertölpeln wollen wie mit der vorläufig vermehrten Großschreibung. In Wirklichkeit hätte eine solche radikale Veränderung absolut nichts Mäßiges.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.04.2013 um 20.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10205


Großes bei dpa: "London (dpa) - [Lukas Podolski] finde es nicht in Ordnung, dass Viele über einen Menschen, der soviel Gutes für Andere und Traditionsvereine getan habe wie Uli Hoeneß, so früh urteilen, schrieb der frühere Profi des deutschen Rekordmeisters auf seiner Facebook-Seite."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2013 um 09.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10202


GKS bei welt.de: "Fünf Tage nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon hat die Polizei einen Tatverdächtigen getötet. Ein Zweiter ist festgenommen."
Daneben aber doch: "Der eine der mutmaßlichen Attentäter ist tot, der andere inzwischen verhaftet."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.04.2013 um 00.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10192


"Selb (dpa) - [...] Das Team von Trainer Pat Cortina unterlag in Selb mit 1:3, genauso wie Tags zuvor in Regensburg."
Die Sache mit der Genitivform als Adverb und der Akkusativform als Substantiv bei den Tageszeitadverbien ist offenbar auch für dpa nicht so einfach und für alle verständlich vereinfacht worden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.04.2013 um 18.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10183


derNewsticker.de (heute) mit Jährigem-Problem: "In Langenhagen bei Hannover ist am Sonntag gegen 13 Uhr ein 15-jähriger von einem Zug überrollt und getötet worden."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 03.04.2013 um 22.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10178


Fürs Erste und bis auf weiteres steht der Fernsehturm jetzt ohne Besucher da.
(FAZ, 30.3.13, S. 11, Unterstreichung hinzugefügt)

Obwohl man es vielleicht denken könnte, ist nicht das Erste (erstes Programm) gemeint, sondern 'vorläufig'. Immerhin ist weiteres hier klein geschrieben, andernorts sieht man ja auch das seit der "Reform" in dieser Bedeutung oft groß.
FAZ-Hausorthographie scheint zu sein: schwach gebeugt groß, stark gebeugt klein.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2013 um 08.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10172


Während Regisseur Achim Freyer von „Rheingold“ bis „Siegfried“ das Spielerische seiner Arbeitsweise herausstellte, fügte sich am Ende in der „Götterdämmerung“ Vieles mit wenig Bühnenaufwand zu logischer Konsequenz.

Süddeutsche Zeitung (Helmut Mauró), 26. 03. 13, S. 13
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2013 um 10.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10170


Kein Druckfehler
Überschrift: "Die Großwetterlage steht Kopf"
im Text: "Die Großwetterlage steht Kopf", sagte gestern Meteorologe ...
(MM, 26.3.13, S. 16)
Wie mag wohl so ein gestandener Kopf aussehen?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2013 um 22.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10158


Ja, daß die Adverbien zur Bezeichnung der Tageszeiten von den Reformierern nicht verstanden wurden, zeigt seinen Einfluß: "Ein Teenager unter Hausarrest schlich sich Nachts heimlich auf eine Party." (welt.de, heute)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 15.03.2013 um 19.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10148


"Es ist sehr beeindruckend: Franziskus hat jedes äußere Zeichen von Macht abgelehnt. Er ist nach der Wahl mit allen Kardinälen im Bus zurück ins Gästehaus gefahren, hat dort auch sein Zimmer behalten, obwohl ihm sofort ein sehr viel Größeres zugestanden hätte."
(www.bz-berlin.de, 14. März 2013)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.03.2013 um 21.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10139


Was immer hier die Großschreibung veranlaßt haben mochte: "Kolumbien, Portugal, die Niederlande, Kroatien und Russland komplettieren die ersten Zehn Ränge." (derNewsticker.de, heute) — "Weil er 16 Menschen bewusst mit HIV-infiziertem Blut in Kontakt brachte, soll ein 53-jähriger Schweizer vor Gericht erscheinen. Stattdessen verschanzt er sich Zuhause und droht zu schießen." (welt.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2013 um 22.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10113


"Über Tausend Kollegen vor allem des Hörfunks zögen in wenigen Jahren auf den bisherigen Fernsehcampus des BR in München-Freimann um. [...] Deshalb hat er von sich aus zurecht eine Evaluierung aller Auswirkungen im kommenden Jahr festgelegt." (derNewsticker.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2013 um 21.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10112


Na, wer sagt's denn! Richtige Kleinschreibung auch bei etwas in welt.de (heute): "Alles, was Männern Spaß macht: Israel hat jetzt seine eigene "Playboy"-Ausgabe, *auf hebräisch*." (Hervorhebung von mir. — Auch das gleich folgende "Die Grundwerte des Landes und des Männermagazins seien schließlich dieselben, sagt Gründer Hugh Hefner" ist ja ganz interessant, soll aber hier nicht weiter diskutiert werden.)
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 06.03.2013 um 20.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10103


Auch dafür Danken wir ihnen im voraus.

(Formschreiben eines Internet-Händlers)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 03.03.2013 um 11.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10081


FAZ/FAS, 2./3.3.13, Seite C18:
Wer in einzelnen Fächern Spitze ist und sich für andere nicht interessiert, ...
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.02.2013 um 19.14 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10060


Irgendwo gebietet sich dem Drang zu unnatürlicher Großschreibung ja unnatürlich Einhalt: "Als ich den Oscar gewonnen habe, war das ein Mix aus Champagner-Flaschen knallen lassen und gleichzeitiger unglaublicher Einsamkeit, weil ich damals nicht das hatte, was ich jetzt habe." (derNewsticker.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.02.2013 um 08.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#10055


dpa mit den Jährigen heute: "Ein 21-jähriger Australier, ein 32-Jähriger aus Singapur und ein 51-jähriger aus Hongkong seien festgenommen worden."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2013 um 02.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9946


FAS-Interview (3.2.13, S. 53):
Lesen Sie die Reden ...?
Nicht ich alleine, um Gottes Willen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.02.2013 um 21.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9944


Mal etwas anders: "Berlin (dts Nachrichtenagentur) - [...] Während Männer im Schnitt 14-mal im Jahr den Arzt aufsuchen, sind Frauen 20-mal dort." Auf jeden Fall nicht mehr Substantiv. (www.derNewsticker.de, 3.2.13)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 21.01.2013 um 22.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9904


Bejahrter Jähriger: "Als der 61-Jährige Langfinger gestellt wurde, befanden sich 35 Wecker im Wert von 103 Euro unter seiner Jacke." (derNewsticker.de, 21.1.)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 17.01.2013 um 22.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9891


Ein Schritt nach dem Anderen

- derwesten.de (WAZ), 17. 07. 2012
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 08.01.2013 um 13.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9863


»Was wird aus Ihr? Was wird aus Ihm?« (Bild)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2013 um 11.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9847


Auch dpa verführt durch Präposition: "Wien (dpa) - [...] Seit Gestern wird mit einem Foto des geschätzt 50-Jährigen nach Freunden oder Angehörigen gesucht." (05.01.2013 10:50)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2013 um 17.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9841


Worum man nach Präpositionen einfach nicht rumzukommen meint: "Um Abzunehmen habe Clarkson einfach etwas mehr trainiert und am späten Abend nichts mehr gegessen." (derNewsticker.de [DTS-Meldung heute])
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.12.2012 um 09.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9811


Ein "mal" mal nicht groß geschrieben: "Berlin (dpa) [...] Allein in Hamburg und Schleswig-Holstein krachte es am vierten Advent mehr als 100 mal, verletzt wurden jedoch zum Glück nur wenige." (23.12.2012) — Fehlt der dpa hier nur noch die ZS.

Aber einen Tag später dann auch wieder: "Funchal (dpa) - Ein vermisster deutscher Urlauber ist auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira wohlbehalten aufgefunden worden. [...] Er war allein Wandern gegangen. 24.12.2012"
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 23.12.2012 um 12.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9807


zu #9774 und #9798:
Die GKS ist wohl der Bereich, der durch die "Reform" am stärksten durcheinandergebracht worden ist. Außer diesem einmaligen unkontrollierten Schub sehe ich aber z. Z. weder einen anhaltenden Trend zur Großschreibung noch einen Rückbau. Das Chaos ist einfach da:

Joseph vollbringe keine Wunder, sagt Patrick Roth. Aber er sei als einziger in der heiligen Familie "ganz Mensch" und stehe deshalb "für uns".
(FAS 23.12.12, Seite 44)

Wurden Sie gleich engagiert?
Ja, in Erfurt, als Einziger aus meiner Klasse.

(a. a. O., Seite 45)

Aber irgendwann wird sich die frühere vernünftige Schreibweise wieder durchsetzen, da bin ich schon optimistisch.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.12.2012 um 19.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9803


GKS zu den "Jährigen" bei der dts-Nachrichtenagentur (heute): "Nach dem Fund des leblosen Körpers einer 2-Jährigen am Fühlinger See in Köln hat sich der Verdacht gegen den 23 Jahre alten Lebensgefährten der 20-Jährigen Mutter offenbar erhärtet."
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 22.12.2012 um 11.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9798


Nein, Herr Ludwig, das glaube ich nicht. Heute fand ich in der Südwestpresse "seit Alters her". Das ist nicht einmal nach der letzten Duden-Ausgabe zulässig. Der Trend zur Großschreibung scheint mir ungebrochen zu sein.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2012 um 05.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9774


Vernünftige Kleinschreibung langsam wieder in? Jedenfalls bei dpa findet sich heute: "Schule bleibt bis auf weiteres geschlossen [//] Newtown (dpa) [...]".
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 16.12.2012 um 14.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9763


Wie soll Gott sein?

Gott sei dank, möchte man meinen, ...
(FAS 16.12.12, S. 20)
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 15.12.2012 um 04.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9759


Das Wort des Jahres 2012 sei "kaum in Jemandens Munde". (faz.net, 14.12.12)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2012 um 22.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9754


"Auf welchen 'neuen' Verein freuen Sie sich am Meisten?" fragt das 3.-Liga-Fußballportal. (www.3-liga.com)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.11.2012 um 21.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9704


dpa gestern: "Ein Attentäter riss einen afghanischen Wachmann am US-Militärcamp Eggers im Diplomatenviertel mit in den Tod. Ein Weiterer wurde verletzt, sagte Kabuls Vize-Polizeichef."
Faz heute: "Truthahn, traditionell der Braten zum Amerikanischen Erntedankfest"
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.11.2012 um 09.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9686


dpa-GKS: "Berlin (dpa) - «Twilight»-Fans im Ausnahmezustand: Zu hunderten waren sie an den Potsdamer Platz in Berlin gepilgert [...]. Fanatisch kreischten sie, als sich das Vampirfilm-Pärchen Kristen Stewart und Robert Pattinson zeigte. Wie auch ihr Werwolf-Filmpartner Taylor Lautner nahmen sich die Beiden viel Zeit für Autogramme und Fotos." (17.11.2012 05:05 Uhr)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 16.11.2012 um 23.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9685


Erotikmodell Micaela Schäfer hat den Drang nach Mehr.

swr.de, 13. 11. 2012
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 16.11.2012 um 22.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9682


Margiela für Alle

zeit.de, 15. 11. 2012
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 13.11.2012 um 08.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9670


Novak Djokovic gewinnt zum zweiten Mal das Turnier der besten Acht zum Saisonende

faz.net, 13. 11. 2012
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.11.2012 um 19.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9669


"Löw ohne Vier gegen die Niederlande" (welt.de, heute). Kriegt er jetzt dafür eine Fünf?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 01.11.2012 um 01.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9631


"Um Gottes Willen" (Überschrift in der Süddeutschen, 24.10.12, Seite 6)

In dem Artikel wird Prof. Fritz Oser, bei dem Annette Schavan auch abgeschrieben hat, so zitiert: "Ihr deshalb den Titel entziehen, nein - um Gottes Willen."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.10.2012 um 23.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9629


Die Erziehungsberechtigten sollten schon Zuhause mit ihren Jungen und Mädchen die entsprechenden Halloween-Spielregeln festlegen.
(MM, 31.10.2012, Seite 28)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.10.2012 um 23.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9628


Der SPIEGEL (Nr. 44, 29.10.12, S. 162) berichtet, was die New York Times über einen Artikel des SPIEGEL (Nr. 42) schreibt, wobei die Übersetzung aus dem Englischen und die deutsche Schreibweise wohl auf das Konto des SPIEGEL gehen:

Zhou Li, Lebensmittelexperte und Dozent an der Renmin-Universität in Peking, sagte dem SPIEGEL, dass die chinesischen Bauern früher das Gleiche aßen, was sie anbauten und verkauften.

Sie aßen also etwas, das sie das Gleiche nannten, was immer es auch gewesen sein mag. Außerdem bauten sie dieses sogenannte Gleiche an und verkauften es auch.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 30.10.2012 um 19.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9620


Doch der Verein, der mit seiner Mannschaft, dem Führungspersonal und den Fans für das Multikulturelle der Hauptstadt steht, will zumindest bundesweit weiter von sich Reden machen.

(www.faz.net, 30. Oktober 2012)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.10.2012 um 11.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9612


Mehr Beispiele wie Arm und Reich / arm und reich stehen auch hier.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2012 um 23.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9610


"Der Graben zwischen Arm und Reich dehnt sich immer weiter aus" (welt.de, heute). Welches Geschlecht hat hier "Arm", welches "Reich"? Beim Unterschied zwischen heute und morgen kommt ja auch keiner auf die Idee, die Adverbien groß zu schreiben (obwohl man bei diesen Wörtern sogar noch vom neutralen Heute und neutralen Morgen sprechen kann). Beim Schreiben selbst mitdenken ist offenbar nicht mehr drin. — Später im Artikel dann aber: "Hoffnung auf Erfolg bewirkt wunder".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.10.2012 um 10.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9583


GKS welt.de-einfach: »Romney mit einem Papst-Witz. // Obama treffe Papst Benedikt und meinte: "Sehen Sie, Heiliger Vater, was immer sie für ein Problem haben, sagen sie einfach, es ist die Schuld von Johannes Paul."« (welt.de, heute)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 17.10.2012 um 22.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9573


Industrie, Wissenschaft und Politik sind nach Ansicht der niedersächsischen Grünen-Fraktion gemeinsam Schuld an den Schlampereien rund um das marode Atommülllager Asse.

(Hamburger Abendblatt, 16. Oktober 2012)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.10.2012 um 23.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9564


Wer ist Herr, Frau oder Fräulein Vielen in "Alexa Chung wird aufgrund ihres individuellen Modestils und ihrer Medienpräsenz von Vielen als neues 'It-Girl' der Fashion-Industrie gesehen"? (DTS-Meldung, heute)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 16.10.2012 um 09.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9559


Zum "Fall aus dem All" schreibt die Süddeutsche heute (S. 4 und 9):

Dem Moment nämlich, in dem Einer aus der Riege der Maßvollen und Vernünftigen heraustritt, ...
Das rufen schon Demjenigen, der auf dem Zehnmeterbrett steht, nicht nur die zu, die auf einen gelungenen Sprung hoffen.
Während des Sprungs fing er sich schnell, stürzte durch Luftschichten, die Minus 56 Grad kalt waren.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2012 um 10.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9532


Rhein-Neckar-Zeitung (9.10.12):
Die achtjährige Ghoroob ist mit ihren Eltern aus Syrien geflohen. ...
Der Name des Mädchens ist Arabisch.


Tatsächlich? Ich hätte ihn für arabisch gehalten.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 05.10.2012 um 18.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9524


Gegen Durst haben wir Einiges!

(Aus der Speisekarte des „coa – cuisine of asia“, Zeil, Frankfurt am Main)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 29.09.2012 um 09.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9491


Klein- und Großschreibung bei den Nachrichtenagenturen
Washington (dpa): "Netanjahu habe Obamas Aussage vor der UN-Generalversammlung in New York begrüßt, dass die USA alles notwendige tun würden, um dieses Ziel zu erreichen." (28.9.)
derNewsticker.de: "Im Dezember 2010 waren die beiden Piloten einer Germanwings-Maschine beim Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn durch giftige Dämpfe aus dem Luftversorgungssystem des Jets fast bewusstlos geworden. Nur mit Mühe konnten Sie das Flugzeug noch sicher landen." (29.9.)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 28.09.2012 um 23.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9489


Über die Gründe des Aufschiebens muss sich ein Jeder selbst klarwerden.

sueddeutsche.de, 27. 09. 12
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.09.2012 um 09.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9466


"Ein einfaches Prinzip hilft Hummeln bei der Routenplanung: Die Insekten finden den kürzesten Weg zu schmackhaften Blüten, nachdem sie nur 20 von 120 Möglichen Streckenvarianten abgeflogen haben." Warum bemerkt das Korrekturprogramm das nicht? Weil hier eine Zahl vor dem Adjektiv steht? Oder unterliegt ein Einleitungstext wie dieser hier keiner besonderen Korrektur? Im Text selbst dann nämlich: "Stattdessen fanden sie die kürzeste Strecke bereits, nachdem sie nur 20 von 120 möglichen Streckenvarianten abgeflogen waren." (welt.de, 21.9.) — Interessant hier nebenbei auch "abgeflogen haben" und "abgeflogen waren".
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2012 um 18.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9460


Wehe, ich schicke an das Schwäbische Tagblatt einen Leserbrief, der ein "daß" enthält. Es wird gnadenlos zu "dass" korrigiert. Alle anderen Schreibungen, selbst wenn sie nach der neuesten Duden-Ausgabe ungültig sind, bleiben unkorrigiert. Heute fand ich in einem Leserbrief in selbiger Zeitung: "Alles, alles hat zwei Seiten, wähle stets die Bessere von Beiden". Es verwundert, daß das zweite "alles" nicht auch großgeschrieben wurde.
(Blaue Auszeichnung von mir).
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2012 um 00.14 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9434


Was versteht man unter einem oder einer Weltbesten?

Das Ranking, das sich auf Expertisen von Gelehrten und Firmen stützt, zählt ferner die Universitäten von Nowosibirsk und Wladiwostok zu den Weltbesten.
(FAZ, 14.9.12, S. 34)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2012 um 10.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9373


Der Stadtteil Rheingönheim steht an diesem Wochenende Kopf.
(MM, 26.8.12, S. 20)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2012 um 14.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9339


In Griechenland tobten zwei große Brände. Der Schlimmste wütete auf der Ostägäisinsel Chios.
(MM, 20.08.12, S. 14)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2012 um 10.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9336


Dieses Buch ist Vieles.

FAZ-Bloggerin Marina Weisband, 20. August 2012.

Weil Viele fürchten, die nächsten verheerenden Erdstöße könnten die Metropole treffen, will die Regierung fast ein Drittel des Baubestands verstärken oder ersetzen.

Sueddeutsche.de, 20. August 2012
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.08.2012 um 22.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9334


Mal so, mal so bei welt.de (heute): "Zwei mal hatte er auf Weltwährungskonferenzen mit Herrhausen länger gesprochen, war, als "taz”-Reporter bevorzugt, zum Interview geladen. [//] Drei, vier Mal wöchentlich hatte sie mit dem Bankenchef telefoniert, mal länger, mal kürzer."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.08.2012 um 14.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9327


Der Mann hat Recht.

Der Moderator [Zhang] redet mehr als die Sportler [zwei chin. Olympiasieger] ...
... weil es tatsächlich so aussieht, als würden sich die Drei unterhalten.


(SZ, 2.8.12, S. 32)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 18.08.2012 um 12.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9323


Zweimal aus einer Zeitung (Süddeutsche, 6.8.12):

Seit Langem stagnieren die Spenderzahlen. (Seite 4)
Katholikin ..., die seit langem mal wieder bei den Protestanten ist (Seite 9)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2012 um 23.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9303


Danke, Herr Wagner, das hatte ich glatt übersehen. Habe zwar die Suchfunktion benutzt, aber diese Fundstellen nicht verfolgt, wohl weil ich unter "Die schwierigen Wörter" nur mit Listen, nicht mit einer Diskussion gerechnet hatte. Zwei Dinge fallen mir dort auf:

Über Naselang wurde eben gerade nicht diskutiert, sondern nur über GZS: naselang oder Nase lang. Und genau das verblüfft mich nun zum zweiten Mal. Wieso zieht keiner das Naheliegendste auch nur in Betracht? (Allerdings im Tagebuch haben Sie, lieber Herr Wagner, Naselang einmal als Möglichkeit ohne weiteren Kommentar genannt, Herr Mahlmann hat es sogar so benutzt.)

Für alle Nase lang träfe nun genau das zu, was Herr Schatte zum Singular nach alle schrieb. Geht also nicht. Kann man das auch auf Naselang beziehen? Sagt man drei Händevoll/Hände voll Mehl oder drei Handvoll Mehl? Man sagt zwei Fußbreit und nicht zwei Füßebreit/Füße breit. Ich könnte z. B. zu irgendeinem Zweck alle Handbreit einen Nagel in ein Brett schlagen, oder etwa nicht? Also muß es auch in alle Naselang kein Plural-n sein.

Überhaupt, alle Nase(n) lang, was soll denn das sein? Das kann man doch nirgendwo anders gebrauchen als in Sätzen wie Ich zieh euch alle Nasen lang.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2012 um 19.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9298


Über Naselang hatten wir übrigens schon mal hier diskutiert.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2012 um 10.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9295


Im Zweifel klein, sehr richtig, aber woher den Zweifel nehmen? Bevor ich die Einträge im alten Duden und im Ickler sah, hatte ich keinen. Weshalb sollte man bei so vielen Analogien für Naselang und fehlenden sonstigen Beispielen für alle + Adverb überhaupt in Zweifel geraten?
Und wo gibt es überhaupt sonst noch ein Adjektiv oder Adverb naselang? Was ist naselang oder was wird naselang getan?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2012 um 04.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9292


Lieber Herr Riemer, bei mir im Großwörterbuch Pons-Collins (1997 [3. Auflage] steht "alle nas(e)lang", also klein geschrieben und ohne Hinweis, daß man da wegen der Reform was besonders beachten müßte, und ich habe damit auch keine Schwierigkeiten. Während wir aber neben der einen Handbreit auch zwei Handbreit haben, hatten wir meines Wissens jedoch noch nie zwei Naselang. Aber dann hatten wir auch noch nie zwei Zeitlang oder zwei Spaltbreit. Ihre Verblüffung ist also begründet, und ich schreibe wie gehabt im Zweifelsfalle halt immer klein. So bin ich nun mal schon seit der in dieser Hinsicht durchaus guten Volksschule aufgewachsen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2012 um 01.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9291


Lieber Herr Ludwig,
über alle naselang bin ich jetzt ziemlich verblüfft. Ich hatte das vorhin intuitiv groß geschrieben, dachte dabei an Wörter wie Handbreit, Handvoll, Fußbreit, Spaltbreit, Zeitlang, .... Naselang findet man als Substantiv im vorreformierten Duden gar nicht, obwohl ich meine, eine Naselang auch schon oft gehört zu haben, z. B. den anderen immer eine Naselang (um eine Nasenlänge) voraus sein, und das kann man ja wohl nur groß schreiben. Wenn es aber eine Naselang gibt, warum nicht auch mit alle, so wie alle paar Meter, alle Tage, alle Jubeljahre, "Alle Jahre wieder", ...?
Natürlich sehe ich, daß man es auch als adverbiale Wortgruppe auffassen und klein schreiben kann. Aber irgendwie leuchtet mir noch nicht ein, daß das andere gar nicht gehen soll. Mir fällt kein anderer Fall eines Adjektivs oder Adverbs ein, das allein nach alle stehen kann (Ellipsen muß man natürlich mit dem Bezugswort ergänzen).
Ich bin auch nicht sicher, ob Prof. Icklers Frage "Warum ist eigentlich alle naselang nie geändert worden?" ironisch oder ernst gemeint ist. (Im Ickler gibt es wie im alten Duden keine Naselang.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.08.2012 um 18.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9288


Dutzende: "Der Mann kehrte mit seiner Familie in das Haus zurück und entdeckte dutzende leere Bierdosen." (derNewsticker.de, heute) — Natürlich sehen Leute "dutzende/hunderte" gleich neben "viele/einige/manche". Aber: Von wann ab werden Wörter, die formal klar Substantive sind, zu Adjektiven? Wie gut, daß "stundenlang", "meilenweit", "himmelhoch" usw. und auch "alle naselang" schon seit langem als Adverbien verstanden und von den Reformlern für die Kinder hoffentlich nicht auch noch auseinandergenommen bzw. auseinander genommen werden!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2012 um 01.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9282


Zur Großschreibung von Ordinalzahlen u. a. Zahlwörtern drei Beispiele aus der FAZ:

Muss man Patienten raten, nach der Operation fürs Erste keine weitreichenden Entscheidungen zu treffen?
(18.7.12, Seite N1)

Für welches Erste? Da ist kein Substantiv gemeint, fürs erste bedeutet zunächst.

Benjamin Franklin, einer der Ersten, die sich in Experimenten mit elektrischen Ladungen auseinandersetzten, ...
(3.7.12, Seite 7)

Auch hier sehe ich keine Notwendigkeit zur Substantivierung, sondern ich empfinde das Zahlwort als ein adjektivisches Attribut zu denen, auf die sich der Nebensatz bezieht, etwa wie bei Demonstrativpronomen:
... einer derjenigen, die sich in Experimenten ... auseinandersetzten, ...
Wenn man der Ersten unbedingt großschreiben muß, dann müßte man ja auch der Jenigen schreiben.

Sollte sich dahinter tatsächlich das Higgs-Boson verbergen und kein anderes bislang unbekanntes Teilchen, dann hätte es eine Masse zwischen 124 und 125 Gigaelektronenvolt (GeV), etwa das 133-Fache der Masse eines Wasserstoffkernes oder Protons.
(5.7.12, Seite 25)

Was ist ein Faches? Laut letztem Duden (25. Auflage, 2009) ist neben das 133-Fache auch wie bewährt das 133fache erlaubt (!), aber nur der 133-Jährige, obwohl es einen Jährigen genausowenig gibt wie ein Faches. Wer versteht diese neuen "Kriterien"?

Kriterien der bewährten GKS von Zahlen – ich meine, für Zahlwörter (Zahladjektive) im allgemeinen und insbesondere für Ordinalzahlen sind es genau die gleichen Kriterien wie für alle Adjektive.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2012 um 16.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9280


Das kommt davon, wenn man Wortarten nur nach formaler Umgebung bestimmen will: "Meine Schwester hat drei Kinder, ich bin also `Tante Nani` und die Drei bedeuten mir sehr viel." (derNewsticker.de, 9.8.)
"Drei" zählt hier etwas; es ist bezeichnet nicht etwas, es gibt keinen Namen. In "Dieses Sensible und Empfindliche, das hilft mir jetzt bei meiner Parteiarbeit ungemein" (welt.de. 9.8.) bezeichnen die Adjektivsubstantive etwas, sie geben etwas Namen. Deshalb Großschreibung. Das kann man auch in der Schule leicht lehren. Da muß man nichts vorschreiben.

"'An welchem Tag die Eröffnung dann konkret gefeiert werden kann, ist erst der zweite Schritt, der auf den ersten folgen muss', sagte der Minister der Zeitschrift 'Superillu'." (derNewsticker.de, 11.8.) — Welches sind denn nun die Kriterien für die Großschreibung von Ordinalzahlen?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.08.2012 um 17.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9257


"'Gabriel hat Recht, dass eine weitergehende Fiskalunion mit strengen Regeln für die Haushaltskontrolle nicht auf der Basis des bestehenden Grundgesetzes möglich ist', sagte Hüther dem Blatt." (derNewsticker.de, 6.8.). — Das/ein Recht / Rechte haben ist eine Sache; recht haben eine andere. Ist denn das so schwer?
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 05.08.2012 um 21.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9249


Eine Rumänin und ein Ungar turnen am Besten. Eine Äthiopierin läuft am Schnellsten.

FAZ.NET, Medaillen des Sonntags, 5. 8. 2012
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 03.08.2012 um 00.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9240


Anstatt ihre Paste mit dem Namen "Marmite" als wohlschmeckend zu verkaufen, geben sie sicherheitshalber lieber zu, dass das nicht Jedermanns Geschmack ist.
(MM, 27.7.12, Seite 8, Hervorhebung von mir, siehe auch hier)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2012 um 08.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9228


Viertel vor Sieben

Titel eines Fernsehmagazins vom Südwestrundfunk
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2012 um 23.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9227


Ein Blick auf die Märkte in Nah und Fern

Untertitel der Kolumne Mayers Weltwirtschaft, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.07.2012 um 15.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9211


Mann, bin ich hier Recht? Wenigstens bei welt.de? "„Wir sind keine Kalten Krieger“, sagt der Mann, der dem wohl geheimsten aller deutschen Geheimdienste angehört – dem Militärischen Abschirmdienst (MAD). Hat er Recht?" (http://investigativ.welt.de/2012/07/21/besuch-beim-geheimsten-der-geheimen/)
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 16.07.2012 um 16.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9201


So sieht die Praxis mit den Jährigen aus:
"15 Prozent der drei- bis 17-Jährigen sind übergewichtig" (Welt online, heute).
Das ist doch eine interessante Variante: Ein drei-Jähriger.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 10.07.2012 um 11.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9194


Endlich ist die "Süddeutsche" in ihrer Gleichschaltung einen Schritt weitergekommen. Man steigert: gut, besser, am Besten. Denn nach vermeintlichen Präpositionen schreibt man bekanntlich groß.

Ob im Zug, am Strand oder einfach nur daheim: E-Books haben das Lesen fast nicht verändert. Für die Verleger aber ist die Unsicherheit gewachsen, einen Flop oder einen Bestseller zu publizieren. Deshalb müssen sie ausprobieren, welche Texte sich am Besten für das neue Format eignen.

Kurz danach heißt es im Text der Netzausgabe vom 10.7.1012:

Eine Revolution wäre es auf der Seite der Rezipienten vielmehr, wenn gar nicht mehr gelesen würde. Die Null-Lektüre ist denn auch tatsächlich eine Option für einen (wieder) wachsenden Teil der Gesellschaft, nicht etwa nur in den notorisch bildungsfernen Schichten, sondern auch bei bildungsfernen Studenten, Journalisten oder Vorstandsvorsitzenden.

Wie wahr, denn wirklich lesen kann man diesen bildungsfernen Blödsinn tatsächlich nicht.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.07.2012 um 07.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9191


"Das schlimmste in der Krise steht uns noch bevor" (Überschrift, welt.de, heute)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2012 um 16.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9190


"Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder von neuem Pressionen ausgesetzt sein, diese Summen zu vergrößern", heißt es in dem Entwurf.

(www.spiegel.de, 5. Juli 2012)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 04.07.2012 um 18.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9188


Die Lärmbetroffenen am künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg sind selbst Schuld, dass sie sich bei den Flugrouten hinters Licht haben führen lassen.

(www.tagesspiegel.de, 4. Juli 2012; im weiteren Text dann "selbst schuld")
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 15.06.2012 um 20.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9155


Telefonieren mit Mehreren

– Bedienungsanleitung für das Telekom Sinus A 205 Telefon, Ausgabe 15.03.2011, S. 63 ff.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2012 um 17.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9149


Tür öffnet nach Außen

(Am Eingang zur Empfangshalle des Bahnhofs Jena West)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2012 um 09.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9148


Wer ist Schuld am Zustand der Weltwirtschaft?

Handelsblatt, 11. Juni 2012
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 08.06.2012 um 00.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9140


Ich möchte gerne eines klarstellen:

Wenn ich gesagt habe, daß die gesamte Wortgruppe "substantiviert" (man beachte bitte die distancierenden Anführungszeichen) wird, so trete ich noch lange nicht dafür ein, diese Wortgruppe groß und zusammen oder mit Bindestrichen zu schreiben. Das würde in der Tat zu sehr schwerfälligen Schreibungen führen. Allerdings führt die alte wie neue Dudenregel zu "substantivierten" Infinitivgruppen (wohlgemerkt ohne zu) gerade zu solchen schwerfälligen Schreibungen.

So muß laut Duden das ist zum Aus-der-Haut-Fahren geschrieben werden (das ist ein ausdrückliches Duden-Beispiel).

Glücklicherweise halten sich viele nicht an diese Regel. Ich habe bei Google nach zum auf die Palme klettern/zum Auf-die-Palme-Klettern gesucht. Nach Ausmisten der Doppelnennungen erhalte ich 17 Fundstellen. Davon verwenden nur drei den Bindestrich. Zwei davon sind trotzdem nach Duden fehlerhaft (zum auf-die-Palme-klettern, zum Auf-die-Palme klettern). Nur eine Fundstelle ist dudenkorrekt geschrieben: zum Auf-die-palme-Klettern (die Kleinschreibung von Palme ist offenbar ein Tippfehler). Diese Fundstelle befindet sich in einem "Frazeologicky Slovnik". In einer der anderen Fundstelle wird zum auf die Palme Klettern geschrieben, was der Dudenregel für Partizipgruppen entspricht.

Eine Suche nach zum Aus-der-Haut-Fahren ergibt wesentlich mehr Fundstellen, so daß eine genauere Auswertung zu langwierig wäre. Eine oberflächliche Durchmusterung ergibt allerdings nach meinem Eindruck ein in etwa ausgewogenes Verhältnis von Schreibungen mit oder ohne Bindestrich. Unter den Fundstellen sind allerdings recht viele Internetseiten, die sich mit Sprach- und Rechtschreibfragen beschäftigen – zum Teil ausdrücklich unter Berufung auf den Duden.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2012 um 22.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9139


Lieber Herr Ludwig,
ich würde nicht sagen, daß es mit den Adverbien im Schwedischen wesentlich anders aussieht als im Deutschen. *ein hier Mann und *en här man geht beides nicht. Auch *die hier Leute und *här människorna geht beides nicht. Will man letzteres ausdrücken, muß man de här människorna [etwa: diese hier die Leute] sagen. Das gibt es aber auch im Deutschen: die(se) hier oder die(se) Leute hier. Das Adverb här [hier] bezieht sich auf de [diese], nicht aufs Substantiv. Letztendlich ist nur die Wortstellung etwas anders, aber m. E. ist das Prinzip genau das gleiche.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2012 um 11.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9137


Zu Herrn Icklers Anmerkungen zur Diskussion hier (siehe 1180#20844): Ich kann eigentlich wenig mit der Unterscheidung zwischen "'echten' Substantiven" und "Substantivierungen" anfangen. Ich übernehme hier die Bezeichnung Adjektivsubstantive aus meinem Deutschunterricht im Ausland, wo man sinnvoll zwischen starken, schwachen und eben Adjektivsubstantiven unterscheidet. Letztere folgen in der Form dem Adjektivsystem (haben ganz natürlich sogar drei Geschlechter [jedes allerdings dem Bezeichneten entsprechend, z. B. der Kranke, die Kranke, das/alles Kranke], tolerieren [in Maßen] Steigerung [der Ältestenrat, die Schwerkranken, Leicht- und Schwerverletzte, Minderbemittelte, Minderjährige, Höchstbegabte, immer vom Allerfeinsten [wo ich wohl manchmal auch schon "vom allerfeinsten" schreiben würde], wir Ältere, Ihr Jüngere].
Von der Bedeutung her haben wir aber Substantive, die ja eine klare Bezeichnung sind; wie der Tisch ein Tisch ist, so ist der Kranke ein Kranker. Daß "das vermeintlich Ausgefallene (!) meist nicht wiederhergestellt werden kann," spielt bei unserem Verständnis der Wortart keine Rolle. So geht unser "Patient" ja auch auf ein lateinisches Präsenspartizip zurück. Und von Ingeborg Schröbler lernte ich mal, daß unsere schwachen Substantive germanischen Ursprungs sehr gut auf Adjektive zurückgehen könnten: Junge, Bote, selbst Graf. (Unser "Jungs" geht jedoch wohl zuallererst auf das schwache Substantiv "Junge" zurück; und "Gut, [e]s, Güter [nt.]" hat eigentlich nur noch recht wenig mit dem zu tun, was wir mit dem Adjektiv "gut" qualifizieren.)
Das, was sie bezeichnen, ist es, was Adjektivsubstantive als Substantive (Nomen) qualifiziert. So ist ja auch Schwimmen gesund; aber zu schnelles Schwimmen gleich am Beginn kann bei einem Wettschwimmen den Sieg gefährden. Richtig Schwimmen will gelernt sein. Im letzten Augenblick inbrünstig Beten hilft da nicht.

Zu "*die hier Leute": Bei uns geht es nicht. Im Schwedischen aber geht es! Zu "M. E. wird hier vielmehr die Partizipialgruppe heute gebacken "substantiviert": Wirklich? "Das gestern, heute und morgen Gebackene muß noch diese Woche verkauft werden."

Und "Ein überzeugender Grund für diese unterschiedliche Behandlung von Infinitiv- und Partizipialgruppen ist mir nicht ersichtlich": Hier ist ein Freiraum, der wohl durchs Auge und auch durch die Betonung näher ausgefüllt wird. Ich kann mir beide Schreibungen vorstellen: "der nur seinen Dienst Tuende" und "auch der Nur-seinen-Dienst-Tuende", wobei vielleicht ersteres eher einfach bezeichnet und letzteres mit leichter Ironie andeuten könnte, daß es sich hier um einen Angehörigen eines bestimmten Typs handelt. Diese vielleicht mögliche Unterscheidungsschreibung hat "der Duden" wohl noch nicht gesehen, und deshalb weist er auch nicht darauf hin. Aber die Dudenleute heute sehen ja so vieles nicht mehr so recht. Deshalb muß man bei denen schon selbst mitdenken.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 06.06.2012 um 22.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9136


Lieber Herr Achenbach,
das sind wirklich sehr bemerkenswerte Phänomene bei Infinitiv- und Partizipialgruppen. Ich wüßte auch keine gute Begründung für die unterschiedliche GZS, außer daß sie mir so (bzgl. Bindestrich) auch intuitiv erscheint.

Was die Regeln für Substantive betrifft, so war ich nur deswegen verwundert, weil Sie wohl meinten, Substantivierungen müsse man nicht so selbstverständlich wie "echte" Substantive groß schreiben. Eine Substantivierung ergibt m. E. immer ein Substantiv mit allen Substantiveigenschaften. Daß es ein paar (vielleicht semantisch begründbare) Besonderheiten gibt, z. B. nur im Singular oder nur im Plural vorkommende Substantive, oder daß u. U. vor Substantivierungen auch Adverbien und Indefinitpronomina stehen können, würde ich nicht als Einschränkung der Substantiveigenschaften sehen.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 06.06.2012 um 00.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9134


Lieber Herr Riemer,

in der Sache sind wir uns doch offenbar einig. Wir halten die zwingende Regel (nur wenige Ausnahmen bei pronomialem Gebrauch), nach nichts, etwas usw. groß zu schreiben, für nicht ganz überzeugend.

Für etwas Verwirrung sorgt eigentlich nur das Wort "Substantivierung". Der alte Duden sprach übrigens nicht von "Substantivierung", sondern von "substantivisch gebrauchten" Adjektiven, Partizipien usw. und hielt sich damit ein Hintertürchen offen.

Etwas verwirrt mich Ihre Frage nach unterschiedlichen Regeln für Substantive und "Substantivierungen" bzw. "substantivisch gebrauchten" Wörtern. Ich hatte doch in meinem ersten Beitrag darauf hingewiesen, daß nichts nicht mit "echten" Substantiven gebraucht werden kann. Sie hatten dann selbst das Beispiel das heute Gebackene genannt.

Ihr Beispiel wirft ja noch weitere Fragen auf: Ist Gebackene hier wirklich eine "Substantivierung", muß man es wirklich groß schreiben? Die Schreibung das heute Gebackene legt doch die Deutung nahe, daß zunächst das Partizip gebacken "substantiviert" und anschließend mit dem adverbialen Attribut heute verbunden wird. Das geht aber nicht mit "normalen" Substantiven. M. E. wird hier vielmehr die Partizipialgruppe heute gebacken "substantiviert". Dann müßte man aber eigentlich das Heutegebackene oder das Heute-Gebackene schreiben.

So deutet der Duden ja auch "substantivierte" Infinitivgruppen: man muß schreiben das In-den-Tag-Hineinleben. Mit Partizipialgruppen verfährt der Duden aber anders: man muß schreiben der nur seinen Dienst Tuende. Warum nicht auch der Nur-seinen-Dienst-Tuende? Alter und neuer Duden kennen andererseits nur den Diensthabenden.

Ein überzeugender Grund für diese unterschiedliche Behandlung von Infinitiv- und Partizipialgruppen ist mir nicht ersichtlich.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 04.06.2012 um 19.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9131


Lieber Herr Achenbach,
ich denke, wenn man die Wörter nach etwas, alles, nichts schon, wie der Duden es verlangt, als Substantivierung auffaßt, dann muß man sie auch nach der Regel "Substantive schreibt man groß" so schreiben. (Bzw. da der Duden Großschreibung verlangt, ist klar, daß das Substantivierung heißt.) Ich wüßte nicht, welche Substantivregeln für Substantivierungen nicht gelten sollten.

Ich finde nur fraglich, wieso man eigentlich nach etwas, alles, nichts unbedingt substantivieren muß. Ich denke, viele Beispiele und Analogien (wie von Herrn Ludwig und mir angeführt, und so hatte ich auch Ihre Ausführungen verstanden) zeigen eben, daß kein zwingender Grund für Substantivierung besteht.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 03.06.2012 um 22.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9128


Lieber Herr Ludwig, lieber Herr Riemer,

anscheinend sind "Substantivierungen" oder "Adjektivsubstantive" einerseits Substantive, andererseits keine Substantive. Jedenfalls gelten für sie nicht die gleichen Regeln wie für Substantive. Warum sollte dann für sie die Regel "Substantive schreibt man groß" gelten?

Jedenfalls ist das nicht selbstverständlich, und mehr habe ich nicht gesagt.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 03.06.2012 um 16.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9127


Ich habe mich schon lange gefragt, wieso man eigentlich in bewährter RS etwas Ähnliches schreiben soll, wo es doch andererseits etwas anderes heißt. Ist nicht beides fast das gleiche? Die Großschreibung war mir immer fraglich.

*Nichts Brot ist eigentlich nichts Besonderes, man schreibt ja auch nicht *das heute Brot. Sehr wohl aber schreibt man das heute Gebackene oder nichts Gebackenes. Nach Adverbien, auch nach Indefinitpronomen wie nichts, stehen zwar nicht allgemein Substantive, aber danach können jederzeit Substantivierungen stehen. Und so meint eben die Dudenvorschrift, daß Wörter nach etwas, alles, nichts immer als Substantivierungen aufzufassen und entsprechend groß zu schreiben sind.

Bis auf wenige Duden-Ausnahmen wie bei dem Wort anderes, auch z. B. alles übrige. Wie gesagt, ich tendiere mindestens auch bei ähnliches zur Kleinschreibung.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.06.2012 um 09.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9126


Völlig richtig, lieber Herr Achenbach. Und ich schreibe klein, wenn nicht zwingende Gründe ein Wort als nominal markieren. Ich habe mit meinem Eintrag nur darauf hinweisen wollen, daß von irgendwelcher Vorbildlichkeitsidee bei der von den Medien gewählten Schreibung keine Rede mehr sein kann. — Allerdings sehen wir beide ein Problem hier leicht verschieden: Sie sprechen von der "Großschreibung von Adjektiven" in bestimmten Situationen; ich spreche da von "Adjektivsubstantiven" (denn sie modifizieren kein Substantiv). Deren Substantivcharakter ist aber manchmal derart abgeschliffen, daß sie dann praktisch pronominal verwendet werden und daß deshalb Großschreibung einfach falsch wäre (und dazu gehört folgendes: ... Als nächstes tat er... Und natürlich: Am besten wäre...). Das Resultat für die Schreibung ist bei uns beiden aber dasselbe.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 03.06.2012 um 00.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9125


Lieber Herr Ludwig,

nicht nur heute! Im DWDS findet man etwa die Schreibung nichts besseres schon zu Anfang des letzten Jahrhunderts.

Die Großschreibung von Adjektiven nach etwas, alles und vor allem nach nichts ist keineswegs selbstverständlich. Sonst wäre ja die ausdrückliche Vorschrift, hier groß zu schreiben, überflüssig (diese Regel gibt es bereits seit der preußischen Schulorthographie).

Besonders die Großschreibung nach nichts ist nicht unmittelbar einleuchtend, denn nichts wird im Hochdeutschen sonst nicht mit Substantiven verbunden.

Nichts Brot (besser noch nix Brot) ist Deutsch mit Migrationshintergrund.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.06.2012 um 22.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9123


Jeder schreibt heute doch sowieso, wie er will, also auch dts Nachrichtenagentur: "'Wenn Leute jetzt was schlechtes sagten, dann prallt das an mir ab. Ich blende das dann einfach aus und ich fühle nichts mehr. Nichts gutes und nichts böses. Es spielt so einfach keine Rolle mehr', erklärte die Sängerin [Rihanna]." Von irgendwelchem "vorbildlich für die Schulkinder" kann jedenfalls keine Rede mehr sein. Was die brauchen, spielt einfach keine Rolle mehr.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.05.2012 um 16.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9112


Vonwegen leichter lehrbar: "3:5 gegen die nicht qualifizierte Schweiz: Muss dem deutschen Fan für die EM angst und bange sein? Keineswegs."
Wer so schreibt, kann eben nicht einfach "mir wird Angst" schreiben, so weil "Angst ja ein Hauptwort" wäre; denn dann müßte er "mir wird Angst und bange" schreiben. Und das bringe der Lehrer mal *den* Kindern bei, die mitdenken! Denn auch denen muß ja beim Schreibenlernen *recht* geschehen — und eben nicht "Recht" (welch letzteres nämlich zur berechtigten Frage führte "Welches Recht?")!
Und die Kinder verstehen schon — aber nur, wenn auch der Lehrer es versteht! —, daß, wenn etwas "schlecht und recht" ist, es eben "schlicht und richtig" ist. Das kann man Kindern durchaus erklären, weil es der Lehre würdig und völlig recht ist; denn es ist die Wahrheit. *Der Lehrer hat Recht mag dem aufs untertänigste Eingestellten fürs Auge zwar als neue und vielfach schon deshalb erfreuliche Wahrheit erscheinen; aber es entspricht eben nicht der Wahrheit, der, die ein richtig funktionierendes Hirn auch schon von klein auf an erkennen kann.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2012 um 21.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9101


MM heute (Hervorhebungen von mir):

Sie hatten zwar das Meiste zerrissen und in Säcke gestopft ... (S. 3)

Ob der aktuelle Sack ... in die virtuelle Rekonstruktion gehen wird, ist noch nicht entschieden, ... Insgesamt ist es der Fünfzigste, an dem sie arbeitet ... (S. 3)

Es ist Mut machend zu sehen, wie viele Initiativen es über die Konfessionsgrenzen hinweg gibt. (S. 3, zum Mannheimer Katholikentag)

Im Vorstand soll daran niemand Schuld sein ... (S. 7)

Das Projekt war aus den Mitbewerbern ausgewählt worden, weíl es am umweltverträglichsten sei und die Wirtschaft auf der Insel Giglio am Wenigsten behindert ... (S. 16)

Denn die Muttern waren zu lang. Wir brauchten Kürzere. (S. 26)

Einjährige Kletterpflanzen ... können problemlos aus Samen gezogen werden. Im Handel gebe es aber auch Vorgezogene. (Beilage, S. 4)


Und nebenbei, noch zu S. 3, es geht um das Wiederzusammensetzen zerrissener Stasiakten:
Wie bei einem Puzzle wird dann probiert, was zueinander gehören könnte. Die entscheidende Voraussetzung für das Kleben ist, dass die zerrissenen Teile, die mit Klebestreifen aneinandergefügt werden, inhaltlich zusammenpassen.
Wer hätte das gedacht?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.05.2012 um 17.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9089


welt.de nach wie vor rechtschreibschwach: "Aufwendiges putzen" als Abschnittstitel, — wo nicht "Aufwendiges" als Adjektivsubstantiv gemeint ist, sondern attributiv, wie dann ja "Und das, obwohl [der Spargel] mit einem Kilopreis um die sieben Euro recht teuer und dazu noch aufwendig zu putzen ist" zeigt.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 11.05.2012 um 10.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9087


Das kommt schon noch, Herr Riemer. Nur Geduld.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.05.2012 um 10.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9086


Es ist schon fast schade, daß da nicht auch mittler Weile steht.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 10.05.2012 um 16.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9083


Eine Weise kann manchmal auch interessant sein

Der CDU-Mann kommt (interessanter Weise ähnlich wie seinerzeit Blüm im Wahlkampf gegen Johannes Rau) nur auf Sympathiewerte um die 20 Prozent, während die Sozialdemokratin mittlerweile je nach Umfrage Werte von mehr als 60 Prozent erzielt.

Es geht um den so glücklosen Wahlkämpfer Norbert Röttgen in NRW. In der Netzausgabe der FAZ vom 10.5.2012 als "Muttis Klügster" bezeichnet. Interessanterweise steckte ja früher hinter der FAZ auch immer ein kluger Kopf. Lang, lang ist's her...
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 10.05.2012 um 11.14 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9081


Heute im Mannheimer Morgen:

Es gehört zur Konkursmasse eines Pleite gegangenen Unternehmers. (S. 16)

Die 31-Jährige allein ist Schuld "an der Katastrophe". (S. 24)
(Dies allerdings unter dem Titel Mutter schuld an ...)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 06.05.2012 um 19.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9067


In der FASZ steht heute auf Seite 63 als Bildunterschrift zum Sternbild Herkules, weil dessen Kopf nach Süden und die Knie nach "oben" (zum nördlichen Himmelspol) gerichtet sind:
Ein Held steht Kopf

Und genau dahinter auf der Rückseite (Seite 64) steht:
Dahinter steckt immer ein kluger Kopf.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 27.04.2012 um 12.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9023


»Nicht die Politik, sondern unternehmerische Fehlentscheidungen und massive Überkapazität auf dem Weltmarkt sind Schuld an den Werksschließungen in der Photovoltaikbranche.«

(Thomas Bareiß, Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, lt. www.presseportal.de, 25. April 2012)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2012 um 21.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9015


Heute im Mannheimer Morgen (S. 15) eine dpa-Meldung, die es genau so (GKS) auch ein paarmal ins Netz geschafft hat:

Die britische Marke Reiss, deren Kleider Kate gern trägt, konnte sich Dank des "Kate Effekts" 2011 aus der Verlustzone befreien und ...
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2012 um 15.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#9014


Heute in einer Filmbesprechung im Schwäbischen Tagblatt: "Trickfilm, in dem ein Weichei von Seeräuber um Anerkennung unter Seinesgleichen buhlt." Übergeneralisierung aufgrund der vermehrten Großschreibungen durch die RSR? In Auflage 25 des Duden aber nur Kleinschreibung zulässig.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2012 um 22.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8979


FAZ, 14.4.12, Seite 31, der Artikel heißt:

Die unglaublichen vier

Darin werden vier abstiegsgefährdete Fußballmannschaften genannt, dann:

Welche Hoffnung besteht für die Vier?

Genau andersrum hätte noch Hoffnung bestanden.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 05.04.2012 um 18.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8951


Wie kommt eigentlich Wikipedia dazu, bei den hyperbolischen Funktionen den Zusatz "hyperbolicus" durchgängig groß zu schreiben (siehe hier)?
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 04.04.2012 um 23.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8947


Der FC fährt ohne Vier ins Trainingslager
kicker.de, 03. 04. 2012
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 04.04.2012 um 23.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8946


Schlechte Werbung für sehenswerten Dokumentarfilm
Das Erste wirbt am 2.4.12 in der Süddeutschen für "Der Sturz - Honeckers Ende":

Das Erste Staatsoberhaupt, das plötzlich ohne Staat war.

Honecker war "Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR", wie es so ausführlich mindestens einmal in jeder Aktuellen Kamera (DDR-Nachrichtensendung) hieß, aber den Titel Erstes Staatsoberhaupt gibt es nirgends. Da hat Das Erste wohl mehr an sich gedacht.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 02.04.2012 um 16.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8932


Q-Cells ist Pleite

(Heute so in einigen Online-Ausgaben von Zeitungen so zu finden, unter anderem auch bei www.nzz.ch.)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 30.03.2012 um 10.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8917


Zweifel an der eigenen Sparkompetenz, beispielsweise im Falle des 330-Millionengrabs Namens Nürburgring, wischte er indes weg.

(www.welt.de, 30. März 2012)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2012 um 10.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8900


Ein Ort, der über die Jahrzehnte selbst zum Mythos geworden ist im Protest gegen Atomkraft, ein Ort mit einem Kernkraftwerk, das Einzige um Hamburg, das noch nicht abgeschaltet ist.

(www.abendblatt.de, 28. März 2012)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2012 um 10.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8886


Im SWR-Fernsehen läuft heute um 23:30 ein Dokumentarfilm mit dem Titel

Martin Walser - Ein Leben für Alle und Keinen
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2012 um 12.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8864


Jauchs Sendung zur Bundesversammlung war hoffentlich die Letzte zum Thema Bundespräsident.

faz.net, 19. 3. 2012
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2012 um 17.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8812


Heute bei focus.de im Beitrag zur Abschaffung der Praxisgebühr:
"am liebsten alles beim Alten lassen".

Und mal wieder im Schwäbischen Tagblatt:
"Zu gucken und zu hören gibt es Einiges."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 07.03.2012 um 16.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8799


man sollte am Ende nicht zu viel erwarten, nicht Mal, dass man ans Ziel kommt

(aus der offiziellen Rezension zum Film "Der Weg nach Rabat" (2011),
z. B. bei Amazon, auf den Internetseiten vieler Kinos usw.)

Nein, solchen Unsinn hat es früher in dieser Menge nicht gegeben.
Die sogenannte Rechtschreibreform hat wirklich alle irre gemacht.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 03.03.2012 um 15.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8790


..., der Sender habe ihm telefonisch erklärt, der ganz Vorgang tue ihm Leid.

(Mannheimer Morgen, 1.3.2012, Seite 2, ganz und Leid wie in der Zeitung)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 01.03.2012 um 19.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8775


Im „Mainzer Rad“ wird ein Plan ausgeheckt, der heute wie eine To-Do-Liste von Greenpeace klingt.

Vor Heiligabend fahren die Zwei aufs Festland zurück, kurz darauf wieder nach Helgoland, diesmal auf dem Kutter „Liebe“.

(www.morgenpost.de, 1. März 2012)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 24.02.2012 um 09.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8751


Teilchenforscher blamieren sich
Ein kaputtes Kabel war möglicherweise Schuld an falschen Messungen

(www.welt.de, 24. Februar 2012)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.02.2012 um 08.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8750


"die Farbe Pink ... in dem kräftig Pink bemalten Raum" (MM, 23.2.12, S 16)

"Solidarisch gegen die Bedrohung von Rechts" (MM, 24. 2.12, S. 22)

Wer wird bedroht, Rechts? Ich bin immer gegen die Bedrohung von Unschuldigen, egal ob von rechts oder von links.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 21.02.2012 um 17.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8745


Im vergangenen Oktober, als weltweit Hunderttausende gegen die Macht der Märkte auf die Straßen gingen und die Bewegung „Occupy Wall Street“ von sich Reden machte, trat Gauck bei einer Veranstaltung der „Zeit“ in Hamburg auf.

(www.tagesspiegel.de, 20. Februar 2012)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.02.2012 um 15.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8698


Der Chef des Terrornetzwerks Al Kaida, Aiman al Sawahiri, hat die Aufständischen in ihrem Kampf gegen Machthaber Assad bestärkt. Diesem dürfte das jedoch gelegen kommen, denn er behauptet, Al Kaida sei Schuld an der Gewalt, indem es die Demonstrationen unterwandere.

(www.tagesschau.de, 12. Februar 2012)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.02.2012 um 15.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8697


Im Bremer Klinikum Mitte ist wieder ein Frühchen gestorben. Laut Polizei ist ungeklärt, ob die Ursache für den Tod Keime oder etwas Anderes waren.

(www.stern.de, 10. Februar 2012)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 12.02.2012 um 11.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8695


Michael Skibbe ist kaum da und bald schon wieder Weg?

derwesten.de (WAZ), 11. 02. 2012
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 30.01.2012 um 23.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8654


"In den letzten beiden Tagen sollen in ganz Syrien bis zu Hundert Menschen ums Leben gekommen sein." (dts Nachrichtenagentur, heute) — Bloß weil vor "hundert" eine Präposition steht, ist das Wort doch kein Substantiv!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.01.2012 um 22.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8583


Was bei bild.de nicht alles substantiviert werden kann:
"Kennengelernt hatten sich die Beiden Anfang 2006"
"In den Weihnachtsferien 2006/ 2007 nehmen Beide in einem Online-Chat näheren Kontakt auf"
"Am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien kommt es zu einer ersten Begegnung Beider"
"Der Lehrer bleibe bis auf Weiteres von seinen Aufgaben entbunden."

Offenbar ist es für die Schreiber da und ihre Rechner sehr schwer, Substantive zu erkennen. Wie einfach war da für solche doch die "alte" Faustregel "Im Zweifel klein."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.01.2012 um 16.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8565


»Berlin (dts Nachrichtenagentur [heute]) [...] Abraham sagte "Bild": "Herr Wulff ist kein Vorbild mehr, hat die Bodenhaftung offenbar völlig verloren. Er muss aufgrund der Gesamtheit seines fehlerhaften Verhaltens zurück treten."« — Na, ob das was hilft?
Tut mir leid. Dieser Beitrag gehört natürlich unter GZS. Aber hier habe ich ihn nicht mehr löschen können. Vielleicht kann die Red. ihn verschieben.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.01.2012 um 16.14 Uhr eingetragen.
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Offenbar erzwingt sich normale Kleinschreibung in adverbialen Ausdrücken doch hin und wieder auch bei Nachrichtendiensten den gewohnten vernünftigen Gebrauch: "Die Ergebnisse der Befragung *im einzelnen*: Während 25 Prozent der Westdeutschen und 30 Prozent der Frauen wegen der Bakterien-Funde in Hähnchenproben auf den Genuss von Geflügel verzichten wollen, haben [...]" (dts-Newsticker heute, Hervorhebung meine).

Neben dem "extra Arm-Workout" gibt's dann aber gleich die "Personal Trainerin Eden Paul" (ibid. zu Sandra Bullock [die als Kind übrigens lange in Nürnberg lebte; das hatte ich nicht gewußt]). Und da auch klar *definiert* Maschinenübersetzung: "Neben ihren schlanken Beinen beneidet sie ganz Hollywood auch um ihre definierten Arme." Und wenn sie von ihren späteren frühen spricht: "Meine Filme machen seitdem wieder richtig Kasse. Hätte ich das früher gewusst, ich hätte mich schon in meinen 20ern splitternackt auf der Leinwand gezeigt!", da fragen wir uns, wo denn die Großschreibung bei den "20ern" bleibt, wo die doch bei den "20-Jährigen" offenbar hatte so wichtig sein sollen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2012 um 20.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8558


Mannomann! "Köln (dpa [heute, 12:00]) - [...] Wer der Öffentlichkeit sage, Man brauche Transparenz, muss sie am nächsten Tag auch so herstellen, sagte der Fraktionsgeschäftsführer der CDU im Landtag, [...]"
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2012 um 14.44 Uhr eingetragen.
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Was Schön sonst so macht, wissen nur Wenige.

derwesten.de (WAZ), 12. 01. 2012
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.01.2012 um 16.17 Uhr eingetragen.
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»Am Montag war sie zur Überraschung Vieler prominenter Gast beim Neujahrsempfang des zum Verlag gehörenden „Hamburger Abendblatts“.« (Welt.de, heute, "Mehrheit der Deutschen lehnt Wulff als Vorbild ab".)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2012 um 13.47 Uhr eingetragen.
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Varianten, die für Manchen nach Schwarzgeld und Geldkoffern klingen

Sueddeutsche.de, 04. 01. 12
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2012 um 13.34 Uhr eingetragen.
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Zum internen Machtkampf in der FDP meinte er: "Dieses Jeder gegen Jeden ist mir auch zuwider, und ihm (Rösler) noch mehr.“
(www.abendblatt.de, 4. Januar 2012)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 03.01.2012 um 20.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8495


Wenn Wulff anders reagiert hätte, wäre ihm Vieles erspart geblieben.

spiegel.de, 03. 01. 2012
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 03.01.2012 um 17.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8493


Griechenland hofft auf Finanzhilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro. Ohne Hilfe von IWF und EZB läuft das Land Gefahr bald Pleite zu gehen.
(www.abendblatt.de, 3. Januar 2012)
Außerdem fehlt hinter "Gefahr" ein Komma nach § 75 (2).
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.01.2012 um 11.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8482


Der Verfassungsschutz hat Laut "Spiegel" schon vor über zehn Jahren von kriminellen Aktionen des Zwickauer Terrortrios zur Geldbeschaffung gewusst.
(MM, 2.1.2012, Seite 1)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.01.2012 um 13.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8480


Wer sagt's denn — auch hier—, Kleinschreibung sei *out*: "Bergen auf Rügen (dts Nachrichtenagentur) - Menschen kamen dabei diesmal nicht zu schaden, teilte die Polizei in Neubrandenburg mit."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2011 um 17.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8476


Mehr Regen als Schnee oder mehr suchen als finden wäre ja beides in Ordnung, aber so wie die FAZ/FASZ vom 31.12.2011 / 1.1.2012 auf Seite C3:

"Mehr Schein als sein"?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.12.2011 um 22.11 Uhr eingetragen.
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Immer dieser Herr oder diese Frau Außen: "Der Chef der Sozialistischen Fortschrittspartei im Libanon, Walid Dschumblatt, hat sich gegen Interventionen von Außen in Syrien ausgesprochen." (derNewsticker.de heute). Oder enthält mein Wörterbuch das schwache der Auße, n, n aus dieser Artikeleinleitung nicht? Im Text selbst dann aber doch: "Die Vereinten Nationen, die Vereinigten Staaten und die Europäischen Union 'sollten ohne eine Intervention von außen das syrische Regime dazu bringen, [...]'[...]".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 21.12.2011 um 00.14 Uhr eingetragen.
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Mal was anderes mit "zurecht" und "zu Recht" und vonwegen zuviel Großschreibung bei sich reformiert gebendem Bild.de: "Wenn ihn als Kirchenmann solche Anschuldigungen zu recht treffen würden, „müsste ich meinen Hirtenstab abgeben, dann müsste ich resignieren”, sagte Meisner gestern Abend im WDR Fernsehen."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 13.12.2011 um 10.11 Uhr eingetragen.
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Vor 100 Jahren erreichte der Norweger Roald Amundsen als Erster den Südpol.
...
Was Amundsen damit zu tun hat, liegt für den Norweger Bomann-Larsen klar auf der Hand: "Sie zeigt, dass die Geschichte auf unserer Seite ist. Weil wir eben als erste da waren."


(Mannheimer Morgen, 13.12.11, Seite 3)
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2011 um 12.53 Uhr eingetragen.
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Der Mal

Seit Sonntagabend steht fest, dass er [d.i. Hape Kerkeling] sich noch ein bisschen mehr Zeit zum Überlegen hätte nehmen müssen. Weil ihm dann vielleicht auch eingefallen wäre, dass es noch viel weniger toll ist, durch eine dreieinhalbstündige Boulevardshow zu führen, die sich als Jahresrückblick getarnt hat. Aber wahrscheinlich trifft es jeden Mal, der mit dem ZDF zusammenarbeitet.

Vielleicht hätte Peer Schader sich in der Fernsehkritik der FAZ vom 12.12.2011 vor dem Schreiben des Mals auch ein bißchen mehr Zeit zum Überlegen sollen, denn nun hat das arme reformgeborene Mal plötzlich auch noch Genusprobleme. Oder ist jeder, der mit dem ZDF zusammenarbeitet, ein Mal? Jeder Mal, der mit dem ZDF zusammenarbeitet. Womöglich eine Spezies, die nur im Habitat ZDF vorkommt.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.11.2011 um 14.11 Uhr eingetragen.
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Die Abwendung des Rockstars von Einiges Russland kam indes nicht aus dem nichts

(FASZ, 20.11.2011, S. 12)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 17.11.2011 um 18.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8311


Die ersten Vier bleiben unter sich

- kicker.de, 17. 11. 2011
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 03.11.2011 um 16.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8270


"E-learning Kurse bieten ein vielfältiges Bildungsprogramm für Jedermann. Für Kinder gibt es vor allem Nachhilfe wie in Chemie, Rechtschreibung und vielen anderen Schulfächern."

(www.bild.de, 3. November 2011; Hervorhebungen hizugefügt)
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Kratzbaum
*

Dieser Beitrag wurde am 22.10.2011 um 09.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8218


...daran ist nicht nur die unverantwortliche... Schuldenpolitik mancher Staaten Schuld. (WELT-online)

Wir brauchen endlich den weißen Rauch der Konklave. (Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks im Fernsehen lt. WELT-online)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 21.10.2011 um 12.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8216


Ein Tabu

"Banklizenz für Rettungsschirm bleibt Tabu"

(tagesschau.de, 21. Oktober 2011)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 17.10.2011 um 18.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8210


Mal so viele

"Mehr als die Hälfte aller arbeitslosen Ingenieure kommt aus Ostdeutschland, obwohl im Westen der Republik vier Mal so viele Menschen wohnen."

(Spiegel online, 13. Oktober 2011)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 11.10.2011 um 15.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8189


am Besten

Das bedeutet, dass sie unter Bezug auf die Normen und Werte diejenigen aussuchen, die es am Besten erlauben, die Differenz (und in der Regel die vorgestellte Überlegenheit) zum Anderen zu symbolisieren.

Nicht selten habe ich den Eindruck, dass es für die kulturelle Dynamik am Besten wäre, wenn die Mehrheitsgesellschaft,[sic] die in den Einwanderergemeinden stattfindenden kulturellen Auseinandersetzungen zwar mit neugierigem Interesse verfolgte, es aber vermiede, sich einzumischen.

Werner Schiffauer, Parallelgesellschaften, Transcript Verlag 2008, S. 116 und S. 129
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 10.10.2011 um 23.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8186


Der gestandene Kopf

"Als der US-Forscher Joseph Weizenbaum 1966 "Eliza" vorstellte, stand die Fachwelt Kopf."
(Süddeutsche Zeitung, 6.10.11, Seite 2)

Man kann sich nicht oft genug in Erinnerung rufen, daß diese wie ein Witz aussehende Schreibweise tatsächlich einmal (3 Dudenausgaben lang!) die nach der "Reform" einzig erlaubte war, siehe meine Bemerkung hier.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 08.10.2011 um 21.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8179


Die Beiden

"Es lägen erhebliche Beweise für die Schuld der Männer vor, sagte Matejuk. Den Beiden drohten im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft, erklärte der Polizeisprecher Mariusz Sokolowski."

(WELT online, 8. Oktober 2011)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 07.10.2011 um 17.02 Uhr eingetragen.
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Die Drei

"Das norwegische Nobelpreis-Komitee zeichnet die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, deren Landsfrau Leymah Gbowee und die jemenitische Journalistein Tawakkul Karman aus.
Die Drei erhalten den Preis „für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen für volle Teilnahme an friedensbildender Arbeit“, erklärte der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, der frühere Ministerpräsident Thorbjörn Jagland, am Freitag in Oslo."

(FAZ.NET, 7. Oktober 2011)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2011 um 19.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8173


Das vergebene Recht

"Der Staatsgerichtshof hat den Klägern Recht gegeben: Der Kauf von EnBW-Aktien der schwarz-gelben Regierung war verfassungswidrig - ein Problem für die neue Regierung."

(ZEIT online, 6. Oktober 2010)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2011 um 18.19 Uhr eingetragen.
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Das Viele

"Auch hier liegt die Rückfrage nahe: Was geschieht, wenn man im Zeichen dieses Argumentes den Blick dafür verliert, dass Schule und Unterricht sinnvollerweise von Vielem absehen, was es außerhalb von Schule und Unterricht gibt?"

(FAZ .NET, 4. Oktober 2011)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.10.2011 um 23.35 Uhr eingetragen.
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Die Welt 150prozentig für alle mögliche Großschreibung: "Juras: [...] er ist einfach ein Mensch, auf den Mann sich verlassen kann, und ich mag solche Leute einfach." (Welt.de, 2.10.11, "Wenn eine 41-Jährige einen 14-Jährigen liebt".)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 04.10.2011 um 18.55 Uhr eingetragen.
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Die Übrigen

"Wenn eine HIV-positive Frau hormonell verhütete, kam es zu 2,61 zusätzlichen HIV-Infektionen des Partners pro 100 Personenjahren. Die Übrigen steckten ihre Partner nur mit einer Rate von 1,51 an."
(Spiegel online, 4. Oktober 2011)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.09.2011 um 10.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8161


Mannheimer Morgen, 30.9.11, S. 31 (Hervorhebungen von mir):

"Es war einmal ein Student, der wollte es allen Recht machen."

"Der eine leide an Schlafstörungen, ...
Ein anderer kompensiere den Stress mit zu viel Essen, ...
Beim Dritten äußert sich die Krankheit mit einer Depression."
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2011 um 19.03 Uhr eingetragen.
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Im Allgemeinen das Hohe wiederfinden
ist ein Nachruf der FAZ auf Richard Hamilton überschrieben, und dank der Rechtschreibreform weiß man nun nicht mehr, wie das gemeint ist.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2011 um 00.05 Uhr eingetragen.
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"Da würde zuviel Hilfe von den Eltern nur beim selbstständig werden stören ..."
(Süddeutsche Zeitung, 5.9.2011, S. 31)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 10.09.2011 um 22.12 Uhr eingetragen.
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Bei welt.de (heute) sogar noch mehr Kleinschreibung als denen von oben zugelassen? "Eine Woche vor der Wahl in Berlin meldet sich SPD-Abweichler Thilo Sarrazin zu wort."
Wenn man den Leutchen da unterstellen könnte, daß sie was vom Schreiben verstünden, könnte man annehmen, daß da doch 'ne Hausverordnung umgelaufen wäre, mit Hinweis auf Kleinschreibung von Substantiven in bestimmten adverbialen Ausdrücken. Aber diese Annahme ist bei dem Personal da sicher falsch. Denn dem Volontärladen da geht es viel mehr um politische Ausrichtung als solide journalistische Arbeit.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 29.08.2011 um 11.48 Uhr eingetragen.
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Lapsus oder Besinnung bei der FAZ? "Energiewende auf japanisch". 29.8.2011 bei FAZ.net gefunden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.08.2011 um 18.41 Uhr eingetragen.
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"Tödlicher tauch-Unfall im Starnberger See" (Bild.de, Newsticker, gestern).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2011 um 00.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8019


"Womit der Infinitiv also doch Apposition sein könnte!" (#7988) Alles, was #7991 bei mir in Zweifel zieht, hatte ich ja selbst schon bezweifelt. Inzwischen bin ich aber der Meinung, daß in "von einer Woche Wandern/wandern" der Infinitiv Attribut/Apposition zu "Woche" ist, einfach weil die Erweiterung der Verbform die Zeitangabe hier im Akkusativ haben müßte. Die Frage ist also nur, ob die Verbform groß oder klein geschrieben werden müßte. Wenn's da heißt: "Der Duden (Bd. 4, 1984) sagt zwar, Appositionen seien 'substantivische Attribute', kennt aber auch andere 'appositionelle Verhältnisse'", dann werden wir leider oft dazu verleitet, "substantivisch" immer gleich mit "deklinierbar" gleichzusetzen ("Attribut im gleichen Fall") und damit ein ziemlich klares Anzeichen für Substantiv zu haben. (Dasselbe gilt fürs "Nomen" bei präpositionalen Ausdrücken ["Die Präposition verlangt ein Nomen, also hier den substantivierten Infinitiv"].)

Aber bei "Eine Woche arbeiten, eine Woche faulenzen, eine Woche arbeiten, eine Woche faulenzen, — was für ein Leben" geht für mich eigentlich nur die Kleinschreibung. Und wenn ich dann mal "von einer Woche schwer arbeiten und einer Woche faulenzen zurückkomme", — wer sagt, daß der hier durchaus richtig verwendete Infinitiv jetzt nur groß geschrieben werden kann? Ich nicht — mehr. Natürlich kann man "umformulieren" und das Problem unter Stilfrage ablegen. Aber das beantwortete nicht die hier ursprünglich aufgeworfene Frage.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 10.08.2011 um 23.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#8011


Wem durchaus das Zurückkommen von einer Woche nicht gefällt:

- Ich freue mich auf eine Woche Reisen.
? Ich freue mich auf eine Woche reisen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 um 23.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7998


Die Meinungen sind leider sehr geteilt (leider bezieht sich auf die räumliche Teilung). Da wird es vor allem schwierig, wenn man später noch mal etwas nachlesen möchte.

Ja, lieber Germanist, das leuchtet mir alles ein, nur sehe ich nicht den grammatischen Unterschied zwischen einer Woche und drei Stunden, ebensowenig wie Kratzbaums Bedeutungsunterschied zwischen einer Wanderwoche und einer Woche Wandern.

Die Analyse von einer Woche (oder 3 Stunden) Wandern bereitet mir auch gar keine Probleme. Was mir im Moment Kopfzerbrechen macht, ist nur, ob man die Schreibweise Ich komme von einer Woche wandern auch gelten lassen kann, evtl. als Apposition von wandern zum Bezugswort Woche oder anders?

Der Duden (Bd. 4, 1984) sagt zwar, Appositionen seien "substantivische Attribute", kennt aber auch andere "appositionelle Verhältnisse", leider nur an ein paar Beispielen erläutert. Ein Infinitiv befindet sich nicht darunter.
Ebenso bei H. Bußmann. Sie schreibt im "Lexikon der Sprachwissenschaft" von 2002: "Als A. treten nicht nur Wörter oder Phrasen aller syntaktischer Kategorien auf (Nomen, Adjektiv, Adjektivphrase, Präpositionalphrase, Satz usw.), sondern auch >>nichtsprachliche<< Zeichen".

Fällt nun die einfache Nennform eines Verbs auch unter "usw."?
Zu "allen syntaktischen Kategorien" würde ich sie schon rechnen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 um 15.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7994


Kratzbaum: >>Wie will man auch von einer Woche zurückkommen?<<

Genau das ist eben die Stilfrage. Von einer beliebigen Woche kann man wohl schlecht zurückkommen, aber von einer Woche der Erholung zurückzukommen, fände ich schon möglich.
Fragt sich also, was es sonst noch für Wochen gibt. Sicherlich wäre eine Woche Wandern in Ordnung. Eine Woche wandern gibt es nicht?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 um 14.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7991


Ich finde, Kratzbaum hat schon nicht unrecht, es ist ein etwas lockerer Stil. Aber dieser Stil ist mündlich weit verbreitet, und wir diskutieren ja fast wie mündlich. Jeder versteht sofort und klar, was gemeint ist, also muß die Frage nach Grammatik und richtiger Schreibweise berechtigt sein.

HL: >>Man kann ja weiter erweitern: Ich komme von einer Woche schönem Wandern.<<

Ja, kann man, aber schönes Wandern ist nur die Erweiterung von Wandern, nicht von wandern. Die starke Adjektivendung enthält schon den Artikel, das Adjektiv erzwingt erst die Substantivierung. Es heißt noch nicht, daß "wandern" schon vorher substantiviert war. ... wandern ist erholsam (Infinitiv als Subjekt) geht ja auch mit Kleinschreibung, obwohl die "Erweiterung" schönes Wandern ist erholsam groß geschrieben wird.

HL: >>Nach wie vor ist der substantivierte Infinitiv Objekt der Präposition "von".<<

Ja, aber nur wenn der Infinitiv substantiviert ist. Es geht ja gerade darum, ob überhaupt substantiviert werden muß.
Wenn ich wandern klein schreibe, dann bezieht sich von nur auf eine Woche und wandern ist die Antwort auf Was für eine Woche? - Eben eine Woche wandern. Kann ein einfacher Infinitiv nicht doch eine enge Apposition sein?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 um 14.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7990


Kratzbaums Lösungsangebot unter "Darf man ...?" ("Ihre Wendung, lieber Herr Riemer, würde ich nur im mündlichen Deutsch tolerieren") will das Problem mit einem Stilverweis lösen. Natürlich kann man das Gemeinte auch anders formulieren. Aber was Herr Riemer hier anbietet, ist richtiges, gutes, stilreines Deutsch. Nur haben wir Probleme damit, wie wir's regelrecht zu Papier bringen! In der Nacht schrieb ich "Wandern" in meinem letzten Satz noch groß (#7988). Jetzt, etwas ausgeschlafen, bin ich mir dessen schon nicht mehr so sicher. Meine Probleme möcht ich haben, schrieb Tucholsky stilsicher. (Die Red. sollte diese Diskussion wohl besser in "Darf man ...?' verschieben. Jetzt möchte ich nämlich doch mehr dazu wissen. Denn vielleicht weiß wer was mehr.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.08.2011 um 09.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7988


Mir war die Kleinschreibung von "wandern" hier auch aufgefallen, denn ich wäre versucht gewesen, es hier groß zu schreiben. Nach wie vor ist der substantivierte Infinitiv Objekt der Präposition "von". In "vom Wandern" ist er durch den bestimmten Artikel erweitert, im vorgestellten Satz durch die Zeitangabe. Man kann ja weiter erweitern: Ich komme von einer Woche schönem Wandern. Der Infinitiv ist also nicht Apposition zur Zeitangangabe, sondern die Zeitangabe ist Apposition zum Infinitiv. Tja, und an der Stelle wäre mir aufgefallen, daß die Zeitangabe nicht im "Akkusativ der präzisen Zeit- und Maßangabe" steht, sondern im Dativ. Womit der Infinitiv also doch Apposition sein könnte! Von derartigem Nachdenken müde und überrascht von solchen Beobachtungen gebe ich die Frage zurück an die Korona, mit dem Hinweis allerdings, daß es mich nicht mehr verwundert, wenn man "in Grammatikbüchern kein Beispiel für ein nicht [?] substantiviertes Verb in enger Apposition finden" kann. Schon im eine Woche Wandern steckt aber viel Erholung, lieber Herr Riemer, nicht wahr? Ebensoviel wie in schon einer Woche Wandern?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 08.08.2011 um 23.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7987


Ich hätte da mal eine Frage zu meiner Schreibweise (hier im Tagebuch), die mir im nachhinein nicht mehr ganz sicher erscheint. Zunächst zwei Sätze, in denen die GKS unzweifelhaft ist:

Ich war eine Woche wandern.
Ich komme vom Wandern.


Aber wie sieht es damit aus:

Ich komme von einer Woche wandern.

Großschreibung wäre hier sicherlich richtig gewesen, spontan hat mir klein besser gefallen und eingeleuchtet. Aber läßt sich das auch grammatisch begründen? Ein nicht substantivierter Infinitiv kann Subjekt sein, warum also nicht auch Apposition? Oder könnte man die Kleinschreibung noch anders begründen?

Ich kann in Grammatikbüchern kein Beispiel für ein nicht substantiviertes Verb in enger Apposition finden, andererseits steht auch nirgends eindeutig, daß es kein Verb sein darf. Was ist richtig?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.08.2011 um 16.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7981


Es geht also mal auch ohne Großschreibung: "[Dolly Parton] erhielt acht Grammys und ihre Platten verkauften sich mehr als 100 Millionen mal." (www.dernewsticker.de, heute). Und bei welt.de: "Mein Hund kann rechnen und spricht deutsch".
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 17.07.2011 um 12.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7942


Und tatsächlich lässt sich Beides zugleich behaupten

- Herausgeber Mathias Brodkorb im Vorwort zu Singuläres Auschwitz? Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre "Historikerstreit", Adebor Verlag 2011, Seite 8
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.07.2011 um 07.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7912


Welch ein Stand in bild.de, "newsticker", gestern: "„Die Bedachung [...] hielt jedoch dem Gewicht der Frau nicht Stand”, hieß es im Polizeibericht."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 30.06.2011 um 23.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7899


Wer oder was ist ein Wenigster? Faz.net (heute): "[...] doch erholt kommen nur die Wenigsten zurück."
Auch sonst ist nicht alles so, wie's sein sollte: "Sie müssen Ihre Sachen in das Gepäckfach über ihnen legen." (Gemeint ist der Dativ zu "Sie".) Und: "„Selber Schuld“, sagte meine Kollegin."
Da tröstet einen auch nicht das später Gott sei Dank klein geschriebene "alles" in "Es ist nicht so, dass das alles kein Erlebnis wäre [...]"
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 15.06.2011 um 10.21 Uhr eingetragen.
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Vom Pfötchen geben über den perfekten Diener bis hin zum im Kreis drehen
waren die beliebtesten "Schaueffekte" aus dem kleinen Hundeeinma-
leins
[Trennung!] geboten. (MM, 15.6.11, S. 17)

Wenn unsere perfekten Diener die "Substantive" in zum Einen und zum Anderen
(z.B. #7748) immer fleißig groß schreiben, dann sehen sie aber eine Großschreibung in zum im Kreis drehen noch lange nicht ein. Eine verkehrte Welt ist das.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 06.06.2011 um 09.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7827


Auch heute wird noch Einiges geboten

Beim Ilvesheimer Fischerfest ist für Alle etwas dabei:
...
Bevor der letzte Fisch heute Abend über die Theke geht, hat das Fest noch einiges zu bieten.


(Mannheimer Morgen, 6.6.11, S. 21)

Man fragt Sich, wieso nicht für Alle Etwas dabei ist. (Und ob Die bei der Zeitung wirklich Nichts mehr merken.)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 04.06.2011 um 00.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7824


In der Süddeutschen Zeitung vom 3. 6. 2011 wird als Titel eines besprochenen Buchs Vielleicht will ich Alles angegeben, und das gleich zweimal. Im Verlagsprogramm freilich steht Vielleicht will ich alles (Roman von Que Du Luu, Kiepenheuer & Witsch 2011).
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 31.05.2011 um 17.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7815


eBay - Mein Ein für Alles
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 30.05.2011 um 13.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7808


Runde der letzten Acht

Spiegel.de (chp/dpa/sid), Sueddeutsche.de (dpa) u. v. a. mehr am 29. 5. 2011
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.05.2011 um 14.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7805


Die Großtrappe im Havelland ist fürs Erste gerettet. (FASZ, 29.5.11, S. 75)

Wofür gerettet? – möchte man fragen, und denkt dabei an eine Organisation, ein bestimmtes Ereignis oder das Fernsehen, nur nicht an Vorläufigkeit.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.05.2011 um 00.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7783


Immer diese Jährigen: "Als die Frau das Zimmer betrat, trat der Zimmerbewohner Dominque Strauss-Kahn, ein 62-Jähriger Weißer, nackt aus dem Badezimmer, hielt die Frau auf dem Bett fest [usw.]." (welt.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.05.2011 um 22.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7782


Eigenartig Uneiniges: "Steinbrücks weithin als „Selbstbewerbung“ verstandene Äußerungen im Hessischen Rundfunk lassen vermuten, dass er noch Einiges vorhat." (Faz.de, heute) Später im Artikel lassen wiederum "Steinbrücks weithin als „Selbstbewerbung“ verstandene Äußerungen im Hessischen Rundfunk [...] letzteres vermuten", auch mit dem Zusatz "Was nichts anderes bedeutet, als dass [...]"
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.05.2011 um 21.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7754


GKS, GZS, es spielt keine Rolle: "Doch in den USA wurde ihm [Wernher von Braun] große Anerkennung zu Teil, denn er ermöglichte den Flug zum Mond." (Welt.de, heute, Bildunterschrift)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 08.05.2011 um 17.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7748


Zum Einen sparen Sie durch unsere günstigen Preise und Aktionsangebote, zum Anderen erhalten Sie für Ihre gesammelten Punkte attraktive Prämien!

Vorwort zum Prämienkatalog der 'HAD Homecare Apotheke Deutschland', Erkrath 2008
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 06.05.2011 um 17.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7739


Zu Hause ist es doch am Schönsten

(www.stern.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2011 um 00.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7732


Welt.de heute: "Die Hamas bete, dass Bin Ladens Seele in Frieden Ruhe."
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2011 um 23.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7731


Gerechtigkeit auf Amerikanisch

Spiegel online, 2. Mai 2011
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2011 um 10.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7730


"Sorgen der Vereine Ernst nehmen"

"Wir müssen der Unsicherheit entgegentreten und die Existenzsorgen der Vereine Ernst nehmen" (Hans Stahl) ...


(Mannheimer Morgen, 2.5.11, S. 20)

Was wird denn nun genommen, die Sorgen oder der Ernst?
Die Rechtschreibreform hat uns das Gefühl für Sprache genommen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.04.2011 um 00.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7720


"5 Verbotene Lebensmittel: [/] Lösen sie viel bauchfett sobald Sie diese 5 Lebensmittel niemals essen." ("Google Anzeigen" bei welt.de)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 09.04.2011 um 17.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7683


Und dies, obwohl die Hamburger nach "Ampelkarte" gegen Ben-Hatira (78.) nur noch zu Zehnt agierten.

kicker.de, 9. 4. 2011
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 03.04.2011 um 17.26 Uhr eingetragen.
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„Unerwartet: Automatische Wasserhähe bergen sogar ein größeres Bakterienrisiko als die Herkömmlichen.“

(Augsburger Allgemeine, 3. April 2011)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 02.04.2011 um 09.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7656


Wir könnten auch eine Partei der Mutigen und der Optimisten gut gebrauchen (...). Und erst Recht eine Partei der Freiheit, die sich gegen die Vorsichtsgesellschaft stellt (...)

'Spiegel online'-Kolumnist Jakob Augstein am 31. 3. 2011.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 31.03.2011 um 17.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7646


Haie: Der Umbruch beginnt, Acht müssen gehen

Überschrift bei kicker.de, 31. 3. 11
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2011 um 19.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7633


"Die inhaltliche Aufstellung der Partei sei das Eine."

(www.sueddeutsche.de, 28. März 2011)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2011 um 19.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7632


"Der eine Mann ist etwa 25 Jahre alt, 185 cm groß, von kräftiger Statur und trägt kurze braune Haare. Der Zweite ist bedeutend jünger, etwa 18 Jahre, schmächtiger und kleiner, etwa 168 cm. Er trug schwarze kurze Haare und sprach Deutsch mit Akzent."

(http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/14626/2016037/polizeidirektion_kiel, 28. März 2011)

Dazu aus dem amtlichen Regelwerk:
§ 58. In folgenden Fällen schreibt man Adjektive, Partizipien und Pronomen klein, obwohl sie formale Merkmale der Substantivierung aufweisen.
(1) Adjektive, Partizipien und Pronomen, die sich auf ein vorhergehendes
oder nachstehendes Substantiv beziehen, zum Beispiel:
[...] Es waren neun Teilnehmer erschienen, auf den zehnten wartete man vergebens. [...] Zwei Männer betraten den Raum; der erste trug einen Anzug, der zweite Jeans und Pullover. [...]
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2011 um 00.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7624


Jedes dritte Vorschulkind spricht schlecht Deutsch
(Fünfspaltige Artikelüberschrift, 25. März 2011, Seite 9)
Fazit: Der Tagesspiegel schreibt schlecht Deutsch.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 20.03.2011 um 21.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7612


Frage: Der UN-Sicherheitsrat hat sich für eine Flugverbotszone ausgesprochen. Zu recht?

(Interview mit Margot Käßmann; gefunden auf www.zeit.de, erschienen im Tagesspiegel; heute online veröffentlicht)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 17.03.2011 um 09.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7603


Von 100 Autos tanken nur Acht E10

Titel eines Beitrags im ZDF-Morgenmagazin, 11. März 2011.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.03.2011 um 00.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7593


Kraft vorausgesetzt: "Schwedens Victoria und Madeleine sind Kraft der Schlagzeilen schwanger, das bekannte Geheimnis Günther Jauchs Töchter ist gelüftet [...]" ("Text: F.A.Z." [so am 13.3. bei FAZ.NET])
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2011 um 23.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7591


Wozu die Binnengroßschreibung der "Jährigen" führen kann:

"Interviews mit 1.500 repräsentativ ausgewählten sechs- bis 14-Jährigen zeigten beim 'Kinderwerte-Monitor 2010': Entgegen verbreiteer Ansichten verfügen die Kinder über ein feines Gespür und haben eine starke Werteorientierung."

(Unicef-Nachrichten Nr. 1/2011, Seite 10; auf http://www.unicef.de/presse/pm/2010/kinderwerte-monitor dagegen – den Regeln der Kunst zuwider, aber was soll man machen – als "6- bis 14-Jährigen")
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.02.2011 um 22.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7535


Wo kein Wille ist, sich beim Schreiben seines Verstandes ohne Leitung eines Korrekturprogramms zu bedienen, gibt's auch keinen rechten Weg: "'Die Meisterschaft war schon vorher Weg', meinte Bayern-Coach Louis van Gaal[...]." (welt.de, 26.2.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 26.02.2011 um 12.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7523


"Als eine Entscheidung über eine schnelle, direkte und unmittelbare Bürgerbeteiligung ... fürs Erste vertagt wurde, ..."
(MM, 26.2.11, S. 2)

Fürs Erste Deutsche Fernsehen? (Gemeint ist vorläufig, wobei eine Vertagung natürlich immer vorläufig oder fürs erste gilt.)
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 26.02.2011 um 00.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7521


»Hoffentlich werden Manche auch erkennen, dass ein Doktortitel schmückt - aber nicht lebensnotwendig ist für eine Karriere außerhalb der Wissenschaft.«

Bernhard Vogel in Spiegel Online, 25.02.2011
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 24.01.2011 um 19.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7408


Westerwelle zum heutigen Selbstmordanschlag in Moskau:

"Ich verurteile diese grausame Bluttat auf das Schärfste."

http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE70N0HQ20110124
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 24.01.2011 um 18.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7406


Die Revolution von Gegenüber

FAZ.NET, 24. 01. 2011
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 21.01.2011 um 16.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7389


'Korrekt', ich weiß. Und doch –

Der Bundesgerichtshof hat in seiner aktuellen Entscheidung das Meiste beim Alten gelassen.

(FAZ.NET-Kulturnachrichten, 21. 01. 2011)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 18.01.2011 um 19.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7385


Wichtig für alle, die auf ausgezeichnete Beratung wert legen

(heute erhaltener Werbebrief der Baden-Württembergischen Bank)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 16.01.2011 um 13.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7381


Keinen großen Applaus dagegen für die zwei Kommafehler, den falschen Kasus und die falsche Großschreibung, alles in einem Satz:

Allein diese, mit offensichtlicher Spielfreude erarbeiteten Szenen, sind ein Besuch der Aufführung Wert und verdienen großen Applaus.

(Sonntag Aktuell, Sonntagsausgabe des MM, 16.1.11, S. 5)
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 11.01.2011 um 12.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7338


Eben in einer Mail gelesen: »Entschuldigen Sie bitte, das Formular ist nicht ganz das Richtige.« Tja, dann sollte man vielleicht ein neues entwerfen oder die Sache anders regeln.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.12.2010 um 10.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7295


KulturSPIEGEL, Januar 2011, Heft 1 (Beilage zu DER SPIEGEL, Nr. 52 / 27.12.10), Seite 62, Interview mit Udo Lindenberg:

Sie haben als einer der ersten Rockmusiker auf Deutsch gesungen. Wie kamen Sie darauf?
...
Alle sangen Englisch, ich schrieb auf Deutsch. Ich hatte irgendwann nur Angst, dass mir da jemand zuvorkommt, dass ich nicht der Erste bin als Breitensportler, der dafür sorgt, dass die ganze Nation Kopf steht.
...
Denn Weltstars singen englisch.
...
Ich sah da nie ein Limit und wusste, mit Sprache kann man alles machen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2010 um 23.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7261


Zu #7259: Naja, schon auch ein Ergebnis der Reform, aber mehr noch liegt hier wohl die beschränkte Einsicht zugrunde, daß nur fallfähige Wörter Objekt von Präpositionen sein können, da diese ja "Fälle regieren". Und so kann halt das Korrekturprogramm nicht anders als nach "für" nach einem Substantiv oder Pronomen zu suchen und wahrscheinlich sogar das Adjektiv "hirntot" als falsch abzulehnen. Eine Maschine kann eben nicht zuverlässig korrigieren.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2010 um 12.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7259


Auch ein Ergebnis der Schlechtschreibreform?
Gestern (17.12.) im Tagesspiegel:
"Wie berichtet, war das jetzt für Hirntod erklärte Mädchen Lilly ..."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 16.12.2010 um 10.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7241


Eigentlich ist es im zweiten Beispiel egal, man konnte auch vor der Reform sowohl spanisch als auch die Sprache Spanisch sprechen. Das Problem ist aber die Zwanghaftigkeit, mit der man jetzt meint, adverbial oder prädikativ gebrauchte Sprachadjektive immer groß schreiben zu müssen.

Die neue, unsinnige Substantivierung nach auf ist m. E. verantwortlich sowohl für die vermehrten unnötigen Großschreibungen als auch für Falschschreibungen wie in der Überschrift.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 16.12.2010 um 01.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7240


Das kommt mir Spanisch vor
(Überschrift Mannheimer Morgen, 15.12.10, S. 40)

Mir auch, mir kommt es sogar 'Fehler' vor. Kann an der Stelle ein Substantiv (ohne zumindest ein wie) stehen? Weiter im Text:

"Jetzt kann ich wenigstens noch ab und zu Spanisch sprechen"
Das Verb sprechen ist doch in dieser Bedeutung intransitiv, oder?
Ich denke, einen spanischen Text (etwas Spanisches, Spanisch) zu sprechen ist etwas anderes als spanisch zu sprechen.

Später wird die Sprache gewechselt. Dann unterhält man sich am Tisch auf Deutsch
Worauf, bitte, unterhält man sich?
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 14.12.2010 um 18.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7233


Wikipedia zitiert Carl Schmitt (Jan. 1933):

"Es ist etwas unglaubliches Geschehen."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.12.2010 um 00.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7231


"Wie schnell es von oben nach unten gehen kann, haben Sie vielleicht am letzten Samstag gesehen - als aus Spaß innerhalb von wenigen Minuten ernst wurde, ..."
(Mannheimer Morgen zitiert Thomas Gottschalk, 13.12.2010, Seite 15)

Es kann sehr wohl einmal ernst, aber aus Spaß höchstens Ernst werden.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 06.12.2010 um 14.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7199


"Doch Dank seines Renommees schaffte es Boldt trotzdem, seine Ergebnisse in guten Fachzeitschriften [...]"
(SPIEGEL 48/2010, Seite 38)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 06.12.2010 um 13.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7197


"... und dokumentiert aufs Herrlichste die meist extrovertierten Kostüme des Duos." (KulturSPIEGEL 12/2010, Seite 47; Hervorhebung hinzugefügt)
Das ist sinwidrig, aber nach § 57 (1) korrekt. Allerdings wird dort auf § 58 E1 hingewiesen, wonach auch Kleinschreibung "in Anlehnung an [...] Fügungen" des Superlativs mit am zugelassen ist. Tja!
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 05.12.2010 um 11.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7193


Auf dem Weg zum Weltcup-Auftakt ist den Biathleten das Gepäck mitsamt Klamotten abhanden gekommen. Das Nötigste haben sich die Beiden erschnorrt.

t-online-Startseite heute.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.11.2010 um 15.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7153


Keine falsche Großschreibung, aber unüblich:

Die Musik der IT spielt in Amerika. Und dort heißt es nun mal "Fressen oder Gefressenwerden". (FAZ, 26.11.10, S. 25)

Hier liegt kein besonderer Anlaß für eine Substantivierung vor. Es gibt m.E. den sprichwörtlichen Ausdruck "fressen oder gefressen werden", und nur wenn z.B. "vom Fressen oder Gefressenwerden" die Rede ist, wird substantiviert.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.11.2010 um 16.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7135


Was das neue Luftschiff nicht alles kann: "Jetzt macht jedoch ein neues, englisches Konzept von sich Reden, [...]"! (welt.de, heute)
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2010 um 19.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7118


»Die Angriffe auf die fünf Passanten an drei verschiedenen Tatorten erfolgten innerhalb von nur zehn Minuten. Zuerst gab es drei Opfer, dann ein Viertes und ein Fünftes. Das Vierte Opfer, ein Geschäftsmann, wurde besonders übel zugerichtet.«

(NZZ online, 11. November 2010)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.11.2010 um 23.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7109


An wem die laut welt.online nicht alles das Fleischliche wegfressen: "Häufiger und weit verbreiteter ist die größere, braune Wanderratte. Sie frisst alles, aber am Liebsten Fleisch und Fisch."
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 07.11.2010 um 11.06 Uhr eingetragen.
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Zusätzlich erhalten Sie Freitags das SZ-Magazin und Montags die Beilage New York Times

Abowerbung der Süddeutschen Zeitung
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2010 um 19.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7091


Der Bund für Umwelt und Naturschutz scheint sich nicht sicher zu sein, eine neue Schmetterlingsart entdeckt zu haben: Der Spendenwerbebrief vom August trägt die Überschrift

"Schmetterling Ade?"
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2010 um 19.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7089


"Die Ordination der Rabbinerin Alina Treiger ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass sich die jüdischen Deutschen hier Zuhause fühlen." (welt.de, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 31.10.2010 um 17.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7083


Dämonische Grenze in der spellgecheckten FAZ zu Halloween: "Auch die Grenze zwischen Spaß und ernst ist offen; es wird zumindest ein Flirt mit dem Dämonischen riskiert. Je mehr ihnen dieser Flirt Ernst ist, desto mehr stehen die Neuheiden in der keltischen Samhain-Tradition." (faz.net, heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 31.10.2010 um 09.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7082


Un-Einiges wegen der Braunschweiger Eintracht zu Pronomen und mehr bei der Braunschweiger Zeitung: "Aber wir haben auch Einiges nachzuholen. Letztendlich sind wir aber mit dem Ziel hergekommen, das Spiel zu gewinnen und fahren mit einem guten Gefühl nach Hause." (BZ [newsklick.de, 30.10.])
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 30.10.2010 um 22.21 Uhr eingetragen.
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Lieber Herr Westrich,

Sie haben durchaus recht, daß der "nackte" Infinitiv häufig sowohl als Verb wie als Substantiv aufgefaßt werden kann. So jedenfalls der alte Duden (etwa der Zweifelsfälle-Duden von 1985 unter dem Stichpunkt "substantivierter Infinitiv"). Hier einschlägig ist das Duden-Beispiel ... weil Geben/geben seliger denn Nehmen/nehmen ist.

Tritt zu dem Infinitiv noch etwas hinzu, dann ist der verbale oder substantivische Gebrauch meist eindeutig: das Essen ist das Leben, zu essen ist zu leben, gut essen ist gut leben.

Meistens neige ich in solchen Fällen dazu, nach dem Grundsatz im Zweifel klein zu handeln. Im Falle der ARD-Themenwoche kommt aber noch etwas hinzu, nämlich die Großschreibung am Satzanfang. Die Schreibung Essen ist leben kommt mir ungleichgewichtig und damit unschön vor. Aus ästhetischen Gründen ziehe ich daher die Schreibung Essen ist Leben vor.

Einen Bedeutungsunterschied zwischen beiden Schreibungen kann nicht erkennen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.10.2010 um 12.31 Uhr eingetragen.
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Ein weiterer Grund für nicht unbedingt notwendige Substantivierungen könnte sein, daß allgemein und gerade in Überschriften oft ein sehr substantiv-lastiger Stil gepflegt wird. Heute lese ich z. B. im Mannheimer Morgen (S. 33) die Überschrift:

"Reifenwechseln ist kein Hexenwerk"

Warum "(das) Reifenwechseln" und nicht "(die) Reifen wechseln"?
Es wird eben gern substantiviert, vielleicht weil es knapper, prägnanter wirkt.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2010 um 18.32 Uhr eingetragen.
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Ich glaube, theoretisch kann man sich beides vorstellen, aber wenn ich "E/essen ist L/leben" nur höre, dann würde ich doch eher zu Herrn Westrich tendieren, nämlich "(gut) zu essen bedeutet (gut) zu leben" darunter verstehen.
Meiner Ansicht nach ist die Großschreibung "Essen ist Leben" ähnlich verursacht wie z. B. "Herzlich Willkommen", es sind manchmal Schreibfehler, aber sie folgen der gleichen Tendenz wie in Amerika, was Titel und Überschriften betrifft. In Amerika habe ich zuletzt fast alle Wörter in Überschriften (außer manchmal ganz kurze Wörter wie the, to, a, is, ...) mit großem Anfangsbuchstaben gesehen. So etwas vermute ich auch bei uns. Anscheinend genügt es manchen optisch nicht, in Titeln oder Überschriften nur das erste Wort hervorzuheben.
(zu Amerika: Ich habe nicht vorrangig Zeitungen analysiert, diese Beobachtung bezieht sich zunächst vor allem auf Geschäfte, Schilder, Plakate, Werbung.)
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2010 um 18.14 Uhr eingetragen.
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Lieber Kratzbaum,

meines Erachtens müßte es in Ihrem Beitrag "die Tätigkeiten Essen und Leben" heißen.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2010 um 14.54 Uhr eingetragen.
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Kann mir jemand erklären, warum die ARD bei all Ihren Anzeigen der laufenden Themenwoche so schreibt: "Essen ist Leben"? Nach meinem Sprachgefühl ist in dieser Aussage das Wort leben ein Verb, kein Substantiv, nämlich in dem Sinne, daß man ohne zu essen hungert, also nicht mehr leben wird, es sei denn, man ißt wieder. Das Wort "leben" müßte demnach klein geschrieben werden. Ich fasse deshalb auch das Wort "Essen" in dieser Formel als Verb auf. Es gab ja auch Sendungen zum Thema "hungern" in dieser Woche. Kann die Tatsache, daß es im Deutschen unabhängig von der GKS viele Wörter gibt, die sowohl Substantiv (wenn man den Artikel wegläßt) als auch Verb sein können, die Ursache für die Schreibweise der ARD ist?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2010 um 22.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7068


Mannheimer Morgen, 23.10.2010, Seite 11:

..., außer Vettel landeten alle in den Top fünf.

Der frühere Duden führt nur die Top ten an, was aber wohl wegen R70, fremdsprachige Wortgruppen (substantivisch gebraucht) gilt. Daß man herkömmlich auch die Top fünf schreiben soll, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Ich dächte eher an die top Fünf.

Laut reformiertem Duden soll man die Topten oder die Top Ten schreiben. Wahrscheinlich auch Topfünf oder Top Fünf.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.10.2010 um 23.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#7049


Wer gibt Wikileaks das Recht, George Dabbeljuh ein Recht zu geben, so daß er es manchmal sogar hatte? "Wikileaks-Papiere geben Bush in Teilen Recht [//] Die Wikileaks-Papiere zeigen: Iran schmuggelte Waffen, es gab mehr Kriegsopfer als zugegeben und manchmal hatte George W. Bush Recht." (welt.de, heute)

Zu sagen, so ein Recht ist hier ja gar nicht gemeint, hier gemeint ist das, wo kein "das" oder "ein" davor steht und das nicht durch "es" ersetzt werden kann, heißt nur den Beweis liefern, daß es hier kein Substantiv ist, mit all seinen Konsequenzen.
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Karsten Bolz
Hofheim

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2010 um 15.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6962


Ohne das Theme Bergen vs. Retten überstrapazieren zu wollen nun doch eine Anmerkung am Rande von mir (aktives Mitglied in einer freiwilligen Feuerwehr):

Feuerwehren und Rettungsdienste retten noch lebende Personen. Gegenstände und tote Personen werden geborgen. Der Katastrophenschutz und das THW sehen das anders. In diesen Organisationen wird alles geborgen, egal ob lebendig oder tot.

Aus dieser Sicht ist es wohl nicht richtig, zwischen Bergen und Retten einen fachsprachlichen Unterschied machen zu wollen, denn Katastrophenschutzmitarbeiter und THWler sind schließlich auch keine Amateure.
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2010 um 23.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6959


Gewiß, niemand ist dazu verpflichtet, Wörter nur so zu verwenden, wie sie zufällig in einer Fachsprache gebräuchlich sind. Es ist aber vorteilhaft, in einem einschlägigen Zusammenhang die dort üblichen Wörter korrekt zu verwenden. Es geht dabei nicht um das Vorwissen, das Journalisten bei anderen voraussetzen, sondern um das Vorwissen, das andere von ihnen erwarten dürfen. Denn es ist ja nicht so, daß ihre Texte nur von Leuten gelesen bzw. gehört werden, die selbst nicht Bescheid wissen. Rettungssanitäter oder Feuerwehrleute stolpern bei der fraglichen Nachricht nun einmal über "Bergung", gerade weil sie wissen, daß die Eingeschlossenen noch leben.

Grundsätzlich sollte ein Jounalist, wenn er die Wahl hat, nicht den Ausdruck verwenden, den die meisten Leser auf Anhieb richtig verstehen, sondern den, den alle auf Anhieb richtig verstehen. Tut er das nicht, ist Unkenntnis eine Erklärung, aber keine Entschuldigung.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2010 um 23.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6958


Die Diskussion über bergen und retten erinnert mich an einen Dialog, den ich mit meinem Kegelbruder – Förster und selbstverständlich Jäger – hatte.

Ich hatte mit dem Auto ein junges Reh angefahren und dies im nur einen Kilometer entfernten Forsthaus gemeldet. Meine Schilderung, das Reh habe ein gestreiftes Fell gehabt, aus der Nase geblutet, er möge doch mit seinem Hund mitkommen und sein Gewehr zugleich mitnehmen, ich würde ihm den Ort zeigen, zog unweigerlich folgende Verbesserung meiner laienhaften Ausdrucksweise in seiner Jägersprache nach sich:
"Du hast ein Kitz angefahren, das aus den Nüstern schweißte, auf dem Hinterlauf lahmte, ich nehme den Vorsteher mit und die Bocksflinte, und wir suchen die Schweißspur".
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2010 um 19.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6957


In der Normalsprache wird die von Fachleuten offenbar vorgenommene Unterscheidung zwischen bergen und retten nicht gemacht. Man kann – jedenfalls im Diesseits – keine Toten retten, aber man kann durchaus Verletzte bergen. Das ist gutes und übliches Deutsch. Man kann Menschen retten, ohne sie zu bergen, und bergen, ohne sie zu retten. Nach meinem Empfinden betont das recht allgemeine retten den Aspekt des Vor-dem-Tod-Bewahrens, während bergen, konkreter, das Wegbringen vom Unglücksort bzw. von der Gefahrenstelle beschreibt. Deshalb können Opfer mal lebend und mal »nur noch tot« geborgen werden.

Bleibt die Frage, ob die Redakteure beim Deutschlandfunk gehalten waren, in diesem speziellen Fall die fachsprachliche Differenzierung in ihren Texten zu übernehmen. Ich meine: nein. Denn kein Hörer wird die Mitteilung, daß die Bergung der Kumpel dann und dann beginnen wird, falsch verstanden haben. Man müßte schon über zwei Monate lang keine Nachrichten gehört haben, um nicht zu wissen, daß die Bergleute überlebt haben, gut versorgt werden und nun darauf warten, an die Erdoberfläche zurückgeholt zu werden. Weiter müßte man nur diesen einen Satz, nichts davor und nichts danach, gehört haben, um darüber zu grübeln, ob die Männer nun tot oder lebendig sind. Journalisten sollen nicht zuviel Vorwissen voraussetzen, das lernen sie in ihrer Ausbildung. Sie sollten sich aber auch nicht zwanghaft am Unwahrscheinlichsten orientieren.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2010 um 18.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6956


Ja, es war von Bergung die Rede, und das bis heute, obwohl es zwischendurch auch immer mal Rettung/retten hieß. Ich würde das aber nicht übelnehmen. Vielleicht spricht für Bergung, daß man sich als Lebender sehr geborgen fühlen kann. Nur fachsprachlich (für die Rettungsdienste) mag Bergung hier wohl unzutreffend sein.

Die Zeitverschiebung zu Chile beträgt 5 Stunden, die Endphase der Rettung begann am Dienstag nacht kurz vor 24.00 Uhr Ortszeit, für uns am Mittwoch nacht kurz vor 5 Uhr, da kann man durchaus für beides nacht gelten lassen.

Der Dienstag nacht bezieht sich auf die zwei halben Nächte am Dienstag, so verstehe ich auch Herrn Bärlein, während die Dienstagnacht inhaltlich m.E. etwas ganz anderes bedeutet, nämlich die eine vollständige Nacht, die am Dienstag beginnt und Mittwoch früh endet.

Es kann also nicht sein, wie der Duden behauptet, daß Dienstagnacht die neue Schreibweise für Dienstag nacht sei. Und "der Dienstag Nacht" (laut DLF, falls ich ihm diese interne Schreibweise mal unterstellen darf) existiert eigentlich gar nicht, da die Tageszeiten laut neuer amtlicher Regel nur nach Wörtern wie gestern, heute, morgen usw. groß geschrieben werden sollen. So glaube ich, man kann "am Dienstag nacht" auch nach den neuen Regeln nicht anders schreiben.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2010 um 12.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6955


Tag und Nacht.
Der einfache Klammerzusatz (Ortszeit) hätte es auch getan.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 12.10.2010 um 22.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6954


Und wie war das mit der GKS bei Fremdwörtern?

"Ein No-Go gibt es nicht"

http://fussball.zdf.de/ZDFsport/inhalt/16/0,5676,8118704,00.html
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 12.10.2010 um 18.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6952


Unter Tage macht es zwar keinen großen Unterschied, aber daß die Rettung nach chilenischer Zeit tagsüber stattfindet, sollte eigentlich auch nicht unerwähnt bleiben. Andernfalls müßte man z. B. vom Großen Chinesischen Volkskongreß lesen, der sich mitten in der Nacht versammelte, oder von den New Yorker Börsenhändlern, die jeden Tag erst um 22 Uhr Feierabend haben.
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 11.10.2010 um 23.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6951


Es hätte von Anfang an "in der Nacht auf Mittwoch" heißen müssen, schon um auf der sicheren Seite zu sein, falls die Evakuierung erst nach Mitternacht beginnt. Wenn tatsächlich von "Bergung" die Rede gewesen sein sollte, ist das auch daneben. "Geborgen" werden, jedenfalls in der Fachsprache der Rettungsdienste, die hier wohl einschlägig ist, nicht Überlebende oder Verletzte, sondern nur Leichen. Die Lebenden "rettet" man.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.10.2010 um 21.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6950


Eine interessante Entwicklung gab es heute im Deutschlandfunk.
17.30 Uhr sagte der Nachrichtensprecher, und ich gebe seine Worte hier in herkömmlicher Rechtschreibung wieder, es solle "am Dienstag nacht" mit der Bergung der Grubenarbeiter begonnen werden.

Die schriftliche Vorlage in neuer Rechtschreibung hätte ich doch zu gern gesehen. "am Dienstagnacht" kann es ja wohl nicht gewesen sein. Also "... soll am Dienstag Nacht mit der Bergung ..."? Das ist nicht viel besser, so dachten vielleicht auch die Leute vom DLF, deshalb wurde um 18.00 Uhr umformuliert, "in der kommenden Nacht", was natürlich nicht stimmt, weil heute erst Montag ist.

Später, um 20.00 Uhr, hieß es daher noch mal anders: "in der Nacht auf Mittwoch".
Man windet sich und windet sich, dabei wäre "am Dienstag nacht" doch völlig in Ordnung.
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 11.10.2010 um 18.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6949


Präpositionen machen einem das Leben wirklich sehr schwer (Fettung im Original):

Unter dem Motto »Sichtbarkeit nach Außen« und »Management von Aufmerksamkeit« wollen wir mit unserem ersten Berliner Symposium zum Wissenschaftsmarketing die wichtigsten Elemente gelingenden Wissenschaftsmarketings thematisieren, Impulse geben, Erfahrungen austauschen und erfolgreiche Beispiele kennen lernen.

So die Ankündigung einer Veranstaltung ("unter der Schirmherrschaft von Edelgard Buhlman") auf http://www.tu-servicegmbh.de/symposium2010/.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2010 um 10.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6935


"Es ist fünf nach Zwölf im Ortszentrum"
... ML-Bezirksbeirat Bernhard Pfützer mahnte: "Es ist nicht fünf vor Zwölf, es ist fünf nach Zwölf im Ortszentrum."


(Mannheimer Morgen, 6.10.10, Seite 29)

Oder vielleicht Fünf nach zwölf? Die Wege der reformierten GKS sind unergründlich ...
(Dieses Beispiel ist zwar nicht direkt durch die Reform gedeckt, aber es zeigt wie alle anderen das entstandene Chaos.)
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 02.10.2010 um 02.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6922


wieviel (reformiert: wie viel) im Sinne von »in welchem Grad«/»inwieweit« findet man auch in Sätzen wie diesen:

»Gretchenfrage: Wieviel rechts ist die SPÖ?«
(gruene.at)

»Eine LINKE, die zwar noch Sozialisten und Kommunisten in ihren Reihe (sic!) erduldet, aber sich dennoch breit gefächert als antikommunistisch outet – wie viel links ist sie damit noch?«
(scharf-links.de)
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 02.10.2010 um 00.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6921


Nochmal zu recht/Recht haben:

Unter den Lesermeinungen auf FAZ.NET stoße ich auf einen (ausschließlich in Kleinschreibung verfaßten) Beitrag mit der Überschrift "wieviel recht hat sarazin".

Diese Ausdrucksweise erzeugt bei mir ein gewisses grammatisches Unbehagen, andererseits fällt es mir schwer, sie als völlig "falsch" anzusehen.

Wenn man diese Ausdrucksweise aber durchgehen läßt, wäre hier die Großschreibung "Wieviel Recht hat Sarrazin" nicht tatsächlich angemessen?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.09.2010 um 23.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6910


Auf alle Fälle mit dem Dativ: "Dem geständigen Angeklagten wurde zu Gute gehalten, dass er weiterhin in einer ehelichen Gemeinschaft lebt und seit fast 25 Jahren in einem großen Chemieunternehmen tätig ist." (bild.de, News-Ticker, heute) Die Frage ist nur wovon? Denn gibt's dieses Gut/Gute überhaupt?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.09.2010 um 01.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6905


Aufgrund der Oberfläche ist der Pilz [Krause Glucke] schwer zu reinigen - aber es lohnt sich, denn der Geschmack steht der Morchel in Nichts nach.
(Mannheimer Morgen, 18.9.10, S. 5)

Zuwendungen der Eltern, die um die Ehe ihres Kindes Willen an das Schwiegerkind erfolgen, sind nicht als unbenannte Zuwendung wie ehebezogene Zuwendungen unter Ehegattem, sondern als Schenkungen zu qualifizieren.
(Mannheimer Morgen, 25.9.10, S. 41)

Die Hervorhebungen sind von mir. Bemerkenswert ist nicht nur die Großschreibung, sondern auch der Kasus bei um ... willen und der wechselnde Numerus bei
Zuwendung(en)/Schenkungen.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 26.09.2010 um 18.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6902


Thilo Sarrazin ist nur einer unter Vielen.

(Berliner Zeitung, 24. 9. 2010, S. 28)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2010 um 19.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6867


Zu #6831: Dahinter steckt natürlich die Idee, daß, da Präpositionen Fälle regieren, nur Wortarten mit Fällen (Substantive, Pronomen) Objekte von Präpositionen sein könnten. Wenn also das, was der Präposition folgt, kein Pronomen ist, muß für die Verunsicherten was Großes folgen. Aber Adverbiale können eben auch diese Position einnehmen (von draußen kommen, der Beton für unters Fenster). Jedoch gilt heute als Vorbild offenbar nur: "Das Gestern lügt und nur das Heut ist wahr! [/] Laß dich von jedem Augenblicke treiben [...]".
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Karsten Bolz
Hofheim

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2010 um 16.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6866


Aus einem Brief einer großen Versicherung, die laut Werbung immer hilft:
Daher ist von Gesetzes Wegen die Entschädigung entsprechend der Schwere des Verschuldens zu kürzen.
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Sigmar Salzburg
Mohrkirch

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2010 um 12.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6865


Deutschlehrer Gabriel persönlich in der „Zeit“:

„Sonst müsste jedem überzeugten Demokraten und aufgeklärten Bürger dieses Landes Angst und Bange werden.“
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 08.09.2010 um 17.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6831


Ein sehr beliebter Fall: von + zeitl. Verweis (gestern/heute/morgen)

"Es ist mein Wunsch, dass die Erinnerungen der Fußballer von Gestern auch für die Nachwelt erhalten bleiben, sagt Wedow und verwirklichte seine Idee, die Ausstellung auch als Begegnungsstätte zu nutzen."

(TA/OTZ/TLZ, 28. August 2010)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.09.2010 um 19.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6805


"Die US-Amerikanerin Dalia Fahmy hospitiert für mehrere Monate in der Politikredaktion der WELT-Gruppe", und immerhin schreibt sie: "[...] und die meisten von ihnen sprechen zuhause laut US-Bevölkerungsstatistik spanisch." Sie unterscheidet also zwischen dem Adverbial "spanisch" und dem substantivischen "Spanisch" ("Zugegeben, es gibt Amerikaner, die wirklich Angst haben, dass Spanisch in den USA bald als Sprache dominiert"). (welt.de, 4.9.) — Vgl. auch www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=256#6794: "Bin ich übrigens der einzige, der vermutet, daß bei diesen e-Fassungen eine Menge ausländische Volontäre und Volontärinnen aus vielerlei Gründen zum Machen eingesetzt werden?"
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 01.09.2010 um 01.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6793


Deutsch sprechen, deutsch spielen - deutsch gewinnen

So lautet eine Überschrift auf Seite 32 der FAZ vom 2.7.2010, die mir heute zufällig noch mal unterkam. Schade aber auch, daß das erste Wort immer am Anfang steht. Doch es machte mich neugierig, vielleicht wird man ja im Text noch mal fündig. Und tatsächlich:

Man spricht Deutsch, wenn an diesem Freitag Brasilien und die Niederlande im ersten WM-Viertelfinale einen Fußball-Klassiker versprechen.

Und kurz danach:

Man spricht Deutsch? Man könnte es zumindest. Aber eher noch wird es wohl heißen: Man spielt deutsch.

Es gehört sich anscheinend nicht mehr, beim Sprechen nach dem Wie zu fragen. Man fragt, was oder worauf gesprochen wird: eben Deutsch oder manchmal auch auf Deutsch.
Ich wollte schon mit der Zeitung eine lästige Fliege erschlagen, da fiel mein Blick auf den letzten Satz des Artikels:

Man spricht, spielt - und gewinnt deutsch.

Na also! (Diese Fliege hat noch mal Glück gehabt.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.08.2010 um 11.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6765


Mal abgesehen vom Bindestrich, ich hätte das Alter hier auch (wie Herr Ludwig) als Adjektiv geschrieben. Aber ganz abwegig ist die Großschreibung ja nicht:
Wenn es einen Fußballspieler Demichelis gibt, der 29 ist, dann gibt es auch einen Neunundzwanzigjährigen Demichelis.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 23.08.2010 um 18.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6764


Das wäre denen ohne den unnötigen, aber ihnen vorgeschriebenen Bindestrich nicht passiert: "Dem 29-Jährigen Demichelis soll ein Angebot von Atletico Madrid vorliegen." (welt.de, 23.8.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 21.08.2010 um 11.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6763


"Es jedem Recht zu machen, ist eine Kunst" (welt.de, 20.8.). Sollen Schulkinder davon richtiges Schreiben lernen? Während man über die Schreibung im Titel durchaus etwas nachdenken kann bei dem Thema, um das es hier geht (www.welt.de), ist die Schreibung später einfach Unsinn: "Günther Krause hat ja vollkommen Recht: Welche Regelung hätte man denn nehmen sollen?"
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Jan-Martin Wagner
Kiel

Dieser Beitrag wurde am 18.08.2010 um 16.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6750


"Ich habe die Erläuterung über die erweiterte Verwendung meiner personenbezogenen Daten gelesen und erkläre mich mit Ihr einverstanden."
(Auf einer Registrierungsseite bei Spiegel online)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.08.2010 um 06.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6685


"Kauf dir den Feind, wenn Du nicht siegen kannst", rät ein Kommentar auf welt.de (1.8.10).
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2010 um 18.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6674


zu 105#6666:
Nein, sie lernen es nicht mehr, wollen es wohl auch nicht. Nicht mal an die reformierte Groß- und Kleinschreibung halten sich die Schnellschreiber, oder entspricht das etwa der Hausorthographie von FOCUS?
"Die Trauer der Wenigen mischt sich mit Unverständnis für die Vielen."
Heute in FOCUS Online.
http://tinyurl.com/35c8kn3
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2010 um 17.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6672


Recht beraten durch Anzeigen bei welt.de: "Wir beraten Sie im Deutschen und Amerikanischen Recht" und "Jetzt einen Anwalt Fragen" (welt.de, 31.7.).
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2010 um 12.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6670


Meine Abschläge auf die Gasrechnung zahle ich beim RWE 2-Monatlich.
Die Eingabemaske legt das so fest.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2010 um 19.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6666


Bei der FAZ Orthographie zum Lachen, wenn in Griechenland Steuerhinterzieher nichts zu lachen haben: "Es gibt sogar eine Hotline zum denunzieren." Und später dann: "Doch anders als früher wird der Streik Weniger auf Kosten Vieler keinen Erfolg haben." Dann aber überraschend bewährte Kleinschreibung: "Vor kurzem wurden auch die lange vakanten Führungsposten der reformierten nationalen Statistikbehörde in Athen besetzt" und "[e]ine seit längerem existierende, aber bisher kaum genutzte zentrale Datensammelstelle".
Aber schließlich doch Schludrigkeit, die sich hinter nichts verbirgt: "Demnach konnte der Staat aus Strafgebühren und Nachzahlungen in den ersten sechs Monaten des Jahres 1,83 Milliarden Euro eingenommen, mehr als das doppelte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 (895 Millionen Euro)" und "bis zu Beweis des Gegenteils". (29.7.10)
Die FAZ ist nicht mehr, was sie mal war. Sie war mal eine solide, empfehlenswerte Zeitung.

Inzwischen ist, wie ich jetzt sehe (22:24 MEZ), "denunzieren" doch korrigiert worden. Die anderen Fehler sind aber nach wie vor im Text.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.07.2010 um 22.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6613


Eine Schuld sein: "Eine Studie verschafft Toyota Luft: Viele US-Autofahrer waren selbst Schuld an den tödlichen Unfällen". (*sueddeutsche.de*, 14.7.) Im Artikel selbst: "Eine US-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass viele amerikanische Autofahrer selbst Schuld waren an den zum Teil tödlichen Unfällen."
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 14.07.2010 um 14.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6604


"...aber er wirkt jünger, seiner Selbst bewusst".
WELT KOMPAKT über den Brunner-Prozeß.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.07.2010 um 10.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6587


Ja, einig sein, auch das muß gelernt sein: "Steffen Seibert tritt in große Fußstapfen und muss Einiges neu lernen: Sein Vorgänger Ulrich Wilhelm war das Alter Ego der Bundeskanzlerin." (faz.net, 12.7.) Da gibt's nichts zu lachen, wenn man als Journalist nicht gelernt hat, zwischen Substantiven und Pronomen zu unterscheiden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 08.07.2010 um 18.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6567


Ehrende Großschreibung? Feststehendes Adjektivattribut? Unsicherheit? "Der Deutsch-spanische Krimi auf der Fanmeile" (Welt.de, 8.7.10)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.06.2010 um 19.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6522


Beim Zeitunglesen, MM von heute (Sonntag Aktuell), alles auf Seite 5:

- "Das geht am Besten in Mannheim"
- Mehrere Polizeibeamte mussten die Zwei voneinander trennen.
- Und natürlich hebt sich auch der Vorhang wieder jeweils Sonntagvormittags zu den beliebten Kindervorstellungen ...

- Mit dem neuen roten Spielzeitheft in der Hand tauschte das Schauspielensemble für einen Vormittag lang die Theaterbühne mit dem Marktplatz ...
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 16.06.2010 um 00.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6509


Mannheimer Morgen, 15.6.10:

"Starkes Rauchen und Alkohol trinken steigern die Gefahr weiter." (S. 29)
Na ja, zumindest ein Stilbruch.

"Gigantischer Germanen-Abort etwa Schuld am Sanierungsstau?"
(Überschrift auf S. 16)
"Mit beißenden Satirespott überzog ..." (im dazugehörenden Text)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.06.2010 um 15.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6500


Weiterhin jederart dpa-Bindestrichjährige: "'Dabei lernt man schon, wie man zum Beispiel ohne viel Schlaf auskommt. Das ist von Vorteil', sagte der 28-jährige aus Budberg [...]." ("Die Auslese", sueddeutsche.de/dpa vom 13.6.2010, vgl. #6215)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 08.06.2010 um 22.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6492


Von Vielen lange erbeten, nun endlich realisiert

– Der Standard, Wien, 1. Juni 2010
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.06.2010 um 15.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6477


Der Jedermann, des Jedermann(e)s, die Jedermänner bzw. Jederleute:
"Windanlagen für Jedermann" ("Google Anzeigen" bei Welt.de). Und an Salzburg sollte (jeder)man(n) vielleicht auch denken.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 11.05.2010 um 22.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6389


Auf den Anzeigetafeln für die einzelnen Gleise im Leipziger Hauptbahnhof ist (bei Bedarf) "nicht Einsteigen" zu lesen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.05.2010 um 08.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6379


Präpositionsverführte Partnersuche bei Faz.net: "Das Leben zu Zweit bietet so viele schöne Momente". Was ist ein/eine Zweit? Und welches ist die Pluralform, so es eine hat? Das ist alles schon Eigeninitiative, denn sowas gibt denen doch kein Korrekturprogramm ein! Oder etwa doch?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 08.05.2010 um 11.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6377


Präpositionsverführt (#6338) ist auch der Mannheimer Morgen, 8.5.10, S. 18:

Ilvesheim: Motorsportclub belebt Automobil-Geschicklichkeitswettbewerb für Jedermann wieder
Fahrtraining und Turnier in Einem
... Beim Automobilturnier für Jedermann des Ilvesheimer Motorsportclub kam es nicht nur auf Schnelligkeit ... an.


Ich weiß nicht, ob es in Ilvesheim einen Herrn oder eine Frau Jedermann gibt, einen Ortsteil Einem gibt es jedenfalls nicht. (siehe auch hier)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2010 um 19.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6338


Viele sind ja heute durch die Reform bei der GKS präpositionsverführt, nicht nur *Welt.de*: "Adoptivmutter Bullock in Hollywood eine von Vielen".

(Während ich dies schreibe, höre ich im Hintergrund "The News from Lake Waubegon [Minnesota]" im "Prarie Home Companion": "Good spelling makes a lot look much smarter than they really are."
Ich wünschte jedoch, mehr meiner Studenten und *Die Welt* und andere viele lebten mit wenigstens derartigem falschen Glanz... Ich meine nur, daß man doch noch fragen kann: Wo liegt Vielen denn?)
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2010 um 14.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6307


Sobald man „Leid tun“ als logisch geleitete Schreibung auffaßt und dies mit der „Logik“ der Reform zusammenbringt, daß alles groß geschrieben wird, was substantivisch aufgefaßt werden kan, ist ja zusätzlich nicht nur „Weh tun“ fällig, sondern auch – „Gut tun“.

Bei der Wahl zwischen Unlogik und Einzefallausnahme hat man sich für letzteres entschieden. Als solche ist „Leid tun“ vermutlich nicht weiter aufgefallen, weil dazu die logische (Gegen-)Probe mit „Weh tun“ und „Gut tun“ nötig ist – aber wer kommt schon darauf?
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2010 um 11.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6306


Wie tiefgründig! Immerhin ist die Partei sich in diesem Punkt treu geblieben. Gern erinnern wir uns an Claus-Hinrich Wöllner, der in der Sendung »Der Wähler fragt – Politiker antworten« jede Frage mit dem Satz »Im liberalen Sinne heißt liberal nicht nur liberal« beantwortete. Bekanntlich wurde es Herrn Dr. Ziesemann von der CDU bald zu bunt: »Herr Wöllner, steht Ihnen eigentlich keine andere Äußerung zur Verfügung?« Darauf der FDP-Politiker: »Nein … ehe ich dumme Sachen sage.«
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2010 um 10.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6305


Die FDP begrüßt das delegierte Klatschvieh zu ihrem Bundesparteitag auf einer großen Leinwand mit der beliebten Formel Herzlich Willkommen.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.04.2010 um 05.38 Uhr eingetragen.
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Lieber Herr Riemer,

die Kleinschreibung hunderte war schon vor der RSR recht häufig - z.B. im DWDS-Corpus in ca. 20% der Fälle. Die herkömmliche Duden-Regelung erscheint mir hier etwas rigide.

In den von Ihnen zitierten Fällen scheint mir die Kleinschreibung durchaus plausibel. In tausende Reisende wird tausende genau so behandelt wie einige oder viele. Dagegen wäre in tausende von Reisenden die Großschreibung nach meinem Gefühl naheliegender.

Mal so, mal so zu schreiben ist natürlich nicht schön, aber wohl Ausdruck von Unsicherheit. Wer kennt sich denn überhaupt noch mit der Rechtschreibung aus?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2010 um 09.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6302


Die Wörter hunderte und tausende darf man jetzt auch klein schreiben:

In der Ferne allerdings warteten noch immer tausende Reisende auf ihre Rückkehr. In Hongkong saßen noch Hunderte Deutsche fest. (MM, 23.4.10, S. 16)
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Sigmar Salzburg
Mohrkirch

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2010 um 20.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6296


Vermutlich hat man „Weh tun“ nicht gewagt und deswegen bis 2006 „Leid tun“, aber „wehtun“ vorgeschrieben, damit man die Unlogik nicht so merkt.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2010 um 18.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6294


Zu # 6292:

Immerhin steht in der Mitteilung auf der Website des Bistums Augsburg weh und leid.

Hätte man nach der 96er Logik nicht eigentlich auch Weh tun schreiben müssen?
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Sigmar Salzburg
Mohrkirch

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2010 um 11.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6292


"Es tut mir von Herzen weh und Leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung", sagte Mixa der Erklärung zufolge.
AFP 20.4.2010
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 09.04.2010 um 17.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6238


Interessant, da gibt es also tatsächlich ein Substantiv "der Voraus" als juristischen Begriff (§ 1932), und man sieht auch sehr gut, daß alle hier vorkommenden Stellen von "im Voraus" mit diesem Voraus überhaupt nichts zu tun haben. Das BGB widerspricht sich aufgrund der deformierten Rechtschreibung selbst!
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 09.04.2010 um 17.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6237


Das Culturbüro Herden heißt Sie herzlich Willkommen.

(http://www.cultour-buero-herden.de/)
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 09.04.2010 um 16.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6236


Fundstellen von "Voraus" im Bürgerlichen Gesetzbuch (aus Online-Quellen zitiert, willkürliche/zufällige Auswahl):

§ 276 BGB
Verantwortlichkeit des Schuldners
[...]
(3) Die Haftung wegen Vorsatzes kann dem Schuldner nicht im Voraus erlassen werden.
(http://dejure.org/gesetze/BGB/276.html)

§ 305 BGB
Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen in den Vertrag
[...]
(3) Die Vertragsparteien können für eine bestimmte Art von Rechtsgeschäften die Geltung bestimmter Allgemeiner Geschäftsbedingungen unter Beachtung der in Absatz 2 bezeichneten Erfordernisse im Voraus vereinbaren.
(http://dejure.org/gesetze/BGB/305.html)

§ 547 BGB
Erstattung von im Voraus entrichteter Miete
(1) Ist die Miete für die Zeit nach Beendigung des Mietverhältnisses im Voraus entrichtet worden, so hat der Vermieter sie zurückzuerstatten und ab Empfang zu verzinsen. Hat der Vermieter die Beendigung des Mietverhältnisses nicht zu vertreten, so hat er das Erlangte nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung zurückzuerstatten.
(2) Bei einem Mietverhältnis über Wohnraum ist eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung unwirksam.
(http://dejure.org/gesetze/BGB/547.html)

§ 760 BGB
Vorauszahlung
(1) Die Leibrente ist im Voraus zu entrichten.
(2) Eine Geldrente ist für drei Monate vorauszuzahlen; bei einer anderen Rente bestimmt sich der Zeitabschnitt, für den sie im Voraus zu entrichten ist, nach der Beschaffenheit und dem Zwecke der Rente.
(3) Hat der Gläubiger den Beginn des Zeitabschnitts erlebt, für den die Rente im voraus zu entrichten ist, so gebührt ihm der volle auf den Zeitabschnitt entfallende Betrag.
(http://dejure.org/gesetze/BGB/760.html; durchgehende Kleinschreibung dagegen bei http://lexetius.com/BGB/760)

§ 1612 BGB
Art der Unterhaltsgewährung
(1) Der Unterhalt ist durch Entrichtung einer Geldrente zu gewähren. Der Verpflichtete kann verlangen, dass ihm die Gewährung des Unterhalts in anderer Art gestattet wird, wenn besondere Gründe es rechtfertigen.
(2) Haben Eltern einem unverheirateten Kind Unterhalt zu gewähren, können sie bestimmen, in welcher Art und für welche Zeit im Voraus der Unterhalt gewährt werden soll, sofern auf die Belange des Kindes die gebotene Rücksicht genommen wird. Ist das Kind minderjährig, kann ein Elternteil, dem die Sorge für die Person des Kindes nicht zusteht, eine Bestimmung nur für die Zeit treffen, in der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen ist.
(3) Eine Geldrente ist monatlich im Voraus zu zahlen. Der Verpflichtete schuldet den vollen Monatsbetrag auch dann, wenn der Berechtigte im Laufe des Monats stirbt.
(http://dejure.org/gesetze/BGB/1612.html; leicht abweichend bei http://lexetius.com/BGB/1612)

§ 1932 BGB
Voraus des Ehegatten
(1) Ist der überlebende Ehegatte neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Großeltern gesetzlicher Erbe, so gebühren ihm außer dem Erbteil die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nicht Zubehör eines Grundstücks sind, und die Hochzeitsgeschenke als Voraus. Ist der überlebende Ehegatte neben Verwandten der ersten Ordnung gesetzlicher Erbe, so gebühren ihm diese Gegenstände, soweit er sie zur Führung eines angemessenen Haushalts benötigt.
(2) Auf den Voraus sind die für Vermächtnisse geltenden Vorschriften anzuwenden.
(http://dejure.org/gesetze/BGB/1932.html)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.04.2010 um 00.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6215


Bei der dpa weiterhin Durcheinander mit den Bindestrichjährigen: "Der 24-Jährige Angestellte blieb unverletzt." (welt.de, Newsticker, 5.4., 11:18 Uhr) / "Die Beamten trafen die 38-jährige in der Nähe des Unfallorts an und ermittelten einen außerordentlich hohen Atemalkoholgehalt von 4,38 Promille." (welt.de, Newsticker, 5.4., 11:22 Uhr)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.03.2010 um 11.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6192


Lieber Herr Achenbach,
das mag sein, aber meine Frage war schlecht gestellt. Was ich eigentlich meinte, war, ob wir angesichts dessen, daß es doch sehr häufige Regelverstöße bei das/daß/dass gibt, und weil wir ja nicht dogmatisch und schulmeisterlich "Falsch, basta!" sagen wollen, überhaupt eine das/daß-Unterscheidung brauchen. Inwieweit brauchen wir überhaupt Grammatikregeln, wenn wir dann doch wieder so kulant gegenüber allen Regelverstößen sind?

Sie selbst fragen ja auch in #6181: "Warum brauchen wir eine 'akzeptable Begründung' dafür, ... Reicht es nicht aus, daß anscheinend eine nicht unbeachtliche Zahl von Deutschen es so schreibt?"

Eigentlich könnte z.B. der Duden seinen Band 4 (Grammatik) einstampfen und statt dessen einen Band "Statistik" herausbringen ...

Na ja, ich formuliere das etwas provokativ, weil ich eben letztlich doch denke, daß man sich beim Schreiben und Sprechen schon an gewisse Grammatikregeln halten muß. Ich habe das Gefühl, daß hier oft mit zweierlei Maß gemessen wird. Manchmal heißt es, etwas sei ja völlig unmöglich und ungrammatisch, also doch falsch, dann wieder, man darf nicht dogmatisch (nicht "sicksch") sein, soll nicht orthographische Fragen auf grammatische zurückführen. Klar, man kann sich nicht über weitverbreitete Sprachgewohnheiten einfach hinwegsetzen, möchte ich auch nicht, aber man kann doch auch nicht jeden Fehler als Sprachgewohnheit entschuldigen. Oft genug kommt es vor, daß es für manche Abweichungen nur eine Handvoll Belege gibt, die dann als Begründung reichen. Sind Menschen wie Fr. Schiller oder Th. Mann wirklich über jeden Schreibfehler erhaben? Wenn ich das endlich mal verstehen würde, wäre ich wirklich froh.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 29.03.2010 um 05.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6191


Lieber Herr Riemer,

Zu Ihrer Frage: Können wir dann nicht auch gleich aufhören, z.B. die das/dass-Regelverstöße zu dokumentieren?

Ich meine: ja.

Was erreichen wir denn damit? Anekdotische Berichte über das/daß-Fehler beweisen ohne sorgfältige statistische Aufbereitung überhaupt nichts. Selbst wenn wir eine zuverlässige Statistik darüber besäßen, so nützte das nichts, da es keine Vergleichsstatistiken aus der Zeit vor 1996 gibt. Jedenfalls sind mir keine bekannt. Selbst wenn wir solche Vergleichsstatistiken hätten, könnten wir damit nicht beweisen, daß eine Zunahme der Fehler in diesem Bereich im Zeitalter des Internet auf die Rechtschreibreform zurückzuführen ist.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2010 um 11.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6184


Lieber Herr Achenbach,
das klingt alles sehr überzeugend, ich denke, ich kann mich tatsächlich mit Ihrem Standpunkt anfreunden.

Es ergibt sich dann aber wieder mal die Frage, wo die Grenze zu ziehen ist, wie weit gelten Regeln überhaupt, ab wann werden Fehler zu erlaubten Gewohnheiten?
Können wir dann nicht auch gleich aufhören, z.B. die das/dass-Regelverstöße zu dokumentieren? Ich glaube, es gibt viel mehr Belege für die Konjunktion das und das Relativpronomen dass/daß als für manch andere umstrittene Gewohnheit (Zeit seines Lebens, diesen Jahres, ...).
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2010 um 10.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6181


Lieber Herr Riemer,

die einzige schlagende Begründung für diesen Jahres ist, daß sehr viele Deutsche es so sagen und so schreiben. Daß das eine Analogiebildung zu nächsten Jahres sei, ist dafür eine mögliche Erklärung, aber keine Begründung.

Dogmatismus und Schulmeisterei bestehen darin, sich über diese Sprachgewohnheit vieler Deutscher einfach hinwegzusetzen und sie für "falsch" zu erklären.

Grammatik ist nichts anderes als die Beschreibung der überwiegenden Sprachgewohnheit einer Sprachgemeinschaft, genauso wie Orthographie die Beschreibung der Schreibgewohnheit ist. Eine vermeintliche grammatische Regel gegen die Sprachgewohnheit eines zumindest großen Teils der Sprachgemeinschaft auszuspielen, das eben ist Dogmatismus.

Warum brauchen wir eine "akzeptable Begründung" dafür, Zeit seines Lebens zu schreiben? Reicht es nicht aus, daß anscheinend eine nicht unbeachtliche Zahl von Deutschen es so schreibt? Brauchen wir eine "akzeptable Begründung" dafür, es ist Zeit zu schreiben? Ist es über jeden Zweifel erhaben, daß Zeit in dieser Wendung ein Substantiv ist?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2010 um 04.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6180


Um diesen Jahres gegen Dogmatismus und Schulmeisterei zu verteidigen, ist allerdings eine gute Begründung notwendig, und die lautet wohl, wie ich hier schon gelernt habe, daß es eine Analogbildung zu nächsten Jahres usw. ist.

Wir benötigen also eine ähnlich akzeptable Begründung, warum z.B. in dem Satz "Ich lerne zeit/Zeit meines Lebens" ein Substantiv Zeit stehen kann. Ehrlich gesagt, damit tu ich mich schwer, denn dieses Zeit hat ja etwa gleiche Bedeutung wie während.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 28.03.2010 um 01.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6179


Lieber Herr Riemer,

merkwürdigerweise ist es mir genau andersherum gegangen. Ich stolperte kürzlich über die Kleinschreibung zeit seines Lebens, und meiner erster Gedanke war, daß es sich um eine Reformschreibung handeln müsse. Ein Blick in meinen alten Duden belehrte mich aber schnell eines anderen.

Offenbar empfinde ich zeit/Zeit auch in dieser Wendung immer noch als Substantiv - wie wohl viele andere, wie die vielen "Fehler" ja zeigen. Vielleicht ist es aber auch so, daß ich das Wort gar nicht als Vertreter einer bestimmten Wortart empfinde, sondern daß mir nur das viel häufigere Schriftbild Zeit so gewohnt ist, daß ich zeit als ungewöhnlich empfinde.

Hier scheint mir übrigens der Dudenbegriff des "verblaßten Substantivs" einmal einigermaßen treffend zu sein. Bei diesen "verblaßten Substantiven" handelt es sich ja so gut wie immer um Schwankungsfälle. Ein ganz und gar "verblaßtes" Substantiv, daß kein Mensch mehr als Substantiv erkennt/empfindet, wäre eben kein Substantiv mehr. Daß es irgendwann einmal eines war, wäre dann nur noch von etymologischem Interesse. Deshalb ist eine Regel "verblaßte Substantive schreibt man klein" für die Schreibpraxis so wertlos.

Sie scheinen wiederum nicht von der Grammatik auf die Rechtschreibung, sondern umgekehrt von der Rechtschreibung auf die Grammatik geschlossen zu haben. Sie haben sich zuerst an der Kleinschreibung gestoßen, die Ihnen in dieser Wendung wohl vertrauter ist als mir. Daraus haben Sie geschlossen, daß es sich nicht um ein Substantiv handeln könne. Dann bleibt tatsächlich kaum anderes als die Einordnung als Präposition übrig. Oder war es vielleicht der fehlende Artikel, der Sie irritiert hat?

Die Schreibung das nahe Liegendste stört mich genauso wie Sie. Aber liegt das an der Grammatik oder vielleicht eher an der Semantik? Etwas liegt oder liegt nicht, aber es kann schlecht liegender sein als etwas anderes, oder gar am liegendsten. Manche mögen auch das Naheliegendste für nicht wirklich "korrekt" halten: es müsse besser das am nächsten Liegende heißen. Diese Schreibung stört wiederum mein grammatisches/semantisches Empfinden. Selbst wenn es ein Substantiv das Liegende gäbe, wie kann man es mit einer Verbergänzung verbinden? Beide Wendungen empfinde ich eher als Ellipsen, und ich würde lieber das naheliegendste und das am nächsten liegende schreiben.

Am meisten stört mich aber an derartigen grammatischen Argumenten (nicht nur bei der Rechtschreibung), daß sie leicht zu Dogmatismus und Schulmeisterei führen. Etwa im Dudenschen oder Sickschen Stil: weil man "dieses Mannes" sagt, muß man auch "dieses Jahres" sagen, und wer "diesen Jahres" sagt, der spricht eben "falsches Deutsch". Basta!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2010 um 14.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6178


Lieber Herr Achenbach,

ich fand Ihre beiden Einwände sehr interessant, sowohl den, daß die Präp. zeit auch schon vor der "Reform" oft fälschlich groß geschrieben wurde, als auch den, daß es mit zeit nur (wenn auch mit kleinen Abwandlungen) diese eine feste Wendung (immer mit Poss.-Pronomen) gibt und deshalb die Wortart fraglich sein könnte. Werde ich mir sicher beides merken.

Nur, ich denke, ziemlich typisch für die Reform ist das Großschreiben aller möglichen Nichtsubstantive schon, und wer früher bei zeit noch überlegt hätte, der schreibt es jetzt vielleicht reformbedingt noch eher groß.
Und zur Präposition – auch wenn es ein ziemlich isolierter Fall ist, aber was, wenn keine Präp. mit Genitiv, sollte zeit sonst sein? Wenn ich alle Wortarten durchgehe, kommt m.E. nur die eine in Frage. Und jedes Wort, auch in festen Wendungen, gehört doch zweifellos irgendeiner einer Wortart an, oder nicht?

Als ich das falsch geschriebene Wort las, war mir allerdings nicht sofort bewußt, daß es eine Präp. war, ich wußte nur sofort, daß die Großschreibung falsch sein mußte.

Was ich aber nicht ganz verstehe, es ist mir schon klar, daß man mit Grammatik nicht die ganze Orthographie "beweisen" kann. Aber einige Schreibweisen, besonders aus den Bereichen GKS und GZS, haben schon sehr wesentlich mit Grammatik zu tun. Woher sollte sonst der Ausdruck kommen, eine bestimmte Schreibweise (z.B. das nahe Liegendste) sei "ungrammatisch"?

In dem gen. Konsularvertrag fallen mir besonders diese zwei Stellen auf:
"... des Landes, dem der Erblasser zurzeit seines Todes angehörte."
"... des Staates, dem der Erblasser zur Zeit der Errichtung angehörte."
Hier kann man tatsächlich beliebig ein Substantiv Zeit oder eine Präposition zurzeit verwenden, beide verletzen nicht die grammatischen Regeln. Ähnlich sind infolge, aufgrund.

Dagegen ist "Zeit seines Lebens" als Adverbial m.E. aus grammatischen Gründen unmöglich (genauso "ungrammatisch" wie das obige Beispiel), daher bleibt nur die Möglichkeit einer Präposition, und die schreibt man nun mal alle klein. Ähnlich sind die Präp. trotz, kraft.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2010 um 03.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6177


Lieber Herr Herter,

ich zweifle genausowenig an der "Existenz" einer Präposition zeit, wie ich an der "Existenz" einer Präposition zurzeit zweifle.

Zur Proposition zeit geben Ihnen ja die Wörterbücher recht: Duden, Wahrig, Ickler verzeichnen eine solche Präposition. Dagegen scheinen die Wörterbücher die Präposition zurzeit nicht zu kennen. Eine Ausnahme ist allenfalls der Ickler, der die Schreibung zurzeit aufführt, ohne sich allerdings zur Wortart zu äußern. Dabei ist es ein leichtes, ad hoc ein paar Beispiele für den präpositionalen Gebrauch von zurzeit zusammenzutragen (z.B. im Deutsch-Türkischen Konsularvertrag von 1930).

Ich zweifle nur, ob es zweckmäßig ist, wegen der stehenden Redewendung "zeit/Zeit seines Lebens" und seltenerer Analogiebildungen eine Präpostion zeit zu postulieren. Aber darüber kann man natürlich denken, wie man will. Das hängt davon ab, wo man die Grenzen zwischen Grammatik, Idiomatik und Orthographie ziehen will. Das ist vergleichbar mit der Frage, ob man eine grammatische Kategorie "Absentiv" für zweckmäßig hält oder nicht.

Vor allem zweifle ich aber, ob man orthographische Fragen auf grammatische zurückführen soll. Ich glaubte, bei Herrn Riemer ein solches Argument zu spüren, etwa nach der Art: da zeit (in dieser Redewendung) eine Präposition ist, schreibt man es selbstverständlich klein. Darum ging es mir in erster Linie in meinem Beitrag.
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 25.03.2010 um 02.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6161


Im folgenden ein paar ad hoc zusammengetragene Beispiele mit der Präposition zeit:

– Er (Alting) war zeit seines Aufenthalts in Emden Vorsitzender des Coetus.
– A. galt zeit seines Verweilens in der Formel 1 als riesiges Talent.
– W. wurde zeit seiner langen Karriere immer wieder scharf kritisiert.
– ... während seiner Gymnasialzeit und zeit seines Studiums ...
– Nietzsche hat zeit seines Denkens Vorblicke und Rückblicke vollzogen.
– Elea war zeit seiner Geschichte geistiges Zentrum der italienischen Magna Graecia.
– Der König setzt sich zeit seiner langen Regentschaft für die Ärmsten der Armen ein.

Hand aufs Herz, lieber Herr Achenbach, zweifeln Sie immer noch an der Existenz des Verhältniswörtchens zeit?
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.03.2010 um 23.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6159


Lieber Herr Riemer,

die Großschreibung "Zeit seines/ihres Lebens" war auch schon vor der "Reform" ein recht häufiger "Fehler".

Im DWDS-Korpus finde ich mindestens 29 Beispiele für die Großschreibung "Zeit seines Lebens" und insgesamt 75 Fundstellen für die Kleinschreibung. Für "Zeit ihres Lebens" gibt es 10 Belege ggü. 17 Belegen für die Kleinschreibung.

Ich halte es auch für zweifelhaft, ob man aus dieser einen erstarrten Redewendung die Existenz einer Präposition "zeit" ableiten kann.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 24.03.2010 um 22.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6158


"Dr. Hope ... kämpfte Zeit ihres Lebens ..."
(Abspann des Films "Dr. Hope: Eine Frau gibt nicht auf", lief gerade im ZDF)

Da kann man sehen, was die "Reform" angerichtet hat. Die Präp. zeit wurde weder davor noch jemals danach groß geschrieben. Aber was wie ein Substantiv aussieht ...
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 01.03.2010 um 20.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#6101


Na, es geht sogar im *Bild*-Newsticker (und das ist doch ziemlich wörtlich dpa, oder?) auch ohne übertriebene Großschreibung: "Die hundertprozentige Tochter der Essener Valovis Bank [...] wird sich nach den Angaben auf die Geschäftsfelder Kreditkarten, Liquiditätssicherung im Handel und Absatzfinanzierung konzentrieren. Bei letzterem bietet die Bank dem Handel Finanzierungsmöglichkeiten für die Kreditkäufe der Endkunden an." (01. März 2010, 13:36)
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Dieser Beitrag wurde am 21.02.2010 um 22.56 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.02.2010 um 10.55 Uhr

and the like = und ähnlich [Abk.: u.Ä.]

Ich frage mich, wie eigentlich ein solcher Eintrag bei LEO zustande kommt (siehe hier). Und woher stammen eigentlich die vielen ungebeugten ähnlich (siehe letzter Beitrag)? Gerade nach und ist ähnlich doch fehl am Platz. Der Duden führt und ähnlich gar nicht auf.

Ich könnte mir folgendes vorstellen. Zuerst stand in LEO eine dieser Möglichkeiten:
und ähnliches [Abk.: u.ä.]
und ähnliche [Abk.: u.ä.]
und ähnliches, und ähnliche [Abk.: u.ä.]

Sodann fiel einem Mitarbeiter auf, daß die Rechtschreibreform [Abk.: u.Ä.] erfordert hätte. Mit guten Gründen wollte er aber das große Ä vermeiden und änderte stattdessen den Eintrag so:
und ähnlich [Abk.: u.ä.]

Später kam ein anderer Bearbeiter des Weges und wollte der Reform zum Durchbruch verhelfen. Der Eintrag lautete dann:
und ähnlich [Abk.: u.Ä.]
... wobei ihm nicht auffiel, daß ähnlich und Ä nicht zusammenpassen.

Dem Rest der Gemeinde fällt es seither ebenfalls nicht auf, oder man sagt sich, daß unter Reformbedingungen sowieso kein guter Eintrag mehr möglich ist. Vielleicht gab es Diskussionen ums Ä? Wir wissen es nicht. Jedenfalls stehen solche Eiertänze seit der Reform immer irgendwo auf der Tagesordnung.


Der Eiertanz des Duden bei o. ä. sieht wie folgt aus.

1. Duden 1991 (vor der Reform):

o. ä. = oder ähnliche[s]
oder (Abk. od.); oder ähnliche[s] (Abk. o. ä.)
ähnlich ... und ähnliche[s] (Abk. u. ä.)

→ Alles ganz normal. Unter dem Stichwort ähnlich taucht der oder-Fall mangels Bedarf nicht auf.


2. Duden 1996 (erster Reformduden):

o. Ä. = oder Ähnliche[s] (vgl. ähnlich)
oder (Abk. od.); vgl. ähnlich
ähnlich ... oder Ähnliche[s] (Abk. o. Ä.) ... und Ähnliche[s] (Abk. u. Ä.)

→ Beim Stichwort oder beginnt man das große Ä bereits zu meiden und lagert den Fall in den unübersichtlichen Eintrag ähnlich aus. Der Nutzer bekommt beim Stichwort oder einen Verweis serviert.


3. Duden 2000 (man beachte die nächste Zeile):

o. ä. = oder ähnlich
o. Ä. [alte Schreibung o. ä.] = oder Ähnliche[s] (vgl. ähnlich)
oder (Abk. od.); vgl. ähnlich
ähnlich (das Stichwort bekommt plötzlich einen eigenen Kasten!)
– oder Ähnliche[s] (Abk. o. Ä.) [alte Schreibungen oder ähnliche(s); o. ä.]; Hüte, Mützen o. Ä. [alte Schreibung o. ä.] (aber Hüte, Mützen o. ä. Kopfbedeckungen)

→ Im zweiten Reformduden ist die Redaktion darauf gekommen, der Schreibung o. ä. einen Ausweg zu basteln. Schamlos wirft der Duden mit dem Kommentar alte Schreibung(en) um sich, im Kasten zu ähnlich gleich sechsmal. Aus dem Kasten geht hervor, daß o. ä. nur scheinbar rehabilitiert wird, weil es dabei um die attributive Verwendung geht (... o. ä. Kopfbedeckungen) im Gegensatz zur pronominalen Verwendung (ohne nachfolgendes Substantiv). Das versteht der Nutzer bei dem neuen Eintrag o. ä. natürlich nicht; er bekommt dort auch keinen Verweis auf den Kasten ähnlich.


4. Duden 2004:

Die Änderungen bestehen darin, daß der Duden nicht mehr auf die „alten Schreibungen“ hinweist. Die ausdrückliche Diskriminierung wird durch stillschweigendes Weglassen ersetzt.


5. Duden 2006:

Keine Änderungen. Immerhin kann man nach wie vor am Rotdruck erkennen, daß die Großschreibung auf die Reform zurückgeht.


6. Duden 2009:

Der Rotdruck ist verschwunden. Der Duden versucht das Bild zu vermitteln, daß es sich um ganz normale, einvernehmliche Schreibungen handle.


Merkwürdig ist, daß seit 2000 zwar wieder ein o. ä. im Duden steht, aber kein u. ä. – obwohl es doch auch Mützen und ähnliche Kopfbedeckungen gibt. Der Kasten bei ähnlich führt jedoch nur Mützen oder ähnliche Kopfbedeckungen vor. Aus der attributiven Verwendung erklärt sich übrigens, warum die Rechtschreibprüfung von Word bei o. ä. und u. ä. nicht meckert und fast niemand die Großschreibung hervorbringt.

Die Redaktion scheint ihrem halbherzigen Versuch bei o. ä. selbst nicht zu trauen. Oder vielleicht kommuniziert der Bearbeiter des Buchstabens U zu wenig mit den Kollegen, die für die Buchstaben A und O zuständig sind. Jedenfalls hat das ähnlich aus dem Duden-Eintrag o. ä. bei LEO eine erstaunliche Karriere gemacht.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 21.02.2010 um 00.11 Uhr eingetragen.
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Es scheint sich um ein Wortspiel zu handeln. Man findet auch »Miffo – Frisch getraut ist halb geschieden«.
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 20.02.2010 um 22.39 Uhr eingetragen.
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"Da Braut sich was zusammen"

heißt der schwedische Spielfilm "Miffo" in deutscher Fassung – jedenfalls laut der Schweizer Programmzeitschrift TV4. (Zu sehen heute abend im WDR.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2010 um 17.45 Uhr eingetragen.
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Womit begründen die denn diese (wohl vom Englischen beeinflußten) Großschreibungen?
"'Hart aber Fair': Das Duell der Steuer-Moralisten bei Plasberg"
"'Frauen ganz Links': Ypsilanti und Wagenknecht im sanften Duell" (Welt.de, 4.2.)
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2010 um 14.44 Uhr eingetragen.
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Im "Baslerstab" (02.02.) erinnert sich ein Bekannter Jean Tinguelys, wie dieser einmal Stelzen für eine Clique von Freunden gebaut habe. "Mit einer grossen Fussplatte samt Feder. Wir konnten sogar Abrollen."

(Was mit können nicht geht, klappt dafür mit kennen. So in dem alten – immer noch hübschen – Hut vom Gastgeber, der seine Tischnachbarin fragt: "Kennen Sie Ibsen?" "Nein", gesteht die junge Dame errötend, "aber Sie können's mir ja zeigen.")
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2010 um 13.23 Uhr eingetragen.
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Zwei Wörter, zwei Rechtschreibfehler:

„Nein Danke!“

(Auf dem vom BUND stammenden Aufkleber für den Briefkasten, mit dem man ausdrückt, daß man keine Werbung erhalten möchte.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 03.02.2010 um 02.30 Uhr eingetragen.
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Bei diesem Filmtitel fällt mir immer das Luxemburgzitat von den Andersdenkenden ein. Wenn man diese Andersdenkenden, genau um die geht es ja auch in dem Film, ausnahmsweise als die Anderen bezeichnet, zumal es um einen Titel geht, wo es also mehr auf Schlagworte ankommt, dann denke ich, daß das in diesem Fall irgendwie akzeptabel ist. Der Film hätte m.E. auch vor der "Reform" schon so heißen können. In einem fließenden Text würde ich das natürlich normalerweise (im üblichen Kontext) auch klein schreiben.
Vor dem Hintergrund der "Rechtschreibreform", die gerade bei solchen Ausdrücken wie die anderen für viel Durcheinander gesorgt hat, fällt dieser Titel eben besonders auf und scheint dadurch leider die "Reform" zu unterstützen. Ich würde das aber den Filmproduzenten nicht zur Last legen.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 02.02.2010 um 10.19 Uhr eingetragen.
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Das war mir auch schon aufgefallen; fast kommt es mir vor, als könnte diese Falschschreibung auf die Dauer eine ähnliche Vorbildwirkung entfalten wie Das Leben der *Anderen.
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Sigmar Salzburg
Mohrkirch

Dieser Beitrag wurde am 02.02.2010 um 07.27 Uhr eingetragen.
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Allein für die letzten fünf Tage findet Google News „Nah und Fern“ in unterschiedlichen Texten bei folgenden Presseauftritten:

Vlothoer Anzeiger, Main-Netz, Derwesten.de (2) , Schwarzwaelder-bote (3), nh24.de, Südwest Presse, Nürnberger Nachrichten, Sonntagsblatt, Borkener Zeitung, Westfälische Nachrichten, Osthessen News, Usedom Kurier, Gießener Anzeiger, suedkurier.de (3), donaukurier.de (2), Kieler Nachrichten.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2010 um 18.25 Uhr eingetragen.
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„Chorklänge aus Nah und Fern“

(Titel eines Konzerts aus der Reihe "Happy Birthday Händel", das in Halle [Saale] und in Trier stattfinden wird; siehe http://www.happy-birthday-handel.de/index.php?id=62,0,0,1,0,0, http://www.halle.de/index.asp?MenuID=887&NewsID=19797, http://www.veranstaltungskalender.halle.de/detail.asp?id_EVENT=37617, http://www.kulturfalter.de/index.php?id=584&m=2009-06, http://www.messiah-in-trier.de/index.php?Programm)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 22.01.2010 um 21.30 Uhr eingetragen.
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». . . die in den beiden Partien zuvor prägenden Fehler en Masse blieben aus.« (faz.net/dpa)
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 20.01.2010 um 21.01 Uhr eingetragen.
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Hauptsache getrennt und groß: Heute im Schwäbischen Tagblatt: "die ausschließlich dem dortigen Gastronomiebetriebe zu Gute kommt."
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 18.01.2010 um 21.51 Uhr eingetragen.
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Das Einige(s)(?)

Unter dem Stichwort Bodenreform musste er nach 1945 Einiges abgeben;

SZ über Finck. Wirkt irgendwie skurril.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 17.01.2010 um 17.41 Uhr eingetragen.
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"Zum Einen hofft Mattes, ab Anfang 2011 in Deutschland mit dem neuen Focus die Dauerrivalen VW Golf und Opel Astra ernsthaft zu attackieren. Und zum Anderen ist der neue Star eigentlich ein Auto aus Deutschland (...)"

Spiegel online, 13.01.10
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.12.2009 um 16.57 Uhr eingetragen.
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In der *FAZ* der/die/das Zweit:
"Glücklich zu Zweit [...] Finden Sie jetzt den passenden Partner für eine glückliche Beziehung."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2009 um 22.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5748


"Er hatte Recht -, um den Preis seines Amtes." (S. 70)
"... und damit hatte er recht ..." (S. 89)

"... uns immer von Neuem um ein Verständnis ... zu bemühen ..." (S. 88)
"... erfüllt uns immer von neuem mit Freude und Dank." (S. 193)

"Ein Mecklenburger schrieb mir: ... Ein Anderer schilderte ..." (S.130)
"Das andere ist die Suche der Tüchtigen nach ..." (S. 189)

"Eine Mahnung tut uns immer Not: ..." (S.128)

(R. v. Weizsäcker, Der Weg zur Einheit, C. H. Beck, München 2009)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2009 um 15.47 Uhr eingetragen.
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Der Titel weiß nicht, wie der Artikel tut: "Gericht gibt Gewaltverbrecher recht [/...] Mit diesem Urteil gab das Straßburger Gericht am Donnerstag einem mehrfach verurteilten Verbrecher Recht." (Bild.de, News-Ticker, 17.12.09)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 10.12.2009 um 22.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5723


Lehmann pinkelt gegen die Regeln, und die *Bild*-Leute wissen nichts von Adverbien: "Und Zweitens: In Regel 12 der Uefa heißt im Abschnitt über „Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen“ folgendes: „Ein Spieler erhält eine Gelbe Karte und wird verwarnt, wenn er das Spielfeld absichtlich, ohne Erlaubnis des Schiedsrichters verlässt.“" Aber "folgendes" schreiben die hier klein, wie's ganz gut ist, wenn auch alles vor dem Zitat sowieso verkorkst ist. Die lesen halt auch ihre Sachen nicht zweimal.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.12.2009 um 17.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5707


GKS, GZS — wen kümmert's? Die dpa ist da vorbildlich: "Koblenz (dpa) - [...] Hansa-Rostock verlor Zuhause gegen den 1. FC-Kaiserslautern 0:1." (05.12.2009)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 03.12.2009 um 15.28 Uhr eingetragen.
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Mal sehen, wie die jetzt mal so und mal so "Mal" schreiben: "London (dpa) - [...] Die Hitsammlung «I Dreamed A Dream» verkaufte sich, laut Sony Music, in der ersten Woche mehr als drei Millionen mal." (welt.de [Newsticker], 3.12.09)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 23.11.2009 um 07.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5641


Mannheimer Morgen, 23.11.09, S. 2 (Hervorhebungen von mir):

"Welch ein Unterschied. Der Außenminister bemüht sich, keine Fehler zu machen, der Verteidigungsminister definiert Ziele und Perspektiven deutscher Außen- und Sicherheitspolitik. Der eine tritt höflich und bescheiden auf, der andere hingegen offenbart selbstbewusst seine konzeptionellen Vorstellungen und bestimmt damit die Politik der Bundesrepublik. Der Erste kam aus Kalkül in sein Amt, der Zweite aus Leidenschaft."

Und welch ein Widerspruch!
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rr bth
Bayreuth

Dieser Beitrag wurde am 23.11.2009 um 05.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5640


So deutlich wie das Ergebnis war der Spielverlauf allerdings mit Nichten.

Mit Neffen wäre das Spiel wahrscheinlich anders ausgegangen, meinen die
Nordbayerischen Nachrichten
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 19.11.2009 um 20.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5628


Stefan Stirnemann hat mir folgenden Fund übermittelt:

"Am Beeindruckendsten ist ohne Zweifel Ulrich Bremis Fähigkeit zum Zuhören."

(Aus: Die Verkörperung des Milizsystems, Ulrich Bremi zum 80. Geburtstag; NZZ, Freitag, 6. November 2009, S. 14)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 19.11.2009 um 16.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5626


*Bild* schreibt, wie Kinder in der Schule schreiben:
+++ Krisenticker +++
Weihnachts-
Bäume werden
teurer
(bild.de, 19.11.)
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 14.11.2009 um 08.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5603


Bildschirmfüllende Ankündigung bei 3sat:

"Um der Trophäe Willen"

(Bericht über die korrupte südafrikanische Nationalparkverwaltung, 7.11.09, 18.30 h)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.11.2009 um 15.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5596


Danke, Herr Bärlein. Na ja, an diesen wahrscheinlichen Fall hatte ich auch gedacht und gemeint, daß gerade dann das Komma entbehrlich sei. Aber es ist wohl nicht so eindeutig, ich denke, Sie haben recht, man kann es auch setzen.

Eigentlich steht das ganze ja auch unter GKS, und ich habe das Komma nur erwähnt, weil der Unsinn mit dem groß geschriebenen Adjektiv durch ein unmittelbar davorstehendes Adverb wegen der Zweideutigkeit noch deutlicher würde als mit dem Komma. Fast scheint es mir, daß der Neuschrieb, das große Adjektiv, hier aus dem Kann-Komma ein Muß-Komma gemacht hat.
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 11.11.2009 um 14.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5595


Das Komma muß nicht in jedem Fall überflüssig sein, z.B. dann nicht, wenn vorher von einem Studenten die Rede war, der ähnlich abenteuerlich kocht und darüber auf spanisch berichtet hat. Vielleicht wollte der Verfasser auch nur klarstellen, daß das wörtliche Zitat eben kein wörtliches Zitat ist, sondern auf deutsch das wiedergibt, was Tarquin auf englisch gesagt hat. Das ist sogar wahrscheinlich.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.11.2009 um 10.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5594


Der MM berichtet heute, wie ein ausländischer Student "Ganz ohne Deutsch unterwegs" ist:

"Ich kaufe immer nur Gerichte mit vielen Bildern, die zeigen, was ich machen muss. Dann suche ich im Text nach Zahlen und ordne diese den Kochzeiten und Ofentemperaturen zu, ganz davon abhängig, wie hoch die Zahlen sind", berichtet Tarquin stolz, auf Englisch.

Das Komma nach stolz finde ich überflüssig, egal, ob er nun stolz auf die Sprache Englisch ist (dann sollte es eher davor stehen) oder ob er stolz auf seine Cleverness ist und auf englisch berichtet.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 09.11.2009 um 23.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5585


Die Großschreibung des Superlativs hat – man blicke in Foren pp. – sich ausgebreitet wie die Schweinegrippe.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 09.11.2009 um 23.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5584


"Herr Okaz spricht sehr gut Deutsch und versteht das Meiste."

(taz, 9. 11. 2009; Link)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.10.2009 um 10.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5509


Dann wäre die Kopie nach der Fläche rund 590mal und nach Seitenlängen rund 24mal so groß wie das Original. Der Zeitungstext stimmt also hinten und vorn nicht.

Früher hat man noch Tränen geweint. Am 15.10.2009 berichtete der MM:
"Frauen weinen bis zu 64 Mal im Jahr"

"... Auch Männer weinen - und zwar bis zu 17 Mal im Jahr. Da-
rauf haben Augenärzte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) gestern in München hingewiesen. Beim Weinen sind die Frauen aber nicht zu schlagen: Bei ihnen fließen die Tränen bis zu 64 Mal im Jahr und damit bis zu vier Mal so oft wie beim 'starken Geschlecht'. ..."

Sehen wir auch hier wieder von den unsinnigen Malen ab, nach dem Artikel scheint es tatsächlich nicht einen einzigen Mann zu geben, der 18mal oder öfter, und keine einzige Frau, die 65mal oder öfter im Jahr weint. Nach dem 17. bzw. 64. Mal ist definitiv Schluß mit traurig.

Und das "bis zu vier Mal so oft" ist völliger Quark. "bis zu" schließt ja auch kleinere Zahlen ein. Wenn ein Mann einmal weinte, und eine Frau 64mal, dann läge das im Rahmen dieser Angaben, aber diese Frau hätte dann 64mal so oft wie dieser Mann geweint. Frauen weinen also nach der Feststellung der Augenärzte nicht nur "bis zu" viermal so oft, sondern evtl. im Durchschnitt genau viermal so oft. Im Einzelfall können sowohl Frauen als auch Männer wesentlich öfter weinen.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2009 um 12.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5507


Mal ganz abgesehen von dem dummen "Mal", das Herr Riemer zu Recht monierte, stimmt die Größe tatsächlich nicht. Das Gemälde ist 76,8 mal 53 cm groß. So sind die Maße im Katalog des Louvre (und die sollten es zumindest nachmessen können) und auch bei Wikipedia, der ich dann auch mal glauben möchte.


Nachtrag zur Änderung (29.10.2009, 21:04 Uhr):

Da mein gesamter übriger Sermon deutlich über das Ziel hinausschoß, habe ich ihn einfach getilgt. Es geht offensichtlich tatsächlich um eine riesige Abbildung der 'Mona Lisa'. Deshalb bleibt es bei der Angabe der korrekten Größe des Originals. Ich bitte meine Verwirrung zu entschuldigen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2009 um 10.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5506


"Das Abbild von Leonardo da Vincis berühmtestem Gemälde ['Mona Lisa'] soll mit einer Fläche von 240 Quadratmetern rund 50 Mal so groß wie das Original mit dem geheimnisvollen Lächeln sein."
(heutiger Mannheimer Morgen)

Abgesehen von dem hier unsinnigen Substantiv "Mal", das Original habe ich dann doch etwas kleiner als 4,8 Quadratmeter in Erinnerung.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2009 um 13.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5501


»Handys bei Kinder: Ein Risiko, das keiner Ernst nimmt«

Kleine Zeitung (Graz), 10.10.09
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 21.10.2009 um 21.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5469


"Außerdem, gibt sie zu Bedenken, sei völlig unklar, ob das Serum auch schützt, wenn sich das Virus verändert."

(Schwäbisches Tagblatt, 21.10.2009)
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 21.10.2009 um 11.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5465


"Die Websitebetreiber erklären hiermit ausdrücklich, dass Sie keinerlei Verantwortung über Inhalte in gelinkten Seiten tragen."

(http://www.buchkritik.at/)
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 20.10.2009 um 18.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5460


Was aussieht wie ein Substantiv...

Ryanair erhöht die Gepäckgebühren und wird damit bei ihren Passagieren erneut für Ärger Sorgen.

(Basler Zeitung, 05.09.2009)
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 16.10.2009 um 00.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5450


FAZ vom 14.10.09:

Strenge Grenzkontrolle: Indien reisende müssen sich ... nun wegen der Schweinegrippe untersuchen lassen.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2009 um 19.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5449


zu 105#4845
Auch das SCHWÄBISCHE TAGBLATT hat die Reform der Reform noch nicht mitgekriegt. Heute im Kommentar auf der Titelseite: "Umsteuern tut Not." Daß dies kein Druckfehler ist, zeigt der gleichnamige Beitrag "Integration" im Online-Portal der SÜDWESTPRESSE, von der das TAGBLATT den Mantelteil bezieht.
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Heinz Lautenbach
Plüderhausen

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2009 um 10.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5448


Heutige Conrad-E-Mail, 13.10.2009:

Sehr geehrter Herr ...

von Außen klein, von Innen groß! Sie werden kaum glauben, was Sie sehen...


In der Tat, kaum zu glauben, was man da sieht. Aber eigentlich kann man ja noch froh sein, daß "außen" nicht mit Doppel-S geschrieben ist.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2009 um 15.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5432


»Seine [Obamas] Versuche, mit fulminanten Reden und diplomatischen Initiativen Auswege aus festgefahrenen Konflikten zu suchen, sind der Mühe allemal Wert.«

spiegel.de, 09.10.2009
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 05.10.2009 um 10.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5423


"Aufklärung tut Not - der Arzt in der Pflicht"
(heutige Beilage zum Mannheimer Morgen). Im gleichen Artikel auch:
"Als ärztliche Pflicht aus dem Behandlungsvertrag wird von der Rechtsprechung seit je her die Verpflichtung des Arztes zu einer umfassenden Aufklärung seines Patienten abgeleitet, ..."
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 27.09.2009 um 13.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5411


"In vier Jahren wurde Einiges erreicht."
(Aus einem Wahlwerbebrief des CDU-MdB Karl-Georg Wellmann)
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 25.09.2009 um 22.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5406


Das ließ ja nicht lange auf sich warten (vgl. hier):
"Tastatur und Touchpad in Einem"
(Aus einem Werbeprospekt des Media-Marktes)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.09.2009 um 09.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5400


Ein Mal ist auf einmal kein Mal mehr: "Konsumklima steigt zum sechsten mal in Folge" (www.welt.de, 25.9.).
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2009 um 17.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5383


"Die Meisten" bei Allensbach (http://www.ifd-allensbach.de/Seiten/Abericht.html), jeweils aus der Unterüberschrift:

"Die Meisten glauben, dass Steuerhinterziehung weit verbreitet ist" (2008 / Nr. 5)
"Sendungen wie 'Dschungelcamp' empfinden die Meisten allerdings als 'geschmacklos'" (2009 / Nr. 4)
"Die Meisten sehen keinen Sinn darin" (2009 / Nr. 10)
"Die Meisten glauben inzwischen an einen gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Affe" (2009 / Nr. 5)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2009 um 11.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5381


"Schluss mit der Frage, wo man am Besten essen geht."

(Werbung für Apple, T Mobile, iPhone in der heutigen [u.a.] FAZ)

Ergänzung am 4.10.2009:
Diese Werbung in der FAZ wurde inzwischen korrigiert. Es heißt jetzt in der gleichen ganzseitigen Werbung: "... wo man am besten essen geht".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.09.2009 um 07.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5346


"Das Team von Bundestrainerin Silvia Neid soll Mittags mit einer Chartermaschine auf dem Rhein-Main-Flughafen landen." (Welt.de [dpa] Newsticker am 11.09.2009 um 04:47 Uhr) Hatten die Genitivformen der Tageszeiten nicht Adverbien bleiben sollen? — Und im Faz.Net verfängt sich Außergewöhnliches zum notorischen Mal: "Mit einer beeindruckenden Vorstellung hat die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen zum sechstenmal den Europameistertitel gewonnen." (11. Sept. 09)
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 10.09.2009 um 03.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5343


Im Reisezentrum im Hauptbahnhof von Halle (Saale) hat die Deutsche Bahn (endlich!) das Wartenummernsystem eingeführt. Natürlich steht auf dem vom Automaten ausgegebenen Bedienungsmarke (mit der Wartenummer):

Herzlich Willkommen in
Ihrem DB Reisezentrum!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.09.2009 um 19.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5341


Umgekehrt bei Bild.de (News-Telegramm Montag, 07. September 2009, 15:08 Uhr):
Schweinegrippe: Deutsche gegen impfen
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 02.09.2009 um 15.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5324


Der Reifenservice schreibt:
"Wir bitten, die Einlagerungsgebühr nicht mehr in Bar zu hinterlegen, sondern ausschließlich über dieses Formular."
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.08.2009 um 20.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5294


Von "Pleite gehen" scheint auch dieser Text beeinflußt zu sein (MM, 15.8.09):

"Die Sonne lacht, der Berg ruft - also ideale Voraussetzungen, um Wandern zu gehen."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 21.08.2009 um 22.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5269


Kann der Schiedsrichter denn nicht lesen? welt.liveticker-Schreiber: "Kuranyi kann einem schon etwas Leid tun." Vier von seinen Kollegen bekommen Gelb zu sehen, er selbst aber nicht.
Noch mehr zum Sport, wo ständiger sein und richtig weit reichen manchmal halt den großen Unterschied ausmachen: "Dass ausgerechnet der frühere DDR-Cheftrainer Ekkart Arbeit gerade dieselbe Funktion in Südafrika ausübt und damit sportlich für Semenyas Nominierung zu ständig war, verstärkt den Eindruck noch: [...]" (welt.de, 21.08.09) und "Marius Broening konnte den Stab nicht an den zu schnell gestarteten Alexander Kosenkow weiter reichen." (www.faz.net [Bilder zur Leichtathletik-WM]). Letztere Beispiele ja eigentlich zur GZS; aber ich füg sie mal hier zur Unterhaltung an.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 21.08.2009 um 00.14 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5264


Ich will mal hoffen, daß der Beitrag in den "Mitteilungen des deutschen Germanistenverbands" nicht ganz so banal ist wie der Artikel der "Welt am Sonntag" (was sollte man von der auch anderes erwarten).

Daß 90 oder 100 Millionen Deutsch-Muttersprachler nicht von heute auf morgen aussterben ist ja klar. Daß sie aber am aussterben sind (man verzeihe mir die Ausdrucksweise), ist demographisch jedoch genauso klar. Nur geht es nicht so schnell wie mit den fünf verbliebenen Sprechern einer Sprache in Neuguinea oder den was weiß ich wieviel Sprechern des Westfriesischen.

Wenn sich allerdings ein (mutmaßlicher) Germanist bemüßigt fühlt, von den "Top Ten" der Sprachen zu schreiben, frage ich mich, ob man die Sache nicht besser gleich etwas beschleunigen sollte. Dieser Beitrag ist allerdings anscheinend nicht im Internet verfügbar. Ich will deshalb kein vorschnelles Urteil fällen.

Als "Leseprobe" bietet der Deutsche Germanistenverband jedoch aus den Themenheft "Songs" den Artikel "Rammsteins Cover-Version von Stripped – Eine Fallstudie zur deutschen Markierung angelsächsischer Popmusik" an. Wenn dort u. a. von einem "basalen Problem" die Rede ist, frage ich mich, ob es nicht vielleicht doch besser wäre, gleich richtiges Englisch zu sprechen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2009 um 22.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5263


Mir kommt es auch wie Neuschrieb vor.
Aber wenn schon von den Sprachen der Erde die Rede ist, dann ist "weltweit" zumindest vollkommen überflüssig, wenn nicht sogar falsch, man weiß ja nicht so genau. Und die Wiederholung von "Sprachen" hätte ich auch weggelassen.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2009 um 20.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5261


Welt.de, 18. 8. 2009, "Unserer Sprache geht es ganz hervorragend" (Link), Hervorhebung hinzugefügt:

Deutsch zählt unter den knapp 7000 Sprachen auf der Erde in den meisten Statistiken zu den Top Ten der meistgesprochenen Sprachen weltweit.

Das kommt mir wie Neuschrieb vor, aber ist es das wirklich? War das große Ten evtl. auch schon vor der Reform üblich?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 17.08.2009 um 22.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5243


Ich bin gerade zufällig auf einen IQ-Test gestoßen (www.celldorado.com).
Die erste Frage lautet:
"Welches der folgenden fünf Tiere hat am wenigsten mit den anderen Vieren gemeinsam?"
Früher waren also auch die IQ-Tests mit Sicherheit intelligenter.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 17.08.2009 um 16.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5242


Fast jeden Tag werde ich mit dem durch die RSR verursachten Großschreibwahn konfrontiert. Heute gleich zweimal im Schwäbischen Tagblatt.

Zu einem neuerdings auf Strafzetteln gedruckten Hinweis schreibt das Tagblatt: "Ein Hinweis von OB Boris Palmer, den jetzt alle Tübinger Parksünder auf ihrem Strafzettel zu Lesen bekommen."

Und auf einer anderen Seite:
"Heimattage - Jeden Tag Zuhause bleiben".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.08.2009 um 17.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5238


Ein neues Adverb à la "Sonntag", zwar im livekalender von welt.de, aber dennoch bezeichnend dafür, was die Reform so angerichtet hat: "Den gerade erfolgten nächsten Fernschuss der Hertha, Raffael wieder knapp am Pfosten vorbei, wollen wir Mal zum Anlass nehmen das Spiel der Herha nach 30 Minuten ein wenig zu analysieren: [...]" Auf eine derartige Schreibung wäre früher wohl kein Reporter gekommen.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2009 um 22.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5225


Wie Glück Welt.de hat: "George W. Bush sagte einmal über Eunice Kennedy: „Falls Sie sich je gefragt haben, was eine einzelne Person zu leisten vermag, dann schauen Sie auf diese Dame. Wie Recht er hatte." (welt.de [11.8.09])
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2009 um 10.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5224


Wechselanzeige in einem ICE: "Rauchfrei Reisen"; "Kinder unter 15 Jahren reisen [...] kostenlos mit, wenn Sie auf der Fahrkarte eingetragen sind."
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2009 um 10.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5223


Aushänge in einer LIDL-Filiale: "Da ist für Jeden was dabei"; "Täglich Frisch".
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 22.07.2009 um 18.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5172


Sie lernen es nicht mehr! Im Schwäbischen Tagblatt scheint zu gelten "Im Zweifel immer groß", denn ich lese heute:
"... Stadtbildsatzung. Die schreibt den Hauseigentümern zwar nicht genau vor, wie sie ihre Mauern einfärben müssen. Aber Zweierlei schon: Die Fassaden ..."
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 06.07.2009 um 08.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5135


Zusatz zu #5134 am 6.7.: Ich lese FAZ.NET. Nanu, lesen die auch mich? Denn heute finde ich obigen Eklat geändert zu "Spiegelburg hoch – Nerius weit – Friedek rehabilitiert". Aber bei der Bildbeschreibung dann schreiben die weiterhin unklugen Kopfes, jedoch einfach spellcheck-gestützt: "Spiegelburg fliegt am Besten". Von echter Rehabilitation hier kann also keine Rede sein.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.07.2009 um 18.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5134


faz.net 5.7.09, klar jenseits der Grenze zum Lächerlichen: "Stabhochspringerin Spiegelburg flog am Höchsten. Diskuswerfer Harting warf am Weitesten. Geher Höhne ging am Schnellsten. Und Dreispringer Friedek sorgte für einen Eklat ["wegen „[...] ungebührlichen Verhaltens“ disqualifiziert"]." Die FAZ schon lange offenbar auch für einen, ohne es zu merken; auch Friedek war ja früher einmal in seiner Sache anerkannt vorbildlich. —
Aber ernsthaft auch hier mal die Frage: Was entscheidet eigentlich (in wenigen Worten), was ein Substantiv ist, das man guten Gewissens groß schreibt? Mein "im Zweifel klein" gibt mir ein gutes Gewissen. Aber das ist eben mein Zweifel. (Aber er ist zu[ver]lässig. Jedoch für jeden?)
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Michael Schuchardt
Oberursel

Dieser Beitrag wurde am 25.06.2009 um 17.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5111


"(...)man weiß nach dem ersten Blick auf die ersten Bilder gar nicht so Recht, welche Neuerung die wichtigste ist(...)"
aus Autokiste.de:
http://www.autokiste.de/psg/0905/7983.htm

Immer die Rechtschreibneuerung, kann ich da nur antworten. ...und Kommas kann er auch nicht setzen.
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Michael Schuchardt
Oberursel

Dieser Beitrag wurde am 22.06.2009 um 11.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5095


"Bitte nicht Rauchen"
Dies las ich gestern auf einer Hinweistafel. Wer ist denn früher (vor 1996) auf die Idee gekommen, so etwas groß zu schreiben? Ich kann es zwar nicht beweisen, aber ich bin fest überzeugt, es ist eine Nebenwirkung der RSR.

Ein schönes Beispiel (ausnahmsweise: ich weiß, es gehört eigentlich eher zu "getrennt oder zusammen") für das herrschende Chaos: im Videotext zu einem Film fand ich "alleinerziehende" Mütter und kurz nacher war die Rede von "leer stehenden Häusern".
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Marco Mahlmann
Osnabrück

Dieser Beitrag wurde am 17.06.2009 um 12.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5088


Dazu paßt, daß die SPD Deutschland "Sozial und Demokratisch" machen will.
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Matthias Künzer
Herzogenrath

Dieser Beitrag wurde am 17.06.2009 um 10.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5087


Heute auf Flugblatt gesehen: von der GEW gibt es ein "Danke Schön" für jeden Neueintritt. Ob damit verstärkt Deutschlehrer geworben werden sollen?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.06.2009 um 10.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5086


Kafkaesk ein Mal Schuld und Recht, aber wenigstens auch normal Gutgläubige: "Die Opfer seien selbst Schuld, behauptete er gestern bei Markus Lanz und brachte damit immer wieder das Publikum gegen sich auf. [...] Da kann man nur staunen: Markus Lanz deckte ein Mal mehr die Machenschaften der Kaffeefahrt-Mafia auf". Aber wenigstens gibt's da "anscheinend immer noch genügend Gutgläubige, die auf die üblen Tricks der Betrüger reinfallen". Jedoch muß man "„eben sehen, dass man zu Recht kommt. Dass man Geschäft macht,“ rechtfertigte sich Peh." (welt.de, 17.6.09)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.06.2009 um 16.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5084


Schwedisch lernen in drei Wochen – geht das?
Eine der möglichen Antworten bei der *Welt.de*-Umfrage hier (Bereiten Sie sich sprachlich auf den Urlaub vor?): "Ich fahre nur an Orte, an denen man deutsch spricht". Und ich meine, das ist die beste Schreibung, was immer im Einzelfall gemeint sein mag. — Übrigens: Schwedisch lernen in drei Wochen geht natürlich nur, wenn man den Satz auf eine bestimmte Weise versteht. Aber statt in seinem Urlaub nur drei Wochen lang an einem Sprachkurs teilzunehmen, könnte man sich z. B. auch ruhig in die Sonne legen oder sonstwie grün die Ferne erleben.
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 09.06.2009 um 14.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5069


Soeben in einer Internetdiskussion über die mögliche Einführung einer Wahlpflicht gelesen: Diese werde wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen.
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Sigmar Salzburg
Mohrkirch

Dieser Beitrag wurde am 08.06.2009 um 09.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5067


Neue Regel: Groß bei Verdacht auf Substantivierung

(nach Google News):

SPD: Mehr Bäume und weniger Lkw durch Bruchhausen
Derwesten.de - 04.06.2009
Die Durchfahrt, so die Forderung der SPD, müsse dem dörflichen Charakter Bruchhausens entsprechend neu gestaltet werden. Zu Zeiten klammer Kassen hieße das Vorerst: eine Hand voll Bäume pflanzen.
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K. Bochem
Köln

Dieser Beitrag wurde am 02.06.2009 um 17.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5049


Ohne Wartezeit ins Andere

"4GB Arbeitsspeicher [...] wechseln Sie ohne Wartezeit von einem Programm ins Andere."
( "ALDI informiert ... ab Montag, 25. Mai")
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.05.2009 um 17.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5041


"Und wie welche ihrer zum Teil weltberühmten Aufnahmen entstanden ..., erklärt sie am Besten selbst: ... Zum ersten Mal auf Deutsch ..." (MM, 28.5.09)

(Letzteres (auf Deutsch) entspricht zwar den neuen "Regeln", aber weshalb Deutsch hier ein Substantiv sein sollte, werde ich wohl nie begreifen.)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 27.05.2009 um 20.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#5038


Im heutigen Mannheimer Morgen (Beilage Wirtschafts-Morgen):

"Das eine Müsli enthält zu viel Zucker, das Nächste ist nicht Bio. Das Dritte bietet zwar die heiß geliebten Trockenbananen, ..."

Nicht jede Zeitung und jedes Buch geht so dämlich mit der GKS und GZS um, aber trotzdem, was hat die RSR nur für Unsicherheit gebracht.

Gerade habe ich zwei neue populärwissenschaftliche Bücher (beide in Reformschrieb) gelesen, in dem einen steht immer bei weitem, in dem anderen nur bei Weitem. Aber beide schreiben sie im Allgemeinen im Sinne von normalerweise.
Und egal, ob es um Eigennamen geht, wie die Planck'sche Konstante und die Einstein'schen Gleichungen, oder einfach um die Planck'schen Ideen und Einstein'schen Ansichten, alles wird über einen Kamm geschoren, immer "schön" mit Apostroph und groß. (Apostroph verlangt ja neuerdings Großschreibung!)
Es ist einfach schrecklich.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 13.05.2009 um 21.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4956


Warum eigentlich schreibt die ARD im Untertitel der heutigen Sendung "Zivilcourage - Gaffen oder Helfen" das Verb helfen groß?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 30.04.2009 um 05.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4913


Noch ein Mal: "Zum ersten mal verraten Frauen, wie man sie richtig anspricht & erobert" (traumfrau-erfolgreich-ansprechen.de-Anzeige auf *welt.de* am 30.04.2009)
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Matthias Künzer
Herzogenrath

Dieser Beitrag wurde am 29.04.2009 um 18.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4912


Kanzlerin Merkel will alles mögliche tun. Oder alles Mögliche?

»Die Bundesregierung reagiert auf die Schweinegrippe: Kanzlerin Merkel will "alles Mögliche und Notwendige" tun [...]«

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,621974,00.html
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Matthias Künzer
Herzogenrath

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2009 um 17.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4899


Nach den Einzelnen jetzt die Beiden:

»Aus Aufzeichnungen der Beiden ging hervor, dass sie in finanziellen Schwierigkeiten waren und Selbstmordabsichten hegten. Nach den beiden war in den vergangenen Tagen mit Suchhunden und Hubschraubern in der Region gefahndet worden.«

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,620807,00.html

Michael Schuchardt: danke, #4888 ist aber von Herrn Metz.
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Michael Schuchardt
Oberursel

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2009 um 13.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4898


zu Matthias Künzers Beispielen (#4888, #4893):

Sehr gute Beispiele, finde ich. Müßte doch jedem einleuchten, wie unsinnig diese Regel ist.
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Matthias Künzer
Herzogenrath

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2009 um 10.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4897


»Deshalb habe er "von Vornherein" klargemacht, dass er nicht zur Verfügung stehe.«

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,620457,00.html
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 22.04.2009 um 20.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4894


(zu #4893) Wer auch nur etwas Blut geleckt hat, was Unterscheidungsschreibung angeht, also wozu sie gut ist, dem ist eben im gegebenen Falle jede erleichterte Blah-blah-Schreibung ganz natürlich zuwider. (Aber wie kann man Computer dazu bringen, Blut zu lecken? Und Begeisterte, sich nicht auf Computer zu verlassen?)
Hier gleich noch zur Unterscheidungsschreibung hinzugefügt: "Die in dem Land, in dem sie geboren oder wenigstens aufgewachsen sind, Hunderte Menschen mit selbst gebastelten Bomben umbringen wollten?" (Welt.de., 22.4.09) Aber das hört man doch! In "selbstgebastelt-" ist "selbst" eben schon dem Ton nach eine andere Erweiterung als die bei "schon/gestern/hier/hinten/trotzdem/stattdessen/selbst [= engl. even, dt. sogar] gebastelt-". Aber im gleichen Artikel wenigstens "sogenannt" ("In Düsseldorf hat der Prozess gegen die sogenannte Sauerland-Gruppe begonnen").
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Matthias Künzer
Herzogenrath

Dieser Beitrag wurde am 22.04.2009 um 18.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4893


Warum hier wohl die herkömmliche Schreibweise verwandt wurde?

"Beim ZDF steht immerhin schon mal Kerner-Urlaubsvertretung Markus Lanz bereit, fürs erste einzuspringen."

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,620493,00.html

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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2009 um 21.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4888


Halbreformiert

»Fürs erste der Alte«

(SPIEGEL ONLINE, 20.04.2009)

Sicher wollte man Ärger mit dem ZDF vermeiden.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.04.2009 um 11.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4845


DER SPIEGEL (Nr. 16/11.4.09) titelt auf Seite 5:

"Forschung tut Not"

Aus not tun, sein, werden machte die Reform zunächst Not tun, sein, werden, bevor mit dem letzten Duden, 24. Auflage 2006, nottun (tut not), Not sein, werden festgelegt wurde.
Wer soll das noch verstehen? (Der SPIEGEL jedenfalls auch nicht.)
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 06.04.2009 um 19.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4834


Heute mal wieder zwei "Fundsachen" in der SÜDWESTPRESSE:

1) Im Kommentar auf der Titelseite: "Dies kommt nun dem Verhältnis zwischen Amerika und dem alten Kontinent zu Gute."
Das läßt nicht mal der Neuschrieb zu.

2) Im Blick in die Welt: "Vater wollte Kinder tot prügeln." Zu was ein toter Mann laut dieser Zeitung alles fähig sein soll.
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Marco Mahlmann
Osnabrück

Dieser Beitrag wurde am 31.03.2009 um 11.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4812


Auswahlpunkt in einer Umfrage zur Zufriedenheit mit dem neuen betrieblichen Informationssystem: "Mehr schlecht als Recht".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2009 um 15.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4791


*Welt*-Umfrage:
Ganz hüllenlos - Was halten Sie vom FKK?
__ Ist nichts für mich
__ Es gibt nichts besseres
(welt.de, 27.3.09, 11:25)
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Marco Mahlmann
Osnabrück

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2009 um 09.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4790


Eine Mitarbeiterin der Firma, für die ich arbeite, beklagte sich einmal über die (tatsächlich) unsägliche Qualität der neuen "flach Bildschirme".
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K. Bochem
Köln

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2009 um 00.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4788


Phoenix soeben (26.3.09/23 Uhr) in den Nachrichtenschlagzeilen auf dem unteren Bildschirmrand im Zusammenhang mit der gerichtlich verordneten Stillegung älterer AKW:
"Reststrom-Mengen auf Jüngere übertragen" .
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 26.03.2009 um 14.09 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4786


"Müller hoch Drei" nennt sich Burkhard Spinnens jüngstes Buch. – Dazu aus der Verlagswerbung (Schöffling): "Mit einem Mal scheint Pauls behütetes Leben Kopf
zu stehen."
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.03.2009 um 18.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4769


Auch der Titel des dürftigen Artikelchens versperrt sich der Artikelprobe: »Mehr vom selben«.
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 24.03.2009 um 16.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4768


Franziska Augstein über Hans Werner Henzes angeblichen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP in sueddeutsche.de vom 12.2.2009:

Dies Argument ist aus drei Gründen faul: Zum einen ist es sehr wahrscheinlich, dass 1944 viele junge Männer nach Ende ihrer HJ-Zeit automatisch als Anwärter auf eine Parteimitgliedschaft gemeldet wurden und ihre persönliche Unterschrift für den Eintritt gar nicht nötig war. Zum Zweiten basiert Kreikamps Kommentar auf der bizarren Annahme, dass die NS-Bürokratie im vorletzten Kriegsjahr lückenlos korrekt funktioniert habe. Zum Dritten sollte ein historischer Fachmann wissen, dass eine Quelle unfraglich nur eines besagt: dass sie existiert.

Warum nur macht die vermeintliche Artikelprobe lediglich aus "zweiten" und "dritten", nicht aber aus "einen" ein Substantiv? Hat Frau Augstein womöglich zuerst noch selbst nachgedacht und den Rest dann einfach dem Kollegen Computer überlassen?

http://www.sueddeutsche.de/kultur/539/458194/text/
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Michael Krutzke
Bremen

Dieser Beitrag wurde am 18.03.2009 um 08.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4754


sueddeutsche.de über den Besuch der Kanzlerin beim Jahresempfang der Vertriebenen (17.3.09):

Sie ist zum Dritten mal hier.
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 17.03.2009 um 20.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4751


Freuen Sie sich auf ein Verwöhnwochenende, heißt es in einer Werbung der Hotelkette Steigenberger, und genießen Sie die Zeit zu Zweit.
Und auf 3sat ist heute der Fernsehfilm Hochzeit zu Viert zu sehen.
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Wolfgang Wrase
Unterhaching

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2009 um 01.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4730


Lieber Herr Metz,

Sie übertreffen mich in Ihrer Argumentation an Sorgfalt und Präzision. Wenn Sie so an meine "Regel" herangehen, ist nach der fälligen Zerpflückung nicht mehr viel übrig. Mir ging es nicht um eine hieb- und stichfeste Formulierung, sondern ich wollte die Mitteilung einstreuen, welche Schreibungen ich für brauchbar halte; mit den wesentlichen Begründungen.

Ja, "Zusammensetzung" ist teilweise nicht der richtige Begriff. Das war laienhaft formuliert, nach dem Motto: Es sind zwei Teile zusammengesetzt worden, ein Zahlwort und ein Rest. Wenn Sie den Schreibvorgang oder auch dessen Resultat betrachten, trifft der Begriff die Sache; grammatisch könnte man vielleicht von "Fügungen" sprechen.

Man muß m. E. sehen, daß wir es hier mit Grenzfällen zu tun haben. Für 4-Türer spricht theoretisch nicht viel mehr als für 4-türer. Ganz recht, da spielen Assoziationen beim Schreiber eine Rolle: Es gibt die Tür, und davon ist der X-Türer nicht weit entfernt, zumal der bezeichnete Gegenstand ebenso konkret ist wie eine Tür. Anders beim XY-jährigen, der einfach zu sehr nach einem Adjektiv klingt. Da mischen sich die Kriterien, sie stehen im Wettbewerb.

Somit können die Schreibungen nicht bis ins letzte Detail sauber begründet werden. Es handelt sich um Kompromißschreibungen. Deshalb hilft die Orientierung am realen Schreibgebrauch. Wenn dieser gesichtet und mit einiger Erfahrung abgewogen wird, bleiben diverse Schreibungen übrig, die man akzeptieren kann und sollte, während bei anderen Schreibungen lesetechnischen, systematischen oder auch ästhetischen Einwänden stattgegeben werden sollte.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2009 um 00.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4729


Herrn Wrases ersten Gedanken in 105#4723 finde ich am treffendsten, ich kürze nur etwas: Mit unbrauchbaren Regeln kann man keine sinnvolle Schreibung begründen.

Alle hier genannten Widersprüche bezeugen erneut eine Reform von "1-Fältigen".
Sie wollten angeblich vereinfachen, deshalb glaube ich nicht, daß sie zwei Arten von Großschreibung, eine für Substantivierungen und eine andere für Namen und Satzanfänge, im (Un-)Sinn hatten. Die Folgen haben sie nicht bedacht.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2009 um 00.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4728


Wer ist denn beim ZDF für die Rechtschreibung in Sendungen verantwortlich? Heute abend sah ich bei "Menschen bei Maischberger" folgenden Untertitel: "Über 50 Tausend Deutsche unterschrieben ihre Petition." Warum nicht 50.000 oder fünfzigtausend? Haben denn die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, für die ich monatlich meinen Zwangsbeitrag zahlen muß, überhaupt keinen Qualitätsanspruch mehr? Untertitel scheinen mir besonders häufig Fehler in der Rechtschreibung aufzuweisen. Ist der Produktionsstreß daran schuld?
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 17.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4727


Ein handwerklich firmer Redakteur hätte uns das Problem mit der "17-Jährigen Schülerin" (oder 17-jährigen, oder 17jährigen) gar nicht erst aufgehalst, sondern "Siebzehnjährige Schülerin" geschrieben (die Setzerregel "Zahlen ab 13 in Ziffern" hin oder her). Ebenso würde es bei ihm "Zwanzigtonner" heißen, und "Viertürer" sowieso, erst recht am Anfang eines Satzes oder gar einer Überschrift. Es geht hier also primär nicht um Fragen der Leserfreundlichkeit, sondern der Systematik.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 15.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4726


Verehrter Herr Wrase, Ihre Beobachtungen zur Schreibpraxis vor der Reform in Fällen wie 17-jährig möchte ich ausdrücklich bestätigen. Mir ging es vor allem um die Großschreibung bei der 17-Jährige und hier insbesondere um deren Begründung, und zwar nicht nur, aber auch im Sinne einer mehr oder weniger theoretischen Ergründung der Logik des reformierten Regelwerks.

Auch Sie bezeichnen 4-Türer und 17-Jähriger als »Zusammensetzungen«. Aus welchen (frei vorkommenden) Gliedern sollen denn diese Zusammensetzungen bestehen? Den *Türer gibt es als eigenständiges Wort so wenig wie den *Jährigen. Die Ungleichbehandlung von 4-Türer und der 17-jährige in der von Ihnen formulierten Regel leuchtet mir nicht ganz ein. Die Frage lautet ja zunächst nicht: Wie verbinde ich optisch angenehm das »Wort« Türer mit der Ziffer 4? Sondern sie kann allenfalls lauten: Wie verbinde ich das Element türer (mit – zunächst – kleinem t!) aus Viertürer optisch angenehm mit der Ziffer 4? (Wobei ich mich zusätzlich frage, warum man sich dieses Problem überhaupt aufhalsen will, wenn man doch ganz einfach Viertürer schreiben kann. Aber das nur am Rande.)

Aufgrund welcher Überlegung meinen Sie, daß die Schreiber intuitiv 4-Türer gegenüber 4-türer bevorzugen und der 17-jährige gegenüber der 17-Jährige? (Daß Sie dies tun, entnehme ich Ihrer Regel, die ja dem tatsächlichen Gebrauch gerecht werden soll.) In der ausgeschriebenen Variante wird schließlich kein Unterschied zwischen Substantiv und Substantivierung sichtbar: der Viertürer, der Siebzehnjährige. Kann es sein, daß wir zwar brav Viertürer schreiben, weil ein Substantiv normalerweise nun mal einen großen Anfangsbuchstaben hat, daß wir aber, wenn das Wort zerschlagen worden ist, beim Aufsammeln, Ordnen und Zusammensetzen der Teile gewissermaßen assoziativ vorgehen, nach dem Motto: TÜRER erinnert stark an Tür, PFÜNDER an Pfund usw., während JÄHRIG mehr an ein Adjektiv erinnert als an das Substantiv Jahr? Reden wir am Ende von unterschiedlichen suggestiven Wirkungen von Suffixen wie -er und -ig?
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 10.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4724


Die entscheidende Frage scheint mir zu sein, ob Ziffern für Großbuchstaben eintreten können oder nicht. Denn wenn sie das können, gibt es keinen Grund, der eine Bindestrich-Schreibung wie "17-Jährige" erzwingt. Weiter können im einen Fall "30jähriger Krieg" und "Dreißigjähriger Krieg" äquivalente Ausdrücke sein, im anderen Fall "30-jähriger Krieg" und "Dreißigjähriger Krieg" jedoch nicht.

Im übrigen beweist die Unsinnigkeit einer Konsequenz noch nicht, daß diese fehlerhaft gezogen wurde. Schließlich ist der "30-Jährige" schon bekloppt genug, um die Erwartung unsinniger Weiterungen zu rechtfertigen.
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Wolfgang Wrase
Unterhaching

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 09.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4723


Die Diskussion ist sehr theoretisch. Das ist in Ordnung, soweit die innere Unlogik von unbrauchbaren Regeln aufgezeigt werden soll. Jedoch kann man mit dieser Herangehensweise nicht herleiten, welche Schreibungen sinnvoll sind.

Man eruiere, wie tatsächlich geschrieben wird. Dann zeigt sich, daß die Bindestrichschreibung 17-jährig keineswegs ein Sündenfall ist, sondern einem Bedürfnis sehr vieler Schreiber, ja der Mehrheit entspricht, Ziffern nicht einfach übergangslos mit Buchstaben zu verbinden, sondern eben die Kollision des Verschiedenen durch einen Bindestrich angenehmer zu machen. Das zeigt sich insbesondere bei Substantiven: Fast niemand hat 4türer oder 6pack geschrieben, weit überwiegend haben die Schreiber schon vor der Reform 4-Türer und 6-Pack bevorzugt. Dagegen ist nichts zu sagen!

Es ist übrigens dasselbe Bedürfnis, das auch zum übermäßigen Gebrauch des Apostrophs geführt hat. Die Schreiber tun sich bekanntlich schon schwer damit, an einen Namen ein Genitiv-s anzuhängen; sehr viel ausgeprägter ist selbstverständlich das Bedürfnis, ein gliederndes Zeichen zwischen Ziffern und Buchstaben einzufügen.

Weniger dringend als bei Substantiven, aber ebenfalls verbreitet war deshalb das Bedürfnis, Bindestriche bei Adjektiven zu setzen, also 17-jährig anstelle von 17jährig zu schreiben. Das zeigt sich indirekt auch daran, daß – ebenfalls vor der Reform – selbst vor Ableitungssuffixen der Bindestrich häufig vorkam, also immer wieder 3-er Kombination oder 1968-er anstelle von 3er-Kombination bzw. 1986er.

Gegen 4-Türer ist überhaupt nichts einzuwenden, im Gegenteil, es ist die üblichere und normalerweise angenehmere Schreibung. Großzügig wie wir sind, wollen wir aber dem 4türer Minderheitenschutz gewähren. Und warum sollte 17-jährig anstößig sein?

Einzig bei Ableitungen wie 3er ist der Bindestrich nicht geeignet; unter anderem deswegen, weil noch ein Bindestrich folgen könnte: *3-er-Kombination ist unschön und schwer lesbar, weil die beiden Bindestriche gleichrangig aussehen, aber ganz verschieden zu verstehen sind.

Eine sinnvolle "Regelung", die dem Gebrauch ebenso gerecht wird wie der allgemeinen Systematik und der Leserfreundlichkeit, sieht so aus:

In Zusammensetzungen ist der Bindestrich zwischen Ziffern und Buchstaben möglich. Bei Substantiven wird nach dem Bindestrich meistens groß geschrieben, bei Adjektiven klein. Bei Substantivierungen ist die Schreibung ohne Bindestrich unproblematisch; falls mit Bindestrich gewünscht, ist danach die Kleinschreibung in der Regel vorzuziehen.
4-Türer, auch: 4türer
17jährig, 17-jährig
der 17jährige, auch: der 17-jährige

Vor Ableitungssuffixen wird ohne Bindestrich geschrieben:
3er-Kombination, 1968er

Ein Regelwerk, das über die Deskription hinausgeht und Fachwissen zur Empfehlung bestimmter Schreibweisen nutzt, würde für die Schreibung 17jährig werben, also Adjektive in der Regel ohne Bindestrich – und zwar mit dem Argument, daß man im häufigen Fall der Substantivierung sonst Schwierigkeiten (oder zumindest uneinheitliche Resultate) bei der Groß-/Kleinschreibung nach dem Bindestrich bekommt.

Die Behauptung, aus der Bindestrichschreibung 17-jährig folge zwangsläufig die Großschreibung der 17-Jährige, nach dem Motto "Irgendwo muß doch die Großschreibung noch kommen", ist Unsinn. Wenn man versuchsweise einmal 68-er toleriert, würde ja auch niemand der 68-Er schreiben.

In diesem Bereich ist das Wörterbuch von Meister Ickler leider nicht deskriptiv genug. Es heißt da, weil es nicht zu Leseschwierigkeiten kommen könne, schreibe man einfach ohne Bindestrich. Damit fällt ein großer Teil einwandfreien Schreibgebrauchs unter den Tisch.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 08.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4722


Lieber Herr Metz,

der Unterschied zwischen dem obligaten 17-Jährigen und dem optionalen Siebzehn-Jährigen ist mir natürlich klar. Ich wollte mit dem Vergleich nur sagen, daß die Setzung des Bindestrichs in beiden Fällen suggeriert, daß hier eine Zusammensetzung mit *jährig vorliege. Gerade deshalb halte ich den Bindestrich in beiden Fällen für äußerst unbeholfen, zumal die zumindest unschöne Großschreibung des *Jährigen sich daraus so gut wie zwingend ergibt.

Ich kenne den Gallmann-Sittaschen Text nicht, und weiß daher nicht, wie sie ihre Annahme begründen. Auf den ersten Blick scheint mir das aber eine reichlich hypothetische Annahme zu sein. Jedenfalls kenne ich keine Zusammensetzungen *Siebzehnjahr oder *17-Jahr. Unter Anwendung des Ockhamschen Rasiermessers nehme ich lieber an, daß es sich um direkte Ableitungen aus einer Wortgruppe und nicht über den Umweg einer vorherigen Zusammensetzung handelt. Selbst wenn hier eine vorherige Zusammensetzung vorläge, wäre es höchst unbeholfen, durch den Bindestrich den Eindruck zu erwecken, daß sich das Suffix -ig nur auf einen der Bestandteile bezieht. Sie haben ja selbst damit argumentiert, daß es den *Jährigen nicht gibt.

Ihr Vergleich mit der Schreibung X-fach ist m. E. nicht einschlägig, da es sich in diesem Fall um eine Ableitung handelt. Die Ableitung von einem Einzelbuchstaben ist der einzige Fall, wo ein Suffix durch den Bindestrich abgetrennt wird. Dabei bringen die Regeln von 2006 allerdings noch das Kunststück fertig, das 8-fache/8-Fache sowohl als Zusammensetzung als auch als Ableitung aufzufassen.

Allerdings bin ich sehr verblüfft, daß der alte Duden diese Schreibung tatsächlich vorgeschrieben hat. So würde ich nie schreiben – Duden hin oder her. Mein Duden (ca. 1961) gibt als Begründung nur den Hinweis auf die Schreibung das Achtfache an. Daß dieser Vergleich hinten und vorne hinkt, ist klar. Ob man analog auch ein X-Beliebiger oder ein N-tel schreiben sollte, kann ich meinem Duden leider nicht entnehmen, auch nicht, ob der X-beinige oder der X-Beinige richtig ist. Immerhin schreibt der alte Duden Fugen-s und daß-Satz.

Die Frage Zusammensetzung oder Ableitung stellt sich auch bei der Regel § 36 (1.2) der Amtlichen Regeln, einer rein tautologischen Regel (Bestandteile, die nie zusammengeschrieben werden, werden nie zusammengeschrieben). Ich würde es vorziehen, letztmalig oder blauäugig unmittelbar aus den Wortgruppen letztes Mal und blaue Augen abzuleiten als den Umweg über hypothetische Zusammensetzungen *Letztmal oder *Blauauge zu gehen.

Die völlige Beliebigkeit bei der Bindestrichsetzung würde übrigens auch die Schreibung der Blau-Äugige zulassen – wohl nicht gerade empfehlenswert.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 03.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4721


Sehr verehrter Herr Achenbach, Sie schreiben: »Die Freigabe der Bindestrichschreibung ermöglicht ja auch die Schreibung "der Siebzehn-Jährige". Hier würde doch wohl kaum jemand "der Siebzehn-jährige" schreiben.« Die Bindestrichschreibung ist in diesen Fällen ja nicht freigegeben worden, sondern der Bindestrich wird in § 40 für die Schreibung mit Ziffern verbindlich vorgeschrieben: 17-jährig (nicht: siebzehn-jährig). der Siebzehn-jährige sieht in der Tat merkwürdig aus, aber Wortbilder wie das X-fache (in herkömmlicher Rechtschreibung) zeigen, daß solche Schreibungen zumindest vorkommen. Ihr Argument, das J in der 17-Jährige ergebe sich zwangsläufig, wenn man von einer Zusammensetzung ausgehe, leuchtet mir allerdings ein. Gallmann und Sitta (Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung, Duden, 1996) sehen aber in 17-jährig ausdrücklich keine Ableitung aus der Wortgruppe 17 Jahre, sondern eine Zusammensetzung aus 17 und Jahr, »mit zusätzlichem Ableitungssuffix -ig« (S. 260). Tja, und Jahr schreibt man nun mal groß, was sich beim 17-Jährigen als äußerst praktisch erweist …
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 10.03.2009 um 00.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4720


Es hat wenig Zweck, die Großschreibung in "der 17-Jährige" zu beklagen, da der eigentliche Sündenfall die Schreibung mit Bindestrich ist, und zwar schon im Adjektiv. Daraus ergibt sich die Großschreibung geradezu zwangsläufig.
Der Fehler der Reformer, der hinter dieser Bindestrichschreibung steckt, ist die Annahme, bei dieser Wortbildung handle es sich um eine "Zusammensetzung". Aber "17-jährig" kann unmöglich als eine Zusammensetzung aus 17 und einem Adjektiv "jährig" verstanden werden, weil es ein solches Adjektiv nicht gibt. Zwar verzeichnet der Duden tatsächlich ein Adjektiv "jährig", aber in der Bedeutung "einjährig", die hier offenkundig nicht in Frage kommt.
"17-jährig" ist eben keine Zusammensetzung, sondern eine Ableitung, und zwar aus der Wortgruppe "17 Jahre". Dennoch behandeln die Amtlichen Regeln diesen Fall in §40, der ausdrücklich nur Zusammensetzungen behandelt. §41 behandelt zwar Ableitungen, ist hier aber nicht einschlägig.
Betrachtet man "der 17-Jährige" als Zusammensetzung, so ergibt sich die Großschreibung zwangsläufig. Denn dann kann nur "Jährige" das Grundwort und 17 die nähere Bestimmung sein. Das Grundwort muß aber, wie die Zusammensetzung, ein Substantiv sein.
Die Freigabe der Bindestrichschreibung ermöglicht ja auch die Schreibung "der Siebzehn-Jährige". Hier würde doch wohl kaum jemand "der Siebzehn-jährige" schreiben. Auch hier liegt der Fehler im Bindestrich, nicht in der Großschreibung.
Deshalb erlaubt die Großschreibung des Substantivs "17-Jähriger" keine Analogie zur Großschreibung am Satzanfang oder in "30-jähriger Krieg". In diesen Fällen wird unabhängig von der Wortart groß geschrieben, aber eben nur die Anfangsletter (soweit möglich).
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2009 um 11.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4699


Werter Herr Roth, in Zeitungsüberschriften gibt es keine Silbentrennung. Im Fließtext wird selbstverständlich "Siebzehn-jährige" getrennt. Aber beides hat mit dem Problem nichts zu tun.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2009 um 10.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4698


Über das von Herrn Riemer und Urs Bärlein angesprochene Problem hatte ich mir vor gut zwei Jahren schon einmal Gedanken gemacht, und zwar im Zusammenhang mit dem 30-Jährigen/30-jährigen Krieg, siehe hier. Vielleicht sollte man das Problem einmal dem Rat zur Begutachtung vorlegen.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2009 um 09.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4697


@"Urs Bärlein"
Und wie soll das bei der Silbentrennung am Zeilenende funktionieren?
Siebzehn-Jährige etwa? Sicherlich nicht nach Springer-Manier mit der Hackmessermethode: Siebzeh-njährige, oder wie der Elekt-roschock, letzteres so gefunden.
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2009 um 08.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4695


Ausgeschrieben hätte die Überschrift schließlich "Siebzehnjährige Schülerin..." lauten müssen, in herkömmlicher wie in reformierter Orthographie. Herr Riemer hat da, glaube ich, eine sehr interessante Beobachtung gemacht. Wenn schon Ziffern vermeintlich nicht für Majuskeln eintreten können, warum sollte dann im Fall der – positionsbedingten – Großschreibung von Adjektiven anderes gelten als für Substantive?
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Karin Pfeiffer-Stolz
Düren

Dieser Beitrag wurde am 08.03.2009 um 06.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4694


Herrn Riemer:

Lautet der Satzanfang etwa auf: "Jährig?"
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 07.03.2009 um 23.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4691


Ich finde ja "17-Jährige Schülerin" auch bescheuert, egal wo, aber in sich ist der Neuschrieb an dieser Stelle schon konsistent, denn am Anfang von Sätzen und Überschriften werden auch Adjektive groß geschrieben.
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 07.03.2009 um 18.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4689


Lieber Herr Ludwig,
die 17-Jährige Schülerin in der Überschrift und die 17-jährige Schülerin im Text sind ein gutes Beispiel für die Gedankenlosigkeit, mit der insbesondere beim Springer-Verlag gearbeitet wird. Ich gehe mal davon aus, daß das Textprogramm für den Schreiberling beide Formen (Substantiv und Adjektiv) bereithält, er sich aber nicht der Mühe unterzieht, selbst zu denken. (Wie einfach wäre doch die 17jährige... !)
Eine Zeitlang habe ich den jeweiligen Redaktionen des Verlags Fehler, die besonders ärgerlich waren, vorgehalten, bis ein stellvertretender CR, dem ich wohl auf den Nerv ging, fragte, was ich eigentlich von ihm wolle.
Meine Antwort: Ich sammle Zeitungsmurks.
Seine lapidare Antwort: Dann haben Sie ja eine dankbare Aufgabe, viel Spaß.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 07.03.2009 um 15.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4687


Was für eine *Welt*: "17-Jährige Schülerin verlässt entnervt 'DSDS'
Sie war dem Druck nicht gewachsen: Bei der Casting-Show 'Deutschland sucht den Superstar' hat die 17-jährige Schülerin Vanessa Civiello aufgegeben." (Welt.de, 7.3.09)
So schwer ist es doch nun wirklich nicht, ein Eigenschaftswort von einem Hauptwort zu unterscheiden. Aber das kommt davon, wenn man sich von Nichtskönnern einreden läßt, wie man denn neu gefälligst zu schreiben hätte, und man kommt ganz durcheinander, nicht wahr, ja.

Aber auch stilistisch geht's da durcheinander: "Opel hat noch keinen Cent Steuern gezahlt // Die Regierung ist mit Staatshilfen für Opel zurückhaltend. Das hat einen guten Grund. Der Autobauer Opel hat einem Bericht zufolge in Deutschland noch keinen Cent Steuern bezahlt." Steuern zahlt man; man bezahlt sie nicht. Aber Opel weiß das ja auch nicht so richtig. Aber die bauen Autos, nicht Texte.
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Karin Pfeiffer-Stolz
Düren

Dieser Beitrag wurde am 27.02.2009 um 20.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4650


Das ist doch zu drollig, das muß ich einfach hier einstellen:

Im Versandkatalog von "pro idee" gefunden:

"Ein Maulwurf geplagter Gartenbesitzer berichtet..."
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 26.02.2009 um 21.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4644


"Der bereits mehrfach wegen Volksverhetzung vorbestrafte habe unter anderem..."

Das geht nun auch wieder zu weit.

Springers WELT KOMPAKT heute.
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Arno Pielenz
Cottbus

Dieser Beitrag wurde am 25.02.2009 um 09.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4636


Ein Mal ist kein Mal.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.02.2009 um 02.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4635


Na, es geht doch auch mal vernünftig, selbst bei *Bild*: "Graf, die beim traditionsreichen englischen Turnier siebenmal im Einzel triumphierte." (www.bild.de [Newticker], 24.02.09)
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 24.02.2009 um 12.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4630


Wer wird hier gestört oder nicht gestört?
"Der Mond stört ausnahmsweise Mal nicht, da Neumond ist."
(stern.de)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.02.2009 um 21.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4624


Einmal ist offenbar kein Mal: "Über ihre Arbeit hat die Literaturstudentin aus Nantes ein Buch geschrieben – es wurde in Frankreich ein Bestseller (über 100 000 Mal verkauft). // Lesen Sie mal, was sie alles erlebt hat*: [...]" (www.bild.de)
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Robert Roth
Gau-Algesheim

Dieser Beitrag wurde am 14.02.2009 um 23.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4607


>Zwischenzeitlich hat sich Vieles geändert.<
Braver Reformschrieb der OFD Koblenz.
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 08.02.2009 um 19.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4575


Heute auf der Startseite des Programms des ZDF: "Schweden von Innen besuchen". Die gleiche Schreibung findet sich auch im Titel des dazugehörigen Kurzfilms.

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,7265773,00.html
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.02.2009 um 19.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4541


"Ackermann schwimmt zurecht gegen den Strom" (*Welt.de*, 05.02.2009,9:10 Uhr) — Unsre arme Welt!
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 05.02.2009 um 08.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4532


Die EU ist zu israel-freundlich - und so Mitschuld an den Toten, meint Carsten Kühntopp

(tagesschau.de, 5. Januar 2009)
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2009 um 11.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4511


Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich durch die "Reform" übermäßig sensibilisiert wurde, aber ich glaube doch mehr, daß durch die Reform, wie auf diesen Seiten schon öfter dargelegt, das Sprachempfinden der Allgemeinheit gestört wurde, so daß jetzt nach vermeintlichen oder tatsächlichen, insgesamt natürlich widersprüchlichen "Regeln" geschrieben wird.
Mein Fundstück - und ich glaube nicht, daß früher jemand auf eine solche Idee gekommen wäre:
"Mit kleinen Scherzen, aber auch mit freundlichen wie bestimmten Gesten, wenn etwa das deplazierte Klatschen oder Husten im Konzert Überhand nimmt."
(Über Thomas Quasthoff in Mobil, dem Magazin der Deutschen Bahn, 1/2009; deplaziert übrigens tatsächlich ohne t!)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2009 um 00.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4509


Aus dem offiziellen Prospekt zur Neuverfilmung "Effi Briest" über den Originalroman von Fontane:

"Das Buch vibriert geradezu vor Sexualität, aber der Text gibt sie nicht Preis."

Wenn wir anhand solcher Beispiele die "RSR" anprangern und ihr die Hauptschuld geben, dann frage ich mich oft, wie war das eigentlich vorher, gab es da nicht auch schon solche Fehler?
Mir selbst ist das früher nicht so aufgefallen. Aber vielleicht liegt das nur daran, daß wir durch die "Reform" sehr sensibilisiert wurden? Ich glaube, früher habe ich sowas einfach meistens überlesen. Gibt es Untersuchungen darüber, wie sich Falschschreibungen von solchen Wörtern nach der "Reform" verändert haben, die davon eigentlich gar nicht betroffen sind oder waren?

wert sein und preisgeben (du gibst preis) haben sich nie geändert, aber z.B. Kopf stehen war laut 21. bis 23. Duden tatsächlich (man glaubt es kaum) nur so erlaubt. Erst der 24. Duden schreibt wieder kopfstehen und ich stehe kopf als einzige Möglichkeit vor, und zwar ganz unschuldig schwarz auf weiß, als hätte es Nr. 21 bis 23 nie gegeben.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 30.01.2009 um 00.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4502


"Mannheim ist immer eine Reise Wert"
(Wochenblatt Mannheim, 29.1.09, S. 2)

Dafür aber dann im gleichen Artikel:
"Außerdem habe die Stadt mit dem Schwerpunkt bei den 20 bis 29-jährigen ein sehr junges Publikum."

Das nennt man wohl ausgleichende Gerechtigkeit, sowohl bei der GKS (wegen den neuen Jährigen) als auch beim Bindestrich.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.01.2009 um 08.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4490


Jedermann jetzt auch am Rechner: "Nach Informationen von „stern.de“ waren mehrere hundert Daten von Neukunden über einen einfachen Internet-Link tagelang für Jedermann abrufbar." (www.bild.de, News-Ticker)
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 20.01.2009 um 20.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4466


Heute in der SÜDWESTPRESSE in einem Beitrag über längere Partnerbeziehungen:
"Gleich und Gleich gesellt sich gern" und dies sowohl in der Überschrift als auch im Text, also kein Tippfehler.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.01.2009 um 18.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4455


Uneinigkeit bei so einigem:
Welt.de, 17.01.2009, aktuelle Nachrichten von 20:56 Uhr:
"Die Vorstellung, dass ich jetzt dort stehen und als 44. Präsident eingeschworen werde, ist etwas, dass unsere Kinder hoffentlich als selbstverständlich ansehen werden." Aber dann eben doch auch, Gott sei Dank: "Jeder einzelne von uns trägt Verantwortung für die nächste Generation, das will ich vermitteln [...]"
Welt.de, 18.01.2009, aktuelle Nachrichten von 17:50 Uhr, aber:
"Dabei geht es bei der Landtagswahl um Einiges: Im Raum steht nicht nur die Frage, [...]"
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 18.01.2009 um 12.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4454


Sind Sie ein Erster? Glückwunsch! Dann dürfen Sie heute wählen:

»Das Superwahljahr 2009 ist eröffnet. Als Erste sind die Hessen dran: Nach nur einem Jahr müssen sie am heutigen Sonntag erneut einen Landtag wählen.«

SPIEGEL ONLINE, 18.01.2009
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 17.01.2009 um 14.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4451


Heute (17.01.2009) mal wieder in der SÜDWESTPRESSE:

"Jeder, der ein Bisschen etwas von Selbstständigkeit (sic!) versteht, weiß: Das geht nicht mehr."

Und es geht noch weiter, auf der gleichen Seite in einem Artikel über Obama:
"Nah ran kommen nur ganz Wenige."
"Bei der historischen Amtseinführung will man erst Recht nichts anbrennen lassen."
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Karsten Bolz
Hofheim

Dieser Beitrag wurde am 15.01.2009 um 15.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4443


Die reformierte Groß- und Kleinschreibung ist ja so einfach! Das beweist uns heute Spiegel Online mit einem Beitrag über die Firma Borgward. In der Nachrichtenübersicht heißt es:

Sie waren einmal das Maß der Dinge: Die Wagen aus den Bremer Borgward-Werken gehörten in den fünfziger Jahren zu den begehrtesten Autos auf deutschen Straßen. Dann ging die Marke Pleite.

Der Beitrag selbst liest sich dann so:

Sie waren einmal das Maß der Dinge: Die Wagen aus den Bremer Borgward-Werken gehörten in den fünfziger Jahren zu den begehrtesten Autos auf deutschen Straßen. Dann ging die Marke spektakulär pleite.

Na wie denn nun?
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 14.01.2009 um 23.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4431


SZ, 9.1.09, alles auf Seite 11, Hervorhebungen von mir:

"In der Wilderness gehen einmal mehr die Bataillone in Stellung: Die Einen kämpfen für die Würde eines historischen Ortes, ...; die Anderen streiten, ganz gegenwärtig, für eine ökonomische Chance in Zeiten der Krise, ..."

Die einen und die anderen beziehen sich auf die Bataillone, das sollte also m.E. auch im obigen Satz alles klein geschrieben werden. Aber dies:

"Und dort stirbt ganz eindeutig einer, weil er in eine Welt gerät, die nicht mehr die seine ist."

Hier ist klein nun gerade falsch, denn in die seine Welt kann er nicht geraten, hier sehe ich es als echte Substantivierung: die Seine.

(Korrektur: Danke für die Diskussion dieses zweiten Punktes an dieser Stelle, "die seine" ist richtig geschrieben.)

Folgendes ist nicht GKS, aber weil's gerade auf derselben Seite steht:
Aufei-nandertreffen und Ausein-andersetzung
(Der erste reformierte Duden ließ nur ei-nander zu, genau wie das DUW 2003.
Der letzte Duden erlaubt beides.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2008 um 18.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4392


"Für Viele auf der Welt hat das Neue Jahr bereits begonnen / Hamburg (dpa) - [...]" (© Die Welt [Newsticker] am 31.12.2008 um 14:49 Uhr) — Na, dann Prosit Neujahr allen! Jedenfalls nicht nur Herrn, Frau oder Fräulein Viele.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2008 um 14.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4387


Mannheimer Morgen, 31.12.2008, S. 14 (Hervorhebungen von mir):

"Wer einen anderen einen "Dummschwätzer" nennt, muss ihn darum nicht unbedingt beleidigt haben. Zwar sei die Wortwahl ehrverletzend, entschied das Bundesverfassungsgericht. Sie sei aber erst dann eine Schmähung, wenn nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache im Vordergrund stehe, sondern die Diffamierung des Anderen."
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Urs Bärlein
*

Dieser Beitrag wurde am 28.12.2008 um 17.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4379


"Licht von Oben oder von anderen Planeten" (FAZ, 27.12.08, S. 32; Überschrift)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.12.2008 um 21.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4346


Ist *Bild* (Bild.de, 12. Dez. 08, 18:13) wenigstens auf dem richtigen Wege mit "Der 48-jährige habe am Nachmittag in seiner Firma in Köln-Poll eine Papierladung auf Fremdstoffe untersucht [...]", oder ist da bei Springer (vgl. #4106) heutzutage halt sowieso eben vieles falsch? — Aber hier sind die ganz sicher auf dem falschen Weg: "Hannover (dpa) - Nach der Ausstrahlung der Dokumentation «Recht zu Sterben» über einen begleiteten Selbstmord im britischen Fernsehen hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann die öffentliche Zurschaustellung des Themas scharf kritisiert." © Die Welt (newsticker) am 12.12.2008 07:07 Uhr
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 11.12.2008 um 08.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4344


Unter der fetten Überschrift "Vielfalt am Reizvollsten" schreibt der Mannheimer Morgen heute auf Seite 13:
"Für mich ist die Vielfalt hier am Reizvollsten."
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Roger Herter
Basel

Dieser Beitrag wurde am 10.12.2008 um 08.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4339


Bereits seit 2002 – wie ich gerade lese – läuft in der ARD eine Serie mit dem Titel
"Um Himmels Willen".
Ein Versehen? Kaum, da sich diese Schreibung bis heute gehalten hat. Vielleicht
ein Wortspiel, das sich dem nicht-katholischen Humor arglistig verschließt?

Ach, es ist viel simpler. Man hat den Fehler eben erst bemerkt, als schon über ein Dutzend Folgen abgedreht waren. – Was war da zu tun?
Gar nichts, wie ein Wiki-Artikel enthüllt: "Die Redaktion entschied sich gegen eine kostenintensive Korrektur."

(Das 'Buch zur Serie' heißt übrigens – "Um Himmels willen".)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2008 um 13.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4185


Zuerst hatte ich es eigentlich auch soherum verstanden. Aber dann bin ich auf die wohl nur sarkastisch gemeinte Bemerkung von Herrn Burger hereingefallen.
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2008 um 12.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4184


Ich fand ganz klar, was Herr Wagner sagen wollte. Ich habe neulich etwas Ähnliches in der "Süddeutschen" gelesen. In einer Überschrift zu einer Buchbesprechung stand "Das Kapital – auf katholisch". Eigentlich hätte die reformgläubige SZ in Analogie zu "auf Deutsch" doch Großschreibung wählen müssen.
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2008 um 10.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4183


Lieber Herr Burger, bevor Sie die Firma dazu verleiten, unnötigerweise auf neue Rechtschreibung umzusteigen, bisher schrieb man "ich sage es auf deutsch, auf russisch, auf englisch, ..." Mir war nicht ganz klar, wie Herr Wagner das mit dem "auf orientalisch" meinte, aber auch wenn es keine Sprache ist, so ist es formal die gleiche Konstruktion und sollte m.E. auch klein geschrieben werden.
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Heiko Burger
Furtwangen

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2008 um 09.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4182


Danke für den Tip!

Der "Arabische Gewürztee" der Marke "Bad Heilbrunner" ist meine Hausmarke.
Werde die Firma mal anschreiben, zwecks Rechtschreibung.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.11.2008 um 08.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4175


Arme WELT: "Luxus beeindruckt mich nicht im Geringsten" (im Titel) / "Mich beeindruckt Luxus nicht im Geringsten" (im Artikel, Welt.de, 7.11.08). Ja, dann wo denn?
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 09.11.2008 um 14.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4163


Auf der Schachtel des "Arabischen Gewürztees" der Marke "Bad Heilbrunner":

"Bekömmlichkeit auf orientalisch!"

Weil es hier offenkundig keine andere sinnvolle Möglichkeit gibt, wird orientalisch klein geschrieben – trotz des auf. (Ob das wie bei dem legendären Spinnefeind noch zu einer Regeländerung führt?)
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 08.11.2008 um 05.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4157


Mannheimer Morgen, 8.11.2008, Beilage S. 3:

"Das wichtigste ist das Erwachsen werden."

(Dies hätte auch zu GZS gepaßt, aber wegen der beiden "das" setze ich es hierher.)
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2008 um 18.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4145


FAZ.net, 3. 11. 2008:

Deutsch-türkisches Fernsehen
Das Experiment ist fürs Erste gescheitert
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2008 um 14.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4119


Ja, so muß sie dann wohl heißen. Mir gefällt das Substantiv auch weder im Nominativ noch in der Präpositionalgruppe, aber es geht ja hier um GKS, nicht um Stilfragen. Deshalb meine ich, man kann eine Theorie "von allem" (von allen Dingen) oder "von Allem" (von der Gesamtheit aller Dinge) machen. So wird es wohl in der Zeitschrift gemeint sein.
Da es dort um Materie geht, meint die "Theorie von Allem" wahrscheinlich die sog. Weltformel, die einheitliche/vereinheitlichte bzw. allumfassende Theorie.
Jedoch nicht so wie Bill Bryson, der in seinem Buch "Eine kurze Geschichte von fast allem" wirklich über fast alles schreibt. Trotzdem denke ich, daß das "Spektrum d. W." genau von diesem Buchtitel inspiriert ist. Oder sie haben die „Theory of Everything“ einfach wörtlich übersetzt, statt den üblicheren Ausdruck zu verwenden.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2008 um 11.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4118


Und diese Kategorie würde dann "das Alles" heißen? Na prima!
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Manfred Riemer
Mannheim

Dieser Beitrag wurde am 29.10.2008 um 10.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4116


Ich denke aber, daß in diesem Fall "Alle" als physikalisch-philosophische Kategorie gemeint ist, es ist als ein abstraktes Substantiv (Substantivierung) zu verstehen. Das ist ähnlich wie bei dem Gegensatz zwischen dem Besonderen und dem Allgemeinen.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 28.10.2008 um 17.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4113


Die Titelseite des Novemberheftes von Spektrum der Wissenschaft wartet mit folgendem goodie auf:

Wann gibt es die Theorie von Allem?
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verschoben


Dieser Beitrag wurde am 28.10.2008 um 08.42 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4110


Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 26.10.2008 um 14.53 Uhr

Im Allgemeinen aufgespürt

Im Rahmen einer Diskussion um die Sommerzeitumstellung wurde nunmehr aufgedeckt, wo sich das Allgemeine befindet:

Wobei Funkuhren in Wien und sogar 70 km südlich davon im Allgemeinen problemlos funktionieren.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2008 um 16.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4108


Untote Putzkolonne: »Die getöteten Soldaten kehren Heim« (welt.de)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2008 um 17.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4106


Weiterhin vorbildlich Schwierigkeiten mit den bindegestrichelten Jährigen: "Der 59-jährige erhielt auf dem Parteitag in München 90,34 Prozent der Stimmen." (Welt.de, 25.10.08, 16:21)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 20.10.2008 um 16.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4090


"Auf Nichts verzichten - und trotzdem schlank bleiben"

(ZITTY SPEZIAL KOCHEN + GENIESSEN 2008/2009)
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 16.10.2008 um 19.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4077


Auch die TAZ lernt es wohl nie:
"Wer ist Schuld an Rosamunde Pilcher?"

Guckst Du hier: www.taz.de
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2008 um 05.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4049


Kinder, lernt Deutsch mit Welt Online (12.10.08, 10:51): "In dem Buch 'Anwalt-Deutsch – Deutsch-Anwalt' verrät Jurist Dr. Ralf Höcker die Geheimnisse eines ganzen Berufsstandes. Die Juristensprache hält er für eine Plage und er weiß, was Anwälte wirklich denken. WELT ONLINE zeigt, wie sie in Zukunft im Gerichtssaal erfolgreich mitreden können." — Na, endlich können auch die das lernen, mit Welt Online.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 08.10.2008 um 00.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4019


»Von Außen ernten wir Kritik dafür, dass es nicht mehr so einfach proportional geht.«

Berliner Zeitung, 10.03.2006
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 07.10.2008 um 19.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4017


"Wie Sie lernen, Abends abzuschalten"

(sueddeutsche.de, 7.10.08)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2008 um 23.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4009


»Stempfle blieb Zeit seines Lebens von einem Mord an Pöhner überzeugt [. . .].« (Othmar Plöckinger: Geschichte eines Buches. Adolf Hitler: Mein Kampf, München: Oldenbourg, 2006 (»Eine Veröffentlichung des Instituts für Zeitgeschichte«), S. 136.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 05.10.2008 um 13.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#4000


§ 55 Abs. 4 E 2 und die häßliche Wirklichkeit:

»Gold gilt als Vermögensabsicherung par Excellence.«

SPIEGEL ONLINE, 02.10.2008
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 10.09.2008 um 11.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3888


Gesund Genießen! 21 wunderbare Kochgeheimnisse
(in großen Lettern auf der Titelseite von TV Hören und Sehen, Nr. 36, 2008)

"Können Sie angesichts dieser Superlative und großen Worte verstehen, dass Manchen ein bisschen bange wird?"
(Süddeutsche Zeitung, 9. Sept. 2008)

An anderer Stelle mitten im Satz: Vormittags
(Vielleicht soll man sich da "eines" hinzudenken.)
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 23.08.2008 um 09.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3818


Sabine Hilliger:

Richtig schreiben Neues bei der Umlautschreibung
Kölner Stadt-Anzeiger - vor 14 Stunden gefunden
Von Sabine Hilliger, 22.08.08, 18:13h

Die klangliche Ähnlichkeit zwischen „ä“ und „e“ ist Schuld daran, dass nach der Rechtschreibreform zahlreiche Worte anders geschrieben werden müssen - wie das Quäntchen, überschwänglich oder die Gämse.

http://www.ksta.de/html/artikel/1218660405286.shtml

(Über Google News gefunden)
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Walter Lachenmann
Waakirchen

Dieser Beitrag wurde am 22.08.2008 um 21.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3817


WELT-ONLINE
22.08.2008

Wenige Zeilen unter dem „DUDEN-QUIZ“
„Beherrschen Sie die deutsche Sprache?“:

Chodorkowski hat sich nie Schuldig bekannt.

Quizfrage: „Beherrscht die WELT-Redaktion die deutsche Sprache?“
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2008 um 23.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3805


Der "taz" ist als echtes Revoluzzerblatt ohnehin alles gleich. Ob die Osteuropäer ihre Solidarität mit Georgien als erste oder als erstes zeigten, ist für die "taz" egal. Schlimm ist für die "taz", daß sie es taten, ohne vorher Putin oder wenigstens in Stellvertretung ihres ideologischen Obermeisters die "taz"-Redaktion (d.h. die Diskursoberen) zu fragen, ob sie so etwas denn dürfen.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2008 um 04.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3791


Und als Zweites?
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 19.08.2008 um 18.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3780


Als Erstes haben die Osteuropäer Solidarität mit Georgien gezeigt.

(www.taz.de von heute)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2008 um 07.52 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3756


Wo das Jährige den Spellcheck überfordert:
"Die 24-Jährige Blondine hat schon so manchem berühmten Mann den Kopf verdreht." (SZ.de, 12.08.2008 07:29)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 04.08.2008 um 19.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3711


Susi's Imbissstube aber nicht zu vergessen.
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 04.08.2008 um 18.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3710


Von in’s habe ich im Zusammenhang mit der Reform noch nie etwas gehört. Alle vier reformierten Rechtschreibduden führen im Wörterverzeichnis die Schreibweise ins als einzige auf. Insgesamt hat die Reform den Gebrauch von Apostrophen meines Wissens eher zurückgedrängt als ausgeweitet (z.B. gehts neben geht’s; andererseits Adelung’sche / adelungsche Schreibweise statt Adelungsche Schreibweise).
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.08.2008 um 18.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3709


"Die Zwei haben Berlin heute Mittag verlassen und sind jetzt in Hamburg. Sie konnten bestimmen, wo die beiden übernachten. Nur so viel: Eine Nacht im Hostel bleibt ihnen erspart. [...] Reise ins Blaue" (www.welt.de)
Naja, Zahlwörter nach Artikeln! Und: War bei "ins" nicht reformerisch auch mal auf einmal ein Apostroph vorgeschrieben?
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Karsten Bolz
Hofheim

Dieser Beitrag wurde am 04.08.2008 um 14.22 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3707


Spiegel ONLINE heute (Beitrag "Betrüger verticken fiktive Olympiatickets"):
Montag früh deutscher Zeit war die Seite beijingticketing.com noch online, ...
Wer sagt denn, daß es nicht geht?
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2008 um 19.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3660


Natürlich hapert es in diesem Zitat vor allem mit der Stilistik. Da kämpft ein Lehrer an allen Fronten und muß dabei Schülerberge miterleben. Noch näher am Ersten oder Zweiten Weltkrieg kann man kaum formulieren.

Sodann ist der Relativsatz zwar durchaus noch verständlich, aber leider nicht mehr als solcher zu identifizieren. Die Entfernung des Relativsatzes vom Bezugswort ist noch erkennbar (ich wollte hier durchaus extemporieren), aber die Grammatikkenntnisse des Schreibers sind dafür kaum noch erkennbar.

Vielen Dank, Herr Achenbach. Der verrutschte Konjunktiv I ist ebenfalls wunderbar. Egal, ob der arme Sepp Mechler nun im Kittchen sitzt oder nicht mehr unter den Lebenden weilt. Wenn man wirklich lernen will, wie die indirekte Rede zu meistern ist, dann lese man Thomas Mann. Nicht etwa Heinrich Böll, denn der hätte auch so einen Satz geschrieben.

Aber wo gehört das Zitat nun hin? Die Groß- und Kleinschreibung ist ja tatsächlich nur ein Bonbon aus einer ganzen Wundertüte.
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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2008 um 18.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3659


Armer Herr Mechler!
"Das alles hätte Mechler miterlebt und mit Bravour gemeistert" (wenn er nicht so früh gestorben wäre?).
Und daß er als verdienter Volksschullehrer auch noch im Arrest sitzen mußte!
Doppelt armer Herr Mechler!
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2008 um 17.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3656


Zum kämpfenden Gestein:
Naja, die "Schülerberge" haben eigentlich mehr mit Stil zu tun, und ich verstehe schon, was damit ausgesagt werden soll, schnell und ohne weitere Verwirrung. Die einstens gängigen "Lehrkörper" und ihr "Schülermaterial" sind allerdings im Laufe der Zeit wohl in den Hintergrund gekommen, zeugten sie doch von einer nicht ganz korrekten Sicht. Naja, und dem Relativpronomen "der" hätte zwar ein Komma davor geholfen, aber so weit wie im Warnsatz "Der Ballon flog über den Garten des Professors, welcher platzte" ist es nun auch wieder nicht vom Bezugswort entfernt, daß man es auf jeden Fall in Frage stellen müßte. — Einprägsame Klasse ist: "Lebenslanges Lernen dank der Rechtschreibreform!"
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Oliver Höher
Braunschweig

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2008 um 14.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3654


Lieber Herr Wagner,

Ihr Zitat müßte eigentlich gleich unter verschiedenen Rubriken eingestellt werden, so ergiebig ist es.

Es gibt anscheinend nicht nur Probleme mit dem neuartigen Relativpronomen "dass", auch mit "der" eingeleitete Relativsätze geraten zunehmend in Vergessenheit.

Nun hat sogar der/die/das Gestein nach der Sommersonnenwende die oszillierende Angewohnheit, das Genus je nach Präfix zu wechseln, weshalb es zwar noch das Gestein, aber der Urgestein ist. Demnach wäre es jetzt auch die Großmutter, aber dann wohl der Urgroßmutter. Bleibt zu hoffen, daß die Schüler "an vielen Fronten" auch diese neue Grammatik mit Bravour meistern.

Daß man Schüler wie Berge auftürmen kann, war mir auch neu. Merke: Genuswechsel beim Präfix "Ur-" und Schüler sind neuerdings stapelbar. Lebenslanges Lernen dank der Rechtschreibreform!
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 23.07.2008 um 21.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3651


"Prüfer behält Recht

Der Prüfer von damals hatte recht. Heute sei Sepp Mechler ein "pädgagogisches Urgestein" der an vielen Fronten kämpfen musste, sagte Kiesel. Vier Bildungspläne, erst Lehrermangel, dann Lehrerschwemme, Schülerberge, Raummangel, die Rechtschreibreform, die Einführung von Computertechnik - das alles hätte Mechler miterlebt und mit Bravour gemeistert."

(Schwäbische Zeitung vom 19. Juli 2008, http://www.szon.de/lokales/leutkirch/isny/200807190289.html)
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Peter Küsel
Norderstedt

Dieser Beitrag wurde am 03.07.2008 um 14.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3560


"Auf die Europameisterschaft trifft es wieder Mal zu: Der Star ist die Mannschaft."

("Immer eine Lösung", Kommentar von Klaus Hoeltzenbein, SZ vom 28.06.2008)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 28.06.2008 um 01.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3536


"Aber nichts für Ungut." (www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/518/182950/4/)
"(Gallmann möchte ja, daß man nach Präpositionen generell großschreibt [#3533], ...)." Wo sagt er das?
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Dieser Beitrag wurde am 27.06.2008 um 16.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3533


Kommentar von MG, verfaßt am 27.06.2008 um 16.17 Uhr

Solange es nicht die Ausgabe von Heute ist, geht es doch noch, oder? (Gallmann möchte ja, daß man nach Präpositionen generell großschreibt, und "von" ist nun einmal Präposition).


Kommentar von Mike R., verfaßt am 27.06.2008 um 15.55 Uhr

Auf den Internetseiten der Münchner Abendzeitung findet sich heute die Schlagzeile

"Der alte Mann will Mehr"

(http://www.abendzeitung.de/sport/36438)
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K. Bochem
Köln

Dieser Beitrag wurde am 24.06.2008 um 01.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3507


die einen - die Anderen und anderes

Der Kölner Stadt-Anzeiger zeigt am 17.6.08 auf seiner "Seite zwei" (Tagesthema) das dpa-Foto eines Warnstreikplakats der IG Metall mit folgender Aufschrift:

"Was für die einen der
Wohlver diente
Ausstieg
ist für die Anderen der
langer sehnte
Einstieg"

(Ausstieg und Einstieg sind etwa acht bis zehn Leerstellen eingerückt zu sehen, die sonstigen Abstände entsprechen dem Fotoabdruck)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.06.2008 um 17.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3489


Naja, SZ-Redaktion (sueddeutsche.de):
"Die Farbe Lila - wenn schwule Priester Heiraten"
Dann aber doch mal:
"die deutsche Fußball-Auswahl mit dem mühselig erstocherten 1:0 (0:0)-Sieg gestern abend in Wien".
Sodann jedoch wieder:
"Kann Bayern Dasselbe von sich behaupten?"
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.06.2008 um 20.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3473


Ich glaube, unter der Haube "Kein Thema" redaktionell abgesichert denken die gar nicht mehr an Rechtschreibung: "Auf ihrem Augsburger Parteitag am vergangenen Wochenende hatten die Delegierten der Grünen mehrheitlich dafür gestimmt, alle religiösen Symbole aus Bayerns Schulen zu Verbannen." (www.sueddeutsche.de/,ra13m1/bayern/artikel/243/179691/)
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 11.06.2008 um 18.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3472


Heute im Schwäbischen Tagblatt: "dass die Kilometer-langen Staus auf der L389..." Diese Schreibung (Zerlegung eines Adjektivs in ein groß geschriebenes Substantiv und ein klein geschriebenes Adjektiv, beides mit Bindestrich verbunden) scheint mittlerweile zur "Hausorthographie" dieses Blattes zu gehören. In der mir vorliegenden 22. Ausgabe des Duden ist ausschließlich kilometerlang zu finden. Wahrscheinlich wird das Tagblatt demnächst auch schreiben: Meter-hoch und Meter-lang.
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Karin Pfeiffer-Stolz
Düren

Dieser Beitrag wurde am 10.06.2008 um 05.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3466


Über "Uns": Dies scheint sich zu verbreiten. Wir stehen am Beginn einer Revolutionierung der Orthographie. Wie lange werden die in der Angelegenheit selbst maßgeblich Beteiligten diesem Treiben schweigend zusehen?
Lesen wird zum Ratespiel. Nun gut: spielen wir nicht alle gern, auch mit anderen als mit runden Sachen?
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 09.06.2008 um 23.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3464


Über Uns
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Walter Lachenmann
Waakirchen

Dieser Beitrag wurde am 03.06.2008 um 14.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3435


Wie steigert man "gut"?

Die Kinder, denen zuliebe die SZ auf die neue Rechtschreibung umgestellt hat, lernen es dort so:

gut – besser – am Besten.

"Er ... unterstützt die Parole 'weitermachen' ... – am Besten durch einen neuerlichen Verkauf." (SZ vom 3.6.08, Seite 13, Feuilleton, "Von Verrat ist keine Rede").
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 25.05.2008 um 22.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3379


Als ich meinen Beitrag schrieb, stand der Satz ganz unten auf der verlinkten Seite. Er ist wohl ersatzlos gestrichen.
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 25.05.2008 um 21.55 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3378


Diese Stelle kann ich in dem Artikel nicht finden; wurde da etwas geändert?
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 25.05.2008 um 00.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3375


»Als Geldgeber und -beschaffer ist ihm« (dem NPD-Vorsitzenden Udo Voigt) »der als wohlhabend geltende Rieger sehr Recht.« (Spiegel online, ›Rieger gewinnt Machtkampf auf offener Bühne‹, 24.5.2008)
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Martin Valeske
Kohlberg

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2008 um 15.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3365


Wert ist ein Substantiv, also auch zum Abschied von "Titan" Oliver Kahn:

Die Episode aus Kahns ereignisreicher Vita ist in diesen Tagen unbedingt eine Erinnerung Wert, jetzt, da eine Saison zu Ende geht, welche die hiesigen Torhüter wohl so schnell nicht mehr vergessen werden.

Süddeutsche Zeitung, 15.05.2008, S.41
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2008 um 15.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3364


… Himmelsscheibe von Nebra. Landesarchäologe Harald Meller verrät auf SPIEGEL ONLINE, wieso das legendäre Archäologen-Fundstück mehr Wert ist als jeder Picasso - und wie viel Show die Wissenschaft verträgt.

Spiegel online 22.05.2008
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,554338,00.html
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2008 um 14.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3363


Bitte diese Beobachtungen auch der FR mitteilen. Danke.
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David Weiers
Troisdorf

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2008 um 13.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3362


Aha: "Paul fährt mit dem grünen Auto."
Vor "grünen" steht ein Artikel, folglich ist "grünen" ein Substantiv. Also: "Paul fährt mit dem Grünen Auto."

Richtig umgesetzt?

Nää, nää...
Die Folgerungen aus solchen Binsenweisheiten erinnern überdies stark an die Orthographie des 19. Jahrhunderts, als es ja durchaus üblich war, "Alles", "Vieles", "die Einen", "Einige" usw. zu schreiben.

Sollte man den lieben Damen und Herren Reformerinnen und Reformern mal in ihre Gesichterinnen und Gesichter saginnen und sagen... äh... ja. Ganz vorsichtig und behutsam aber! Schließlich darf man ja niemanden/niefrauden vor seinen/ihren Kopfin und Kopf stoßen; es wird in Volkspädagoginnen- und Volkspädagogenkreisen nämlich nicht gern gehört. Kann man/frau ja verstehinnen und verstehen: wer/werin (huch?!) hörte schon gerne, daß er/sie mental ja eigentlich wilhelminischer/wilhelmina-... ja... "-ischer" ist, als es damals im KaiserInnenreich jemals gewesen sein könnte? Eben: niemand/niefraud.

Oder so halt...

Ach: alles Unsinn! Mist! Humbug! Weg mit dem ganzen Reformgedöns! So langsam müßte aber doch auch der bornierteste Verlagsfutzi gemerkt haben, daß der Spaß endlich vorbei ist!
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Michael Mann
Dormitz

Dieser Beitrag wurde am 22.05.2008 um 13.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3361


Herr Ludwig:
In der Frankfurter Rundschau fand sich vor ein paar Tagen (18.05.) ein weiterer Teil von Frau Hilligers Rechtschreib"erklärungs"aktion. Dort steht zum Beispiel:

Außerdem ist es ein bisschen leichter geworden, Substantive zu identifizieren. Immer, wenn ein Artikel vorhanden ist, wird großgeschrieben, auch wenn die Ursprungswortart eine andere, etwa ein Adjektiv ist: "Mama ist die Beste. Darüber bin ich mir im Klaren."

Also demnächst auch: "Peter gehört das rote Auto und Petra das Grüne"? Oder: "Fritz hat ein tolles Auto, aber Frieda hat ein Besseres"? Oder vielleicht sogar: "Mama ist die Bessere Hälfte von meinem Vater"? Schließlich ist auch hier ein Artikel "vorhanden" ...
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 21.05.2008 um 14.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3350


»Konkret sollen der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU-Parteivize und Bundesagrarminister Horst Seehofer sowie Europaminister Markus Söder, unter Stoiber noch Generalsekretär, ein Verschwörertrio gebildet haben. Die Drei dementierten entsprechende Meldungen gestern.«
(Mitteldeutsche Zeitung, 4. April 2008, Seite 4. Hier ist nicht klar, ob es sich um einen redaktionellen Text oder um Agenturmaterial handelt.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.05.2008 um 22.14 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3341


"[...] Chefin des Münchner Circus Krone, dem Größten in Europa." (Bild.de, 20. Mai) — Wann würde eigentlich eine attributive Adjektivform ohne Substantiv noch klein geschrieben werden? Oder gibt's sowas nicht mehr?
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Jan-Martin Wagner
Halle (Saale)

Dieser Beitrag wurde am 19.05.2008 um 17.51 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3332


»Radiästhesie nennt das Umwelt-Lexikon die Lehre über die Fähigkeit, Strahlungen und Schwingungen zu erspüren, Apperzeption die bewusste Verarbeitung des Erspürten. Und entgegen landläufiger Meinung, sagt das Lexikon, könne Jeder das Wünschelrutengehen erlernen.«
(Wochenspiegel Halle [ein Anzeigenblatt, kostenlos], 14. Mai 2008, Seiten 1 und 3)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.05.2008 um 22.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3327


Na, wie legt man sich's Recht denn nun bei der FAZ zurecht? "Alle aktuellen Umfragen [/] Koch lehnt Rückkehr in Tarifgemeinschaft der Länder ab - zu recht?" (FAZ.NET, 18. 5.)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 18.05.2008 um 21.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3326


Jaja, die Verhältniswörter für alle Fälle: "Um Aufzufallen, musste man sich an diesem Abend schon etwas einfallen lassen." (Unter Foto 12 von "So schrill feiert Wien den Life Ball" bei Welt.de)
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2008 um 14.38 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3261


Das "Schwäbische Tagblatt" lernt es wohl nie:
Heute in einem Beitrag über das Maisingen von Studentenverbindungen: "Das sei doch alles ganz harmlos, so ein Farben tragender Student...". (Kursivauszeichnung von mir). Den Farbeimer habe ich allerdings nicht gesehen ;-)
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2008 um 10.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3259


Überall Substantive:
"Allerdings spricht Einiges dafür, dass die Akzeptanz der Verfassungsgerichtsbarkeit in Deutschland auch damit zu tun hat, ..."
(faz.net vom 1. Mai 2008)
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 01.05.2008 um 19.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3257


AP, 1. 5. 2008:
»Die Witwe des verschollenen und für Tod erklärten amerikanischen Self-made-Millionärs und Abenteurers Steve Fossett soll offenbar die Kosten der Suche nach ihrem Mann bezahlen. [...] Am 15. Februar wurde er für tot erklärt.

© 2008 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten«
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 28.04.2008 um 22.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3246


Die SZ übt noch (heute, S. 27, Bildunterschrift im Sportteil):

"Selbst Schuld, wer Michael Ballack so frei zum Kopfball kommen lässt: So fällt das 1:0 gegen Manchester United."
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 23.04.2008 um 12.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3227


Platz Zwei

Dieses Fundstück gehört zwar auch in die Rubrik "GZS in der Praxis", aber über den entsprechenden Fehler wundere ich mich schon gar nicht mehr, daher will ich speziell auf die GKS hinweisen (beides so nur in der Bildunterschrift, im laufenden Text richtig):

"Der Heidkopf Tunnel bei Friedland kam auf Platz Zwei."

(Berliner Zeitung, "Vermischtes", 22.04.2008)
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Dieser Beitrag wurde am 20.04.2008 um 21.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3211


Beitrag von Horst Ludwig (St. Peter, MN, USA) vom 19.04.2008, 02.53 Uhr

"Bei der kurzen Zeremonie gratulierte er zum bevorstehenden Passah-Fest. In einer Ansprache lobte Rabbiner Arthur Schneier, ein Holocaust-überlebender, vor allem die Verbesserung der jüdisch-christlichen Beziehungen." (© Die Welt, "Newsticker", 19.04.2008 um 00:17 Uhr)
Für die Schulen vorbildliche Schreibsicherheit strahlt sowas nicht aus.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2008 um 23.24 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3197


#3192: Die RSR hat die strenge Regel von 1954 wiederhergestellt

Nicht ganz, denn § 60 E2 des Regelwerks besagt, daß die Schreibung »im Einzelfall abweichend« festgelegt sein kann, und führt als Beispiel unter anderem die Akademie für Musik und darstellende Kunst an. – Da haben die Verantwortlichen im deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (bis vor kurzem etwas weniger pompös: Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten) und im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten aber noch mal Schwein gehabt.

Übrigens formulierte der Duden vor 1954 liberaler: »In ähnlicher Weise werden oft [also nicht immer, ja nicht einmal meistens; W. M.] die von erdkundlichen Eigennamen abgeleiteten Eigenschaftswörter, zuweilen auch andere, groß geschrieben, wenn sie in Verbindung mit einem Gattungsbegriff einen Einzelbegriff bilden, der von andern derselben Gattung hervorgehoben, gleichsam zu einem Eigennamen gestempelt werden soll, z. B. die Polytechnische Schule, die Eidgenössische Technische Hochschule […]« Diese Formulierung aus der 13. Auflage von 1947 findet sich fast wortgleich, nur mit anderen Beispielen, schon in der noch von Konrad Duden betreuten 8. Auflage von 1905.

Nach meiner Beobachtung gehen Groß- und Kleinschreibung in diesen Fällen in der Praxis völlig durcheinander. Solange keine eindeutige Tendenz auszumachen ist, erscheint mir das »oft« im (ur)alten Duden und im Ickler angemessen.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2008 um 21.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3196


Es ist ein Unterschied, ob eine Kneipe Zum Alten Rathaus oder Zum letzten Zecher heißt, und deswegen sollte die Großschreibung in solchen Fällen auch nicht vorgeschrieben werden. Die Kleinschreibung ist oft besser, da weniger aufdringlich.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2008 um 18.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3195


Vielen Dank, lieber Herr Konietzko, für Ihre Hinweise. Sie erklären mir, warum ich mich an die Großschreibung des Adjektivs "deutsch" gerade vor "Sprache" gerade im Zusammenhang mit "Seminar/Institut/Professor" usw. ziemlich gut erinnere, — sogar an eine Diskussion zu dieser Frage in irgendeinem Seminar der Germanistik-Abteilung der FU damals (Ende der 50er Jahre), aber leider nicht mehr an das Ergebnis dieser Diskussion und dabei aber auch nicht daran, daß wir eins hatten. Es geht hier also ganz einfach um eine geregelte Schreibung. So studiert man also im Institut für Evangelische Theologie evangelische Theologie und lernt in einem "Seminar der Katholischen Kirche" katholisches Denken und beim Inhaber der »Professur für Deutsche Sprache der Gegenwart am Institut für Germanistik der Universität Potsdam«, wie man gegenwärtig deutsch spricht und schreibt und Germanistik treibt. Schatte und ich denken offenbar leicht anders in dieser Sache, vielleicht sogar irgendwie radikaler, mit einer Formalität weniger, aber, könnte sicher sein, näher an der lebendigen Sache...
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2008 um 15.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3192


Natürlich schreibt man nicht *Gerhard kennt die Deutsche Sprache ganz genau. Das spricht aber nicht gegen die Schreibweise Institut für Deutsche Sprache; schließlich heißt es ja auch Ich habe gute Hoffnung, daß ..., aber Kap der Guten Hoffnung.

Es mag richtig sein, daß deutsche Sprache kein Eigenname sei, aber Institut für Deutsche Sprache als Ganzes ist einer. Für solche Fälle sieht der Rechtschreibduden von 1991 folgendes vor:

»R 75 Alle zu einem mehrteiligen Titel oder Namen gehörenden Adjektive [...] werden groß geschrieben.
[...]
Nicht am Anfang des Titels oder Namens stehende Adjektive werden gelegentlich auch klein geschrieben.
Gesellschaft für deutsche Sprache«

Demgegenüber setzen Herr Schatte und Herr Ludwig voraus, die Eigennamen-Großschreibung gelte nur für das erste Wort des mehrteiligen Eigennamens.

Strenger als sein Nachfolger von 1991 ist der Mannheimer Rechtschreibduden von 1954, der ohne Einschränkung vorschreibt:
»Groß schreibt man Eigenschaftswörter [...], wenn sie Teil eines Namens oder Titels sind [...].« (S. 47, E, 1)
Hiernach wäre Institut für Deutsche Sprache sogar die einzig richtige Schreibweise.

In Herrn Icklers ›Hauptregeln der deutschen Rechtschreibung‹ heißt es:
»Traditionell werden auch andere Wörter« (als das erste und das letzte) »innerhalb eines mehrteiligen Eigennamens oft groß geschrieben: Zur Alten Post.« (§ 15 [7] Anm. 2)

Die RSR hat die strenge Regel von 1954 wiederhergestellt:
»In mehrteiligen Eigennamen mit nichtsubstantivischen Bestandteilen schreibt man das erste Wort und alle weiteren Wörter außer Artikeln, Präpositionen und Konjunktionen groß.« (§ 60 des Regelwerks in allen Fassungen)

Einen Hinweis auf englischen Einfluß kann ich nicht erkennen.

Übrigens war Horst Haider Munske laut der Homepage seines Lehrstuhls von 1969 bis 1970 »Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Germanische Sprachen und Literaturen der Universität Marburg«.
Auf Peter Eisenbergs Internetseite erfahren wir, daß er 1975–80 »Akademischer Rat am Seminar für Deutsche Literatur und Sprache der Universität Hannover« war und 1992–2005 die »Professur für Deutsche Sprache der Gegenwart am Institut für Germanistik der Universität Potsdam« innehatte.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2008 um 23.53 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3185


Mein Einwurf #3169 wandte sich nur dagegen, diese Großschreibung dem Einfluß des Englischen in die Schuhe zu schieben; er hatte sie nicht verteidigen sollen. Auch ich bin der Meinung, daß in solchen Namen (von Firmen/Institutionen) die Großschreibung von "deutsch" falsch ist, regelrecht falsch, und Christoph Schatte zeigt das gut auf. Aber die Unsicherheit hier ist älter als die jetzt versuchte Rechtschreibreform. Nicht umsonst schreibt ein alter *Duden* ziemlich detailliert unter "deutsch [...] Großschreibung" dazu: "der Deutsche Krieg (1866) [aber: der deutsche Krieg (irgendeiner)]; der Deutsch-Französische Krieg (1870/71) [aber: der deutsch-französische Krieg (irgendeiner)]". Das sollten sich die Leute bei www.ids-mannheim.de/allgemein/impressum.html und www.goethe.de/kue/lit/dos/dds/en137449.htm mal wieder vornehmen. Denn wirklich, — sie wissen nicht genau, was sie da tun. Aber sie hatten sich halt um die Sache mit dem deutschen Schäferhund und dem Sibirischen Tiger verdient machen wollen und dabei die deutsche Sprache gleich gleichermaßen gesehen. Und wegen sowas ist fürs Goethe-Institut "Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) [...] die bedeutendste außeruniversitäre Institution zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache", und das ohne jedes weitere Bedenken. Gegen solche Bedeutung ist also gar nichts zu machen.
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2008 um 19.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3184


Die von Horst Ludwig (105#3169) aufgeführten Beispiele belegen hinreichend, was Eigennamen sind oder vor der RSR sein durften.

Vor und – in aller Gnade – sogar nach der RSR gibt es Theoretische Physik, und es gibt (mit und ohne Reformer) neben dieser auch eine Angewandte Physik (von einer Sprachwissenschaft in irgendwie vergleichbarem Ansatz sei hier geschwiegen).

Die deutsche Sprache als solche (und so) indessen ist keine Wissenschaft in begrifflichem Sinne. Sollte es jemanden gelüsten, ein "Institut für Deutsch" (als solches und überhaupt) zu errichten, bleiben ihm Großschreib(ungs)probleme erspart. Falls ihm aber an einem Institut liegen sollte, so sich mit der deutschen Sprache (es gibt noch andere – wer hätte es gedacht!) zu befassen beabsichtigt, dann folgt aus dem Erektionsakt allein nicht die Kreation einer neuen Disziplin.

Im Gegensatz z.B. zur Theoretischen Physik (wieviele andere gibt es?) hat es die deutsche Sprache an sich, ein Stück älter zu sein als jegliche Konstitution wissenschaftlicher Disziplinen überhaupt. Und so sollte es bleiben (oder wie der Oberbürgermeister von Berlin es formulieren würde).
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2008 um 18.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3183


Vielleicht wird das Schwäbische Tagblatt (Tübingen) nicht ohne Grund im Volksmund auch "Käsblatt" genannt. Täglich stoße ich auf die Ergüsse der Tagblattschreiber und deren Anwendung der RSR. Heute u.a. in einem Beitrag über einen Ärzteprotest: "Gängelung und Unterbezahlung treiben den Medizinernachwuchs ... in Medizin-verwandte Branchen" (Kursivauszeichnung durch mich).
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Paul Westrich
Kusterdingen

Dieser Beitrag wurde am 15.04.2008 um 21.49 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3174


Heute im Schwäbischen Tagblatt (Tübingen) in einem Beitrag über Empfänger von Arbeitslosengeld II zu lesen: "Aktuell von einem Über-60-Jährigen, der umziehen soll...". Warum hat der Verfasser nicht einfach geschrieben: "Von einem, der umziehen sollte und schon über 60 Jahre alt war". Aber solche Stilblüten der RSR findet man heute oft. Schon vielfach habe ich in dieser Zeitung Schreibungen wie "der 50-Jährige" gefunden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.04.2008 um 16.39 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3172


Vielleicht doch kein "Flüchtigkeitsfehler" bei denen: "[...] und noch immer ist sein Image nicht das beste." (WELT ONLINE: 15.04.08)
Zum Komma: Ja, ja, da kann es ganz natürlich stehen, vor "bevor". Nur spreche ich "'schon lange bevor' als subordinierende Einheit". Wer hat das Komma zwischen "so" und "daß" herausgenommen, wo es zusammen — und dann also als unterordnende Konjunktion — gesprochen wird? In meinem Bauch, lieber Karsten Bolz, rumort's halt etwas. Hm.
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Karsten Bolz
Hofheim

Dieser Beitrag wurde am 15.04.2008 um 09.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3171


Hmmm, Kommas setze ich eigentlich immer aus dem Bauch heraus...

Ich denke "kannte ich auch schon lange, bevor die Rechtschreibreformer sich von Ideen beeinflussen ließen" kann man so schreiben.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.04.2008 um 23.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3169


Zu #3168: Ich meine, das mit dem großen "D" in derartigen Institutionsnamen ist schon länger bei uns zu Hause, als daß ich annehmen würde, wir haben es hier mit englischem Einfluß zu tun. So gibt es in Braunschweig eine Straße "Am Hohen Tore". Und Institute für Evangelische Theologie und ein Seminar der Katholischen Kirche kannte ich auch schon lange bevor die Rechtschreibreformer sich von Ideen beeinflussen ließen, die ihres Erachtens im Englischen leichter zu erlernen seien (Auseinanderschreibung, usw.). Irgendwie hatte die Großschreibung hier mit den "Teilen von Namen" zu tun (so wie bei Erste Hilfe), wo wir heute vielleicht sagen, na, die in dem einen Institut studieren halt evangelische Theologie und die in dem andern lehren eben katholische, und wir also nicht ohne guten Grund Kleinschreibung vorziehen. — Dazu gleich was anderes: Wo gehört das Nebensatzkomma hin in "kannte ich auch schon lange bevor die Rechtschreibreformer sich von Ideen beeinflussen ließen"? Wo immer ich es als Pausenmarkierung hinsetzen würde, — Mann, da mache ich keine noch so kleine Pause, und es markierte die Stelle also ganz falsch. Ich spreche "schon lange bevor" als subordinierende Einheit (ähnlich wie "so daß [welches ja auch als "sodaß" erscheint]); aber hinter "auch" gehört das Komma meines eigenen Erachtens auch nicht hin.
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 14.04.2008 um 22.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3168


Die Großschreibung auch von Verbformen (Infinitive, Finita usw.) führt Horst Ludwig auf "die englische Großschreibung von fast allen Wörtern in Titeln" zurück. In Analogie zu englischen Regeln ist wahrscheinlich auch die Schreibung des Namens (engl. Titel?) "Institut für deutsche Sprache" nachgebessert worden zu "Institut für Deutsche Sprache" .
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 14.04.2008 um 19.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3167


Mal so, mal so "auf erotischer Erkundungstour" auf *Welt.de* (14.4.):
"Ihr Roman 'Feuchtgebiete' wurde schon mehr als 400.000 mal verkauft." (Unterm Foto.)
"Das Buch hat sich inzwischen nahezu 500.000 Mal verkauft." (Im Text.)
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Dieser Beitrag wurde am 11.04.2008 um 14.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#3161


Beitrag von Horst Ludwig (St. Peter, MN, USA) vom 11.04.2008, 01.31 Uhr

Heute in *Welt.de* in einer Reihe von preiswürdigen Fotos der Titel zum Bild 32: "Kategorie 'Nature': Christian Broens, 'Wenn Sonnenstrahlen Tanzen'."
Spielt bei der Großschreibung der Verbformen hier auch die englische Großschreibung von fast allen Wörtern in Titeln eine Rolle? Im Deutschen haben wir jedenfalls diese Regelung nicht.
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 27.02.2008 um 08.21 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2994


Es ging um einen möglichen Termin für Sondierungsgespräche.
Das Problem der Hamburger Grünen: Bis Morgen darf das kein Thema sein. Denn erst dann kommt die Landesmitgliederversammlung der Grünen zur Nachwahl-Analyse zusammen ...

Spiegel online 27.02.2008
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,537871,00.html
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2008 um 15.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2902


Auf folgenden Kommentar von Herrn Ickler im Rechtschreibtagebuch ist auch von dieser Rubrik aus hinzuweisen:

Heute lese ich "Leck schlagen" – ein weiterer Fall von Substantivose, auch Morbus Gallmann. Die Reform hat hier ursprünglich nichts geändert, es blieb bei der alten Dudenvorschrift "leckschlagen" (während ich natürlich nur fakultative Zusammenschreibung vorsah, wie es der Schreibwirklichkeit entsprach). Erst in der letzten Fassung des amtlichen Wörterverzeichnisses taucht plötzlich "leck schlagen" als neue Variante auf. Duden und Wahrig verzeichnen es, empfehlen aber weiterhin Zusammenschreibung.
Die Großschreibung "Leck schlagen" entspricht der von Gallmann und Sitta entwickelte Logik laienhafter Herleitung (aus "ein Leck schlagen", wie "in die Pleite gehen" usw.). Solche verkehrten Gedanken zeugen sich fort und gebären immer wieder neue Leibesfrüchte.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2008 um 12.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2899


Und noch ein Versehen?

»Im übrigen sei nicht nur Deutschland allein aufgefordert worden, Truppen in den Süden Afghanistans zu entsenden, fügte Steinmeier hinzu.«

(heute.de, 01.02.2008)
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2008 um 11.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2898


Ein Versehen?

»Als die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti am Sonntag abend vor ihre jubelnden Genossen trat und sich zur Wahlsiegerin ausrief, stutzten viele Fernsehzuschauer: [...]«

(SPIEGEL ONLINE, 30.01.2008)
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 01.02.2008 um 08.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2897


Vatikan

„Ha-a-leh-luu-ja ...“ Das kommt von draußen. Vorm Gitter stehen die Ersten, die Reinen, die Guten.

Stehen da nun „die Ersten der Hierarchie“ neben den Reinen und Guten – oder „die ersten, nämlich die Reinen und Guten“?

Spiegel online 1.2.08
http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,531456,00.html
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.01.2008 um 20.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2866


"Er ist erst Neunzehn, doch auf der Schanze und in der Loipe kennt der junge Deutsche weder Angst noch Freunde."
(www.faz.net/s/homepage.html; 20.1.08 [etwa 20 Uhr])
Und was die FAZ-Leute nicht alles nicht kennen! Auf jeden Fall weder Gnade mit den armen Schulkindern noch Schreibwissen für sie.
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 16.01.2008 um 12.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2829


Gefunden bei zeit.de:
Die Begründungen für eine Herabsetzung des Strafalters halten einer Überprüfung kaum Stand.
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David Weiers
Troisdorf

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2008 um 00.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2804


Welcher Pädagoge weiß Qualifiziertes über Sprache? Wüßte er solches, würde er sie und mit ihr etwas vermitteln und wäre also nicht Pädagoge.

Also das schreib ich mir ab und häng's übers Bett. Das kann man sich ja gar nicht oft genug verinnerlichen.
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 11.01.2008 um 17.59 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2799


Daß der deutsche Schäferhund wiederersteht (das ist immer noch ein deutsches Verb – zu lat. restituere), steht in den Büchern und stand für irgendwann zu erwarten ("war angesagt" -sic!). So mancher Jäger soll schon zu seinem Dackel / Teckel gesagt haben: "Du verstehst wohl kein Deutsch?!" Der Dackel indessen sehr wohl, wollte aber gerade nicht. Ein Glück, daß die Amis heute sparsamer sind als einst die Polizei von Sachsen und also keine Bernhardiner importiert, denn diese Tierchen verstehen nur Schwyzerdütsch. Eine Katastrophe (die Situation, nicht die Sprache!).

Der feine Unterschied zwischen `Deutsch lernen / verstehen´ und `deutsch lernen / verstehen´ muß Pädagogen verborgen bleiben. Welcher Pädagoge weiß Qualifiziertes über Sprache? Wüßte er solches, würde er sie und mit ihr etwas vermitteln und wäre also nicht Pädagoge.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 11.01.2008 um 16.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2798


Folgendes habe ich gerade an meine Studenten hier geschickt:
>>>
Deutsch: Jetzt auch Tier-Weltsprache
>>Für ihre Schäferhunde lernen britische Polizisten Deutsch
London (dpa) - Weil Deutsche Schäferhunde kein Englisch können, müssen britische Polizisten jetzt wichtige Kommandos in der Fremdsprache lernen. Befehle wie «Sitz!», «Aus!» oder «Beiß!» werden Hundeführern in insgesamt 16 Polizei-Einheiten des Königreichs beigebracht, damit ihre aus Deutschland importierten Vierbeiner verstehen, was sie machen sollen, berichtete die Zeitung «Daily Telegraph». Allerdings wollen die britischen Polizisten langfristig erreichen, dass [daß] die Hunde auch englisch [Englisch] verstehen.  (Welt-Newsticker am 11.01.2008 um 14:10 Uhr)<<
"deutsch sprechen (i, a, o)", aber "Englisch verstehen (e, verstand, verstanden)"!
"deutsch können (kann, konnte, gekonnt), aber "gutes/kein Englisch können, &c."!
(Die Reformierer denken, daß die deutsche Sprache [die Sprache / das Schulfach Deutsch] dasselbe wie das Adverb "deutsch" ist; aber das ist eben nicht richtig gedacht.  "deutsch lernen/verstehen" ist daher etwas ganz anderes als "Deutsch lernen/verstehen".)
<<<
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rr bth
Bayreuth

Dieser Beitrag wurde am 06.01.2008 um 15.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2773


Die ganz Jungen Jungen

SPIEGEL 1/2008, S. 108:
[...] die ganz Jungen haben noch Poster ihrer Idole an den Wänden.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2008 um 10.40 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2760


Wobei es mir natürlich um »eine Schöne Weihnachten« und »einen Guten Rutsch« ging.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2008 um 09.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2759


Vielen Dank für die Hinweise (die ich durchaus brauchen kann). Aber mein Hinweis wollte eben die Schreibfehler des Pforzheimer Schlüsselnotdienstes erklären und aufzeigen, wie sich überhaupt vertrauensvoll fehlerhaftes Schreiben jetzt entwickelt. Da kann der Lehrer tausendmal sagen: "Lesen Sie erst dreimal selbst Korrektur, und dann erst benutzen Sie das Korrekturprogramm." Aber nein: Schneller richtig ist doch wohl, was das ja gekaufte Korrekturprogramm nicht korrigiert. Und daher dann eben auch eine Menge unserer Fundstücke.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2008 um 23.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2755


Oder ändern Sie unter den Autokorrekturoptionen die Standardeinstellung »Jeden Satz mit einem Großbuchstaben beginnen« bzw. »Jede Tabellenzelle mit einem Großbuchstaben beginnen«.
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2008 um 21.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2752


Benutzen Sie Word? Dann probieren Sie es mal mit einem manuellen Zeilenumbruch statt eines Absatzendes, d.h. drücken Sie "Shift-Enter" statt bloß "Enter".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2008 um 20.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2750


Zu #2748: Ich bin sehr böse auf hypermodernisierte Schreibprogramme, die mir nach der Meinung ihrer Hersteller das Tippen vereinfachen, aber es mir wirklich nur erschweren, und die Tippern beim Tippen auch jedes letzte eigene Mitdenken wegsuggerieren. So fängt nach Meinung dieser Erleichterer jeder neue Absatz, Text nach Eingabe des Absatzzeichens also, doch mit einem großen Buchstaben an, nicht wahr? Bloß kommt der mir andauernd in die Quere, wenn ich Verse tippe. Und von diesen Großbuchstaben nach jedem Absatzendezeichen (damit der Text aufs Papier paßt) zu denen nach den Artikeln ist es bei der automatischen Grammatikkorrektur eben nicht mehr weit. Und von da zu handgeschriebenen originellen Texten ist's nicht viel weiter. Das Rechtschreibkriterium ist nicht mehr, ob etwas nach einem System richtig geschrieben ist, sondern ob der Computer es beanstandet.
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2008 um 18.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2748


Aus gegebenem Anlaß fragte ich mich neulich, ob jemandem Frohe Weihnachten wünschen nach der Schulnorm korrekt sei, analog zu jemandem Gute Nacht wünschen, Adieu sagen, Bitte sagen usw. (Müßte man nicht konsequenterweise die Zitatwörter in solchen Fällen in Anführungszeichen setzen?) Um so mehr mußte ich schmunzeln, als ich heute an der Tür eines Schlüsselnotdienstes in Pforzheim einen Zettel mit folgender Aufschrift las:

Liebe Kunden
Unser Geschäft hat Urlaub
Vom 21.12.2007 bis
06.01.2008
Ich wünsche allen eine Schöne
Weihnachten und einen Guten
Rutsch ins neue Jahr
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2008 um 07.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2740


»Schon einmal dachten SPD und Grüne, er [Roland Koch] betreibe nur billigen Populismus, als er Sprachunterricht für Vorschulkinder in Hessen einführte. Heute ist es [?] fast Gang und Gäbe in der Republik.«

(SPIEGEL ONLINE, 03.01.2008)
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 21.12.2007 um 12.00 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2700


"Allgemeine Informationen des Nationalparks finden Sie im Faltblatt
'Ein Nationalpark für Alle'
und den weiteren Faltblättern"

Und das in Bayern!
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Wolfram Metz
Den Haag, Niederlande

Dieser Beitrag wurde am 13.12.2007 um 21.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2676


Es ist noch Hoffnung (Fettung von mir):

»Alles schien da bereits in trockenen Tüchern - die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die 3sat-"Kulturzeit" - die Redaktion sitzt neben dem ZDF - meldeten als erste, der Spiegel habe einen neuen Chef.«

Quelle: taz.de, 13.12.2007
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Dieser Beitrag wurde am 12.12.2007 um 13.33 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2671


Beitrag von Philip Köster, eingetragen am 11.12.2007 um 19.13 Uhr

Unerträglich, liebe Frau Salber-Buchmüller,

ich stimme Ihnen zu. Ich möchte nur zu bedenken geben: Unsere Rechtschreibung ist nicht sakrosankt: eben weil sie Menschenwerk ist, darf sie auch von Menschen geändert werden. Doch wenn das geschieht, braucht das auch immer eine Begründung, und die sehe ich eben nicht.

Die Großschreibung von Pronomina ("Das Leben der Anderen", "Er ist der Einzige", "So sprach der Zweite") scheint mir von einer außerordentlichen Abgestumpftheit derer zu zeugen, die sich nicht genierten, als oberste Sprachhhüter sich aufzuspielen, die sich dieserart doch nur der Lächerlichkeit preisgaben.
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Ruth Salber-Buchmüller
Mülheim-Ruhr

Dieser Beitrag wurde am 11.12.2007 um 18.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2664


FAZ-online gestern:

"(...), und da die Weltuntergangslobby ja auf Vieles kommt, (...)

und weiter:

"(... ) ist eben ein Medium unter vielen geworden."

Wie denn nun? Vieles - vielen?

Meinem Eindruck nach verstärkt sich in den Zeitungen, auch z.B. im Spiegel, die Tendenz zu: der Erste, der Einzige, Vieles, Manches, Keiner, Einiges, usw
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Michael Schuchardt
Oberursel

Dieser Beitrag wurde am 07.12.2007 um 12.06 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2647


In einem Forum fand ich den folgenden Satz:

"Jedoch mit den Farben der Fotos bin ich sehr unzufrieden, denn alle haben einen Roten Stich." Wer ist denn vor der RSR auf die Idee gekommen, "roten" groß zu schreiben? Das Phänomen findet man inzwischen massenhaft.
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Michael Schuchardt
Oberursel

Dieser Beitrag wurde am 29.11.2007 um 10.36 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2609


"...im Wesentlichen..."
Als ich in das Beiheftchen der DVD "Der Kurier des Zaren" von 1976 blickte, fand ich zu Beginn die o. g. Schreibweise. Naja, was sollte ich auch anderes erwarten, dachte ich. Aber zwei Seiten weiter folgte "im wesentlichen". Hier zeigt sich m. E., daß die "böse" bewährte (Hyde-)Rechtschreibung sich gegenüber der "guten" (Jekyll-)Rechtschreibung immer wieder durchsetzt. Das liegt einfach daran, daß man das Wort in diesem Zusammenhang wirklich nur gegen das innere Gefühl groß schreiben kann. Die Reformer werden zumindestens hier langfristig Schiffbruch erleiden.
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 26.11.2007 um 15.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2597


"Hier schmeckt`s am Besten!"

(Werbeprospekt HHP 36_07_T6, "Preise wie vor 40 Jahren", von Möbel Höffner)
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 16.11.2007 um 17.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2566


Von dieser Schuld lese ich alle paar Tage einmal. Ich wundere mich nur darüber, daß noch niemand "Das ist Schade" geschrieben hat. Schließlich ist das doch auch ein Substantiv ...
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 16.11.2007 um 16.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2565


"Gerd Müller ist beim FC Bayern an allem Schuld"

www.welt.de
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K. Bochem
Köln

Dieser Beitrag wurde am 11.11.2007 um 18.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2520


Mal wieder der Kölner Stadt-Anzeiger, 30.10.2007, S.25, gleich im ersten Artikel auf der "Köln"-Seite (man muß nicht suchen, es springt einem direkt in die Augen):

>> Auch in Köln gingen gestern Tausende Anrufe [...] ins Leere. [...] Diese Erfahrung machten gestern viele Tausend Telefonkunden. [...] Von Mal zu Mal seien Verbindungen zustande gekommen - oder auch nicht. [...] (adW) <<
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 08.11.2007 um 11.12 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2508


Offenbar ein Zweikampf auf See:

"Frachter schlägt Leck
Ein Bananenfrachter ist bei schwerem Seegang auf dem Weg von Antwerpen nach Hamburg Leck geschlagen."
(sueddeutsche.de)

Weiter unten um Text ist dann allerdings von einem "leckgeschlagenen Bananenfrachter" die Rede. Sicher alles sehr hilfreich für die Schüler, denen zuliebe der ganze Zirkus doch inszeniert wurde.
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2007 um 17.16 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2500


Es war schon etwas länger her, daß im SPIEGEL das "Substantiv" Lateinisch gebraucht wurde (vgl. hier):

»Französische Benediktinermönche, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. nahestehen, wollten einziehen in das altehrwürdige Gemäuer. Doch ihr Plan hat einen handfesten Glaubensstreit ausgelöst – weil sie den katholischen Gottesdienst noch im alten Stil zelebrieren: komplett auf Lateinisch und mit einem Priester, der seiner Gemeinde den Rücken zukehrt.«

(Der Spiegel Nr. 14 vom 2. April 2007, Seite 62)
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 02.11.2007 um 16.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2477


GMX MultiMessenger – Der Eine für Alle
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rr bth
Bayreuth

Dieser Beitrag wurde am 31.10.2007 um 11.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2456


So wirken die „Jährigen“ besonders albern:

Der Bund hatte mit der Gesetzesänderung für Unter-25-Jährige vor allem die Hoffnung verknüpft, die Unterkunftskosten merklich zu senken.
Nordbayerischer Kurier, 31. Oktober 2007, S. 23
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Dieser Beitrag wurde am 26.10.2007 um 16.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2430


Hans-Jürgen Martin am 12.06.2007 um 10.57 Uhr

Die aktuelle Ausgabe 07/07 der Computer-Zeitschrift PC Praxis liegt gerade vor mir. Auf Seite 30 lese ich unter dem Portrait von Edda Müller vom Vorstand der Verbraucherzentrale, Bundesverband folgende rote Bildunterschrift:
"Wir sind es Leid: Mit dem Hase-Igel-Spiel muss ein für alle Mal Schluss sein".

Schade: Hätte die Redaktion auch noch die Bindestriche weggelassen, wär das Zitat preisverdächtig ...
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 09.10.2007 um 04.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2391


Nanu, ein Zeichen der "stillen Zurücknahme"?
"Fall Marco W. / Rechtsstaatlichkeit auf türkisch" (FAZ.net, 9.10.07)
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2007 um 15.04 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2320


WELT ONLINE: „Menschen, deren Sprache es historisch gesehen nicht war, haben das Englische übernommen oder es sich zu Herzen genommen.“ Das hat der Englisch schreibende indische Autor Vikram Seth gesagt.
http://www.welt.de/kultur/article1181612/.html?r=newsletter

Eiszeit nicht Schuld am Aussterben der Neandertaler
http://www.welt.de/wissenschaft/article1181443/.html?r=newsletter

Welt online 14.09.07
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2007 um 14.30 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2319


Damit dürfte das Ende der Fahnenstange mehr als erreicht sein: Das monatliche Rätsel im Kundenmagazin der Deutschen Bahn, "mobil", trägt in der Septemberausgabe 2007 (S. 48) die Überschrift:
"Der Gepard auf Lateinisch?"

Sogar im "Spiegel" kam vor einigen Wochen "auf Lateinisch" vor (das genaue Zitat werde ich noch nachtragen). Na klar: Nach einer Präposition ...
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 10.09.2007 um 03.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2292


„Damit wäre der Fall fürs Erste erledigt.“ Schreibt Michael Hanfeld in der F.A.Z. vom 10. 9. 2007. Unklar bleibt, ob seiner Ansicht nach der Fall Eva Herman fürs erste erledigt ist oder fürs Erste, das Fernsehprogramm der ARD.
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Philip Köster
Hamburg

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2007 um 16.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2282


Eben bat mich ein Flaschenautomat im Supermarkt, ich möge mich ans Servicepersonal (natürlich stand da im Gebrauchsanweisungsstil Service-Personal) wenden, der Automat sei Voll. Leider kann nicht zwingend nachgewiesen werden, daß die Reform mit ihren zerstörerischen Großschreibungen an Ungemach wie diesem (gefühlt reformiert:) Schuld ist, dennoch habe ich keine Zweifel daran.
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Michael Schuchardt
Oberursel

Dieser Beitrag wurde am 21.08.2007 um 11.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2228


Bei GMX steht der gleiche Satz, allerdings "Leid" klein geschrieben. Es ist auch mit AFP gekennzeichnet, wogegen bei WELT Reuters als Urheber angegeben ist.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2007 um 18.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2226


"Ein Jahr nach ihrer Flucht findet [Natascha Kampusch] versöhnliche Worte für ihren Peiniger. 'Was ich nur sagen kann, ist, dass er mir nach und nach immer mehr Leid tut.'" (welt.de, 20. Aug., 17:19)
Wirklich? Immer mehr oder immer noch? Was denn nun? Können Journalisten heute denn nicht mehr genau aufschreiben, was Leute gesagt haben? Bei „Das Zweikampfverhalten einiger Spieler lässt zu Wünschen übrig, ..." bei sueddeutsche.de (20.08.2007, 13:50 Uhr) könnte man sogar noch von einer gewissen Originalität sprechen. Aber leider war die nicht beabsichtigt.
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 15.08.2007 um 19.46 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2203


Das kommt auch davon, wie z.B. in der Duden-Grammatik und anderen volkstümlichen Grammatiken die (Indefinit)pronomina beschrieben sind und wie sie folglich in den Schulen, wenn überhaupt, "behandelt" werden.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 15.08.2007 um 19.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2201


Das kommt davon, wenn man alle anderen als Adjektivsubstantiv auffaßt und nicht mehr weiß, was alles pronominal sein kann:
"An heißen Tagen scheint hier schon fast eine Platzreservierung nötig zu sein, weil Viele ihre Mittagspause am Brunnen verbringen."

Siehe hier.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 02.08.2007 um 16.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2138


„Die eine hat Pokerkarten dabei, die andere bequeme Flachschuhe, die Dritte ein Spielzeug [. . .], die Vierte ein Kondom.“ (Weltwoche Nr. 27/2007)
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2007 um 15.26 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2127


Sigmar Salzburg (105#2075) hat im Spiegel online gelesen "[...] wurde Caren Miosga vor ein paar Tagen auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit zugeführt" (Andreas Borcholte). Vielleicht wurde sie ihr vorgeführt wie Hunde auf Ausstellungen. Das Zuführen erledigt bisher eigentlich die Polizei.
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 31.07.2007 um 10.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2125


Heute kann man auf der Internetseite der FAZ über die Frage „Soll der Soli-Zuschlag jetzt abgeschafft werden?“ abstimmen. Eine Antwortmöglichkeit lautet: „Nein, aber der Soli soll Anderes finanzieren.“
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 20.07.2007 um 11.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2093


Aus einem miserablen Artikel von Sven Astheimer, F.A.Z., 20. 7. 2007: „Mir wäre Recht, wenn der Flieger rausgeholt wird und endlich Ruhe ist.“ Und dann auch noch: „An dem Tag, an dem es los geht, bin ich da und stehe auf dem Feld.“
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 17.07.2007 um 07.41 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2075


Andreas Borcholte, das war der Spiegelschreiber, der im Jahr 2000 die Rückkehr der FAZ zur Schreibkultur als obsessive Niedertracht egoistischen Querulantentums, ausgelöst durch trübes schizophrenieerzeugendes [!] Sommerwetter, darstellte, wobei „die mit Mühe und Not ... installierten Neuerungen“ auf der Strecke blieben. Jetzt übt er selbst bei Spiegel online passiven Widerstand gegen die letzten Neuerungen – oder sein Korrekturprogramm ist noch von vorgestern:

MIOSGAS ERSTE "TAGESTHEMEN"
"Wir sehen uns dann morgen wieder"
Von Andreas Borcholte
Dass die "Tagesthemen" noch einmal so viel unverfälschte Weiblichkeit erleben dürfen: Ein Genuss! Caren Miosga hat ihre erste Sendung mit Bravour absolviert. Sie ersetzte Anne Wills kühle Erotik durch liebliche Süße - und lupfte sogar öfter die ironische Augenbraue.
Zuletzt tat sie einem fast ein bisschen Leid. Wie das beste neue Pferd im Stall wurde Caren Miosga vor ein paar Tagen auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit zugeführt.



http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,494776,00.html
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 12.07.2007 um 10.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2051


Nein, Stopp ist keine Reformschreibung. Im Duden von 1991 ist die
Schreibung folgendermaßen geregelt: In der Bedeutung ‚Halt, Unterbrechung‘ schreibt man Stopp, in der Bedeutung ‚Stoppball (im Sport, v. a. im Tennis)‘ hingegen Stop. Im Icklerschen Wörterbuch sind für beide Bedeutungen beide Schreibungen zugelassen.
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Charlotte *
*

Dieser Beitrag wurde am 11.07.2007 um 22.13 Uhr eingetragen.
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Zwei Klopper...
Nach Überquerung des Khomas-Hochlands legten die Beiden einen Foto-Stopp ein..

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 11. Juli

Ist "Stopp" tatsächlich Reformschreibung??
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Rominte van Thiel
Röttenbach

Dieser Beitrag wurde am 08.07.2007 um 12.45 Uhr eingetragen.
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Wahrig 2005 schreibt einiges klein, also handelt es sich wohl um Übergeneralisierung, die aber kein Wunder ist bei der in den Köpfen entstandenen Verwirrung. Und wer ganz besonders reformbeflissen ist, schreibt nun im Zweifel möglichst viel groß (s. auch heutigen Beitrag von Prof. Ickler).
Dazu paßt auch, daß meine Fernsehzeitschrift (TV direkt), die mich sowieso immer mit besonderen Reformblüten erfreut, schreibt: "Nicole Kidman kommt Manches seltsam vor." Vielleicht tue ich den Leuten aber auch Unrecht und es handelt sich um einen Mr. Manches oder eine englische/amerikanische Stadt ...
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Dieser Beitrag wurde am 04.07.2007 um 16.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#2019


Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 04.07.2007 um 13.00 Uhr

„Am Samstag und Sonntag Einiges an Sonnenschein und spürbar wärmer ...“ soweit die Wettervorhersage des ORF im Internet. Daß „Einiges“ mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben ist: ist das eine Reformreformreformblüte oder bloß Übergeneralisierung?

Immer häufiger begegnen mir auch:
„Das ist Alles für heute.“
„Wir kommen Alle.“
„Nichts Anderes hatte ich gesagt.“
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 26.06.2007 um 16.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1981


Der Filmtitel „Das Leben der Anderen“ scheint die Großschreibung von Pronomen hoffähig gemacht zu haben. Das Motto von www.juracity.de, „Recht für Alle“, ist (inklusive eines Ausrufezeichens) sogar als Schutzmarke eingetragen.

Was meint aber die Deutsche Bahn AG in ihrer Hausordnung mit dieser Festlegung (Hervorhebung hinzugefügt):
»Folgendes ist nur nach vorheriger Genehmigung durch das Bahnhofsmanagement gestattet: [...] Verkaufen und Verteilen von Waren und Ähnlichem [...]«?
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David Konietzko
Bad Homburg vor der Höhe

Dieser Beitrag wurde am 22.06.2007 um 17.56 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1969


„Fach übergreifender“ Unterricht (Politik, Deutsch und Mathematik)

§ 20 (1) Satz 1 des Staatsvertrages über den Rundfunk im vereinten Deutschland (Fassung 1997, zitiert aus einem Schulbuch): „Im privaten Rundfunk ist inhaltlich die Vielfalt der Meinungen im Wesentlichen zum Ausdruck zu bringen.“

Schlußfolgerung: Die Funktion, die jedem orthographisch unauffälligen Text seine reformierte Entsprechung zuordnet, ist nicht injektiv.
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Berlin

Dieser Beitrag wurde am 20.06.2007 um 02.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1956


Kommentar von fingerprinz, verfaßt am 19.06.2007 um 23.19 Uhr

Letzten Samstag, schläfriges Zappen vor dem Einschlafen. Da, es ist 23:30, auf Pro7 ein fremdsprachiger Film mit der Untertitelung

Was ist Los?

--- und ich bin hellwach und fass’ es nicht. In der Tat, wenn’s aussieht wie eins, dann ist es eins...


Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 18.06.2007 um 20.29 Uhr

"Auch Dank des IDA-Modellprojekts haben wir ..."
(Newsletter einer Erlanger Klinik)


Kommentar von Martin Gerdes, verfaßt am 18.06.2007 um 20.19 Uhr

| ... und in Schweden kann jeder jedem Dank
| eines Informationsfreiheitsgesetzes von 1766
| in die Steuererklärung gucken.

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,489177,00.html

"Wenn ein Wort aussieht wie ein Substantiv, dann ist es eins."
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Falk Borutta
Neuenhagen

Dieser Beitrag wurde am 16.06.2007 um 22.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1945


Es gibt sehr viele Zeitungsschnipsel, welche wir hier präsentieren, über die wir debattieren und vielleicht auch philosophieren können. Doch wann hört das endlich auf? Doch wohl nur, wenn diese unsägliche „Rechtschreibreform" endlich gestoppt wird.
Wer weiß einen Weg um Dies zu bewerkstelligen.
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Charlotte *
*

Dieser Beitrag wurde am 13.06.2007 um 10.01 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1922


"So einen Stein findet man nur ein Mal im Leben.."

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Juni 2007
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 24.05.2007 um 16.31 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1879


»In einer Anfang Juli veröffentlichten Studie hatte Walker bereits herausgefunden, dass weiße Laster Fahrradfahrern am Nächsten Kommen.«
(Spiegel online, 14. September 2006)
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 24.05.2007 um 11.13 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1878


»Die BahnCard ist eine der am Besten vor Missbrauch geschützten Karten in Deutschland.«
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 16.05.2007 um 23.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1844


Wie man Fußball spielt, wissen viele. Wie man morgen Lieder singt, ist heute noch nicht gewiß, und was Morgenlieder sind, wissen Jugendliche zum Glück nicht. Wenn "welt.de" alle Uneingeweihten instruiert, wie man Morgen und -- vielleicht ganz anders -- Übermorgen spielt, machen sicher alle mit. So oder so wird es ein Gaudi fürs Personal von "Die Welt".
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 08.05.2007 um 23.45 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1810


"Wir würden am liebsten schon Morgen und Übermorgen die beiden letzten Spiele spielen, um den Titel endlich in der Tasche zu haben."
www.welt.de/sport/article854672/Gelsenkirchen_macht_mobil.html
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 06.05.2007 um 11.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1800


„Berliner Merkwürdigkeiten: Ulbrichts antifaschistischer Schutzwall ist nur eine von Drei" (Berliner Morgenpost, 18. 2. 2007)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 26.04.2007 um 18.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1775


"Wären „wellnessselige Zeiten“ besser?" (#1735)
Ich schreibe schon seit Jahrzehnten, also bevor Stewardessen Flugbegleiterinnen wurden oder sonst welche deutsche Bezeichnung verpaßt bekamen, "e Stewardeß, Stewardessen". Wenn also wer "wellneßselig" verwenden will, — hier habe ich das System schon lange vorgemacht. Aber diese *Spiegel*-Leute mit ihrer armseligen Humorsuche lesen ja nichts Vernünftiges zur Rechtschreibunng, und sie denken beim eigenen Schreiben auch nicht mit. Wie würden die denn beispielsweise "bierselig" schreiben, obwohl sie's sind und es das Wort doch im deutschen Sprachraum schon länger gibt, oder? — Ja, wenn man aus *taz*- und anderer politischer Ideologie den Konfirmandenunterricht so mir nichts, dir nichts ausläßt, dann verpaßt die deutsche Seele eben doch viel Kultur, zum wenigsten einige Schreibkultur.
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Wolfgang Wrase
Unterhaching

Dieser Beitrag wurde am 26.04.2007 um 09.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1774


Angeln könnte so einfach sein. Köder ran, Rute raus, los geht es. Doch wer hier zu Lande fischen will, muss sich erst einmal der Bürokratie stellen.

SPIEGEL Online, 26.04.2007
www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,479333,00.html
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 05.04.2007 um 14.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1735


AUSSTELLUNGS-EVENT IN BERLIN
Schön, wenn der Schmerz nachlässt

Harmlose Wehwehchen, wie zum Beispiel wundgelaufene Füße, nehmen die Heilswanderer gerne in Kauf. In unseren Wellness-seeligen Zeiten ist die harte Tour in Mode gekommen. …
Zum Sündenablass taugt er zwar nur bedingt, aber dafür brennt sich das, was der geneigte Kultur-Pilger an dessen beiden Enden zu Sehen bekommt, empfindlich in die Netzhaut ein. …
Das Ziel: Trotz Leidens erhaben und schön zu bleiben.
Das ist Schade, denn ein paar mehr Nebenwirkungen hätte man in diesem Fall durchaus in Kauf genommen.


Spiegel online 5.4.07

Wären „wellnessselige Zeiten“ besser?
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 04.04.2007 um 19.34 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1734


Also schreibt auch Der Spiegel: "Die Freilassung ist Voraussetzung für alles Weitere" (Zwischentitel)
"Die Freilassung der Geiseln in Teheran ist die Voraussetzung für alles weitere." (Text, wenige Zeilen weiter)
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 15.03.2007 um 11.44 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1656


Sicher klärt uns die FAZ demnächst auf, wo die Ortschaft Außen liegt und welche Postleitzahl sie hat. Die größten deutschen Autoatlanten versagen jedenfalls.

Letztens kann man übrigens den Eindruck gewinnen, daß die Bilduntertitler von "FAZ.net" in heftigem Wettbewerb mit denen von "Die Welt" hinsichtlich grammatischer und graphemischer Dümmlichkeiten stehen.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 14.03.2007 um 23.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1654


»Von Außen stimmt jedes Detail«
Boris Schmidt, F.A.Z., 13. 3. 2007
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K. Bochem
Köln

Dieser Beitrag wurde am 12.03.2007 um 02.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1637


Die Kaufland-Werbung verkündet im "Tip der Woche":
"Heidi Klum - Wie macht sie das bloß? Das Energiebündel meistert scheinbar alles mit Links" - es wird allerdings nicht verraten, mit welchen.
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Dieser Beitrag wurde am 11.03.2007 um 20.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1633


Beitrag geschrieben von Wolfgang Scheuermann am 21.02.2007 um 14.52 Uhr

Kratzt am klugen Kopf

Martin Kämpchen erklärt in der heutigen FAZ zu der neuen Gandhi-Biographie eines Gandhi-Enkels: "Allerdings ist der Autor selbst daran Schuld, dass ..."

Das hatte die Rechtschreibreform meines Wissens nicht einmal in ihrer Urform vorgesehen.

Man kann aber heute schon festhalten, daß die FAZ ihr angekündigtes Vorhaben, so dicht bei der bewährten Rechtschreibung zu bleiben, wie es im Rahmen der ZER nur möglich ist, verfehlt hat.
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Dieser Beitrag wurde am 11.03.2007 um 20.57 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1632


Beitrag geschrieben von Wolfgang Scheuermann am 30.01.2007 um 14.02 Uhr

Unwürdig

Die WELT hat heute dankenswerterweise die Laudatio von Klaus von Dohnanyi auf Otto Graf Lambsdorff abgedruckt, die von Dohnanyi gestern in der Charlottenburger Orangerie vorgetragen hat.

In der Fassung der WELT beklagt der Laudator ohne Wenn und Aber die aufreißende Kluft zwischen Arm und Reich und rühmt den »Marktgrafen«, der Freiheit in unserem Land eine Gasse bereitet und diese dann offen gehalten zu haben.

Gerade weil die Laudatio nicht so zweitklassig ist wie diese Schreibweisen, stechen sie besonders heraus.
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Dieser Beitrag wurde am 11.03.2007 um 20.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1631


Beitrag geschrieben von Jan-Martin Wagner am 21.11.2005 um 15.43 Uhr

»Spätestens als der CSU-Chef Anfang der Woche seinen Rückzug aus dem Kabinett Merkel erklärt hatte, als der Super-Wirtschafts-Europa-Raumfahrtminister in Berlin beleidigt hinwarf, wandten sich auch die treuesten Gefolgsleute von ihm ab. Die Ersten begannen den mächtigen Parteiführer in Frage zu stellen, ganz leise anfangs und anonym.«
(Der Spiegel 45/2005, Seite 48)

Was lernen wir daraus? Trau keinem Ersten!
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Dieser Beitrag wurde am 11.03.2007 um 20.35 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1630


Beitrag geschrieben von Michael Mann am 01.11.2005 um 10.29 Uhr

Jürgen Trittin nimmt seinen Job Ernst.

SPIEGEL ONLINE
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Dieser Beitrag wurde am 11.03.2007 um 20.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1629


Beitrag geschrieben von Jörg Metes am 12.10.2005 um 16.03 Uhr

»Die Blumeninsel Mainau im Bodensee
Mainauer Dahlienblüte jetzt

Jetzt noch Mal
Farbe tanken!«


( Plakatwerbung der Mainau GmbH in Konstanz )
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 10.02.2007 um 01.28 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1442


Aus *Hammer's German Grammar and Usage* (4th edition):
"jdn. zum Besten haben *make a fool of sb.*"
Zu welchem Besten bloß? Ein Hauptwort steht doch für was, oder?
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 07.02.2007 um 16.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1420


»Das wäre auch kompliziert geworden, weil es eine ganze Menge Politikpunkte gab, in denen nur entweder Hans-Jochen und die SPD oder aber Bernhard und die CDU Recht haben konnten.«

»"Ein sehr unglücklicher Gedanke meiner Mutter", sagt Bernhard, und aus seiner Perspektive hat er bestimmt recht.«

(„Große Koalition von klein auf“, Artikel über Hans-Jochen und Bernhard Vogel, sueddeutsche.de vom 04.02.2007)
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Jan-Martin Wagner
Jena

Dieser Beitrag wurde am 07.02.2007 um 16.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1419


»So früh wie gestern Morgen öffnet das Cinemaxx nur selten seine Türen.«

(„Eignungstest im Kino“, Westfälischer Anzeiger online, 7. Februar 2007)
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Konrad Schultz
Chemnitz

Dieser Beitrag wurde am 06.02.2007 um 08.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1416


Im Standard wird das neue Deutsche Wörterbuch von Wahrig besprochen. Der "Elchtest" wurde 1999 "... noch nicht für Wert befunden ..." aufgenommen zu werden.
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Sigmar Salzburg
Dänischenhagen

Dieser Beitrag wurde am 03.02.2007 um 13.08 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1405


Die Schockwirkung der Stussschreibung läßt nach, das „Ekel erregende“ wird zunehmend gemieden. Jetzt tritt die hypertrophe Großschreibung störend hervor:

MDR zum Film „Picknick im Schnee“ (3.2.07):
Mit dem Versprechen den Abend mit ihr zu verbringen, gelingt es ihm, sie und sich selbst fürs Erste zu retten.
(Für wen? Fürs Erste Deutsche Fernsehen? )

Kriminalroman von Andrea Camilleri (Die Welt online 03.02.2007)
Sein jüngster Fall, "Die Passion des stillen Rächers", ist vor Kurzem bei Lübbe erschienen.
(Ist die zeitliche Präposition „vor“ nicht nur vor Substantiven üblich, die Zeit oder bekannte Zeiten beschreiben: vor Ostern, vor Abend, vor Zeiten, vor Stalingrad, vor Hitler … ?)
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Dieser Beitrag wurde am 17.01.2007 um 16.20 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1356


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 17.01.2007 um 14.47 Uhr

Weiter zu den großen "Sie"-Formen, weil ja die Zeitungen so schreiben wollen, wie's in der Schule gelehrt wird, so daß a. sie die jungen Leser nicht verlieren und b. sie ihnen helfen (http://www.welt.de/data/2007/01/17/1179969.html):
"Doch bevor die Stars vor die Kameras drängen, machen Hollywoods Stylisten Überstunden. Vier von Ihnen verraten, welch verblüffende Techniken sie dabei auf Lager haben." [...]
"WELT.de/AP [/] Artikel erschienen am 17.01.2007"
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Dieser Beitrag wurde am 17.01.2007 um 16.10 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1355


Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 16.01.2007 um 21.51 Uhr

Zur Großschreibung von "Sie" in der *Welt*:
"Ein Gericht hat sie verurteilt, weil Sie auf ihre Hausangestellte losgegangen ist. [...]
Artikel erschienen am 16.01.2007"
(http://www.welt.de/data/2007/01/16/1179280.html)
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.01.2007 um 17.05 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=105#1285


Irgendwo wurde hier bei der Sprachforschung vorgeschlagen, die FAZ-Schreibung nach dem Umfallen dieser Zeitung zu beobachten, wie weit sie wohl gehen würde. Hier ein Beispiel: "Drei bis vier Monate habe er gebraucht, um in seinem Leben einen Sinn jenseits des Internets zu finden. Erst jetzt, ein halbes Jahr später, sei er wieder der Alte." (5. Januar 2007)
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